22.01.2026, 04:20
(21.01.2026, 11:08)Nightwatch schrieb: Der US-Treasury Markt hat ein Volumen von 27 (deutschen) Billionen US-$. Das Handelsvolumen beläuft sich regelmäßig auf 600 bis 900 Milliarden US-$ - pro Tag.in "normalen Zeiten" hättest Du Recht, aber - erleben wir gerade normale Zeiten?
Nun soll deiner Meinung nach ein EU-Konstrukt gebaut werden, dass 65 Milliarden US-$ pro Jahr umlenkt? Joha.
Natürlich ist die US-Verschuldung desaströs (genauso wie unsere) und wird in der nächsten oder spätestens übernächsten Dekade mitverantwortlich für eine völlig Neuordnung unseres Finanzsystems sein.
Aber das schiere Volumen, dass man da angehäuft hat bzw. mit dem man arbeitet bedeutet halt auch, dass nichts was die EU hier realistischerweise (!) tun könnte ins Gewicht fällt.
Dafür ist der Markt für US-Staatsanleihen viel zu groß und auch der Umstand, dass Halter in europäischen Ländern zusammengenommen (das ist nicht (!) die EU) das Größte ausländische Volumen an US-Staatsanleihen halten ändert daran nichts. Die EU kann über diese Assets nicht verfügen, umlenken oder liquidieren und im (ausgeschlossenen) Extremfall würde die Fed intervenieren und das emittierte Volumen absorbieren.
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Ein vergleichbar kleiner dänischer Pensionsfonds verkauft US-Staatsanleihen im Wert von 100 Millionen US-Dollar.
Auch ein schwedischer Pensionsfonds zieht nach.
Und die Märkte?
(21.01.2026, 22:56)Mitleser schrieb: Anzumerken sei, dass solche Aktionen auch Märkte bewegen, *hust*. ...
Die "stecken das nicht weg", sondern reagieren. Der Kurs der US-Staatsanleihen fällt, womit zugleich die Verzinsung bzw. Rendite (vom Nennwert aus berechnet) höher wird.
Je höhe dieser Rendite, desto höher schätzen die Märkte auch das Verlustrisiko ein.
Ich gehe mal auf die aktuelle Rendite (zwei Kommastellen) ein:
Nach dieser Quelle bei 10jährigen Anleihen von 4,13 % auf knapp 4,3 % innerhalb eines Tages. Das zeigt, wie nervös die Anleger sind - ein kleiner Verkauf kann einen Schneeball-Effekt auslösen und zu einer Lawine führen.
Und dabei ist die Rendite mit > 4 % ohnehin schon hoch, also mit eingepreistem Risiko. Normalerweise können wir in Deutschland derzeit Gelder bei den Banken kaum über 3 % Verzinsung anlegen.
Die Rendite von 10jährigen Bundesschatzbriefen liegt nach Auskunft der Bundesbank aktuell bei 2,86 %.
Das heißt, dass die Bundesschatzbriefe deutlich weniger "riskant" gesehen werden als die US Staatsanleihen gleicher Laufzeit.
Mit diesen Renditen der Anleger steigen natürlich umgekehrt auch die Ausgaben des US-Etats für die Staatsschulden. GröPaZ tut seinem Land also keinen Gefallen, wenn er Märkte in Unruhe versetzt. Wie jetzt wieder in seiner Gier, mit "Grönland" auch Schlagzeilen zu machen.
q.e.d.
