08.01.2026, 06:44
@Mitleser
Hinzu kommt, auch wenn Trump erkennbar ein Narzissmus-Problem hat (da ist er unter Politikern aber durchaus nicht der einzige), dass ich zugleich b) etwas vorsichtig wäre, wenn ihm seitens "namhafter" Psychologen irgendwelche spezifischen pathologischen Züge unterstellt werden. Einerseits sind, wenn man die Wissenschaft in ihrer Bandbreite Revue passieren lässt, durchaus viele Wissenschaftler in der Tendenz eher progressiv bis liberal eingestellt - sie dürften also eher in Gegnerschaft zu Trump stehen und deswegen kaum ein gutes Haar an ihm lassen. Und es gab andererseits bekanntlich auch Psychologen (und namhafte Kulturschaffende) - dies bzgl. des Themas einer korrekten psychologischen Einschätzung bzw. von Fehlklassifikationen -, die kein Problem darin sahen, dass man Jack Unterweger wieder freilässt, weil ja angeblich keine Gefahr mehr von ihm ausgeht.
Insofern: Trump ist für seinen Job im Grunde nicht geeignet, und er ist fürchterlich nervtötend, er lügt sich manches hanebüchen schön und er hat einen Hang zum Narzissmus. Da gibt es aber eben viele Politiker auf die das zutrifft, auch bei uns. Zugleich jedoch ist er nicht alleine die US-Regierung und stellt auch nicht alleine die Bandbreite der US-Politik - aber er ist halt eben da. Und wir werden ihn deswegen vermutlich noch seine ganze Amtszeit ertragen und uns mit der oftmals surrealen Theatralik auseinandersetzen müssen. Auch das gehört zur Demokratie. Hier nun aber irgendwelche hysterischen Prognosen oder gar Diagnosen abzugeben, zumal wenn als "Beleg" dann ein seltsamer Twitter-Erguss an den anderen angehangen wird, ergibt für mich keinen Sinn.
Schneemann
Zitat:Eine solche Vernunftslösung dürfte so ziemlich das letzte sein, was die Gegenseite anstrebt. Du unterstellst Rationalität. Dabei beruht vieles auf Impulshandlungen. Namhafte Psychologen attestieren malignen Narzissmus in Endstufe. Weißt Du, was das bedeutet? Es ist eine schwere, unheilbare psychologische Störung, die immerfort Rache, Demütigung, maximalen Gewinn sucht. Boren, stieren, bis man die Gegenseite zumindest erkennbar übers Ohr gehauen hat.Das Problem hierbei ist doch auch, dass wir uns gezielt jene Statements heraussuchen - wie muck es ja auch machte -, die uns in unserer Wahrnehmung bestärken, dass wir es nicht mit vernünftigen Personen zu tun hätten. Und dabei dominiert vordergründig immer Trump mit seinen zweitklassigen Verbalinjurien, die sich vorzugsweise auch an seine MAGA-Community richten, wobei wir zugleich auch wissen, dass er a) keineswegs alleine die US-Administration darstellt und er genügend, zumindest stillschweigend, auch Gegner in seinen eigenen Reihen hat (von den Demokraten ganz zu schweigen). Ich fand es bspw. schon interessant, dass kürzlich ausgerechnet seine Stabschefin Susie Wiles Trump attestierte, er verhalte sich manchmal erratisch wie ein Alkoholiker, und dass sie seinem Vize Vance einen Hang zu Verschwörungstheorien unterstellte. D. h. da schwingt durchaus viel kritische Rationalität mit.
Hinzu kommt, auch wenn Trump erkennbar ein Narzissmus-Problem hat (da ist er unter Politikern aber durchaus nicht der einzige), dass ich zugleich b) etwas vorsichtig wäre, wenn ihm seitens "namhafter" Psychologen irgendwelche spezifischen pathologischen Züge unterstellt werden. Einerseits sind, wenn man die Wissenschaft in ihrer Bandbreite Revue passieren lässt, durchaus viele Wissenschaftler in der Tendenz eher progressiv bis liberal eingestellt - sie dürften also eher in Gegnerschaft zu Trump stehen und deswegen kaum ein gutes Haar an ihm lassen. Und es gab andererseits bekanntlich auch Psychologen (und namhafte Kulturschaffende) - dies bzgl. des Themas einer korrekten psychologischen Einschätzung bzw. von Fehlklassifikationen -, die kein Problem darin sahen, dass man Jack Unterweger wieder freilässt, weil ja angeblich keine Gefahr mehr von ihm ausgeht.
Insofern: Trump ist für seinen Job im Grunde nicht geeignet, und er ist fürchterlich nervtötend, er lügt sich manches hanebüchen schön und er hat einen Hang zum Narzissmus. Da gibt es aber eben viele Politiker auf die das zutrifft, auch bei uns. Zugleich jedoch ist er nicht alleine die US-Regierung und stellt auch nicht alleine die Bandbreite der US-Politik - aber er ist halt eben da. Und wir werden ihn deswegen vermutlich noch seine ganze Amtszeit ertragen und uns mit der oftmals surrealen Theatralik auseinandersetzen müssen. Auch das gehört zur Demokratie. Hier nun aber irgendwelche hysterischen Prognosen oder gar Diagnosen abzugeben, zumal wenn als "Beleg" dann ein seltsamer Twitter-Erguss an den anderen angehangen wird, ergibt für mich keinen Sinn.
Schneemann
