17.01.2026, 23:21
(17.01.2026, 21:47)Nightwatch schrieb: @Frank
Dummerweise hat Trump diese Pressemitteilung nicht gelesen und bewertet die Aktion (zurecht aus seiner Sicht) etwas anders.
Wir können es nun hübsch weiter eskalieren lassen und auf allen Seiten gewaltig Schaden nehmen, oder wir lassen das mit dem gefühlten Zweifrontenkrieg und tun unser Möglichstes die Lage wieder zu beruhigen.
Aus meiner Sicht haben wir schon alles sinnvoll mögliche getan, um Trump zufriedenzustellen. Wir haben seine Tarife hingenommen, ohne unsererseits Gegenzölle oder andere Handelsmaßnahmen zu verhängen. Wir haben seine ganzen Angriffe (und die seines Vizepräsidentens) auf unsere Werte und Gesellschaftsordnung toleriert. Wir haben geschmeichelt und besänftigt.
Wir haben seine Grönland-Aussagen ein knappes Jahr lang mit dem von dir verlangten Achselzucken abgetan und hingenommen.
Und was bekommen wir dafür? Lauteres Getöse und zusätzlicher Druck. Ich glaube nicht, dass weiter wegschauen ihm da langfristig den Appetit nimmt. Er und seine Berater wittern darin Schwäche und "stillschweigendes Einverständnis".
Deshalb war es richtig, die Soldaten zu schicken und seinen Bluff bezüglich der Bedrohung durch China und Russland offenzulegen. Und deshalb ist es jetzt richtig, seine Drohungen zurückzuweisen und notfalls angemessene Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Ich finde auch, dass es schöner wäre, zu deeskalieren und nicht ein funktionierendes Modell in Trümmer zu legen. Allein, ich glaube nicht, dass wir das können. Jeder Versuch der Deeskalation ist bisher mit weiterem Druck und mehr Eskalation beantwortet worden. Jetzt erst mit dem Wortbruch bezüglich der Zölle.
Es ist die Seite, die überhaupt erst eskaliert hat, die jetzt zuerst vom Gaspedal runter muss - die USA, die hier als unprovozierter Agressor auftreten. Wenn klar ist, dass deeskaliert wird, sind wir doch alle sofort dabei. Aber wir sind hier nicht in der Bringschuld.
