Meckern über Deutsch-französische Rüstungsprojekte
(26.01.2026, 13:58)Polyphem schrieb: Die französischen Landstreitkräfte sind komplett auf Interventionseinsätze getrimmt. Es gibt wenig bis gar keine Fähigkeiten in der klassischen Kampfunterstützung, keine echten mechanisierten Verbände, eine komplett dysfunktionale Panzertruppe, quasi keine RakArt, niedrige Munitionsbestände ... Aber eben genau diese konventionellen Fähigkeiten sind an der Ostflanke gefragt.
Ich gebe dir Recht bzgl. des Interventionsfokus, der Munitionsbestände und der dysfunktionalen Panzertruppe.
Nur ziehe ich daraus ein anderes Fazit als du.

Der Munitionsmangel und auch die fehlende Tiefe bei Unterstützungsfähigkeiten sind Teil der mangelnden Finanzierung, die ich auch bemängele, da haben wir keinen Dissens. Allerdings ist das kein originär französisches Problem, das ist auch bei uns nicht besser. Wir sind nur derzeit auf einem etwas besseren Weg, diese Dinge zu ändern.

Aber dass die Franzosen reine Interventionskräfte vorhalten, sehe ich nicht als Problem an. Im Gegenteil ist das Problem für mich eher, dass sie das nicht konsequent genug machen und eben eine dysfunktionale Panzertruppe aufrecht erhalten, die eine extrem schlechte Effizienz der Mittel aufweist. MMn sollten die Franzosen komplett auf Kettenpanzer verzichten und sich ausschließlich auf leichte und mittlere Kräfte sowie strategische Kapazitäten konzentrieren. Und es ist ja nicht so, dass solche im LV/BV wertlos wären oder auch nur nicht gebraucht würden. Die Bundeswehr stellt jetzt sogar selbst mKr auf, explizit mit dem Verweis auf deren Einsatz an der Ostflanke. Und genau da ist mMn der Fehler: Die europäischen NATO-Partner sollten mMn nicht jeder für sich das komplette Spektrum der Kräftekategorien abdecken, sondern jeder das, was er gut kann und aus seinen eigenen nationalen Besonderheiten heraus auch benötigt. Solange damit jeder auch in allen Formen der kollektiven Verteidigung gleichermaßen seinen Beitrag leisten kann. Und das kann Frankreich eben mit seinen leichten und mittleren Kräften sowie vor allem den Marine- und Luftwaffenkapazitäten auch bei der Verteidigung an der Ostflanke. Nur sollten andere, wie die Polen und auch wir, dafür eben auf die schweren Kräfte setzen und uns nicht darin verzetteln, unsererseits mittlere Kräfte aufzustellen, die Frankreich bereits ausreichend besitzt.

Daher bin ich auch bzgl. des Strangtitels der Ansicht, dass wir Kooperationen insbesondere bei so Dingen wie Raketen und strategischen Assets durchführen sollten, bei denen sich eben der operative Bedarf unserer Streitkräfte weniger unterscheidet als bspw. bei den Panzerkräften. Zum MGCS gehen die realen Anforderungen nämlich mMn sehr viel weiter auseinander als bei FCAS, während in der Flugabwehr und beim Deep Strike gar keine nennenswerten Unterschiede bestehen.
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