17.01.2026, 12:39
@Lime:
"Bringt der Fortbestand der NATO den USA mehr als der Besitz von Grönland?" - Dazu müssen wir uns natürlich anschauen, was der Fortbestand der NATO und der Besitz von Grönland den USA jeweils bringen.
Zumindest für meine Antwort auf die Frage ist dabei vor allem die zweite Frage entscheidend: Was haben die USA denn faktisch davon, Grönland zu besitzen? Ich würde sagen, wenn man den Status Quo betrachtet, relativ wenig.
Unabhängig davon, wie wichtig Grönland strategisch und wirtschaftlich tatsächlich ist - und ich bin da tendenziell bei Nightwatch, dass das eher überbwertet ist - ist es halt einfach die Tatsache, dass die USA unter den bestehenden Verträgen bereits fast alle Möglichkeiten haben, diese strategischen und wirtschaftlichen Effekte zu nutzen:
Strategisch: Die USA haben vertraglich quasi unbegrenzte Rechte, Truppen und Anlagen auf Grönland zu stationieren, mit Ausnahme von Nuklearwaffen. Wenn es also um Frühwarnsysteme, Golden Dome, die Möglichkeit zur Kontrolle der Nordwestpassage etc. geht, bringt ein Staat Grönland den USA im Vergleich zum aktuellen Status sehr wenig (namentlich die Möglichkeit, da Nuklearwaffen hinzustellen und potentiell das Recht, Küstenwachaufgaben in der zwölf-Meilen-Zone zu machen).
Wirtschaftlich: Die wirtschaftliche Erschließung der Resourcen von Grönland wird im Kapitalismus so oder so im Wesentlichen von Privatfirmen gemacht. Dänemark ist ebenfalls ein kapitalistisches Land, das die entsprechenden Welthandelsregeln akzeptiert. Entsprechend haben US-Firmen sowieso bereits quasi vollen Marktzugang. Der Hauptgrund, warum sie nicht investieren, ist, dass es derzeit noch unwirtschaftlich ist.
D.h. wirtschaftlich kriegen die USA durch die Übernahme Grönlands im Zweifelsfalle hauptsächlich die Steuereinnahmen, die durch die Ausbeutung entstehen, müssten umgekehrt aber auch das Sozialsystem und die Infrastruktur der Insel finanzieren. Zumindest für Dänemark ist das seit langer Zeit ein Zuschussgeschäft. Mag sich in Zukunft ändern, ist aber definitiv für eine Wirtschaft mit der Größe der USA am Ende keine relevante Größe.
Entsprechend bietet der Besitz Grönlands durch die USA unter rationalen Gesichtspunkten für die USA einen nur geringen Mehrwert gegenüber dem aktuellen Arrangement oder dem Modell eines unabhängigen Grönlands innerhalb der NATO.
Dagegen steht dann der Wert des Fortbestandes der NATO, welche den drittgrößten Wirtschaftsraum der Erde eng an die USA bindet, den USA in den Partnernationen massive Rechte einräumt, Basen aufzubauen (z.B. Ramstein), diese Nationen veranlasst, die USA militärisch bei ihren Unternehmungen zu begleiten (siehe Artikel 5 und Afghanistan) und im Allgemeinen einer der Grundpfeiler der globalen macht der USA bildet.
Wie gesagt, meiner Einschätzung nach ist die Frage deutlih zu beantworten.
"Bringt der Fortbestand der NATO den USA mehr als der Besitz von Grönland?" - Dazu müssen wir uns natürlich anschauen, was der Fortbestand der NATO und der Besitz von Grönland den USA jeweils bringen.
Zumindest für meine Antwort auf die Frage ist dabei vor allem die zweite Frage entscheidend: Was haben die USA denn faktisch davon, Grönland zu besitzen? Ich würde sagen, wenn man den Status Quo betrachtet, relativ wenig.
Unabhängig davon, wie wichtig Grönland strategisch und wirtschaftlich tatsächlich ist - und ich bin da tendenziell bei Nightwatch, dass das eher überbwertet ist - ist es halt einfach die Tatsache, dass die USA unter den bestehenden Verträgen bereits fast alle Möglichkeiten haben, diese strategischen und wirtschaftlichen Effekte zu nutzen:
Strategisch: Die USA haben vertraglich quasi unbegrenzte Rechte, Truppen und Anlagen auf Grönland zu stationieren, mit Ausnahme von Nuklearwaffen. Wenn es also um Frühwarnsysteme, Golden Dome, die Möglichkeit zur Kontrolle der Nordwestpassage etc. geht, bringt ein Staat Grönland den USA im Vergleich zum aktuellen Status sehr wenig (namentlich die Möglichkeit, da Nuklearwaffen hinzustellen und potentiell das Recht, Küstenwachaufgaben in der zwölf-Meilen-Zone zu machen).
Wirtschaftlich: Die wirtschaftliche Erschließung der Resourcen von Grönland wird im Kapitalismus so oder so im Wesentlichen von Privatfirmen gemacht. Dänemark ist ebenfalls ein kapitalistisches Land, das die entsprechenden Welthandelsregeln akzeptiert. Entsprechend haben US-Firmen sowieso bereits quasi vollen Marktzugang. Der Hauptgrund, warum sie nicht investieren, ist, dass es derzeit noch unwirtschaftlich ist.
D.h. wirtschaftlich kriegen die USA durch die Übernahme Grönlands im Zweifelsfalle hauptsächlich die Steuereinnahmen, die durch die Ausbeutung entstehen, müssten umgekehrt aber auch das Sozialsystem und die Infrastruktur der Insel finanzieren. Zumindest für Dänemark ist das seit langer Zeit ein Zuschussgeschäft. Mag sich in Zukunft ändern, ist aber definitiv für eine Wirtschaft mit der Größe der USA am Ende keine relevante Größe.
Entsprechend bietet der Besitz Grönlands durch die USA unter rationalen Gesichtspunkten für die USA einen nur geringen Mehrwert gegenüber dem aktuellen Arrangement oder dem Modell eines unabhängigen Grönlands innerhalb der NATO.
Dagegen steht dann der Wert des Fortbestandes der NATO, welche den drittgrößten Wirtschaftsraum der Erde eng an die USA bindet, den USA in den Partnernationen massive Rechte einräumt, Basen aufzubauen (z.B. Ramstein), diese Nationen veranlasst, die USA militärisch bei ihren Unternehmungen zu begleiten (siehe Artikel 5 und Afghanistan) und im Allgemeinen einer der Grundpfeiler der globalen macht der USA bildet.
Wie gesagt, meiner Einschätzung nach ist die Frage deutlih zu beantworten.
