Vor 3 Stunden
(Vor 3 Stunden)DopePopeUrban schrieb: @DeltaR95
Ne, da hast du glaube ich eine falsche Vorstellung davon, was diese Begriffe bedeuten.
Um bspw korrektive Wartungsarbeiten an einer Software durchzuführen muss ich:
a) einen Fehler analysieren können
b) einen Fehler beheben, also einen Fix erstellen können (im Schreibsinne)
c) einen Fix testen können, bspw an einer Demo-Software und
d) einen Fix in das bestehende System implementieren können
Bei präventiven Wartungsarbeiten ist das Prinzip grundlegend gleich, aber meist simpler da Basiscode dort hauptsächlich zusammengefasst, „entschlackt“ oder bei Bedarf oberflächlich ergänzt wird.
Dafür brauchst du einen gewissen Grad von Systemeinsicht sowie Administrations- btw Schreibrechte in dem von dir verwendeten Produkt, mindestens bis zur ausführenden Systemebene, um einen lokalisierten Codezwilling zu erstellen um Fixes überhaupt testen und anschließend selbstständig einfügen zu können. Und das gilt nur für simple Systemfixe und Workarounds, korrektive Wartungsarbeiten an bspw Regressionsfehler gehen grundsätzlich gar nicht ohne zusätzliche Systemeinsicht in das Update, dass den Fehler verursacht hat sowie sämtliche beschädigten Systembereiche im eigenen Basisprodukt.
Danke für diese "Belehrung" - von den Punkten a) bis d) macht die Marine seit dem seeligen SATIR exakt "0". Alles davon wurde abgebaut und an die Industrie "outgesourct". Wenn du das wieder aufbauen willst mit AEGIS, viel Vergnügen. Schau dir einfach mal an, welche Organisation in der US Navy diese Punkte für AEGIS leistet - dann bricht dein Luftschloss sehr schnell zusammen.
Im Kontext der F127 wurde nirgends von offizieller Seite der Bundeswehr auch nur ansatzweise erwähnt, dass man diese Fähigkeiten wieder aufbauen will. Aktuell ist noch nicht mal verlautbart, ob man dies für das "Standard-CMS-330" der Deutschen Marine überhaupt möchte.
Ich wage zu behaupten, egal welches CMS der Deutschen Marine wir betrachten, die Bundeswehr wird nur "spezifizieren" und ggfs. noch mal das eine oder andere Log auswerten, aber programmiert in deiner Vorstellung wird da überhaupt nichts mehr durch Personal der Bundeswehr.
Zu deinen restlichen Aussagen erspare ich mir "korrektive Aussagen", weil du die gesamte Kette einfach nicht berücksichtigst. Ich mach' es zum Abschluss mal ganz bildlich: Sobald Lockheed Martin ein AEGIS Release für die Deutsche Marine auf einer Festplatte oder was auch immer an die Bundeswehr übergibt, sind die "raus". Die Bundeswehr installiert, betreibt und überwacht das komplett eigenständig im Betrieb an Bord und Lockheed Martin bekommt nur exakt das an Informationen zurück, was die Bundeswehr auch explizit zulässt.
Ein "German AEGIS" ist im Werk von Lockheed Martin egal wo auf der Welt erstmal das rein generische AEGIS mit ein paar Kundenanpassungen. Da sind keinerlei deutsche Datenbanken oder irgendetwas drin (Konditionierung, Parametrisierung, Instanziierung), was Lockheed Martin erlauben würde Rückschlüsse zu ziehen, wie das AEGIS an Bord einer F127 funktioniert und reagiert. Diese Daten werden in der Marine erst hinzugefügt und getestet. Wenn es dann beim Test an Land "knallt", bekommt Lockheed Martin ggf. einen Bugreport mit geschwärzten Daten, wenn man der Meinung ist, es liegt an der Software.
Ja, AEGIS hat z.B. einen generischen Planungsautomaten für AAW, den kennt Lockheed Martin natürlich, weil er aus ihrem Hause kommt. Aber die Parametersätze, die bestimmen wie der Automat sich auf der F127 verhält, kennt Lockheed Martin eben nicht und darauf kommt es an.
