22.01.2026, 15:56
Ich denke im Prinzip kann man den derzeitigen Plan der Europäer ungefähr so zusammenfassen:
Ziel:
Die Trump-Regierung von der Annexion Grönlands abhalten (und das Prinzip der Territorialen Unverletzlichkeit verteidigen).
Strategischer Druckpunkt:
Die wesentliche Schwäche der amerikanischen Regierung ist die Unbeliebtheit der Idee in der eigenen Bevölkerung, welche die Handlungsfreiheit der Regierung einschränkt, weil die damit verbundenen Kosten schnell als zu hoch/unnötig angesehen werden.
Einzelne Maßnahmen:
(1) Die Unterminierung von Trumps Narrativ der gefährdeten Sicherheit durch das Angebot der Zusammenarbeit, Betonung der Möglichkeiten für die US-Regierung und den Einsatz eigener Mittel.
-> Hierbei wird Trump gleichzeitig eine "Off-Ramp" angeboten, bei der er sich zum Sieger erklären kann, der die NATO-Partner genötigt hätte, "für die Sicherheit Grönlands zu sorgen" oder dergleichen.
(2) Die Erschwerung der Option, die Annexion durch eine Militäroperation zu erreichen, indem die eigene Truppenpräsenz und die weiterer Partnernationen gestärkt wird.
-> Auch wenn es schwer bis unmöglichwäre, Grönland gegen einen entschiedenen Angriff der USA zu verteidigen, führt die erhöhte Truppenpräsenz doch dazu, dass die USA einige Truppen und Fähigkeiten anwenden müsste, statt SOF-Kräfte mit 5 Helikoptern aus thule überzusetzen. Plus, es wäre vermutlich erforderlich, Alliierte Soldaten zu töten. Beides macht die militärische Option rapide weniger attraktiv.
(3) Ökonomischen Druck aushalten und glaubwürdige Gegenmaßnahmen androhen.
-> Durch die glaubwürdige Drohung mit deutlichen Gegenzöllen, der Aussetzung des Handelsabkommens vom letzten Jahr und der Möglichkeit auf weitere Eskalationsschritte zu reagieren, werden die Kosten für die USA erhöht, die Erpressung zu versuchen (und die Märkte und die Bevölkerung dazu motiviert, entsprechende Unmutssignale zu senden).
(4) Mit diplomatischen Mitteln und Hintergrundgesprächen die US-Regierung mit einem gesichtswahrenden Ausweg versorgen.
-> Siehe dazu auch Punkt 1. Trump möchte in der Öffentlichkeit als Gewinner dastehen. Insofern ist es hilfreich, wenn man ihm einen Ausweg des geringsten Widerstandes anbietet, den er nehmen kann.
Ich denke, für die erste Runde hat das auch gut funktioniert. Die Androhung einer militärischen Intervention ist öffentlichkeitswirksam vom Tisch, die Androhung der Zölle für den Moment zurückgenommen. jetzt heißt es, abwarten, ob man tatsächlich schon zu einem Übereinkommen kommt, oder ob die US-Regierung eine zweite Runde einleitet und potentiell neue Maßnahmen versucht.
Ziel:
Die Trump-Regierung von der Annexion Grönlands abhalten (und das Prinzip der Territorialen Unverletzlichkeit verteidigen).
Strategischer Druckpunkt:
Die wesentliche Schwäche der amerikanischen Regierung ist die Unbeliebtheit der Idee in der eigenen Bevölkerung, welche die Handlungsfreiheit der Regierung einschränkt, weil die damit verbundenen Kosten schnell als zu hoch/unnötig angesehen werden.
Einzelne Maßnahmen:
(1) Die Unterminierung von Trumps Narrativ der gefährdeten Sicherheit durch das Angebot der Zusammenarbeit, Betonung der Möglichkeiten für die US-Regierung und den Einsatz eigener Mittel.
-> Hierbei wird Trump gleichzeitig eine "Off-Ramp" angeboten, bei der er sich zum Sieger erklären kann, der die NATO-Partner genötigt hätte, "für die Sicherheit Grönlands zu sorgen" oder dergleichen.
(2) Die Erschwerung der Option, die Annexion durch eine Militäroperation zu erreichen, indem die eigene Truppenpräsenz und die weiterer Partnernationen gestärkt wird.
-> Auch wenn es schwer bis unmöglichwäre, Grönland gegen einen entschiedenen Angriff der USA zu verteidigen, führt die erhöhte Truppenpräsenz doch dazu, dass die USA einige Truppen und Fähigkeiten anwenden müsste, statt SOF-Kräfte mit 5 Helikoptern aus thule überzusetzen. Plus, es wäre vermutlich erforderlich, Alliierte Soldaten zu töten. Beides macht die militärische Option rapide weniger attraktiv.
(3) Ökonomischen Druck aushalten und glaubwürdige Gegenmaßnahmen androhen.
-> Durch die glaubwürdige Drohung mit deutlichen Gegenzöllen, der Aussetzung des Handelsabkommens vom letzten Jahr und der Möglichkeit auf weitere Eskalationsschritte zu reagieren, werden die Kosten für die USA erhöht, die Erpressung zu versuchen (und die Märkte und die Bevölkerung dazu motiviert, entsprechende Unmutssignale zu senden).
(4) Mit diplomatischen Mitteln und Hintergrundgesprächen die US-Regierung mit einem gesichtswahrenden Ausweg versorgen.
-> Siehe dazu auch Punkt 1. Trump möchte in der Öffentlichkeit als Gewinner dastehen. Insofern ist es hilfreich, wenn man ihm einen Ausweg des geringsten Widerstandes anbietet, den er nehmen kann.
Ich denke, für die erste Runde hat das auch gut funktioniert. Die Androhung einer militärischen Intervention ist öffentlichkeitswirksam vom Tisch, die Androhung der Zölle für den Moment zurückgenommen. jetzt heißt es, abwarten, ob man tatsächlich schon zu einem Übereinkommen kommt, oder ob die US-Regierung eine zweite Runde einleitet und potentiell neue Maßnahmen versucht.
