21.04.2026, 08:49
Ich stimme zu, dass das Problem primär auf der strategischen Ebene zu suchen ist, und ebenfalls auf der operativen Ebene. Rein taktisch sind wir gar nicht so schlecht. Ergänzend: auf der strategischen Ebene sehe das primäre Problem in den Widersprüchen zwischen der politisch-strategischen Ebene und der militärisch-strategischen Ebene, die eben nicht deckungsgleich sind und dies auch nie sein können. Es wäre sogar falsch, diese deckungsgleichheit anzustreben. Schlussendlich also zwischen den Widersprüchen zwischen Zweck und Ziel des Krieges.
Die Dominanz der Defensive ist nun nicht einfach ein Produkt nur einer Technologie. Und es ist keineswegs so, dass jede Technologie beliebig gekontert werden kann durch andere Technologien. Sondern es ist vielmehr so, dass man als Reaktion darauf auch über Doktrin, Strukturen, konkrete Kampfweise usw. sprechen muss. Tatsächlich ist die Anpassung an die Waffentechnologie kriegsgeschichtlich gesehen eher eine in anderen Bereichen als denen der Technologie gewesen. Das einfachste und plakativste Beispiel dürfte die Dislozierung sein. In diesem Kontext empfehle ich insbesondere das Buch von Biddle - Military Power - über das von ihm sogenannte "moderne System" in welchem ebenfalls die Frage der Auswirkungen der Technologie und die konkreten Effekte derselben untersucht werden. Ich teile nämlich seine Ansicht, dass die Wirkung von Technologie umso stärker ausfällt, je weniger man sich an das moderne System anpasst, dass die Wirkung von Technologie aber geringer ausfällt als erwartet, wenn man sich daran anpasst. Mit Anpassung ist hier aber keine Gegentechnologie gemeint. Denn auch die Effekte der Gegentechnologie fallen geringer aus, wenn der Gegner sie durch eine möglichst weitgehende Anpassung an das moderne System der Kriegsführung weitgehend negiert.
Und damit sind wir am entscheidenden Punkt, der Anpassungsfähigkeit. Was uns zuvorderst fehlt ist die Geschwindigkeit in der Anpassung. Analog zur biologischen Evolution werden die militärischen Systeme ausgelöscht, welche sich nicht schnell genug anpassen bzw. anpassen können und darin sehe ich bei den westeuropäischen Staaten, aber insbesondere in dieser Bundesrepublik das größte Problem, noch weit vor der Kostenfrage. Vor allem auf der strategischen und operativen Ebene sind wir schlicht und einfach zu langsam in allem, in wirklich allem, weit über die Frage der Rüstungsgüter hinaus. Stichwort Kostenfrage: es gibt einen gewissen Widerspruch im Krieg zwischen Effizienz und Effektivität. Es könnte für uns sinnvoll sein, nicht per se die kostengünstigste Lösung zu suchen, weil dies die Effektivität erhöht (auf Kosten der Effizienz), gerade eben weil wir uns das leisten könnten (im Gegensatz zu anderen) und damit in einem Bündnis uns eben auf diese effektiveren aber ineffizienteren Lösungen spezialisieren könnten. Dies setzt aber natürlich die Zuverlässigkeit des Bündnisses voraus. Dies spricht stark für eine Bundeswehr, die eine spezialisierte Rolle einnimmt, und dafür bewusst auf die volle Breite der Fähigkeiten verzichtet. Allein schon dieser Gedanke aber ist bereits in dieser Bundesrepublik politisch unmöglich umsetzbar. Tatsächlich erzwingt die geringe Quantität der Bundeswehr, welche auch nicht sinnvoll geändert werden kann, eigentlich eine solche zuarbeitende Rolle als eine Elite innerhalb des Bündnisses, wobei die Masse von anderen gestellt wird. Bezüglich des Auftrag der Landesverteidigung könnte man diese dann im weiteren völlig anders organisieren, so dass die Bundeswehr auch in diesem Kontext eine der Landsverteidigung insgesamt zuarbeitende Elite wäre, die mit den Berufssoldaten primär spezialisierte Leistungen stellt.
Spezifisch nun zu dem Satz, dass ein Landkrieg heute raumgreifender geführt werden könnte. Meine eigentliche, wesentliche Kernaussage war nicht, dass er raumgreifender geführt werden könnte, sondern dass er raumgreifender geführt werden müsste, um tatsächliche Effekte zu erzielen. Und das dies aber extrem schwierig ist, aus einer Vielzahl von Gründen, die sich aus einem komplexen Wechselspiel von Technologie, Kampfweise, Strukturen, Logistik usw. ergeben. Das Problem ist also, dass die Operationen, wie sie heute für uns praktisch real möglich sind mit den uns real zur Verfügung stehenden mechanisierten Großkampfverbänden nicht raumgreifend genug geführt werden können. Damit werden diese Operationen eben sinnlos, weil sie keine Effekte erzielen. Der wesentliche Punkt ist also, dass die heutigen mechanisierten Großkampfverbände zwar immer noch durchbrechen können, dass dieser Durchbruch aber eben nicht die gleichen Effekte wie früher erzeugt und dass die für die Erzeugung dieser Wirkung notwendigen Befähigungen in den aktuellen mechanisierten Großkampfverbänden nicht gegeben sind, ergo man andere Einheiten für die Exploration "des Durchbruchs" (im weitesten Sinne) benötigt.
Beschließend zur Frage der Entscheidung im Krieg durch die Offensive. Die Grundaussage, dass Europa sich aufgrund der Umstände einen langwierigen Zermürbungskrieg nicht leisten kann, der Krieg daher kurz gehalten werden muss, ist eine meine Kernthesen seit langem. Das Problem daran ist, dass selbst eine weitreichende Offensvie tief in den russischen Raum keineswegs ein schnelles Kriegsende herbei führen würde. Das ist meine zweite Kernthese, dass der Besitz von Raum, dass Vordringen in Räume und die Besetzung von Räumen nicht mehr die gleiche Relevanz haben wie früher, insbesondere aber nicht gegenüber den Russen. Desweiteren muss man die unterschiedlichen möglichen Kriegsformen bedenken. Die jeweils unterschiedliche Lösungen, Vorgehensweise und unterschiedliche Streitkräfte erfordern. Und schlussendlich muss der Einsatz von zumindest taktischen Nuklearwaffen auf militärische Ziele als reale Möglichkeit mit eingeplant werden. Die Idee, die Bundeswehr rein auf einen konventionellen krieg mechanisierter Einheiten hin auszurichten, ist daher ebenfalls nur völlige strategische Konzeptlosigkeit.
Das heißt, jedes Vordringen in den russischen Raum darf genau so wenig wie der Durchbruch einfach nur Selbstzweck sein, geboren in Wahrheit in einem magischen Denken, dass dadurch der Feind zur Niederlage gebracht wird, denn genau das wäre in Bezug auf Russland eben nicht der Fall. Der Raum darf daher immer nur in Bezug auf das Ziel des Krieges gedacht werden. Und nicht in Bezug auf den Zweck des Krieges. Das heißt, die militärisch-strategische ebene muss überwiegen und auf dieser daher die möglichst schnelle Zerstörung der russischen Streitkräfte in dem, was ich früher immer etwas unpräzise als die "Auftaktschlacht" bezeichnet habe, worunter jedoch keine Schlacht im klassischen Sinne zu verstehen ist. Der Kampf auf russischem Gebiet kann daher nur Sinn machen, wenn er im Sinn einer solchen Auftaktschlacht in der ganzen Tiefe des feindlichen Raumes simultan geführt sich primär auf das Ziel des Krieges konzentriert.
Dazu ist der wesentliche Punkt, dass man für die wirkung in der Tiefe heute eben keine mechanisierten Verbände mehr benötigt, welche in diese vorstoßen um dort tatsächlich selbst präsent zu sein. Sehr weitgehend können Bewegung, Feuer und Präsenz gegeneinander verrrechnet werden. Entsprechend benötigen wir - dies auch insbesondere zur konventionellen Abschreckung - weitreichende Angriffsmittel und die Befähigung diese in die gesamt Tiefe des Raumes einsetzen zu können. Damit ließe sich zudem zugleich bedingt sogar der Einsatz von Nuklearwaffen bis zu bestimmten grenzen abschrecken ohne selbst nuklearwaffen gegen diese setzen zu müssen. Ganz beschließend sollte aber berücksichtigt werden, dass ein tatsächlich fähiges Russland in einem unkonventionellen Krieg knapp unterhalb oder entlang des militärischen Horizontes unsere anfälligen Gesellschaften sehr schnell an den Rand des Kollaps bringen könnte. Unser primärer Vorteil aktuell ist vor allem anderen die Unfähigkeit, Verkommenheit und Korruption der Russen, aber ob dies auf Dauer so sein wird sei dahin gestellt. Wir sind gegenüber einem ernsthaften unkonventionellen Krieg sehr schlecht aufgestellt, dabei ist dieser die wahrscheinlichste Kriegsform. Ironischerweise würden die dafür notwendigen Sicherheitsstrukturen auch zugleich die Landesverteidigung in anderen Fällen gewährleisten, auch im konventionellen und ironischerweise auch im atomaren Krieg, und zugleich diese Sicherheitsstrukturen die Bundeswehr in ihren berufseinheiten dafür "frei machen", im bündnis eine spezialisierte Rolle von Hochwertfähigkeiten zu bieten.
Im Fazit kann man festhalten, dass kriegsgeschichtlich schon oft militärisch, industriell und technologisch leistungsfähigere Gesellschaften dennoch gegen eigentlich schwächere Gegner verloren haben. Sehr oft aus politisch-strategischen Gründen (darüber haben wir ja schon ausgeführt), vor allem aber auch aufgrund der Sozialkultur. Weshalb jede Diskussion über die moderne Kriegsführung ohne eine soziologische Diskussion über die Gesellschaft insgesamt völlig sinnfrei ist. Auch die Strategielosigkeit unserer aktuellen Politik in militärischen Fragen ist meiner Auffassung nach daher ein Symptom und nicht die Ursache unserer eigentlichen Probleme. Man gefällt sich gerade eben deshalb in dieser Rolle (Verteidiger, Rechtsstaat, ritualisierte Kriegsführung), weil die Sozialkultur diese Rolle bedingt. Man will sich der Realität also deshalb nicht stellen, weil unsere Sozialkultur und die Realität so weitgehend auseinander klaffen. Das gilt schlussendlich für fast alle Bereiche der Sicherheitspolitik ,auf allen Ebenen.
Die Dominanz der Defensive ist nun nicht einfach ein Produkt nur einer Technologie. Und es ist keineswegs so, dass jede Technologie beliebig gekontert werden kann durch andere Technologien. Sondern es ist vielmehr so, dass man als Reaktion darauf auch über Doktrin, Strukturen, konkrete Kampfweise usw. sprechen muss. Tatsächlich ist die Anpassung an die Waffentechnologie kriegsgeschichtlich gesehen eher eine in anderen Bereichen als denen der Technologie gewesen. Das einfachste und plakativste Beispiel dürfte die Dislozierung sein. In diesem Kontext empfehle ich insbesondere das Buch von Biddle - Military Power - über das von ihm sogenannte "moderne System" in welchem ebenfalls die Frage der Auswirkungen der Technologie und die konkreten Effekte derselben untersucht werden. Ich teile nämlich seine Ansicht, dass die Wirkung von Technologie umso stärker ausfällt, je weniger man sich an das moderne System anpasst, dass die Wirkung von Technologie aber geringer ausfällt als erwartet, wenn man sich daran anpasst. Mit Anpassung ist hier aber keine Gegentechnologie gemeint. Denn auch die Effekte der Gegentechnologie fallen geringer aus, wenn der Gegner sie durch eine möglichst weitgehende Anpassung an das moderne System der Kriegsführung weitgehend negiert.
Und damit sind wir am entscheidenden Punkt, der Anpassungsfähigkeit. Was uns zuvorderst fehlt ist die Geschwindigkeit in der Anpassung. Analog zur biologischen Evolution werden die militärischen Systeme ausgelöscht, welche sich nicht schnell genug anpassen bzw. anpassen können und darin sehe ich bei den westeuropäischen Staaten, aber insbesondere in dieser Bundesrepublik das größte Problem, noch weit vor der Kostenfrage. Vor allem auf der strategischen und operativen Ebene sind wir schlicht und einfach zu langsam in allem, in wirklich allem, weit über die Frage der Rüstungsgüter hinaus. Stichwort Kostenfrage: es gibt einen gewissen Widerspruch im Krieg zwischen Effizienz und Effektivität. Es könnte für uns sinnvoll sein, nicht per se die kostengünstigste Lösung zu suchen, weil dies die Effektivität erhöht (auf Kosten der Effizienz), gerade eben weil wir uns das leisten könnten (im Gegensatz zu anderen) und damit in einem Bündnis uns eben auf diese effektiveren aber ineffizienteren Lösungen spezialisieren könnten. Dies setzt aber natürlich die Zuverlässigkeit des Bündnisses voraus. Dies spricht stark für eine Bundeswehr, die eine spezialisierte Rolle einnimmt, und dafür bewusst auf die volle Breite der Fähigkeiten verzichtet. Allein schon dieser Gedanke aber ist bereits in dieser Bundesrepublik politisch unmöglich umsetzbar. Tatsächlich erzwingt die geringe Quantität der Bundeswehr, welche auch nicht sinnvoll geändert werden kann, eigentlich eine solche zuarbeitende Rolle als eine Elite innerhalb des Bündnisses, wobei die Masse von anderen gestellt wird. Bezüglich des Auftrag der Landesverteidigung könnte man diese dann im weiteren völlig anders organisieren, so dass die Bundeswehr auch in diesem Kontext eine der Landsverteidigung insgesamt zuarbeitende Elite wäre, die mit den Berufssoldaten primär spezialisierte Leistungen stellt.
Spezifisch nun zu dem Satz, dass ein Landkrieg heute raumgreifender geführt werden könnte. Meine eigentliche, wesentliche Kernaussage war nicht, dass er raumgreifender geführt werden könnte, sondern dass er raumgreifender geführt werden müsste, um tatsächliche Effekte zu erzielen. Und das dies aber extrem schwierig ist, aus einer Vielzahl von Gründen, die sich aus einem komplexen Wechselspiel von Technologie, Kampfweise, Strukturen, Logistik usw. ergeben. Das Problem ist also, dass die Operationen, wie sie heute für uns praktisch real möglich sind mit den uns real zur Verfügung stehenden mechanisierten Großkampfverbänden nicht raumgreifend genug geführt werden können. Damit werden diese Operationen eben sinnlos, weil sie keine Effekte erzielen. Der wesentliche Punkt ist also, dass die heutigen mechanisierten Großkampfverbände zwar immer noch durchbrechen können, dass dieser Durchbruch aber eben nicht die gleichen Effekte wie früher erzeugt und dass die für die Erzeugung dieser Wirkung notwendigen Befähigungen in den aktuellen mechanisierten Großkampfverbänden nicht gegeben sind, ergo man andere Einheiten für die Exploration "des Durchbruchs" (im weitesten Sinne) benötigt.
Beschließend zur Frage der Entscheidung im Krieg durch die Offensive. Die Grundaussage, dass Europa sich aufgrund der Umstände einen langwierigen Zermürbungskrieg nicht leisten kann, der Krieg daher kurz gehalten werden muss, ist eine meine Kernthesen seit langem. Das Problem daran ist, dass selbst eine weitreichende Offensvie tief in den russischen Raum keineswegs ein schnelles Kriegsende herbei führen würde. Das ist meine zweite Kernthese, dass der Besitz von Raum, dass Vordringen in Räume und die Besetzung von Räumen nicht mehr die gleiche Relevanz haben wie früher, insbesondere aber nicht gegenüber den Russen. Desweiteren muss man die unterschiedlichen möglichen Kriegsformen bedenken. Die jeweils unterschiedliche Lösungen, Vorgehensweise und unterschiedliche Streitkräfte erfordern. Und schlussendlich muss der Einsatz von zumindest taktischen Nuklearwaffen auf militärische Ziele als reale Möglichkeit mit eingeplant werden. Die Idee, die Bundeswehr rein auf einen konventionellen krieg mechanisierter Einheiten hin auszurichten, ist daher ebenfalls nur völlige strategische Konzeptlosigkeit.
Das heißt, jedes Vordringen in den russischen Raum darf genau so wenig wie der Durchbruch einfach nur Selbstzweck sein, geboren in Wahrheit in einem magischen Denken, dass dadurch der Feind zur Niederlage gebracht wird, denn genau das wäre in Bezug auf Russland eben nicht der Fall. Der Raum darf daher immer nur in Bezug auf das Ziel des Krieges gedacht werden. Und nicht in Bezug auf den Zweck des Krieges. Das heißt, die militärisch-strategische ebene muss überwiegen und auf dieser daher die möglichst schnelle Zerstörung der russischen Streitkräfte in dem, was ich früher immer etwas unpräzise als die "Auftaktschlacht" bezeichnet habe, worunter jedoch keine Schlacht im klassischen Sinne zu verstehen ist. Der Kampf auf russischem Gebiet kann daher nur Sinn machen, wenn er im Sinn einer solchen Auftaktschlacht in der ganzen Tiefe des feindlichen Raumes simultan geführt sich primär auf das Ziel des Krieges konzentriert.
Dazu ist der wesentliche Punkt, dass man für die wirkung in der Tiefe heute eben keine mechanisierten Verbände mehr benötigt, welche in diese vorstoßen um dort tatsächlich selbst präsent zu sein. Sehr weitgehend können Bewegung, Feuer und Präsenz gegeneinander verrrechnet werden. Entsprechend benötigen wir - dies auch insbesondere zur konventionellen Abschreckung - weitreichende Angriffsmittel und die Befähigung diese in die gesamt Tiefe des Raumes einsetzen zu können. Damit ließe sich zudem zugleich bedingt sogar der Einsatz von Nuklearwaffen bis zu bestimmten grenzen abschrecken ohne selbst nuklearwaffen gegen diese setzen zu müssen. Ganz beschließend sollte aber berücksichtigt werden, dass ein tatsächlich fähiges Russland in einem unkonventionellen Krieg knapp unterhalb oder entlang des militärischen Horizontes unsere anfälligen Gesellschaften sehr schnell an den Rand des Kollaps bringen könnte. Unser primärer Vorteil aktuell ist vor allem anderen die Unfähigkeit, Verkommenheit und Korruption der Russen, aber ob dies auf Dauer so sein wird sei dahin gestellt. Wir sind gegenüber einem ernsthaften unkonventionellen Krieg sehr schlecht aufgestellt, dabei ist dieser die wahrscheinlichste Kriegsform. Ironischerweise würden die dafür notwendigen Sicherheitsstrukturen auch zugleich die Landesverteidigung in anderen Fällen gewährleisten, auch im konventionellen und ironischerweise auch im atomaren Krieg, und zugleich diese Sicherheitsstrukturen die Bundeswehr in ihren berufseinheiten dafür "frei machen", im bündnis eine spezialisierte Rolle von Hochwertfähigkeiten zu bieten.
Im Fazit kann man festhalten, dass kriegsgeschichtlich schon oft militärisch, industriell und technologisch leistungsfähigere Gesellschaften dennoch gegen eigentlich schwächere Gegner verloren haben. Sehr oft aus politisch-strategischen Gründen (darüber haben wir ja schon ausgeführt), vor allem aber auch aufgrund der Sozialkultur. Weshalb jede Diskussion über die moderne Kriegsführung ohne eine soziologische Diskussion über die Gesellschaft insgesamt völlig sinnfrei ist. Auch die Strategielosigkeit unserer aktuellen Politik in militärischen Fragen ist meiner Auffassung nach daher ein Symptom und nicht die Ursache unserer eigentlichen Probleme. Man gefällt sich gerade eben deshalb in dieser Rolle (Verteidiger, Rechtsstaat, ritualisierte Kriegsführung), weil die Sozialkultur diese Rolle bedingt. Man will sich der Realität also deshalb nicht stellen, weil unsere Sozialkultur und die Realität so weitgehend auseinander klaffen. Das gilt schlussendlich für fast alle Bereiche der Sicherheitspolitik ,auf allen Ebenen.
