28.01.2026, 20:12
Zitat:Ohne öffentliche Gelder wäre SpaceX auch nicht da, wo sie jetzt sind.Zweifellos. Nur gibt es einen massiven Unterschied zwischen direkter Finanzierung von Risikoentwicklung dem Einkauf von Dienstleistungen.
SpaceX hat um 2003 rum mal eine kleine DARPA Investition und alles weitere waren dann schon Startaufträge bis COTS, sprich die Entwicklung der Cargo Dragon.
Zitat:Und die Einstellung, dass ein kleines Startup eh nicht erreichen kann, woran große Firmen scheiterten, schmeckt mir ganz sicher nicht - denn das ist sehr europäisch gedacht.Das Problem ist nicht, das sie ein europäisches Startup sind, sondern das sie ein immens komplexes Feld mit wilden Versprechungen, einer seltsamen Idee ohne militärischen UseCase bespielen und dafür Steuergelder kassieren.
Es ist per se keine Kunst ein wie auch immer geartetes Raketentriebwerk in ein Flugzeug zu bauen und damit große Höhen oder Überschall-Geschwindigkeiten zu erreichen. Dazu braucht es auch kein Aerospike Triebwerk.
Die größte Herausforderung ist damals wie heute nicht irgendein Triebwerk zu haben das hohe Geschwindigkeiten erreicht, sondern das Management der Reibungshitze. Wenn ich da auf der Website lese, dass man meint mit Geschwindigkeiten jenseits (!) von Mach 10 irgendetwas in Richtung „reconnaissance and other defense applications“ durchführen zu wollen und mir dann vergegenwärtige welche enormen thermischen Herausforderungen schon bei wesentlich weniger ambitionierten Programmen aufgetreten sind kann ich darüber nur schmunzeln.
Aber gut, das hat mit dem Flugprofil der primären Mission dieses Fluggerätes auch wenig zu tun. Nur wozu ein Satellitenlauncher und warum Aerospike? So wie ich das verstehe planen sie neben dem Aerospike-Raketentriebwerk auf 4 (!) EJ200 zu setzen. Das heißt sie schleppen in jeder Flugphase immens viel tote Masse mit und setzen dann auch noch auf eine vergleichsweise immer schwereres Aerospike Triebwerk mit vergleichsweise mäßiger TWR ohne in niedrigeren Höhen die Vorteile des Triebswersk zu nutzen. Und haben dann trotzdem 10t Nutzlast. Ok.
Es wäre immens viel einfacher ein konventionelles Raketentriebwerk zu verwenden und damit einen exotischen Booster für Satellitenstarts zu entwickeln. Siehe die aktuelle Ml-II Aurora von Dawn Aerospace. Das ist ein limitiertes und realistisches Programm verglichen mit Polaris.
Haargenau die gleiche Fähigkeit lässt sich aber viel einfacher abbilden in dem man die Rakete die den Satelliten trägt mehrstufig gestaltet und eine konventionelle Launch-Plattform verwendet.
Oder mittlerweile halt eine wiederverwertbare Rakete.
Zitat:Gerade wegen diesem "alten Europa" halte ich auch öffentliche Unterstützungen für notwendig, und tatsächlich hat Polaris bereits geschafft, woran "die Großen" bisher gescheitert sind. Es war nur ein kleiner Schritt, das muss nicht übertrieben werden, aber marginalisieren ist in meinen Augen auch sinnfrei.Es ist halt ein marginaler Schritt gemessen an den Herausforderungen die bis zu einem militärisch verwendbaren System vor der Firma liegen.
Zitat:Du darfst das gerne anders sehen und auch ausformulieren, nur gerade von dir erwarte ich mehr als einfach nur den üblichen, langweiligen und oberflächlichen Sarkasmus, der keine sachliche und gerne auch kritische Diskussion ermöglicht, eben gerade weil du dich besser mit der Materie auskennst als viele andere hier.Als ich mir die Website und das Bild angesehen habe viel mehr recht viel mehr als Sarkasmus garnicht ein.
Das Ding wird nie über den Prototypenstatus hinauskommen. Die Expertise und die Finanzmittel wären an anderer Stelle wesentlich sinnvoller einsetzbar.
