(See) Next Generation Frigate F127 (F124 Nachfolger)
@DeltaR95
Zitat:Wenn die USA dir den "Stecker" auf diese Art und Weise ziehen, ist all das von dir angesprochene absolut nebensächlich. Wichtig ist, dass man das System F127 dann noch so lange betreiben kann - sprich ca. 5 Jahre - bis man sich der beschnittenen US-Komponenten entledigen kann.
Sofern man nicht direkt neue Schiffe bauen möchte, schließe ich mal daraus, dass du mit "entledigen" das reverse engineering der AWS Software meinst?
Wenn ja, dann ist das zumindest ein interessanter Ansatz, aber ob das realistisch ist?

Lockheed Martin ist ja nicht blöd, man wird genau wissen, dass viele Player eine Menge daran setzen würden, Zugang zu einer der AEGIS Baselines zu erhalten, diese auseinanderzunehmen und zu studieren. Für Staaten wie China wäre das gleichzusetzen mit dem Heiligen Gral.
Entsprechend wird die Software mit allerlei Safeguards ausgestattet sein, die Eingriffe und Duplizierungen ohne entspreche Freigaben verhindern dürften. Daran muss man erstmal vorbei, dann muss man das System erstmal verstehen, reproduzieren, dann gucken wie die entsprechende Beschneidung stattfand und dann einen eigenen workaround dafür entwickeln und testen.

Und das nicht nur mit der Software, mit n bisschen Pech muss man das mit der Hardware auch machen wenn die per "key" nur mit einer "ausgewiesen" Softwareversion arbeitet.

Geht das alles? Vielleicht, aber wir sollten uns hier keine Illusionen darüber machen, dass wir im Bereich der Softwareentwicklung alles andere als prädestiniert dafür sind, das zu tun.
Dazu geht dieser Fall davon aus, dass eine Beschneidung bzw Rekonstruktion in einem Zustand stattfindet, indem die F127 noch ohne zutun für eine Weile funktionstüchtig ist. Was passiert aber, wenn sies nicht ist, weil vielleicht eine der Komponenten Kompatibilitätsprobleme erlebt, für den die Software aktualisiert werden muss? Dann hilft vermutlich nur noch Beten.
Zitat:Fakt ist, die F127 kann egal ob mit oder ohne Support der USA oder von LM exakt so funktional weiterbetrieben werden, wie sie gebaut und gekauft wurde.
Wenn das ein Fakt wäre, müsste LM nicht am life cycle support des AWS bei FMS Kunden beteiligt werden.
Wir haben hier ja sogar eine Begründung von NAVSEA selber. Das ist eine offizielle Ausschreibung für diese Dienstleistungen die der Kunde selber nicht erbringen kann.
Zitat:Due to the complexity of the AWS lifetime support requirements described herein, a contractor must have intimate knowledge of all Aegis system requirements, weapon specifications, and equipment design. As the original developer of AWS capabilities for the aforementioned FMS customers, Lockheed Martin RMS is the only contractor with detailed knowledge of and experience with the AWS designs as configured aboard the FMS customer ship classes, as well as the integration of both Aegis Combat System (ACS) elements and FMS customer-specific systems with the AWS. Accordingly, the requirements described in this notice will be procured from Lockheed Martin RMS on a sole source basis under the authority of 10 U.S.C. 2304©(1).
https://sam.gov/opp/af88ef0e1b188f5686f2...a9827/view
Zitat:Aber auch diesem kann man einfach begegnen, nämlich indem man jetzt einfach konsequent parallel zur AEGIS F127 mit dem Projekt "europäischer MAD F128" beginnt und dort alle Entwicklungsanteile der F127 hin auslagert.
Man kann diesem einfach begegnen, indem man einfach keine F127 auf AEGIS-Basis beschafft.
Es ist keineswegs so, als seien wir auf AEGIS angewiesen. Kein bisschen.
Zitat:Es wird dich schockieren, aber keinen, wirklich keinen auf der politischen Ebene interessiert bei den von dir genannten Punkten der Weiterbetrieb einer F127.
Die Politik interessiert sich grundsätzlich nicht für Rüstungsprojekte solange es ihre Wähler nicht tun.
Den Wähler interessiert es hingegen schon, besonders im aktuellen Zeitgeschehen.
Und du wirst überrascht sein, wie schnell die Politik ihre Meinung ändert, wenn der Wähler anfängt zu meckern. Zumal man sich mit den Kosten auch noch das ungünstigste Projekt für solche Experimente ausgesucht hat.

"20 Milliarden für Blackbox-Fregatten"? Wenn das die BILD rausfindet, möchte ich definitiv nicht in der Haut des BMVg stecken. Angel
----------

@roomsim
Zitat:Des weiteren wenn die Amis Anfangen würden Software zu beschneiden, wären wir auch nicht mehr an die Vertragliche Wahrung der Black Boxen gebunden. Das heißt die Marine würde sich Zugang verschaffen können und selber Updates machen können, sowie AEGIS Rückentwicklung können.
Das wäre ein Albtraum auf mehreren Ebenen für die Amis, da dann sämtliche ITAR Black Boxen fair Game wären, für jede Nation(so Nachrichten verbreiten sich sehr schnell, selbst wenn es nicht öffentlich gemacht werden), die diese Besitzt, und die Amis dadurch sehr viel technische Geheimnisse verlieren würden.
Du triffst den Nagel auf den Kopf, weshalb ich auch nicht davon ausgehen, dass wir auf der technischen Seite dazu überhaupt in der Lage sein werden. Du glaubst doch nicht im Ernst, dass die Vereinigten Staaten einfach so ihren maritimen Magnum Opus in alle Welt verkaufen, einzig auf Basis von "Wir versprechen, dass wir den Inhalt nicht klonen und weitergeben"?
Dahingehend siehe meine Antwort an @DeltaR95
Zitat:Ganz Abgesehen vom Vertrauens-, Gesichts- und Exportmöglichkeitsverlust der damit einhergeht.
Wer sagt denn, dass die Welt davon erfahren muss, wenn eine Androhung geschieht?
Oder, dass es dafür nicht bereits Absicherungen in Form von Vertragsklauseln gibt, die entsprechend regeln, was davon an die Öffentlichkeit darf und was nicht?
----------

@Broensen
Zitat:Ich halte die Existenz solcher Beschränkungsmöglichkeiten sogar für gerechtfertigt und zwingend geboten, wenn man derartige Hochwert-Rüstungs-Technologien an Akteure außerhalb eines absolut gefestigten Bündnisses exportiert. Das sollten wir auch haben, wenn wir außerhalb der EU Waffen liefern.
Das alleine ist ja auch nichts wirklich ungewöhnliches. Von vielen Produkten gibt es verschiedene Versionen für den nationalen gebrauch und für den Export, die offensichtlich verschiedene aufgebaut und funktionstüchtig sein werden.

Ungewöhnlich ist hier eher, dass LM dauerhaft "Kontakt" zu diesem Produkt halten muss um selbst den grundsätzlichen Betrieb zu sichern. Womit entsprechende Anpassungen auch nach der eigentlichen Beschaffung durchgeführt werden können. Zusätzlich zu dem weitgehend fehlenden Technologietransfer des Produkts. Das ist bei den meisten Produkten so nicht der Fall
Zitat:Dass solche Beschränkungen auch innerhalb der NATO bestehen, sollte für uns dann aber eben zur Konsequenz haben, dass wir solche Systeme weitestgehend meiden. Das würde natürlich auch dann gelten, wenn uns die Franzosen ähnlich eingeschränkte Technik anbieten. Das lässt sich aber eben innereuropäisch über die multinationalen Konzerne sehr viel besser vermeiden.
Genau dieser Auffassung bin ich auch, daher auch meine Kritik bspw gegenüber FCAS obwohl das Projekt europäisch ist.
----------

@alphall31
Zitat:Warum sollte das hier nicht geschehen.
Oh meine Vermutung geht ganz klar in diese Richtung aber ich möchte das nicht als Fakt hinstellen, weil ich diese Richtung noch nie geforscht und entsprechend keine Anhaltspunkte hab.
Zitieren


Nachrichten in diesem Thema
RE: Next Generation Frigate F127 (F124 Nachfolger) - von DopePopeUrban - Gestern, 19:23
RE: Fregatte Klasse F 125 - von Milspec_1967 - 25.10.2024, 00:21
RE: Bundeswehr – quo vadis? - von Tarond - 28.02.2022, 21:04
RE: Bundeswehr – quo vadis? - von Helios - 28.02.2022, 21:31
RE: Bundeswehr – quo vadis? - von Pmichael - 28.02.2022, 21:41
RE: Bundeswehr – quo vadis? - von Tarond - 28.02.2022, 22:14
RE: Bundeswehr – quo vadis? - von Broensen - 28.02.2022, 23:24
RE: Bundeswehr – quo vadis? - von ede144 - 28.02.2022, 23:26
RE: Bundeswehr – quo vadis? - von Pmichael - 28.02.2022, 23:53
RE: Bundeswehr – quo vadis? - von Tarond - 28.02.2022, 23:56
RE: Bundeswehr – quo vadis? - von Pmichael - 28.02.2022, 23:59
RE: Bundeswehr – quo vadis? - von Helios - 01.03.2022, 07:51
RE: Bundeswehr – quo vadis? - von Pmichael - 01.03.2022, 12:33
RE: Bundeswehr – quo vadis? - von ede144 - 01.03.2022, 12:38
RE: Bundeswehr – quo vadis? - von Pmichael - 01.03.2022, 12:44
RE: Bundeswehr – quo vadis? - von Helios - 01.03.2022, 13:03
RE: Bundeswehr – quo vadis? - von Pmichael - 01.03.2022, 13:21
RE: Fregatte Klasse F 125 - von iRUMO - 14.07.2022, 21:51
RE: Fregatte Klasse F 125 - von Mike112 - 21.07.2022, 11:13
RE: Fregatte Klasse F 125 - von Broensen - 14.07.2022, 23:21
RE: Fregatte Klasse F 125 - von ede144 - 25.10.2024, 13:01

Gehe zu: