26.12.2009, 15:25
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Edit 1:
@Shahab3:
Das ist die Region, in der ich ohnehin eine starke türkische Einflussnahme unterstelle.
Ob eine Kooperation auf der gesamten staatlichen Ebene zwischen der Türkei und Iran langfristig perspektivisch ist, wage ich zu hinterfragen.
Zunächst einmal darf man die jahrhundertelange Gegnerschaft zwischen dem schiitischen Islam und den osmanischen Kalifen als Oberhäupter der Sunniten nicht übersehen. Diese Gegnerschaft hat Spuren hinterlassen, die sich nicht einfach beseitigen lassen.
Nur einige Punkte:
Weltliche Demokratie, Pluralismus und aufgeklärter Islam ./. theokratische und zunehmend autoritäre Regierung
Allerdings ist mit den Wahabiten in Saudi-Arabien im 18. Jhdt. eine Strömung entstanden, die sich auch betont gegen die osmanischen Kalifen gerichtet hat. Und Saudi-Arabien sowie der Iran sind die beiden rivalisierenden Regionalmächte am Golf.
Die Nachfolger von Bin Abd-al-Wahhab in Saudi Arabien sind auch dienjenigen, die heute weltweit Milliarden an Petro-Dollar in den Bau von Moscheen und Koranschulen stecken.
Saudis, Iraner und Türken haben sich nach der Auflösung der UdSSR auch in Zentralasien ein Wettrennen um die Errichtung von Moscheen und Koran-Schulen und den daraus folgenden Einfluss auf die Bevölkerung geliefert.
Auch in Bosnien gerät der traditionell liberal-sunnitische Islam osmanischer Prägung immer mehr in Konkurrenz zu fundamentalistischen Eiferern. Knapp 160 Moscheen, Kindergärten, Schulen, Büchereien, Lehrlingsheime usw. sind für rund 1 Mrd. $ seit dem Bürgerkrieg im Land gebaut worden, zuerst von Saudis (wie die König-Fahd-Moschee in Sarajevo, die der saudischen Botschaft untersteht), und dann von anderen reichen Arabern aus der Golfregion - und dass in den so finanzierten Koranschulen nicht immer reinste Toleranz gepredigt wird, zeigt die zunehmende Überwachung auch der deutschen Moschee-Vereine durch Polizei und Verfassungsschutz.
Affairen wie der Streit um die Schließung der König-Fahd-Akademie in Bonn zeigen, dass es auch in Deutschland ein "Wettbewerb" um Einfluss zwischen den wahabitischen Muslimenund dem eher aufgeklärten, staatlich kontrollierten "türkisch-sunnitischen Islam" gibt.
Letzendlich könnte es eine breite Kooperation zwischen der Türkei und dem Iran geben, wenn es darum geht, den fundamentalistischen Einfluss der saudischen Wahabiten zurück zu drängen.
Das könnte in Zentralasien sogar gelingen - wobei sich hier die beiden Staaten bzw. konträren islamischen Strömungen wieder als Konkurrenten gegenüber stehen.
Ob der zunehmende Einfluss der radikalen Eiferer aber in den arabischen Staaten begrenzt werden kann, wage ich zu bezweifeln. Da haben die Gelehrten der al-Azhar-Universität in Ägyptenwesentlich mehr Chancen, aber die zunehmende Stärke der Muslimbrüde deutet nicht darauf hin, dass in Ägypten eine tolerantere Variante des Islam ensteht. Ganz im Gegenteil: die fundamentalistischen Strömungen nehmen in der ganzen arabischen Welt zu.
Völlig offen ist für mich auch, wie sich die bevökerungsreichen islamischen Staaten in Asien (Indonesien, Pakistan, Bangladesh und Indien) entwickeln.
Zitat:Nach Trauerfeier für Regimekritiker MontaseriEdit 2:
Erneut Ausschreitungen in Teheran
Im Iran gehen die Proteste gegen die Regierung Ahmadinedschad - und damit die Ausschreitungen - weiter. Eine Trauerfeier für den Regimekritiker Montaseri wurde von der Polizei nach Angaben von Oppositionellen mit Gewalt aufgelöst. Mehrere Menschen seien verletzt worden.
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Stand: 26.12.2009 12:49 Uhr
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Zitat:26.12.2009Edit 3:
Iran
Demonstranten und Anti-Aufruhr-Einheiten liefern sich brutale Gefechte
Irans Hauptstadt wird von heftigen Straßenkämpfen erschüttert: Am Abend protestieren Tausende Widerständler an der Dschawaran-Moschee im Norden Teherans. Polizisten beschießen Demonstranten mit Farbpatronen. Schon am Mittag war es zu heftigen Zusammenstößen gekommen.
...
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Zitat:TeheranEdit 4:
Opposition: Tote bei Protesten in Iran
27. Dezember 2009 Bei Zusammenstößen mit staatlichen Kräften in Teheran ist am Sonntag nach Augenzeugenberichten ein Anhänger der Oppositionsbewegung ums Leben gekommen. Eine Internetseite der Reformbewegung berichtet sogar von drei Toten Demonstranten.
...
Die staatlichen Kräfte seien eingeschritten, als Demonstranten Sprechchöre gegen die Regierung angestimmt hätten, berichtete die dem Reformlager nahestehende Website Rah-e-Sabs.
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Zitat:Demonstrationen gegen Ahmadinedschad im IranErinnert mich irgendwie an die Studentenproteste gegen den Schah in Deutschland .- nur scheint hier der Unmut wesentlich massiver zu sein, was so wie - Tienanmen ? - ...
Opposition berichtet von mehreren Toten
Die Proteste gegen die iranische Regierung haben nach Angaben der Opposition mehrere Menschen das Leben gekostet. In der Hauptstadt Teheran seien mindestens drei Demonstranten von der Polizei erschossen worden, berichten Augenzeugen und Regimekritiker. Zudem habe es mehrere Verletzte gegeben.
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Stand: 27.12.2009 12:45 Uhr
Edit 1:
@Shahab3:
Shahab3 schrieb:Die Kooperationsvereinbarungen mit der Türkei kommen so langsam auf der operativen Ebene an..Wenn man näher hinschaut, dann betrifft diese Vereinbarung die ethnisch aserbaijanischen, das heißt türkisch sprachigen Provinzen im Iran.
<!-- m --><a class="postlink" href="http://english.farsnews.com/newstext.php?nn=8809180933">http://english.farsnews.com/newstext.php?nn=8809180933</a><!-- m -->
Zitat:Iran, Turkey Agree to Deepen Provincial Cooperation...
TEHRAN (FNA)- Iran's northwestern province of West Azerbaijan and five Turkish border provinces on Tuesday signed agreements in which they agreed to bolster cooperation among border provinces of the two countries.
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Das ist die Region, in der ich ohnehin eine starke türkische Einflussnahme unterstelle.
Ob eine Kooperation auf der gesamten staatlichen Ebene zwischen der Türkei und Iran langfristig perspektivisch ist, wage ich zu hinterfragen.
Zunächst einmal darf man die jahrhundertelange Gegnerschaft zwischen dem schiitischen Islam und den osmanischen Kalifen als Oberhäupter der Sunniten nicht übersehen. Diese Gegnerschaft hat Spuren hinterlassen, die sich nicht einfach beseitigen lassen.
Nur einige Punkte:
Weltliche Demokratie, Pluralismus und aufgeklärter Islam ./. theokratische und zunehmend autoritäre Regierung
Allerdings ist mit den Wahabiten in Saudi-Arabien im 18. Jhdt. eine Strömung entstanden, die sich auch betont gegen die osmanischen Kalifen gerichtet hat. Und Saudi-Arabien sowie der Iran sind die beiden rivalisierenden Regionalmächte am Golf.
Die Nachfolger von Bin Abd-al-Wahhab in Saudi Arabien sind auch dienjenigen, die heute weltweit Milliarden an Petro-Dollar in den Bau von Moscheen und Koranschulen stecken.
Saudis, Iraner und Türken haben sich nach der Auflösung der UdSSR auch in Zentralasien ein Wettrennen um die Errichtung von Moscheen und Koran-Schulen und den daraus folgenden Einfluss auf die Bevölkerung geliefert.
Auch in Bosnien gerät der traditionell liberal-sunnitische Islam osmanischer Prägung immer mehr in Konkurrenz zu fundamentalistischen Eiferern. Knapp 160 Moscheen, Kindergärten, Schulen, Büchereien, Lehrlingsheime usw. sind für rund 1 Mrd. $ seit dem Bürgerkrieg im Land gebaut worden, zuerst von Saudis (wie die König-Fahd-Moschee in Sarajevo, die der saudischen Botschaft untersteht), und dann von anderen reichen Arabern aus der Golfregion - und dass in den so finanzierten Koranschulen nicht immer reinste Toleranz gepredigt wird, zeigt die zunehmende Überwachung auch der deutschen Moschee-Vereine durch Polizei und Verfassungsschutz.
Affairen wie der Streit um die Schließung der König-Fahd-Akademie in Bonn zeigen, dass es auch in Deutschland ein "Wettbewerb" um Einfluss zwischen den wahabitischen Muslimenund dem eher aufgeklärten, staatlich kontrollierten "türkisch-sunnitischen Islam" gibt.
Letzendlich könnte es eine breite Kooperation zwischen der Türkei und dem Iran geben, wenn es darum geht, den fundamentalistischen Einfluss der saudischen Wahabiten zurück zu drängen.
Das könnte in Zentralasien sogar gelingen - wobei sich hier die beiden Staaten bzw. konträren islamischen Strömungen wieder als Konkurrenten gegenüber stehen.
Ob der zunehmende Einfluss der radikalen Eiferer aber in den arabischen Staaten begrenzt werden kann, wage ich zu bezweifeln. Da haben die Gelehrten der al-Azhar-Universität in Ägyptenwesentlich mehr Chancen, aber die zunehmende Stärke der Muslimbrüde deutet nicht darauf hin, dass in Ägypten eine tolerantere Variante des Islam ensteht. Ganz im Gegenteil: die fundamentalistischen Strömungen nehmen in der ganzen arabischen Welt zu.
Völlig offen ist für mich auch, wie sich die bevökerungsreichen islamischen Staaten in Asien (Indonesien, Pakistan, Bangladesh und Indien) entwickeln.