27.12.2025, 18:57
(27.12.2025, 17:47)DeltaR95 schrieb: Das ideale Wirkmittel gegen so ein XLUUV wäre ein HARM Flugkörper. Diesen kann man nur mit Radar erfassen, sprich deine XLUUV könnten nur dort auftauchen, wo du auch eine entsprechende Radarabdeckung sicherstellen kannst.HARM sucht Radar. Warum sollte die "Überwasser-Kommunikationseinheit" eines XLUUVs Radar verwenden? Das ergibt für mich nur dann Sinn, wenn es bspw. in einen Hafen navigieren muss, um ein detailliertes Überwasserlagebild zu erhalten, dafür käme ein Nächstbereichsradar in Frage. Also wenn überhaupt, dann wäre das ortbare Radar auf der anderen Seite aktiv, sprich bei MPA oder UAV, um die Peilung für eine gerichtete Kommunikation zu finden. Das wird aber unabhängig von diesen XLUUV ohnehin gelöst werden müssen, um MPA und UAV im ASW-Verbund einsetzen zu können. Außerdem ließe sich das auch über eine Kombination mit Satellitenkommunikation lösen, indem das XLUUV seine Position per Satellit feststellt und übermittelt, woraufhin diese den fliegenden Relais mitgeteilt wird.
An der Stelle die ernstgemeinte Frage: Was sind die Nachteile der Nutzung von Satelliten gegenüber der Kommunikation über Relais per Funk, Laser o.ä.? Dass ein Teil des UUV immer über Wasser sein muss, gilt ja eigentlich für all diese Verfahren. Abhörbarkeit? Störresistenz? Ortung?
Zitat:TKMS und Atlas haben ja selbst im Internet öffentlich gezeigt, über welche Staffelung die bei MEKO S-X sprechen, effektiv 10 bis 20 nm vor dem Screen des Verbandes.Die Planungen für MEKO S-X gehen aber vom Verbands-ASW aus, nicht vom Area-ASW. (Was logisch ist, da die potentiellen Kunden das ja auch noch tun.) Ich gehe jedoch von Area-ASW aus, das hinter und unter einem "Screen" stattfindet. Im Kriegsfall sollten russische Überwasser- und Luftstreitkräfte nur zwischen Grönland und Norwegen hindurch ins Nordmeer gelangen können, was wir oberhalb der Wasseroberfläche definitiv unterbinden müssen. Dafür muss die Überwasserflotte in etwa in Höhe Spitzbergen abriegeln.
Unter der Oberfläche können wir das halt nur sehr bedingt erreichen, daher überhaupt die Erfordernis von Area-ASW im Nordmeer. Wo diese mit unbemannten Sensorträgern stattfinden kann, ist eine Bedrohung aus der Luft weitestgehend auszuschließen und eine durch Überwassereinheiten besteht lediglich seitens irregulär agierender Schiffe. Daher ist die Gefahr für ein XLUUV, das nur für kurze Zeiträume eine kleine Sende- und Empfangseinheit aus dem Wasser strecken muss, vergleichsweise gering, durch Radar aufgeklärt und bekämpft zu werden. Natürlich nicht null, aber das erreicht man ja nie. Weitreichende Flugkörper kann man nur schwer unterbinden, aber die brauchen auch eine aufklärende Komponente. Das kann zwar integriert sein, aber dann brauchen sie entweder vorab zumindest eine grobe Zielpeilung oder müssen in der Art von Loitering Munitions ausgelegt sein, die man wiederum einigermaßen abwehren kann. Es ist halt die Aufgabe der fliegenden Abteilung dieses Verbunds, derartige Bedrohungen fern zu halten, weswegen da für mich auch nicht nur MPA, sondern auch AWACS dazu gehören, ggf. auch in der selben Plattform. Das Unterwassersensornetz muss durch ein fliegendes Pendant ergänzt und geschützt werden.
Zitat:Was man theoretisch machen könnte, wäre eine auf Laser basierende Datenkommunikation aufzubauen, z.B. mit einem LAC-12 zwischen einem XLUUV und einer MQ-9B.Abgesehen davon, dass wir bis dahin hoffentlich die MQ-9B durch EuroMALE RPAS ersetzt haben werden... Vermutlich würde es auf mehrere redundante Kommunikationswege hinauslaufen, die je nach Verfügbarkeit situationsbedingt und vielleicht auch ergänzend zum Einsatz kommen.
Zitat:Ein XLUUV macht außer für verdeckte Aufklärung vor Operationen nur dann Sinn, wenn die Daten schnell an die Empfänger kommen.Evtl. könnte dafür sogar die Einwegboje ein Mittel sein. Bei Kontakt setzt ein XLUUV eine Boje ab, die einmalig Informationen übermittelt. Dann kann der Verbund darauf reagieren und bspw. ein zweites XLUUV auf den Kontakt ansetzen, um diese Doppelung für Kommunikation/Verfolgung temporär zu ermöglichen oder aus der Luft gezielt ein Sonarbojenfeld legen und überwachen, bis man einen Hubschrauber vor Ort hat. Es können auch mehrere Bojen an Bord sein, so dass z.B. erkannte Kursänderungen des Kontaktes übermittelt werden können. Das ist natürlich eine Methode, die schnell an ihre Grenzen kommt, deshalb würde ich sie auch nur für diesen Fall einsetzen, die autonome Verfolgung eines Kontaktes, und nicht als reguläres Führungs- und Lagebildmittel.
Da kommt aber das nächste Problem: Eigentlich brauchst du immer zwei XLUUV im Team, denn wenn eines ein Ziel trackt und verfolgt, aber auftauchen muss um die Daten zu senden, verliert es den Kontakt und findet ihn evtl. nicht wieder. Also bräuchte man ein zweites als Shadow.
Zitat:Oder man baut das XLUUV so groß, dass es VLF-Schleppantennen als Sender/Empfänger tragen kann, wie ein U-Boot auch, aber dann wird das Ding echt großMir egal.
Nee, ernsthaft: Das sollen ja selbständig verlegende und autonom operierende Systeme sein, die hochleistungsfähige Sonare tragen. Die Größe ist da höchstens eine Herausforderung bzgl. der Antriebsleistung, aber kein Problem an sich. Das können schon "echte U-Boote" sein, nur halt unbemannt und vmtl. auch unbewaffnet. Und ein nicht unerheblicher Teil der Dimensionen eines U-Bootes ist ja auf die notwendigen Menschen an Bord sowie die deswegen erforderlichen Einrichtungen und Redundanzen zurückzuführen, also kleiner als ein U212A dürfte das schon werden.

