Dollar als weltweite Leitwährung?
(Gestern, 10:25)Nightwatch schrieb: Für das Protokoll: Powells Amtszeit Ende komme was wolle sm 15. Mai 2026 und Trump wird als US Präsident den Nachfolger bestimmen....
und deshalb hat das Handelsblatt zurecht ein Interview mit Joseph E. Stiglitz abgedruckt:
Zitat:„Es hätte längst einen großen Crash geben müssen“
Der Ökonomie-Nobelpreisträger glaubt, dass die Finanzmärkte die Risiken der Trump-Revolution völlig unterschätzen – und sieht eine postamerikanische Weltwirtschaft heraufziehen.

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Die US-Intervention fügt der Weltwirtschaft eine völlig neue Ebene der Unsicherheit hinzu. Wenn Trump es auf die Spitze treibt, werden wir auf eine postamerikanische Weltwirtschaft zusteuern. Welche weiteren Interventionen werden folgen? Gibt es eine neue Weltordnung beziehungsweise Weltunordnung, ohne Völkerrecht, in der nur noch das Recht des Stärkeren gilt? ...

Der letzte verlinkte Artikel (Interview) steht hinter einer Paywall, daher hier eine Ergänzung
Zitat: Nobelpreisträger rechnet mit Trumps Wirtschaftspolitik ab
Aktualisiert am 15.01.2026, 21:29 Uhr

Ökonomie-Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz übt scharfe Kritik an Donald Trumps Wirtschaftspolitik. Das aktuelle US-Wachstum sei nur einem Glücksfall zu verdanken – während die Finanzmärkte massive Risiken übersehen würden.

Der renommierte Ökonom und Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz schlägt Alarm: Die US-Wirtschaft unter Donald Trump steuere auf ernste Probleme zu. Das derzeit robuste Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten könne man Stiglitz zufolge nicht dem Wirken von Trump zurechnen. "Das Wachstum kommt ganz klar trotz der Politik des Präsidenten zustande", erklärt der Ökonom.

Trump habe "schlicht Glück", während des überraschenden Booms rund um Künstliche Intelligenz im Amt zu sein. Der Aufschwung in den USA beschränke sich laut Stiglitz "auf eine Handvoll Technologiegiganten". Dabei deute vieles auf eine "gigantische KI-Blase hin."
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Experte warnt vor postamerikanischen Weltwirtschaft
Eine dieser Schwächen sei der Arbeitsmarkt. Auf diesem entstünden kaum neue Stellen. "Zeitweise hat die Wirtschaft sogar mehr Stellen abgebaut als neue geschaffen." Zwar liege die Arbeitslosigkeit in den USA auf einem sehr niedrigen Niveau, aber "Stellenwachstum gibt es fast ausschließlich in der Gesundheitsbranche." Wenn nur noch der Wirtschaftszweig wachse, der sich mit kranken Menschen befasse, sei das keine gesunde Ökonomie, so der Nobelpreisträger.

Die Ursache für diese Entwicklung sieht Stiglitz in Trumps Politik. Die Zollpolitik des Präsidenten sorge etwa für die Verunsicherung von Investoren und Unternehmen. Produzenten wüssten nicht mehr, wie sie kalkulieren sollten, weil sich die Kosten für Rohstoffe wie Stahl oder Kupfer durch ständig wechselnde Strafzölle unvorhersagbar entwickelten.

Zudem habe der völkerrechtswidrige Angriff der USA auf Venezuela der "Weltwirtschaft eine völlig neue Ebene der Unsicherheit" hinzugefügt. ...

"Wenn Trump es auf die Spitze treibt, werden wir auf eine postamerikanische Weltwirtschaft zusteuern." Stiglitz zufolge habe die US-Regierung "die Rechtsstaatlichkeit innerhalb der USA mit Füßen getreten." Nun tue sie dies auch weltweit. "Rechtsstaatlichkeit ist für das reibungslose Funktionieren einer Wirtschaft aber unerlässlich."

Stiglitz: Trumps Politik schürt Angst - und drückt damit die Nachfrage
Das sei auch auf Seiten der Verbraucher zu spüren. In Anspielung auf Trumps radikale Anti-Migrationspolitik sagte Stiglitz: "In Städten wie New York, in denen viele Einwanderer leben, ist die Situation besonders schlimm. Menschen haben Angst, ihre Wohnung zu verlassen, zur Arbeit zu gehen oder ihre Kinder zur Schule zu bringen." ...

Dazu komme: "Der Wettbewerbsvorteil der US-Wirtschaft basierte immer schon auf technologischer Entwicklung. Die Grundlage dafür wiederum ist die Forschungsfreiheit und überhaupt die Qualität der amerikanischen Universitäten."

Unter Trump sei die Freiheit der Wissenschaft allerdings bedroht. Trump drohe Universitäten damit, ihnen Mittel zu entziehen, "wenn sie sich seinen Forderungen nicht beugen". Damit füge der Präsident der Wirtschaft "langfristig immensen Schaden zu".

"Es hätte eigentlich längst einen Crash geben müssen"
Verwundert zeigt sich der Nobelpreisträger über die anhaltend hohen Bewertungen von US-Unternehmen an den Finanzmärkten. "Das ist das große Rätsel. Es hätte eigentlich längst einen großen Crash geben müssen", konstatiert Stiglitz.
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Langfristig riskiere Trump mit seiner Politik die hegemoniale Vormachtstellung Amerikas, prognostiziert der Nobelpreisträger. "Am Ende stellt sich für die Handelspartner die Frage, ob sie sich freiwillig den Launen eines verrückten Königs ausliefern sollen oder ob sie sich zur Wehr setzen." Schließlich seien auch die USA abhängig davon, mit anderen Ländern Handel betreiben zu können.

Doch im Moment scheine es so, "als sei die westliche Führungsmacht und die übrige Welt den Launen eines außer Kontrolle geratenen Präsidenten ausgeliefert." (bearbeitet von thp)
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