27.12.2025, 15:12
@DopePopeUrban
Erst nach den diversen national geprägten Aufständen (Griechenland, Serbien), grob vom beginnenden 19. Jahrhundert an bis ca. zum Ersten Weltkrieg, wurde diese Volksgruppe quasi zum Politikum - ohne allerdings, dass sie sich explosionsartig vermehrt hätte. Und die Ursache hierfür waren schlicht die erwachenden, durch die Romantik mit beeinflussten Nationalstaatsgedanken der Völker der Balkanhalbinsel - irgendwelche "Zigeuner", denen man alles mögliche negative unterstellte, passten da nicht ins Bild, egal ob bei Bulgaren, Serben oder Griechen. Dies wiederum hatte zur Folge, dass man die eigentliche Zahl eher kleinrechnete, um die vorgebliche ethnische Homogenität des eigenen Volkes nicht übermäßig zu beeinträchtigen. Und parallel dazu wurde natürlich durch national gefärbte Berichte, besonders in Bulgarien, die Bedrohung gerne etwas überhöht dargestellt, obwohl keine verlässlichen Zahlen vorlagen.
Von der Aussage einer massiven Zunahme der Sinti- und Roma-Bevölkerung auf dem Balkan würde ich insofern eher etwas Abstand nehmen, zumal die Bevölkerung auf dem Balkan über Jahrhunderte hinweg, bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein, in der Tendenz immer abgenommen hatte.
Schneemann
Zitat:Sinti und Roma waren mWn einer der am stärksten Wachsenden Bevölkerungsgruppen in ganz Europa [...] Exakte Zahlen gibt es soweit ich weiß nicht...Du schreibst es selbst, es gibt keine genauen Zahlen. Der Hintergrund ist hierbei, dass es Sinti und Roma schon sehr lange gibt, auch in Europa, aber es eben nie jemand richtig erfasst hat. Und gerade die Balkanhalbinsel war Jahrhunderte lang von den Osmanen kontrolliert, und diese haben in ihrem Staatsverständnis und in ihrer Staatsorganisation nicht auf einzelne Ethnien geachtet.
Erst nach den diversen national geprägten Aufständen (Griechenland, Serbien), grob vom beginnenden 19. Jahrhundert an bis ca. zum Ersten Weltkrieg, wurde diese Volksgruppe quasi zum Politikum - ohne allerdings, dass sie sich explosionsartig vermehrt hätte. Und die Ursache hierfür waren schlicht die erwachenden, durch die Romantik mit beeinflussten Nationalstaatsgedanken der Völker der Balkanhalbinsel - irgendwelche "Zigeuner", denen man alles mögliche negative unterstellte, passten da nicht ins Bild, egal ob bei Bulgaren, Serben oder Griechen. Dies wiederum hatte zur Folge, dass man die eigentliche Zahl eher kleinrechnete, um die vorgebliche ethnische Homogenität des eigenen Volkes nicht übermäßig zu beeinträchtigen. Und parallel dazu wurde natürlich durch national gefärbte Berichte, besonders in Bulgarien, die Bedrohung gerne etwas überhöht dargestellt, obwohl keine verlässlichen Zahlen vorlagen.
Von der Aussage einer massiven Zunahme der Sinti- und Roma-Bevölkerung auf dem Balkan würde ich insofern eher etwas Abstand nehmen, zumal die Bevölkerung auf dem Balkan über Jahrhunderte hinweg, bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein, in der Tendenz immer abgenommen hatte.
Zitat:Wäre Algerien weiterhin Teil Frankreichs geblieben, hätte sich der dortige Lebensstandart und damit auch der Wohlstand (sofern man hier nicht eine hart segregative Parallelgesellschaft aufbaut) erhöht, was defacto zwangsläufig zu weniger Geburten geführt hätte.Dieses Modell würde, selbst wenn dieser Idealgedanke aufgehen sollte, bedingen, dass mindestens eine Generation ins Land geht. Das hätte Frankreich jedoch unmöglich stemmen können.
Schneemann
