Gestern, 19:55
Ich bin im September 1990 Soldat in der NVA geworden. Im Oktober habe ich die Uniform und das Land gewechselt. Bis auf die Lehrgänge, ein halbes Jahr Ausbildungsunterstützung in Munster und 1999/2000 Kosovo, war ich immer im Osten. Es gab Lehrgänge, da wurde ich gefragt, ob ich wirklich ein Ostdeutscher wäre. Ich mußte mich leistungsmäßig, wie viele meiner Kameraden aus dem Bataillon, nicht verstecken. Im Vergleich mit einigen Kameraden aus dem Westen war unsere Schul- und Berufsausbildung gar nicht so schlecht. Ich war gerne Soldat und habe das auch vorgelebt. Dass ich nicht von der dann grassierenden Arbeitslosigkeit betroffen war, habe ich gerne mitgenommen. Die Drogen kamen ins Bataillon, als wir Soldaten aus Westberlin und aus der Lüneburger Heide bekommen haben. Wir haben gesoffen. Rechte Umtriebe unter den Soldaten hatten wir schon vorher. Schönen Gruß an Halle-Neustadt und KW. Ich habe Kameraden aus allen Himmelsrichtungen kennengelernt, die aus Interesse oder Überzeugung zum Bund gegangen sind und welche, denen es ums Geld ging. Kann sich noch jemand an die Filmchen aus Schneeberg erinnern, die, wenn ich mich recht erinnere, 1995 gedreht wurden und 1997 in die Öffentlichkeit gelangten? Da wurden einige Kameraden von ihren Posten abgelöst. Wenn nur die Hälfte der Vorwürfe stimmt, hoffe ich, dass da zwischengehauen wird. So einen Scheiß braucht die Bundeswehr nicht. Hart ausbilden kann man auch ohne diesen ganzen rechten Kram.
