11.09.2013, 16:47
Zitat:Man führt einen (Wirtschafts-)Krieg mit dem Westen, [...] Die neue Administration pisst mich langsam aber sicher an.Rohani tut indessen genau das, was richtig ist und was genau genommen sein Job ist: Er versucht weiteren und unnötigen Schaden vom Lande und dem iranischen Volk abzuwenden indem er sich zumindest diplomatisch gibt. Das hat also nichts mit Arschkriecherei oder betteln oder Anbiederung zu tun. Eher ist es pragmatische Vernunft, weil der blindwütige Kollisionskurs manches Politikers der vergangenen Zeiten dem Land mehr geschadet als genutzt hat.
Insofern, bleibe mal auf dem Boden der Vernunft: Bei einem knallharten Wirtschaftskrieg würde der Iran absolut in die Röhre schauen. Das weiß auch Rohani, der die Folgen heute schon sieht. Und was nützt es, wenn man den Wirtschaftskrieg großspurig propagiert, am Ende aber in Iran die Leute wegen Mangel zugrunde gehen und in Brüssel ein paar übergewichtige Bürokraten sich nach einiger Zeit umdrehen und mit Schulterzucken zur Kaffeepause gehen? Es gibt genau genommen nur einen böswilligen Nutzen: Man kann am Ende und halb verhungert sich dem nationalistischen Wahngebilde hingeben und inmitten von mittlerweile umgefallenen Landsleuten die Faust Richtung Westen, der das ganze Theater gar nicht bemerkt hat, recken und schreien: „Jetzt haben wir es euch aber gezeigt!“
Nur: Das hat dann nichts mehr mit iranischem Patriotentum zu tun, sondern nur noch mit kalter, ja berechnender Menschenverachtung, bei der das eigene Land und die Menschen dort nicht mehr geachtet wird/werden, sondern nur noch als Vehikel, als Mittel zum Zweck für irgendwelchen größenwahnsinning-sinnentleerten Aktionismus betrachtet wird/werden...
Schneemann.