25.01.2026, 11:24
(25.01.2026, 10:28)Helios schrieb: IRIS-T ist der Standard-Luft-Luft-FK der Bundeswehr für kurze Distanzen und wird der Standard-Boden-Luft-FK (landgestützt) der Bundeswehr für kurze und mittlere Distanzen. Aus logistischen und kriegswirtschaftlichen Gründen ergibt es völlig ohne jegliche industriepolitischen Aspekte sehr viel Sinn, wenn IRIS-T auch der Standard-Boden-Luft-FK (seegestützt) wird.
Nimm' es mir nicht übel, aber diese Aussage ist doch ein Zirkelschluss. Nur, weil die Bundeswehr schon etwas bei der Luftwaffe verwendet, muss man es zwingend auch bei den anderen Teilstreitkräften einsetzen?
Damit macht Deutschland sich absolut unglaubwürdig. Auf der einen Seite wird über all "gemeinsam europäisch in der Beschaffung" gefordert, aber bitte nur, wenn es auch deutsche Produkte sind. Wir können es uns aus meiner Sicht eben nicht mehr leisten, Querschnittlichkeit nur in der Bundeswehr zu denken. In der gegenwärtigen Sicherheitslage muss schnellstens eine Standardisierung her.
Verstehe mich bitte nicht falsch, mir ist es egal, ob nun CAMM oder IRIS-T der neue "Standard-Lfk für diese Range Bracket" wird. Ich fordere nur, dass es in ein auf europäischer Ebene schlüssiges Gesamtkonzept eingebettet ist. Wenn Deutschland hierfür auf europäischer Ebene IRIS-T "durchsetzt", soll mir das mehr als Recht sein.
Aber in diesem "europäischen Waffen-Mix", wo jeder sein eigenes Süppchen kocht, verpufft so eine materielle, finanzielle und personelle Überlegenheit gegenüber dem gegenwärtigen Problem im Osten durch Friktionsverluste sehr schnell. Da reicht es doch schon, wenn z.B. in Deutschland die Fertigungsstraße für IRIS-T lahmgelegt wird.
Für mich ist das Teil eines viele größeren Problems als der Querschnittlichkeit in der Bundeswehr. Wenn man diese logistisch richtig angeht, ist es heute in Zeiten von SAP nur die Eingabe einer andere NSN.
Aber dafür müssten ja erstmal die europäischen Staaten untereinander vernetzt sein und ad hoc auch Länder übergreifend Material anfordern können.
(25.01.2026, 10:29)Pmichael schrieb: Warum sind Aster und CAMM europäische Souveränität, aber IRIS-T ist Industriepolitik? Ohne eigene Kompetenzen kann man keine Systeme wie Schiffe nach den eigenen operativen Bedarf entwickeln - etwas was wir doch gerade bemängeln.
Ganz einfach, weil wir eben nicht mehr im tiefsten Frieden entwickeln können, sondern mit begrenzten Ressourcen - und da gehören auch Entwicklungsabteilungen dazu - schnell kriegstüchtig werden müssen. Da verkommt halt ein weiterer nationaler Lfk, der keine europäische Lücke füllt, schnell zur Ressourcenverschwendung.
Man kann jeden Euro nur einmal ausgeben und auch jede Arbeitsstunde eines Entwicklers oder Konstrukteurs nur einmal.
