07.01.2026, 00:08
(06.01.2026, 19:11)DopePopeUrban schrieb: ...unter der Aussage »Niemand wird wegen der Zukunft Grönlands militärisch gegen die USA kämpfen«
Aber das ist durchaus ein Interessantes Gedankenexperiment, dass ich mal generell hier in den Raum werfe.
Angenommen, man entscheidet sich dazu, eine europäische Militärpräsenz in Grönland aufzubauen und zu unterhalten, wie würde diese Aussehen?
Was wären eurer Meinung nach realistische Aufgabenprofile die ein solches Kontingent erbringen könnte und wie, wo und wann könnte man ein solches dazu befähigen?
Zitat:Seine Frau hat auf X vorgelegt und »BALD« geschrieben, jetzt legt Stephen Miller nach. Der Vizestabschef von Donald Trump erklärt im CNN-Interview, warum die USA Grönland offiziell »haben« wollen und bezeichnet Nato-Partner Dänemark als Kolonialstaat.ist das eine durchaus berechtigte Frage.
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Zunächst einmal:
Ich denke, es geht nicht darum, eine realistische Widerstandstruppe gegen die gesamten US-Streitkräfte aufzustellen.
Es kann nur darum gehen, zu demonstrieren, dass Europa (nicht nur Dänemark) bereit und auch in der Lage ist, Grönland zumindest für einige Wochen zu sichern - und zwar vor allem gegen eine behauptete Bedrohung aus Russland und China, die DT ja als Begründung für seine Phantasien dient.
Eine solche behauptete Bedrohung kann - sehen wir uns einmal die Geographie an - nicht über Land kommen, sondern allenfalls über die Luft (incl. Kampfflugzeuge und Luftlandetruppen) und über die See.
Diese potentielle Bedrohung gilt es, schon im Ansatz zu blockieren.
Zu beachten ist, dass Grönland nur wenige Plätze aufweist, die wirklich als Brückenköpfe für mögliche Invasionstruppen geeignet wären. Diese wenigen Plätze gilt es zu sichern und dort einen Einfall abzublocken.
Die EU ist mit potenten Seestreitkräften ausgestattet, die auch unter der Eisdecke der Arktis operieren können. Patrollierende U-Boote (SSNs) können die grönländische Hälfte der Arktis für einen potentiellen Angreifer zu einer schwer zu bewältigenden Region machen. Unmöglich ist nichts, aber das Risiko, dort und an der Lücke nach Norwegen patrollierende U-Booten der EU zu begegnen, sollte eine Infiltration selbst von kleinen Trupps (etwa für Wetterbeobachtungen) zu einem hohen Risikospiel machen.
Damit verbleibt eine Bedrohung "aus der Luft". Schließlich ist Sibirien faktisch die "Gegenküste" Nordgrönlands.
Hier würde ich die bestehenden Radaranlagen "europäisieren", starke Luftabwehr im Umfeld der wenigen Flugfelder stationieren (IRIS u.a.) und vor allem auf jedem dafür geegneten Flugfeld die Grundlage für die Stationierung von schwedischen Gripen-Flugzeugen schaffen, insbesondere auf der Hauptbasis (Thule) im Nordosten Grönlands. Kombiniert mit (ebenfalls schwedischen Saab 340AEW Erieye-Frühwarnflugzeugen) sollte eine ausreichende Frühwarnkapazität vorhanden sein, um den kritischen Bereich um Grönland zu sichern. Möglicherweise lassen sich - etwa im Zuge von Air Policing oder sogar der Ausbildung - auch (un)regelmäßig Staffeln anderer europäischer Partner für einen befristeten Einsatz in Grönland finden. Demonstrativ sollten diese Staffeln dann aber auch mit europäischen Flugzeugen, also insbesondere auch der Rafale oder dem Eurofighter, ausgerüstet sein.
Wenn man dann noch an Flugfeldern und Häfen (= potentiellen Brückenköpfen für Luftlandetruppen) jeweils Sicherungstruppen stationiert, die u.a. mit Patria XA-300 6x6 ausgerüstet sind, sollte eine Invasion Grönlands ausreichend "abgeschreckt" sein.
