27.12.2025, 16:43
(27.12.2025, 14:05)DopePopeUrban schrieb: Meine Zweifel diesbezüglich drehen sich weniger um die Beschaffenheit dieser Systeme, sondern über ihren operativen Einsatz. Denn Detektion von Zielen gut und schön, aber irgendwie muss diese Information ja weitergeleitet werden. ...Ich gehe davon aus, dass MEKO S-X eine sinnvolle Konstruktionsweise dafür aufzeigt. Für die Kommunikation kommt neben Satelliten auch noch Richtfunk in Verbindung mit MALE-UAVs und MPAs in Frage. Diese drei Systeme müssen ja ohnehin einen Verbund darstellen, der die Fläche abdeckt und sich auf Stützpunkte rund um das Nordmeer abstützt.
Akustische Kommunikation funktioniert nur über kurze Strecken und hat den Nachteil, dass ein Gegner die Signale selber abfängt und auswertet. Ist entsprechend ungeeignet, wenn ein UUV überleben soll.
Und Satellitenverbindung bedingt eine gewisse Nähe zur Wasseroberfläche, was auch teilweise suboptimal sein wird.
Des weiten Stelle ich mir die Frage, wie die Steuerung dieser Plattformen bewerkstelligt werden soll, besonders auf lange Distanzen. Irgendwie muss, sofern eine Plattform nicht autonom agieren soll was ich persönlich auch für eine furchtbare Idee halte, die Signalverbindung ja hergestellt und erhalten bleiben.
Ich habe dabei die leise Befürchtung, dass diese Art von UUV dauerhaft eine Releeboje an der Wasseroberfläche halten muss um entsprechende Inputs zu senden und zu empfangen. Was grundsätzlich erstmal kein Problem ist, das kann ein U-Boot schließlich nicht sehen, alle anderen abwesenden aber schon.
Die Ort- und Sichtbarkeit des Überwasserteils lässt sich dadurch in den Griff bekommen, dass diese XLUUV von der fliegenden Komponente des Verbunds vor Überwassereinheiten gewarnt werden können, so dass sie entweder ihren Kurs anpassen oder abtauchen. Unter Wasser agieren sie dann autonom bis zu einem vorab gesetzten Auftauchpunkt, an dem die Verbindung wieder hergestellt wird.
Das bietet insgesamt eine Flexibilität hinsichtlich des Einsatzes über und unter Wasser. Die XLUUV können auch komplett unter Wasser operieren und nur bei erkannten Kontakten kurz aufsteigen, diese übermitteln und sich neue Befehle abholen. Ich halte das für einen durchaus realistischen Grad an Autonomie, zumal es sich ja um eine reine Sensorplattform in den Weiten des Nordmeers handelt und eine Tiefe für autonome Operationen unter Wasser auch unterhalb des Tiefgangs von Überwasserschiffen läge, so dass Kollisionen nahezu ausgeschlossen wären.
Ich halte einen solchen Sensorverbund für das richtige Mittel im Nordmeer-Area-ASW, während die U212CD und Überwasser-ASW-Einheiten (ggf. zus. mit kleineren LUUV) diesen Verbund an der vorderen Linie abschließen und bei Bedarf in Teilbereichen verdichten. In der Fläche hinter den MSC braucht es dann eben noch Wirkmittel und vertiefende Sensorik, um auf aufgeklärte Kontakte reagieren zu können, die es durch die erste Linie geschafft haben. Dafür braucht es Hubschrauber. Die können von mehr oder weniger beliebigen Fregatten kommen, auch bspw. von der F125. Das wäre ja auch ihre mögliche Rolle im LV/BV.
In meiner Vorstellung könnte man die F125 also dann nach Aufbau dieses Area-ASW-Verbunds durch eine neue, wieder IKM-fokussierte Einheit ersetzen, die dann diese Sekundärrolle noch sehr viel besser erfüllen könnte, da sie über mehr Hubschrauber und auch größere USV-Kapazitäten verfügen würde.
