27.12.2025, 14:05
@Broensen
Erstmal erscheint es ja logisch, XL-UUV können mit entsprechender Auslegung und Fähigkeit vermutlich ähnliche Aufklärungsleistung wie U-Boote bzw. besser gesagt hochentwickelte Sonarsuites erbringen.
Meine Zweifel diesbezüglich drehen sich weniger um die Beschaffenheit dieser Systeme, sondern über ihren operativen Einsatz. Denn Detektion von Zielen gut und schön, aber irgendwie muss diese Information ja weitergeleitet werden. Nützt ja niemand was, wenn das UUV weiß wo der Gegner ist, aber sonst niemand. Und ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob das so funktioniert, wie wir uns das möglicherweise vorstellen.
Denn die Kommunikationsmöglichkeiten die mir diesbezüglich einfallen, sind letztendlich nur akustische Kommunikation und Satellitenverbindung. Verbindung via Kabel Kassenschein jetzt einfach mal aus.
Akustische Kommunikation funktioniert nur über kurze Strecken und hat den Nachteil, dass ein Gegner die Signale selber abfängt und auswertet. Ist entsprechend ungeeignet, wenn ein UUV überleben soll.
Und Satellitenverbindung bedingt eine gewisse Nähe zur Wasseroberfläche, was auch teilweise suboptimal sein wird.
Des weiten Stelle ich mir die Frage, wie die Steuerung dieser Plattformen bewerkstelligt werden soll, besonders auf lange Distanzen. Irgendwie muss, sofern eine Plattform nicht autonom agieren soll was ich persönlich auch für eine furchtbare Idee halte, die Signalverbindung ja hergestellt und erhalten bleiben.
Ich habe dabei die leise Befürchtung, dass diese Art von UUV dauerhaft eine Releeboje an der Wasseroberfläche halten muss um entsprechende Inputs zu senden und zu empfangen. Was grundsätzlich erstmal kein Problem ist, das kann ein U-Boot schließlich nicht sehen, alle anderen abwesenden aber schon.
Soll heißen, dass wir solche UUV möglicherweise nicht als Einmalbeschaffung sondern nur als Verbrauchsmaterial verwenden können, das nicht lange in einem Einsatzgebiet überlebt. Was auf der einen Seite deutlich mehr für eine entsprechende Befähigung auf einem JSS oder Helikopterträger spricht, man brauch ja schließlich Ersatz, aber auf der anderen Seite dagegen spricht, Sensoren eines MSC damit zu ersetzen. Denn wenn diese (UUV) sowieso früher oder später ausgeschaltet werden, sollte man nach Möglichkeit keiner hunderten Milliarden in sonderlich potente Systeme an Bord investieren.
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@Justus_MH
Was Wilhelmshaven bzw eigentlich die Neue Jadewerft aber definitiv braucht, ist ein neues und größeres Trockendock. Denn 160m+ Schiffe packt die bisherige Infrastruktur nicht.
Der Ausbau geschieht allerdings bereits, entsprechend wir hier in Zukunft Abhilfe beschaffen.
https://www.nlbl.niedersachsen.de/region...32191.html
Zitat:Für mich dienen die LCUs primär dazu, vorgeschobene Positionen in schlecht erreichbaren Küstenabschnitten einnehmen zu können, was im Regelfall damit verbunden sein wird, dort etwas Gerät in Stellung zu bringen, meistens Raketenwerfer, sei es nun für FlaRak oder AShM. […]Da kann ich dir soweit zustimmen.
Zitat:Richtig, deshalb schrieb' ich ja, dass es sehr darauf ankommt, wie der Verbund aufgebaut ist. Und ich gehe davon aus, dass wir in (vermeintlichen) Friedenszeiten besser den Verbund derart betreiben sollten, dass wir eine möglichst großflächige Überwachung erreichen, um eher ein "vollständiges" Lagebild zu gewinnen, als dass wir an möglichst vielen Orten jeweils ein verfeinertes Bild generieren und andere außer Acht lassen müssen. […]Dieser Ansatz steht meiner Ansicht ja auch nicht entgegen, das bezog sich mehr auf die Ersetzbarkeit von MSC Fähigkeiten im LV/BV.
Zitat:Das macht mir dementsprechend keine Sorgen, weil dieses Schiff eben gar nicht dafür gedacht ist. Klar, das bedeutet dann, dass wir über einen Langstreckensensor weniger verfügen, aber die würden in dem Umfeld meiner Vorstellung nach ohnehin von XL-UUV/USV getragen. Im Rahmen der Multistatik können die dann noch vielleicht noch aktiv ergänzen, denn verstecken können die sich ja eh nicht.Und genau das ist der Punkt, indem ich mir nicht sicher bin.
Erstmal erscheint es ja logisch, XL-UUV können mit entsprechender Auslegung und Fähigkeit vermutlich ähnliche Aufklärungsleistung wie U-Boote bzw. besser gesagt hochentwickelte Sonarsuites erbringen.
Meine Zweifel diesbezüglich drehen sich weniger um die Beschaffenheit dieser Systeme, sondern über ihren operativen Einsatz. Denn Detektion von Zielen gut und schön, aber irgendwie muss diese Information ja weitergeleitet werden. Nützt ja niemand was, wenn das UUV weiß wo der Gegner ist, aber sonst niemand. Und ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob das so funktioniert, wie wir uns das möglicherweise vorstellen.
Denn die Kommunikationsmöglichkeiten die mir diesbezüglich einfallen, sind letztendlich nur akustische Kommunikation und Satellitenverbindung. Verbindung via Kabel Kassenschein jetzt einfach mal aus.
Akustische Kommunikation funktioniert nur über kurze Strecken und hat den Nachteil, dass ein Gegner die Signale selber abfängt und auswertet. Ist entsprechend ungeeignet, wenn ein UUV überleben soll.
Und Satellitenverbindung bedingt eine gewisse Nähe zur Wasseroberfläche, was auch teilweise suboptimal sein wird.
Des weiten Stelle ich mir die Frage, wie die Steuerung dieser Plattformen bewerkstelligt werden soll, besonders auf lange Distanzen. Irgendwie muss, sofern eine Plattform nicht autonom agieren soll was ich persönlich auch für eine furchtbare Idee halte, die Signalverbindung ja hergestellt und erhalten bleiben.
Ich habe dabei die leise Befürchtung, dass diese Art von UUV dauerhaft eine Releeboje an der Wasseroberfläche halten muss um entsprechende Inputs zu senden und zu empfangen. Was grundsätzlich erstmal kein Problem ist, das kann ein U-Boot schließlich nicht sehen, alle anderen abwesenden aber schon.
Soll heißen, dass wir solche UUV möglicherweise nicht als Einmalbeschaffung sondern nur als Verbrauchsmaterial verwenden können, das nicht lange in einem Einsatzgebiet überlebt. Was auf der einen Seite deutlich mehr für eine entsprechende Befähigung auf einem JSS oder Helikopterträger spricht, man brauch ja schließlich Ersatz, aber auf der anderen Seite dagegen spricht, Sensoren eines MSC damit zu ersetzen. Denn wenn diese (UUV) sowieso früher oder später ausgeschaltet werden, sollte man nach Möglichkeit keiner hunderten Milliarden in sonderlich potente Systeme an Bord investieren.
Zitat:Nicht zum jetzigen Zeitpunkt. Ich würde aber jetzt auch nicht so einen Heliträger beschaffen. Das ist für mich das letzte Projekt einer kompletten Neuausstattung der Marine. Als Ersatz für die gerade erst eingeführten F125 am Ende ihrer Nutzungsdauer. Denn alles andere hat mehr Priorität als das.Ich gehe da persönlich auch eher von den späten 2030ern aus. MSC haben hier mMn absolute Priorität.
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@Justus_MH
Zitat:Auch wenn die Diskussion gerade in eine andere Richtung geht, frage ich mich bzgl. der Überlegungen zu neuen Überwasserschiffstypen, was der Stützpunkt Wilhelmshafen überhaupt noch aufnehmen kann? Oder besteht da noch Ausbaupotential bzw. ist dieses sogar schon getätigt worden und es bestehen noch deutliche Aufnahmekapazitäten für MSC und weitere Schiffstypen.Platztechnisch ist Wilhelmshaven eigentlich gut versorgt. Es gibt dort ausreichend Liegeplätze für eine Flotte deutlich größer, als sie bis jetzt geplant ist. Eventuell kann die Tiefe der befestigten Becken hier nochmal zum Problem werden, dafür braucht man allerdings keinen Ausweichstandort. Das lässt sich über Baggermaßnahmen lösen, die sowieso eigentlich überfällig sind.
Vielleicht in diesem Kontext um Wilhelmshafen auch mal ein weiterer Punkt der mich umtreibt: benötigt die DM für die Nordsee einen zweiten (Ausweich-)Stützpunkt zu Wilhelmshafen, um diesen entweder zu entlasten und/oder für die Resilienzplanung als Zweit-/Ausweichstützpunkt. Solche Planungen gibt es ja z.T. auch bei den fliegenden Geschwadern der Luftwaffe. Was meint ihr dazu?
Was Wilhelmshaven bzw eigentlich die Neue Jadewerft aber definitiv braucht, ist ein neues und größeres Trockendock. Denn 160m+ Schiffe packt die bisherige Infrastruktur nicht.
Der Ausbau geschieht allerdings bereits, entsprechend wir hier in Zukunft Abhilfe beschaffen.
https://www.nlbl.niedersachsen.de/region...32191.html
