28.01.2026, 15:55
(27.01.2026, 11:10)Kongo Erich schrieb: ...das Handelsblatt (ein grünlinks versifftes Schmierblatt ?) stellt inzwischen fest:
ergänzend:
„Schreiben heute Geschichte“ – EU und Indien schließen gigantischen Handelsdeal ab (Kopie hier)
Das ist die logische Konsequenz, wenn eine Supermacht wie die USA nur mit Drohungen und rücksichtsloser Gewalt (Venezuela) sowie vertragsbrüchig (Grönland, Zölle) agiert und schlicht Gehorsam und Unterwerfung einfordern. Dann suchen diejenigen, die ihre Unabhängigkeit bewahren wollen, nach Bündnispartnern - sei es punktuell, sei es in einer strategisch ausgelegten langfristigen Kooperation.
...
Handelsabkommen: „Indien hat erkannt: Europa ist ein verlässlicher Partner“
(Kopie hier)
(27.01.2026, 12:30)lime schrieb: Was genau soll an Indien demokratischer als an Rußland sein? Das ist doch nur Schönfärberei. In Indien regieren knallharte Hindu-Nationalisten, mit Deutschland verglichen sind die noch radikaler als die AfD.was genau soll in Russland an demokratischen Werten - Presse- und Meinungsfreiheit, gleiche und geheime Wahlen usw. - demokratischer sein als in Indien?
Ich vergleiche nicht unterschiedliche Kulturkreise und Wertehierarchien bewertend miteinander. Da könnte etwa Dein geliebtes Russland schlecht abschneiden.
Man muss in internationalen Beziehungen erst einmal lernen, dass es wichtig ist, kulturelle Unterschiede zu respektieren. Dazu gibt es eigene Studiengänge - "Interkulturelle Kommunikation" steht da auf dem Lehrplan.
Und das beinhaltet auch, die Lage und Situation "vor Ort" durch die Brille der örtlichen Bevölkerung zu sehen.
Klar - ich halte unser (west-)europäisches System mit der Betonung der individuellen Menschenrechte und insbesondere unseren Artikel 1 im Grundgesetz für die beste aller Möglichkeiten.
Aber ich muss auch akzeptieren, dass es andere Kulturen mit anderen Wertehierarchien gibt. Genauso, wie es andere Religionen und anders religiös geprägte Gesellschaften gibt. Wer bin ich, über die religiösen Werte eines anderen Menschen urteilen und mich über deren Werte erheben zu dürfen?
(27.01.2026, 20:37)Nightwatch schrieb: Nicht schlecht die Argumentation, man behauptet einfach das die Mullahs nicht gestürzt werden können und begründet dann damit, dass man die tatsächlichen - um eine Vokabel von heute zu verwenden - Exzesse auch igorieren kann.Muss man im Iran von "deutlich mehr als 10'000 Toten ausgehen" und im Gaza-Streifen von über 170.000 um zu einem Urteil zu kommen und sich zu "empören"?
Aber wenn Israel in Gaza einen sehr normalen Krieg führt oder in den USA wegen zwei bedauerlichen Vorfällen 1933 hervorkriecht steppt der Bär und die dazu gäußerte Empörung hilft ganz bestimmt, die Dinge zu ändern.
...
Was ist an dem Krieg in Gaza "sehr normal"? Kein Krieg kann ein Normalzustand sein. Damit fängt es an.
Krieg ist auch nicht die Fortsetzung der Diplomatie mit anderen Mitteln sondern das komplette Versagen der Diplomatie.
Es hilft dabei nichts, die Zahl von Toten zu relativieren.
Und ja, an Staaten, die sich unseren Werten gegenüber verpflichtet erklären, stelle ich andere Anforderungen als an Staaten mit anderen Wertevorstellungen.
Wenn es im Iran "nur" 20 Todesopfer gäbe, wäre es aus Sicht der westlichen Kultur mit der Beschwörung der Menschenrechte eine massive Verbesserung.
Wenn es in den USA "nur" zwei Todesopfer gibt, ist das aus der gleichen Sicht eine massive Verschlechterung.
Und niemand kann mich hindern, Verschlechterungen zu kritisieren.
