27.12.2025, 08:37
Zitat:Die große Legende vom Bevölkerungsaustausch durch den ungewaschenen Fremden ist so alt wie die Menschheit selber. Schon im alten Ägypten schob man panische Angst vor den Duneklhäutigen aus dem Orient. Im 19. Jhr. hieß es dann, dass Sinti und Roma Europa überfluten würden, in den 1930ern waren die Juden die internationalen Buhmänner, heute sinds die Muslime.Wobei man hier im Umkehrschluss jedoch auch nicht pauschal alles in einen Topf werfen sollte. Das alte Ägypten hatte eine sehr ureigene, einzigartige, in sich geschlossene und sehr stark ausgeprägte Kultur, die, obgleich sie mehrmals von außerhalb unterworfen wurde (Perser, Äthiopier, Griechen, Römer), sich stets behaupten konnte und eher eine innere Assimilierung der äußeren Eindringlinge bewirkte.
Darüber hinaus sind Sinti und Roma sowie auch die europäischen Juden weitgehend homogene und hinsichtlich der Anzahl weitgehend unveränderliche Bevölkerungsgrößen, während in den letzten Jahrzehnten Millionen von Migranten aus muslimischen Ländern oftmals ohne weitergehende Prüfung nach Europa strömten.
Hier könnte man ein ganz interessantes und auch weitgehend vergessenes Ereignis bemühen: Nach blutigem Unabhängigkeitskrieg entließ der legendäre Charles de Gaulle 1962 die Algérie Française in die Unabhängigkeit - und er löste die staatsbürgerliche Verbindung zwischen dem französischen Mutterland und der Kolonie Algerien auf. Das hat ihm einige Kritik gerade von den Linken (und auch einigen Rechten) eingebracht. De Gaulle entgegnete, dass dies aus "heutiger Perspektive" (1962, Algerien zählte damals ca. 10 Mio. Einwohner) zwar hart erscheine, aber man "in 20, 30 Jahren" darüber froh wäre. Und in der Tat: Heute zählt Algerien rund 45 Mio. Einwohner - hätte de Gaulle nicht 1962 den harten Bruch vollzogen, hätten diese Algerier faktisch französisches Bürgerrecht erhalten, was mehr oder minder den französischen Staat zerrissen hätte.
Dabei war der alte Magier im Élysée keineswegs jemand, der von wirren Verschwörungstheorien beeinflusst worden wäre.
Schneemann
