26.12.2025, 13:10
(14.11.2025, 16:35)voyageur schrieb: Südkorea und die Vereinigten Staaten haben ihr Abkommen über Atom-U-Boote abgeschlossen
OPEX360 (französisch)
von Laurent Lagneau · 14. November 2025
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(22.12.2025, 11:33)Schneemann schrieb: Zur Diskussion um den Bau von südkoreanischen Atom-U-Booten - und zugleich ein Hinweis, warum atomar angetriebene U-Boote hinsichtlich der strategisch-geographischen Lage Südkoreas im Grunde nicht die richtige Antwort sind....
Die Angabe, dass Südkorea ein eigenes Atom-U-Boot bauen kann, hat ja inzwischen zu einem materiell unsicheren Echo in Nordkorea geführt.
Falls die Aussagen inhaltlich stimmen, wäre es ein Beleg für das gegenseitige Hochschaukeln in einem Rüstungswettlauf. Wobei die paar Monate als "Antwort auf Südkorea" sicher zu kurz sind, um ein nordkoreanisches Programm - selbst wenn es in den Schubladen liegt - umzusetzen. Der Rüstungswettlauf wäre also wohl von Nordkorea angeheizt worden.
Allerdings sieht man an diesem Beispiel recht gut, wie (un-)sinnig solche Rüstungsprogramme sind.
Atomar angetriebene U-Boot sind vor allem für große, strategische Einsatzgebiete von Interesse. Also, um weit vor der eigenen Haustüre unmittelbar in der Nähe der Küste eines potentiellen Gegners zu wirken - und daher sind solche Nuklearantriebe vor allem für Großmächte mit globalen oder weitreichenden Ambitionen von Interesse.
Das betrifft sowohl die mit atomar bestückten ballistischen Raketen ausgestatteten SSBN, als auch die sowohl zu deren Schutz wie auch zu deren Abwehr tätigen Jagd-U-Boote (SSN).
Das zeigt sich an den bisherigen Betreibern:
Die USA, Großbritannien, Frankreich, Russland (in Nachfolge der UdSSR), China, inzwischen auch Indien und - absehbar - wohl Brasilien, wobei die Interessen der letzteren beiden vor allem aber auf den Ozean "vor der Haustüre" beschränkt sein dürften, also auf den Indischen Ozean oder den Südatlantik.
Bei Australien - auch da sind solche atomaren U-Boote "im werden" - würde ich ebenso die große Reichweite hervorheben. Australien möchte eine Bedrohung (z.B. China) nicht nur vor der feindlichen Küste abwehren können, sondern hat im indischen Ozean und im südlichen Pazifik weitreichende Kontroll-Interessen.
Ein kleines Land mit dem Potential von Süd- oder auch Nordkorea hat kaum so weit reichende globale Ambitionen.
Bei Nordkorea sieht man das vielleicht noch ein - da werden SSBNs als Drohpotential gegen die USA propagandistisch verherrlicht.
Aber Südkorea?
Reichen da zur Abwehr einer Bedrohung nicht die konventionell ausgestatteten (Küstenschutz-)U-Boote aus?
Reicht es da nicht wirklich aus, sich mit den eigenen Schiffen vor den U-Boot-Basen eines potentiellen Gegners (ich schreib jetzt einfach China oder Nordkorea, um die Diskussion zu Verbildlichen) oder den schmalen Passagen zwischen den Inseln und dem offenen Ozean blockierend "auf die Lauer" zu legen und auslaufende "Feindschiffe" dort abzufangen?
Zum Vergleich: auch im WK II war die zum Atlantik deutlich offenere Biscaya eine der gefürchtetsten Jagdgebiete auf deutsche U-Boote.
In den Tiefen des Ozeans würden die Kräfte befreundeter bzw. verbündeter Staaten dann die Abwehr der feindlichen U-Boote übernehmen, die diese Blockade noch durchbrechen könnten. Dafür selbst nuklear betriebene U-Boote großer Reichweite zu entwickeln und bereit zu halten, erscheint mir als eine Vergeudung von Ressourcen.
Und deshalb meine Schlussfolgerung:
auch wenn es DT "erlaubt" - Südkorea ist mit konventionell betriebenen U-Booten ausreichend und günstiger geschützt, als mit einem U-Boot mit Nuklearantrieb, auch wenn es sich dabei nur um Jagd-U-Boote handeln sollte.
