16.01.2026, 21:24
@Tiger

Das ist nicht böse gemeint, denn es ist eine Frage, die ich mir schon öfters im Stillen gestellt habe. Nun nicht spezifisch nur auf die deutschen Kolonien bezogen, sondern eher auf den Kolonialismus allgemein.
Nun, machen wir uns nichts vor. Einerseits: Es gab entsetzliche Ausbeutungen (man denke an Belgisch-Kongo) und fürchterliche Exzesse (man denke ebenso an Belgisch-Kongo oder auch an die oft bemühten Hereros, wobei die Opferzahlen übrigens beim Niederschlagen des Maji-Maji-Aufstandes in Deutsch-Ostafrika deutlich höher lagen). Man könnte noch viele Bsp. anführen, etwa die Eroberung Algeriens nach 1830, die Niederschlagung des großen indischen Aufstandes durch die Briten, die Vernichtung der Tscherkessen durch die Russen im Kaukasus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts oder die Befriedung der Philippinen durch die USA nach 1898. Es wurde gemordet und gemeuchelt und hingerichtet. Es waren brutale Eroberungs- und Befriedungszüge der Europäer, zweifelsohne - so wie es solche jedoch aber immer schon gab.
Aber andererseits entstanden zugleich nicht nur Schädelstätten im mörderischen Sinne, sondern auch Bahnlinien, Häfen, Krankenhäuser, Schulen, Bildung und Kultur - und wurden, zugegebenermaßen notfalls mit Feuer und Schwert, Kannibalen-Stämme und äußerst grausame Kulte vernichtet. War also alles so negativ? Und war der Einfluss der Europäer wirklich so massiv negativ, wie er heutzutage dargestellt wird?
Ketzerische Fragen...
Schneemann
Zitat:Unvoreingenommen frage ich mal, ob nicht die Afrikaner die wirklichen Gewinner der Kolonien waren.Ich sehe das eben erst (und komme auch diese Woche eben erst wieder mal zum gezielteren Hineinschauen) und muss sagen, dass das natürlich geradezu eine ketzerische Frage ist.

Das ist nicht böse gemeint, denn es ist eine Frage, die ich mir schon öfters im Stillen gestellt habe. Nun nicht spezifisch nur auf die deutschen Kolonien bezogen, sondern eher auf den Kolonialismus allgemein.
Nun, machen wir uns nichts vor. Einerseits: Es gab entsetzliche Ausbeutungen (man denke an Belgisch-Kongo) und fürchterliche Exzesse (man denke ebenso an Belgisch-Kongo oder auch an die oft bemühten Hereros, wobei die Opferzahlen übrigens beim Niederschlagen des Maji-Maji-Aufstandes in Deutsch-Ostafrika deutlich höher lagen). Man könnte noch viele Bsp. anführen, etwa die Eroberung Algeriens nach 1830, die Niederschlagung des großen indischen Aufstandes durch die Briten, die Vernichtung der Tscherkessen durch die Russen im Kaukasus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts oder die Befriedung der Philippinen durch die USA nach 1898. Es wurde gemordet und gemeuchelt und hingerichtet. Es waren brutale Eroberungs- und Befriedungszüge der Europäer, zweifelsohne - so wie es solche jedoch aber immer schon gab.
Aber andererseits entstanden zugleich nicht nur Schädelstätten im mörderischen Sinne, sondern auch Bahnlinien, Häfen, Krankenhäuser, Schulen, Bildung und Kultur - und wurden, zugegebenermaßen notfalls mit Feuer und Schwert, Kannibalen-Stämme und äußerst grausame Kulte vernichtet. War also alles so negativ? Und war der Einfluss der Europäer wirklich so massiv negativ, wie er heutzutage dargestellt wird?
Ketzerische Fragen...
Schneemann
