27.12.2025, 19:15
(27.12.2025, 18:57)Broensen schrieb: HARM sucht Radar. Warum sollte die "Überwasser-Kommunikationseinheit" eines XLUUVs Radar verwenden? Das ergibt für mich nur dann Sinn, wenn es bspw. in einen Hafen navigieren muss, um ein detailliertes Überwasserlagebild zu erhalten, dafür käme ein Nächstbereichsradar in Frage. Also wenn überhaupt, dann wäre das ortbare Radar auf der anderen Seite aktiv, sprich bei MPA oder UAV, um die Peilung für eine gerichtete Kommunikation zu finden.
Eine HARM wirkt gegen jede Art von elektromagnetischer Strahlung, nicht nur gegen Radar.
Sprich auch ein Funksender kann - wenn der Suchkopf feinfühlig genug ist und nahe genug an das Ziel geführt wird - eine HARM anziehen.(27.12.2025, 18:57)Broensen schrieb: Evtl. könnte dafür sogar die Einwegboje ein Mittel sein. Bei Kontakt setzt ein XLUUV eine Boje ab, die einmalig Informationen übermittelt. Dann kann der Verbund darauf reagieren und bspw. ein zweites XLUUV auf den Kontakt ansetzen, um diese Doppelung für Kommunikation/Verfolgung temporär zu ermöglichen oder aus der Luft gezielt ein Sonarbojenfeld legen und überwachen, bis man einen Hubschrauber vor Ort hat. Es können auch mehrere Bojen an Bord sein, so dass z.B. erkannte Kursänderungen des Kontaktes übermittelt werden können. Das ist natürlich eine Methode, die schnell an ihre Grenzen kommt, deshalb würde ich sie auch nur für diesen Fall einsetzen, die autonome Verfolgung eines Kontaktes, und nicht als reguläres Führungs- und Lagebildmittel.
Klar, man kann die Update Rate oder Reporting Rate reduzieren, aber auch so eine Boje muss eine gewisse Größe haben, damit die ihre Daten los wird. Geh' mal von der Größe einer A-Size Sonarboje aus.
Der Hauptvorteil der UUV war und ist, dass sie sehr klein und schwer zu finden sind. Wenn ein XLUUV immer weiter wächst, kann es auch mit den gegen "konventionellen" U-Booten wirksamen Mitteln gefunden und bekämpft werden.
Ein XLUUV wird locker einen mittleren zweistelligen Millionen Euro Betrag kosten. Verdammt teuer, wenn es hinterher von einem Long Range ASROC ausgeschaltet wird.
Wenn du Area ASW hinter deinem Screen betreiben willst, könnte auch ein Gegner auf die Idee kommen, dort (XL)UUV einzusetzen und dann deine (XL)UUV aus der Ferne mittels ASROC auszuschalten. Die Inder haben mit SMART bereits etwas in der 600 km Klasse im Portfolio.
So oder so, das Thema UUV wird mit zunehmender Größe immer komplexer

(27.12.2025, 18:57)Broensen schrieb: An der Stelle die ernstgemeinte Frage: Was sind die Nachteile der Nutzung von Satelliten gegenüber der Kommunikation über Relais per Funk, Laser o.ä.? Dass ein Teil des UUV immer über Wasser sein muss, gilt ja eigentlich für all diese Verfahren. Abhörbarkeit? Störresistenz? Ortung?
Eigentlich ist die auf Satelliten gestützte Kommunikation im Vorteil. Wenn man eine Richtschüssel verwendet, ist der Beam sehr schmal und schwer aufzuklären, weil nur sehr wenig über die Seitenkeulen verloren geht. Nachteil ist, das XLUUV muss nach jedem Auftauchen erstmal wieder die Satelliten finden. Aber auch so eine Kommunikation kann der Gegner stören.
VHF/UHF fällt als LOS auf See ohne Relay sowieso flach und HF ist nicht sehr kompakt in der Bauform.
