18.01.2026, 12:47
Die Politik, Diplomatie und die gesamte Geschichte lebte und lebt von Erzählungen. Das ist auch hier in der Diskussion nicht anders. Auf der einen Seite wird die Erzählung konstruiert, die aktuelle US-amerikanische Außenpolitik lege es auf Verhandlungen an, und es sei klug, dieses Spiel mitzuspielen um das beste Ergebnis heraus zu holen, weil so Diplomatie funktioniere. Das geht dann bis zu der unsinnigen Behauptung, Europa würde mit der Verweigerung die NATO und die transatlantischen Beziehungen gefährden. Auf der anderen Seite wird eine Erzählung rund um die Person Trump aufgebaut um ein personifiziertes Feindbild zu erzeugen, an dem sich treffend abgearbeitet werden kann. Es taugt dafür, der eigenen Argumentation eine Härte und Präzision vorzutäuschen, die weder realistisch noch zielführend ist. Beides hilft für eine sinnvolle Bewertung der Grönlandfrage nicht weiter.
Auch in dieser geht es um Erzählungen. Die US-Regierung hat sich darauf festgelegt, das Narrativ zu verbreiten, Grönland sei für die nationale Sicherheit zwingend notwendig und müsse daher unter eigener Kontrolle stehen. Das ist nicht neu, geostrategisch und historisch plausibel und trifft einen Nerv der US-Amerikanischen Bevölkerung, dementsprechend leicht verfängt ein solcher Standpunkt. Das alles gilt ebenso für die zweite, modernere Erzählung von den sicherheitspolitisch unzuverlässigen Europäern, die ihre Freiheit auf Kosten der USA genießen und sich selbst an Russland oder China ausverkaufen.
Nun sind solche Erzählungen stets Konstrukte mit wahren Kernen und ausschmückendem Fruchtfleisch, im Verhältnis mal mehr von dem einen, mal mehr von dem anderen. Unstrittig sollte hier im Forum sein, dass es für diese Erzählungen der USA ziemlich viele wahre Kerne gibt, in der europäischen Politik ist dies jedenfalls der Fall. Diese wahren Kerne der US-Erzählungen dürfen in einer europäischen Erzählung nicht negiert werden, ohne sich unglaubwürdig zu machen. Gleichzeitig muss aber der eigene europäische Mythos einer Zukunft im Kollektiv bewahrt und ausgebaut werden.
Damit die europäische Erzählung bei der europäischen Bevölkerung verfängt muss sie demütig, stark und gemeinschaftlich ausgelegt werden, was in der Kombination, mit den eigenen innen- und außenpolitischen Diskrepanzen und mit den realen Möglichkeiten nicht so leicht ist.
Eine zunächst symbolhafte Erklärung, der zumindest eine zügige Entscheidung und Umsetzung einer Vorerkundung, eine Anerkennung der sicherheitspolitischen Relevanz von Grönland für die USA unter gleichzeitigem Bekenntnis zur Stärkung der europäischen Verteidigungsfähigkeit und die gereichte Hand für eine gemeinsame sicherheitspolitische, transatlantische Zukunft mag hier als Gegenerzählung verrissen werden, in meinen Augen ist sie diplomatisch durchdacht und kann gegenüber beiden Bevölkerungen wirkungsvoll sein, wenn sie konsequent weitergegangen wird. Nicht, weil sie für sich genommen wirkungsvoll ist, wohl aber, weil das Entlarven der durch die Erzählung verborgenen eigentlichen Strategie das sinnvollste Mittel ist, um die eigenen Ziele zu erreichen. Stärker jedenfalls, als irgendwelche Verhandlungen um eine Beziehung zu retten, die daraufhin vor allem toxisch weiter geht. Allerdings, und das ist ein entscheidender Punkt deshalb wiederhole ich ihn noch einmal: es muss konsequent weiter gehen. Das ist der Prüfstein, an dem die Erzählung gemessen wird.
Soweit meine Perspektive auf diese Angelegenheit, mehr habe ich dazu aktuell auch nicht zu sagen (und Zeit zum diskutieren habe ich aktuell auch keine, nehmt mir das nicht übel).
Auch in dieser geht es um Erzählungen. Die US-Regierung hat sich darauf festgelegt, das Narrativ zu verbreiten, Grönland sei für die nationale Sicherheit zwingend notwendig und müsse daher unter eigener Kontrolle stehen. Das ist nicht neu, geostrategisch und historisch plausibel und trifft einen Nerv der US-Amerikanischen Bevölkerung, dementsprechend leicht verfängt ein solcher Standpunkt. Das alles gilt ebenso für die zweite, modernere Erzählung von den sicherheitspolitisch unzuverlässigen Europäern, die ihre Freiheit auf Kosten der USA genießen und sich selbst an Russland oder China ausverkaufen.
Nun sind solche Erzählungen stets Konstrukte mit wahren Kernen und ausschmückendem Fruchtfleisch, im Verhältnis mal mehr von dem einen, mal mehr von dem anderen. Unstrittig sollte hier im Forum sein, dass es für diese Erzählungen der USA ziemlich viele wahre Kerne gibt, in der europäischen Politik ist dies jedenfalls der Fall. Diese wahren Kerne der US-Erzählungen dürfen in einer europäischen Erzählung nicht negiert werden, ohne sich unglaubwürdig zu machen. Gleichzeitig muss aber der eigene europäische Mythos einer Zukunft im Kollektiv bewahrt und ausgebaut werden.
Damit die europäische Erzählung bei der europäischen Bevölkerung verfängt muss sie demütig, stark und gemeinschaftlich ausgelegt werden, was in der Kombination, mit den eigenen innen- und außenpolitischen Diskrepanzen und mit den realen Möglichkeiten nicht so leicht ist.
Eine zunächst symbolhafte Erklärung, der zumindest eine zügige Entscheidung und Umsetzung einer Vorerkundung, eine Anerkennung der sicherheitspolitischen Relevanz von Grönland für die USA unter gleichzeitigem Bekenntnis zur Stärkung der europäischen Verteidigungsfähigkeit und die gereichte Hand für eine gemeinsame sicherheitspolitische, transatlantische Zukunft mag hier als Gegenerzählung verrissen werden, in meinen Augen ist sie diplomatisch durchdacht und kann gegenüber beiden Bevölkerungen wirkungsvoll sein, wenn sie konsequent weitergegangen wird. Nicht, weil sie für sich genommen wirkungsvoll ist, wohl aber, weil das Entlarven der durch die Erzählung verborgenen eigentlichen Strategie das sinnvollste Mittel ist, um die eigenen Ziele zu erreichen. Stärker jedenfalls, als irgendwelche Verhandlungen um eine Beziehung zu retten, die daraufhin vor allem toxisch weiter geht. Allerdings, und das ist ein entscheidender Punkt deshalb wiederhole ich ihn noch einmal: es muss konsequent weiter gehen. Das ist der Prüfstein, an dem die Erzählung gemessen wird.
Soweit meine Perspektive auf diese Angelegenheit, mehr habe ich dazu aktuell auch nicht zu sagen (und Zeit zum diskutieren habe ich aktuell auch keine, nehmt mir das nicht übel).
