24.01.2026, 12:36
Zitat: Dazu kommt das die kameradschaft das höchste Gut des Soldaten ist und der Zusammenhalt einer Armee darauf beruht zu großem Teil beruht.
Echte Kameradschaft ist aber deutlich auf dem Rückzug in dieser Bundeswehr. Stattdessen gibt es eine zunehmende Pseudo-Kameradschaft und ist diese weitgehend zu einer Worthülse verkommen. Man redet ständig davon. Man hält es ständig noch. Aber es hat keine Substanz mehr in weiten Teilen dieser Organisation.
Zitat:Die kämpfende Truppe ist letztendlich die welche den Krieg führen , ohne diese lässt sich schlecht ein Krieg führen.
Die Logistik ist letztendlich das, was die kämpfende Truppe dazu befähigt überhaupt Krieg führen zu können. Die Fernmelder sind es, welche ihr die Kommunikation ermöglichen. usw. usf. In Wahrheit sind alle nur eins, EINE Gesamtmaschinerie.
Es sollte eben keine gedankliche Trennung von Kampftruppe und Unterstützungstruppe geben, ich mag bereits die Begriffe nicht weil sie diese Trennung geistig zementieren und eine erhebliche Blockade darstellen.
Zitat:Zur Elite wird die Truppe doch von außerhalb gemacht . Wenn es für Außenstehende ausreichend ist wenn jemand deutlich mehr Leistung erbringt als das Sportabzeichen verlangt um ihn zur Elite zu zählen istbdas nicht der Truppe selbst zuzuschreiben.
Das ist ein gutes Argument. Um es aufzugreifen und noch auszuweiten: mehr sportliche / körperliche Leistung als das Sportabzeichen verlangt ist eben keine Leistung die über anderen Höchstleistungen steht die ebenfalls notwendig sind, sondern nur eine weitere spezialisierte Leistung. Und entsprechend begründet körperliche Leistungsfähigkeit keine Elite.
Aber ja du hast recht, dass wird auch stark von außen aufoktroyiert. Dessen ungeachtet wirkt so ein Bild natürlich auch in der Truppe selbst bzw. in diese hinein.
Zitat:Der Fallschirm ist nicht mehr als ein verbringungsmittel , nach der Landung ist jeder Soldat entweder Pionier , Logistiker , sani , Infanterist oder Gezi Soldat.
Fallschirme als Verbringungsmittel für "größere" Einheiten zu verwenden ist nicht nur völlig veraltet, es ist halt auch ein perfektes Beispiel für die bloße Strukturextrapolation im militärischen Denken der Friedenszeit. Und es ist in Wahrheit im Verhältnis zum Nutzen ein extrem aufwendiges Verbringungsmittel.
Man hat also einen erheblichen Gesamtaufwand um ein solches Verbringungsmittel nutzen zu können, nur damit die dadurch gelandete Truppe ebne nichts weiter ist als leichter Infanterist, leichter Pionier, Sani usw.
Kurz und einfach: die Fallschirmtruppe stellt ein Musterbeispiel militärischer Ineffizienz dar, welches für Streitkräfte in Friedenszeiten nur allzu typisch ist und eignet sich daher besonders gut als illustrierendes Beispiel für diesen Komplex. Man stilisiert noch darüber hinaus einen schlussendlich ineffizienten Verband zur Elite, nur weil "Gefahr" und "körperliche Leistung" höher sind, statt zu erkennen, dass der reale Einsatzwert dieser Verbringungsmethode inzwischen fast 0 ist.
Schlussendlich ist das also eine perfekte Verkörperung der heillosen militärischen Ineffizienz und der ebenso typischen völligen Verkennung der realen Begebenheiten. Aber natürlich nicht das einzige solche Beispiel. Davon gibt es einen Haufen. Die Fallis sind halt nur besonders illustrativ da andere Komplexe wesentlich obskurer sind und noch weniger verstanden werden.
