29.01.2026, 01:57
(28.01.2026, 22:50)Kongo Erich schrieb: Nur - leider - muss man befürchten, dass der Kern der US-Politik bei einem Regierungswechsel unverändert bleibt. Auch bei den Demokraten, selbst wenn da der Ton freundlicher wäre - und mit Sicherheit, wenn ein anderer Republikaner die US-Regierung anführt.In der Praxis vermutlich: ja, in der Theorie allerdings: nein.
Die Trump-Administration ist mit ihrer Säuberung des Behördenpersonals effektiv zum sogenannten Spoils System zurückgekehrt. Damit hat sie einen Präzedenzfall geschaffen, der es einer künftigen demokratischen Regierung erlauben würde, knallhart alle Bundesbeamten auszuwechseln, die nicht mit ihr auf einer Linie stehen.
Ebenfalls dürften künftige Regierungen die Praxis übernehmen, politisch suspekte Diplomaten und Amtsträger in internationalen Organisationen abzuberufen. Soll heißen, Trumps Nachfolger hätte durchaus effektive Mittel, um eine Kehrtwende zu vollziehen und auch gegen MAGA-Altlasten in der Verwaltung zu erzwingen.
Ich denke aber, dass eine hypothetische demokratische Nachfolgeregierung trotzdem im Kern den isolationistischen Kurs fortfahren würde, und zwar nicht aus Rücksichtnahme auf den Wähler, sondern weil alles andere vergebliche Liebesmüh wäre.
Trump hat die Weltordnung zertrümmert, die es v.a. demokratischen Regierungen erlaubte, durch Soft Power die Welt zu prägen. Amerika ist nicht länger berechenbar, und hat damit als Partner massiv an Attraktivität verloren. Nicht einmal seine wirtschaftliche und militärische Stärke ändert mehr etwas daran.
Sagen wir, Newsom wird 2028 Präsident und versucht zum Status quo ante zurückzukehren; warum aber sollte die Welt bedingungslos folgen und so tun, als sei nichts gewesen? Wer garantiert denn, dass nicht 2032 Vance Präsident wird und man alle langfristigen Pläne wieder in die Tonne treten kann?
