21.06.2009, 10:42
Ok, immer gefährlich in solchen Situationen Tipps abzugeben, aber wenn ich die Dinge so langsam richtig einordne, dann deutet eigentlich alles darauf hin, dass wir Zeugen eines exzellent vorbereiteten und organisierten Staatsstreichs seitens der IRGC & Basij geworden sind. Khamenei hat sich offenbar schon aus reinem Selbsterhaltungstrieb entschieden, seine Nase in den Wind zu halten, auch wenn das praktisch seinem Ende gleich kommen könnte. Was die Demonstranten und Randalierer ausrichten wollen, ist mir schleierhaft. Sie sind nichts weiter als unbewaffnete (Zweck-)Verbündete der alten Riege und ausländischer Kräfte. Das wird nix. Die Show ist praktisch schon gelaufen, wenn nicht irgendwas überraschendes passiert.
@Tiger
Die Feindschaft kann bisher nicht so ausgeprägt gewesen sein. Khamenei wäre ohne Rafsanjani vielleicht nicht zum Revolutionsführer ernannt worden. Es war ja Rafsanjani der 1989 in der Rolle als Staatspräsident verkündete, der sterbende "Imam" Khomeini (also praktisch ein Heiliger ) hätte ihm am Totenbett noch als eines der letzten Worte ins Ohr geflüstert, dass Khamenei der richtige Nachfolger sei. :wink:
Im Gegenzug wäre es schwer vorstellbar, dass Rafsanjani (als vermeintlicher Feind Khameienis) Vositzender des Expertenrats geworden wäre. Das setzt die beiden in ein ziemliches Abhängigkeitsverhältnis. Die Treue hat Khamenei ihm in diesen Tagen zumindest noch in soweit gehalten, dass er R. gegen den Vorwurf der Korruption durch Ahmadinejad verteidigt hat.
Sinngemäßes Zitat Khamenei: "Ich kenne diesen Mann [R.] schon seit 52 Jahren. Ich kann mit Gewissheit sagen, dass er nicht korrupt ist. Vielleicht trifft das aber auf seine Familie zu."
Randbemerkung: Einige Mitglieder der Familie Rafsanjanis wurden offenbar inzwischen von der Polizei verhaftet. Das geht sicherlich auf das Konto Ahmadinejads. Einer Haft Rafsanjanis dürfte sich vor allem K. bisher widersetzt haben, wenn ich das richtig einschätze. Im Zuge der aktuellen Entwicklungen dürfte dieser Schutz bisher vor allem als ein Akt des Gewissens zu werten sein. Anonsten scheinen sich die politischen Wege der beiden tatsächlich mit dem 12.6. opportunistischerweise zu trennen.
Ich weiß recht wenig über Mahsouli. Worin sollten die Meinungsverschiedenheiten z.B. bestehen? Sinn macht das jedenfalls so erstmal nicht für mich. Denn warum sollte Ahmadinejad einen Minister ernennen, der ihm spinnefeind ist? Und warum sollte er diesen dann gegen den Widerstand des Parlaments durchpressen. Bei seinem Innenminister hat A. ziemlich hoch gepokert. Vorgezogene Neuwahlen standen auf dem Spiel. Wäre also doch ziemlich ungeschickt, dann auch noch einen Gegner in dieses Amt zu hieven.
@Tiger
Zitat:Die beiden [Khamenei u. Rafsanjani] sollen sogar ziemlich miteinander verfeindet sein. Noch während der Herrschaft von Khomenei führte dies dazu, das einer der beiden öffentliche "Entschuldigungsbriefe" schreiben musste. Ziemlich demütigend.
Die Feindschaft kann bisher nicht so ausgeprägt gewesen sein. Khamenei wäre ohne Rafsanjani vielleicht nicht zum Revolutionsführer ernannt worden. Es war ja Rafsanjani der 1989 in der Rolle als Staatspräsident verkündete, der sterbende "Imam" Khomeini (also praktisch ein Heiliger ) hätte ihm am Totenbett noch als eines der letzten Worte ins Ohr geflüstert, dass Khamenei der richtige Nachfolger sei. :wink:
Im Gegenzug wäre es schwer vorstellbar, dass Rafsanjani (als vermeintlicher Feind Khameienis) Vositzender des Expertenrats geworden wäre. Das setzt die beiden in ein ziemliches Abhängigkeitsverhältnis. Die Treue hat Khamenei ihm in diesen Tagen zumindest noch in soweit gehalten, dass er R. gegen den Vorwurf der Korruption durch Ahmadinejad verteidigt hat.
Sinngemäßes Zitat Khamenei: "Ich kenne diesen Mann [R.] schon seit 52 Jahren. Ich kann mit Gewissheit sagen, dass er nicht korrupt ist. Vielleicht trifft das aber auf seine Familie zu."
Randbemerkung: Einige Mitglieder der Familie Rafsanjanis wurden offenbar inzwischen von der Polizei verhaftet. Das geht sicherlich auf das Konto Ahmadinejads. Einer Haft Rafsanjanis dürfte sich vor allem K. bisher widersetzt haben, wenn ich das richtig einschätze. Im Zuge der aktuellen Entwicklungen dürfte dieser Schutz bisher vor allem als ein Akt des Gewissens zu werten sein. Anonsten scheinen sich die politischen Wege der beiden tatsächlich mit dem 12.6. opportunistischerweise zu trennen.
Zitat:Aber auch Achmadinedschah ist vor Rivalen und Feindschaften nicht gefeit. Der iranische Innenminister, Mahsouli, soll sogar ein Intimfeind von Achmadinedschah sein. Das könnte auch bei den jüngsten Wahlen eine Rolle gespielt haben. Warum nicht das wirkliche Wahlergebnis durchsickern lassen, um Achmadinedschah zu schaden?
Ich weiß recht wenig über Mahsouli. Worin sollten die Meinungsverschiedenheiten z.B. bestehen? Sinn macht das jedenfalls so erstmal nicht für mich. Denn warum sollte Ahmadinejad einen Minister ernennen, der ihm spinnefeind ist? Und warum sollte er diesen dann gegen den Widerstand des Parlaments durchpressen. Bei seinem Innenminister hat A. ziemlich hoch gepokert. Vorgezogene Neuwahlen standen auf dem Spiel. Wäre also doch ziemlich ungeschickt, dann auch noch einen Gegner in dieses Amt zu hieven.