26.12.2025, 23:14
Zitat:Wechselkurs: „Der starke Euro frisst sich Stück für Stück in die Marge“abgesehen davon, dass die Aufwertung gegenüber dem US-Dollar auch der seit Jahren beobachteten schleichenden und immer stärkeren US-Wirtschaftskrise geschuldet ist - und damit alle internationalen Geschäfte betrifft, die in US-$ gehandelt werden.
Die kräftige Aufwertung des Euro im zu Ende gehenden Jahr wird die deutschen Exporteure nach Prognose von Wirtschaftsverbänden 2026 zunehmend belasten. „Der starke Euro ist kein Knockout, aber er frisst sich Stück für Stück in die Marge“, sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura, am Freitag. „Gerade in wettbewerbsintensiven Märkten mit hoher Preissensibilität lassen sich Wechselkursnachteile nur begrenzt weitergeben.“
Die Gemeinschaftswährung hat in diesem Jahr um mehr als zwölf Prozent zum US-Dollar aufgewertet und auch zu vielen anderen Währungen deutlich an Wert gewonnen. Das sei ein Belastungsfaktor für die preisliche Wettbewerbsfähigkeit im Export. „Er wirkt nicht abrupt, sondern schleichend“, sagte Jandura.
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Es gilt allen Jammer- und Unkenrufen zum Trotz:
Die Exporte in die Euro-Staaten machen nach wie vor den Löwenanteil des deutschen Außenhandels aus:
Für das Jahr 2024 betrugen die Exporte aus Deutschland insgesamt Waren im Wert von 1.556 Mrd. Euro.
Davon gingen 1.060,8 Mrd. Euro nach Europa, und hier wieder 846,2 Mrd. Euro in die EU - wovon wiederum 589,2 Mrd. Euro in die Euro-Zone gingen.
Nach ganz Asien (also inclusive China, Japan usw.) wurden Waren im Wert von 232,1 Mrd. Euro exportiert,
nach ganz Amerika (also inclusive den USA, Kanada und Lateinamerika) waren es nur Waren im Wert 219 Mrd. Euro.
(Quelle)
Um es in Prozentualen Angaben auszudrücken:
2/3 aller deutschen Exporte gehen nach Europa.
Rund 80 % davon gehen in die EU, und wieder 2/3 der EU-Exporte in die Euro-Länder.
Alle asiatischen und amerikanischen Länder zusammen erreichen nicht annähern das Niveau der Euro-Zone.
Es liegt also im wohlverstandenen eigenen Interesse, den Austausch innerhalb Europas, innerhalb der EU und insbesondere innerhalb der Euro-Staaten zu fördern und zu stärken.
Und der Trend ist ungebrochen:
Zitat:In die Staaten der Eurozone wurden alleine im September 2025 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 51,4 Milliarden Euro (+1,4 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 38,9 Milliarden Euro (-0,7 %) aus diesen Staaten importiert.
In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden Waren im Wert von 22,9 Milliarden Euro (+5,1 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 20,5 Milliarden Euro (+4,9 %) von dort importiert.
In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden Waren im Wert von 74,3 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 59,3 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber August 2025 stiegen die kalender- und saisonbereinigten Exporte in die EU-Staaten um 2,5 % und die Importe aus diesen Staaten um 1,2 %. (Quelle)
Um nun zur bulgarischen Euro-Einführung zurück zu kommen:
(22.12.2025, 20:57)lime schrieb: ... Ab 2026 wird es zu massiven Preissteigerungen in Bulgarien kommen.Alleine die Exporte nach Bulgarien waren von Januar bis Oktober 2025 um 7,2 % höher als im Vorjahreszeitraum.
Das geht nicht, wenn es zu massiven Preissteigerungen kommt, die jetzt schon den stabilen Wechselkursen zwischen bulgarischer Währung und Euro geschuldet wären.
Denn mit der Einführung des Euro ändert sich das Wertverhältnis bzw. der Wechselkurs auch nicht weiter. Der Wert ist schon seit längerer Zeit in Form stabiler Wechselkurse fest geschrieben.
Massive Preissteigerungen könnte es nur geben, wenn der Euro eine deutlich höhere Inflationsrate hätte. Da wäre aber eine nationale bulgarische Währung wesentlich massiver gefährdet.
