Umfrage: Wohin wird Grönland künftig gehören?
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Wie bisher - zu Dänemark und damit zur EU
80.00%
12 80.00%
Grönland wird sich mehr nach Nordamerika orientieren
6.67%
1 6.67%
Grönland wird eine Position zwischen den Kontinenten einnehmen
13.33%
2 13.33%
Gesamt 15 Stimme(n) 100%
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Dänemark - Grönland
#50
Wie genau könnte nun das Playbook für eine Grönlandübernahme aussehen? Ich habe mir darüber Gedanken gemacht. Zwei generelle Annahnen dabei sind, dass die Trump-Administration 1.) unbedingt die volle Kontrolle über Grönland, zumindest aber dessen Ressourcen, erreichen will. Der vorläufige Kompromiss von 2025, wonach die USA auf der Thule Base nunmehr schalten und walten dürfen - ergo ausbauen -, wie sie wollen, und DK verschiedentlich seine Verteidigung stärkt - mehr Luftraumüberwachung, moderneres Headquarter in Nuuk, neues Untersee-Kommunikationskabel -, wäre für die USA demnach nur Zeitgewinn gewesen.

2.) Die USA dabei aber keine direkte Gewalt einsetzt (indem sie etwa das Arktisk Kommando der Dänen in Nuuk im Handstreich übernimmt und absetzt). Verrückt, dass man an sowas mittlerweile denkt. Gleichzeitig aber natürlich jede nur denkbare Art der Demütigung und Zermürbung DKs einsetzt. Wie zuletzt die Streichungen längst genehmigter Windkraftprojekte dänischer Firmen (Orsted/Vestas) vor der Küste der USA unter Verwendung fadenscheiniger Argumente.

Das Playbook sähe nun so aus, dass Trump seinen Sondergesandten Jeff Landry zu Sondierungsgesprächen über Direktinvestitionen nach Nuuk schicken würde. Dies beträfe die Rohstoffprojekte Tanbreez, Kuannersuit (seltene Erden, vorzugsweise Neodym/plus Uran in Kuannersuit) und Amitsoq (Grafit) und Citronen Fjord (Zink, Blei, Titan, Vanadium). Im Fall Tanbreez sind die USA über die Firma Critical Metals Corp, die dort Abbauverträge hat, eh schon indirekt vertreten, da Critical Metals vom Departement of War bezuschusst wird und es auch Abnahmeabsprachen gibt. Hier könnte man sich leicht auch einen direkten Einstieg der USA in die Firma noch vorstellen, ähnlich wie bei MP Materials oder Lithium Americas.

Landry könnte nun mit der grönländischen Regierung derartige Erschließungs- und Abbauverträge schließen, mit lukrativen Versprechen monetärer Beteiligung Grönlands. Im Fall der Uran-Lagerstätte Kuannersuit - einst von Grönland gestoppt wegen Umweltbedenken - würde der Abgesandte die Bedenken zerstreuen durch den Einsatz "modernster Technologien". Flankiert würde das Ganze durch das übliche Trumpsche Social-Media-Dauerfeuer (Bashing der "schrecklichen" dänischen Regierung, Rettung grönländischer Ressourcen vor den Fängen Chinas, AI-Video von Nuuk als Riviera des Nordens usw.).

Dänemark hätte nun zwei Möglichkeiten zu reagieren. Erstens: stille Hinnahme bzw. Pro-Forma-Anschließen durch kleinere Beteiligungen und somit zumindest Lieferungen kleinerer Mengen der Rohstoffe in die EU, gegen Bezahlung an US-Konzerne. Die USA hätten ihr Ziel somit bereits erreicht. Sollte wirklich die Sicherheit der Polarzone ein Anliegen sein, so könnte dies von der erweiterten Thule Base geschehen, etwa mit Langstreckendronen. Zweitens: Verbot der Investitionen durch DK wegen nationalen Sicherheitsbedenken. Einziger Hebel bei einem evtl. Widersetzen der grönländischen Regierung könnte (neben deren theoretischer Absetzung und Einsetzen eines Verwaltungsrates unter dänischer Kontrolle) die Kürzung der jährlichen 520 Mio. Euro Zuschüsse pro Jahr sein.

Letztlich wäre das aber ein Schritt, den die USA kontern könnten. Hier wäre das Vorgehen dann, nachdem sich die grönländische Regierung zunächst DK gebeugt hätte, die Grönländer zum Unabhängigkeitsreferendum zu bewegen, dabei 1 Mrd $ pro Jahr zu versprechen, und im Falle der Unabhängkeit ein Assozierungsabkommen zu schließen, wonach Außen- und Verteidigungspolitik nach Washington gingen. Die Direktinvestitionen könnten hernach selbstverständlich stattfinden und dem Arktisk Kommando würde - so es nicht freiwillig aus Nuuk verschwinden würde - der Strom abgedreht, während sich dort US-Firmen und -(Militär)Administration ausbreiten würden.
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