20.01.2026, 23:11
(20.01.2026, 21:47)Schwabo Elite schrieb: Es gibt keinen Konflikt zwischen einer "amerikanischen Kultur" und einer "europäischen Kuiltur" oder "chinesichen Kultur".dafür, dass der Strang seit ungefähr 2003 besteht und sich auf den seinerzeitigen Beitrag in globaldefence.net bezog (wiederum verweisend auf Huntingtons These vom Clash of Civilizations, also der 1983 aufgestellten Behauptung, die „zentrale und gefährliche Dimension der kommenden globalen Politik werde der Konflikt zwischen Gruppen aus unterschiedlichen Zivilisationen sein“, bist Du ziemlich spät mit Deinem Einwand.
Es gibt nunmehr einen kulturellen Konflikt zwischen "arm" und "reich", "wissend" und "unwissend", "einflussreich" und "hilflos".
Nach dem "Ende der Geschichte" rutschen wir in eine Zwischenwelt zwischen "Globalismus" und 1984.
Wenn ich den Fernseher einschalte, sehe ich das Gesicht Trumps weit öfter als Winston Smith das Gesicht des Big Brothers.
Ich weiß auch nicht, wie Du diese Behauptung begründen magst. Tatsächlich stelle ich bei näherem Hinsehen sehr viele unterschiedliche Kulturausformungen sowohl global als auch zwischen regionalen Ausprägungen fest.
Absolut konträr sind z.B. die kollektive Basis in Ostasien ("wir" statt "ich") und die individualistische Orientierung im sogenannten Westen.
Es gibt aber auch keine "übergreifende" westliche Kultur. Zwischen dem evangelikal-sektiererischen Mainstream der USA und der katholisch, protestantisch oder orthodoxen "Kirchenprägung" bestehen himmelweite Unterschiede. Und die unterschiedliche Handlungsweise etwa eines bei uns inzwischen als "irre" bezeichneten GröPaZ und eines vorsichtig und zurückhaltend agierenden Staatsmann europäischer Prägung sollen auch Dir nicht entgangen sein.
Dazu näher:
Was macht interkulturelle Konflikte aus? Kulturelle Differenzen, ethnische Identitäten und die Frage der Macht
