Vierter Golfkrieg
#91
(Gestern, 19:28)Quintus Fabius schrieb: ....

Was war sonst noch so los ?! Alles folgende ohne jede Gewähr:

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ich möchte das mit den politischen Neuigkeiten ergänzen - es wird immer deutlicher, welche Gründe nicht zum Angriff geführt haben und daher vorgeschoben sind:

Zitat:+++ 13:52 IAEA-Chef: Keine Anzeichen für Atomwaffen-Programm im Iran +++

Aus Sicht der UN-Atomwächter hat es keine Anzeichen für ein Kernwaffen-Projekt im Iran gegeben. "Wir sehen kein strukturiertes Programm zur Herstellung von Atomwaffen", antwortet der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in einer Pressekonferenz auf eine entsprechende Frage einer Journalistin. US-Präsident Trump hatte als Begründung für die jüngsten Angriffe auf den Iran unter anderem behauptet, dass die Islamische Republik dabei sei, ihr Nuklearprogramm zur Entwicklung von Atomwaffen wieder aufzubauen. Grossi schließt aber nicht aus, dass die aktuellen Militärschläge auf politischen Erwägungen beruhten, oder auf weiteren Informationen zum iranischen Atomprogramm, die der IAEA nicht vorlägen. Angesichts des Umfangs des Atomprogramms müssten IAEA-Inspektionen jedenfalls so bald wie möglich wiederaufgenommen werden, betont Grossi.
und vorher meldete die FR schon:
Zitat:Geheimdiensteinschätzung ignoriert: Iran stellte „keine unmittelbare Bedrohung“ darTrump griff trotzdem an
Stand:02.03.2026, 10:48 Uhr

Und damit folgt:
Zitat:„Boots on the ground“: Trump hat sich ins Iran-Dilemma manövriert – Folgen für die Weltpolitik drohen
...
und das "ohne Not"
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#92
Dazu auch:
IRAN: Ansage von Donald Trump gibt Rätsel auf! "Geheimdienste sagen, das wäre vollkommener Quatsch!"

btw:
die Tagesschau listet hier die möglichen Gründe für den US-Einsatz auf.
Man kann die Liste durcharbeiten und nach obigem schauen, was übrig bleibt
Zitat:Die offizielle Begründung
... in einer Videobotschaft auf seiner Social-Media-Plattform ... erklärt der Präsident, die iranische Bevölkerung habe jahrelang die Hilfe der USA erbeten - die nun endlich gewährt werde. Nun sollten die Iraner die Regierung "übernehmen". Trump hatte daraufhin mehrfach gedroht, das Land anzugreifen - diese Gewalt nun aber nur mit einem Satz erwähnt.
Vielmehr betonte Trump in seiner Begründung, es gehe darum,
= unmittelbare Bedrohungen für die Sicherheit der Vereinigten Staaten, ihrer Truppen und Übersee-Basen sowie ihrer Verbündeten zu beseitigen. Worin diese Bedrohung bestünde, blieb dabei unklar, genauere Erläuterungen gab es nicht.
= Zudem könnten das iranische Raketenprogramm sowie die Unterstützung militärischer Gruppen in der Region nicht weiter toleriert werden, so Trump. Auch eine nukleare Bewaffnung des Iran müsse verhindert werden.
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Die Rolle Israels und Saudi-Arabiens
Kein Regierungschef hat Trump so oft gesehen wie Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Dieser soll Trump immer wieder zu einem härteren Vorgehen gegen Iran gedrängt haben.
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Auch Saudi-Arabien könnte eine unerwartete Rolle gespielt haben. Die Washington Post berichtete, dass Kronprinz Mohammed bin Salman - den Trump auch als Handelspartner schätzt - den US-Präsidenten in den vergangenen Monaten mehrfach zu einem Angriff ermutigt habe. Der Kronprinz habe befürchtet, dass Iran, Erzrivale Saudi-Arabiens in der Region, sonst gestärkt aus der Krise hervorgehen werde. Saudi-Arabien bestreitet die Darstellung der Washington Post.
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Die strategische Lage
Am Freitag traf der größte Flugzeugträger der Welt, die USS Gerald R. Ford, vor der Küste Israels ein. Damit war der Aufbau der Streitmacht gegen Iran offenbar abgeschlossen - und die Voraussetzung für einen Angriff geschaffen.Am Rande könnte eine Rolle gespielt haben, dass der Flugzeugträger aus der Karibik vor Venezuela kam und nun schon seit Juni vergangenen Jahres auf See ist - eine ungewöhnlich lange Zeitspanne auch für ein atomgetriebenes Kriegsschiff, was schon vorher für Kritik in der Spitze der US-Marine führte. Möglicherweise floss das in den Zeitplan ein.Vor allem aber hatten die USA und Israel durch ihre Geheimdienste offenbar Kenntnis erlangt, dass Irans geistiger Führer, Ajatollah Ali Chamenei, am Samstagmorgen mit mehreren hochrangigen Vertretern der politischen und militärischen Führung in einem Gebäude mitten in Teheran zusammenkommen wollte. Damit bot sich eine unerwartete Gelegenheit für einen Angriff, ....

Der Faktor Innenpolitik
Präsident Trump befindet sich ein Jahr nach seinem zweiten Amtsantritt in einer innenpolitisch schwierigen Lage. Rund acht Monate vor den Zwischenwahlen sinken seine Umfragewerte. Eine Mehrheit der Bürger ist unzufrieden mit seiner wirtschaftlichen Bilanz, auch das Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE stößt viele US-Amerikaner ab. Trump muss damit rechnen, dass seine Republikaner bei den Zwischenwahlen eine oder beide Kammern des Kongresses verlieren und er damit viel von der Handlungsfreiheit verliert, die er sich in seinem ersten Jahr genommen hat. ...

Da Trump immer wieder damit gedroht hatte, den Iran anzugreifen, lag es nahe, dies bald zu tun, um Handlungsfähigkeit zu demonstrieren und einen etwaig längeren Konflikt möglichst weit von den Midterms fernzuhalten. Zudem wollten die Demokraten im Kongress in dieser Woche versuchen, den Präsidenten daran zu hindern, Iran eigenmächtig anzugreifen.
Unklar bleibt, ob Trump sich bei seinem Entschluss von seiner Euphorie nach dem Eingreifen in Venezuela leiten ließ - in den Tagen nach der Operation hatte er sich immer wieder davon begeistert gezeigt. Bei der Mehrheit seiner Anhänger kam der Präsident damit an. Und auch wenn 49 Prozent der US-Amerikaner nach einer neuen Umfrage gegen einen Angriff auf Iran sind, so zeigen sich demnach doch 30 Prozent unentschlossen. Nicht auszuschließen, dass Trump darauf baut, diese für sich zu gewinnen.
...
Für mich bleiben nur zwei Dinge ernsthaft übrig
= Netanjahu, wobei Trump bekanntlich relativ wankelmutig immer dem nachplappert, der zuletzt mit ihm gesprochen hat (dann würde der Schwanz mit dem Wolf wedeln) und
= innenpolitische Gründe.

In beiden Fällen zeigt sich Trump als Getriebener.

Wenn die Demokraten stark sind, werden sie in dieser Woche im Kongress den Versuch, "den Präsidenten daran zu hindern, Iran eigenmächtig anzugreifen" ummünzen in die Vorgabe, unverzüglich sämtliche Kampfhandlungen gegenüber dem Iran einzustellen und die US-Truppen aus der Region komplett abzuziehen.

Möglicherweise könnten die Demokraten dabei sogar mit einigen Republikanern an einem Strang ziehen:
MAGA nach IRAN-ANGRIFF: „Was zum Teufel macht ihr Verrückten da???“
«Widerlich und teuflisch»: Verliert Trump seine treuesten Fans?
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#93
Drei Fälle von Green on Blue ist schon beachtlich. Weiß man, ob das wenigstens in einem räumlichen und zeitlichen Zusammenhang geschah? Also etwas in der Art, dass die Kuwaiter drei Flugzeuge angriffen, die zusammen von einem Einsatz im Iran zurückkehrten?
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#94
@muck
Zitat:Drei Fälle von Green on Blue ist schon beachtlich. Weiß man, ob das wenigstens in einem räumlichen und zeitlichen Zusammenhang geschah? Also etwas in der Art, dass die Kuwaiter drei Flugzeuge angriffen, die zusammen von einem Einsatz im Iran zurückkehrten?
Ich hatte mir gestern im Laufe des Tages im Zug allerlei Videos angeschaut, es geistert bekanntlich mittlerweile dazu einiges durchs Netz. Und dabei konnte man grob folgendes feststellen (das ist nun meine Einschätzung):

- die F-15 flogen offenkundig von Ost nach West, kamen also mutmaßlich von einem Einsatz zurück.
- die Flughöhe dürfte wohl bei ca. 4.000 Metern gelegen haben (ist aber schwer zu schätzen).
- die Geschwindigkeit lag im Unterschallbereich, vielleicht Mach 0,6 bis 0,7.
- es gab keine erkennbaren Ausweichmanöver, so als wenn die Crews sich sicher fühlten und keinen Angriff erwarteten.
- ich fand keine Bilder, die einen Flare-Ausstoß etc. zeigten, d. h. es gab da wohl keine Gegenmaßnahmen.

Bedeutet: Ich vermute, die Vögel kamen von einem Einsatz über Iran zurück. Vielleicht haben die Crews sich sogar sicher gefühlt über kuwaitischem Luftraum und darüber geredet, was sie abends in der Bar trinken. Gleichzeitig jedoch sollen...

- die Iraner die betreffende Ali Al Salem Air Base, wo die Abschüsse in der Nähe stattfanden, mit 15 (?) ballistischen Raketen attackiert haben. Diese Flugkörper waren sicher auch erfasst worden.
- vermutlich war die kuwaitische Luftverteidigung also hochgradig nervös und hat auf alles geschossen, was man erfassen konnte.
- und die F-15 flogen in dieses Szenario hinein.

Schaut man sich nun die Bilder und Filmchen an, dann wirkt es fast so, als wenn die Kuwaitis bei einem Waffentest im Rahmen eines Manövers eine Reihe von "Zieldrohnen" abgeschossen hätten.

- schaut man sich zudem an, wie detonierende SAMs aussehen, wenn sie Flugzeuge treffen (besonders auch, wo der Schaden klassischerweise eintritt), dann hat man, wenn man sich eine der Sprengwolken anschaut und diese vergrößert, fast das klassische SAM-Zerleger-Bild.
- vergleicht man dieses wiederum mit Tests von detonierenden MIM-104 bei Drohnen-Schießübungen, dann gibt es dahingehend sowie beim Schadensbild (Brand am Triebwerk, Abmontieren des Heckleitwerks) frappierende Übereinstimmungen.

Fazit: Da waren keine iranischen Jets irgendwie involviert (zumal die CAP denen via BVR schnell die Zähne gezogen hätte), das ist m. M. n. ziemlicher Unfug, sondern es war eben so, dass eine übernervöse Luftabwehr der Kuwaitis, die mit einfliegenden Raketen rechnete, auf drei F-15-Crews traf, die vielleicht etwas übermüdet waren und nach erfolgreichem bombing run (oder ggf. auch einer CAP) zurückkehrten, sich sicher fühlten und vielleicht darüber redeten, dass man den Mullahs ja ordentlich einen mitgegeben habe. Man rechnete nicht mit einem Angriff, und als es dann urplötzlich doch geschah, konnte man nicht mehr reagieren und es schepperte eben. Die mit relativ niedriger Geschwindigkeit fliegenden Maschinen erhielten Treffer am Heck, legten sich auf den Rücken und zogen Halbschleifen, gerieten dann ins Flachtrudeln und verloren dabei ihre Seitenleitwerke.

Bitter. Aber sowas kann im Krieg leider passieren.

PS: Die Crews haben alle überlebt, allerdings sollen lt. greifbaren Bildern zwei verletzt sein.

Schneemann
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#95
Dank dir!

Nebenbei, das wäre beachtlich, wenn die F-15 alle eine PAC-2 abbekommen hätten und die Crews trotzdem unverletzt aussteigen konnten. Natürlich ist die Eagle ziemlich groß, aber der Gefechtskopf des Interzeptors ist eine ordentliche Hausnummer. Ich habe Aufnahmen von Patriot-Testschüssen auf QF-4 gesehen, die zerbarsten bereits in der Luft.
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#96
Ich knüpfe mal an meine beiden Postings an:
(Gestern, 20:10)Kongo Erich schrieb: ich möchte das mit den politischen Neuigkeiten ergänzen - es wird immer deutlicher, welche Gründe nicht zum Angriff geführt haben und daher vorgeschoben sind:
Zitat:+++ 13:52 IAEA-Chef: Keine Anzeichen für Atomwaffen-Programm im Iran +++
und vorher meldete die FR schon:
Zitat:Geheimdiensteinschätzung ignoriert: Iran stellte „keine unmittelbare Bedrohung“ dar
...
sowie
(Gestern, 21:25)Kongo Erich schrieb: Dazu auch:
IRAN: Ansage von Donald Trump gibt Rätsel auf! "Geheimdienste sagen, das wäre vollkommener Quatsch!"

btw:....
Für mich bleiben nur zwei Dinge ernsthaft übrig
= Netanjahu, wobei Trump bekanntlich relativ wankelmutig immer dem nachplappert, der zuletzt mit ihm gesprochen hat (dann würde der Schwanz mit dem Wolf wedeln) und
= innenpolitische Gründe.

In beiden Fällen zeigt sich Trump als Getriebener.
...
Inzwischen berichtet der FOCUS:
Zitat:USA schieben Israel immer mehr Verantwortung für Iran-Krieg zu
Dienstag, 3. März, 4.40 Uhr: Führende US-Republikaner rücken zur Begründung für den eigenen Angriff auf den Iran nun zunehmend Israels Agieren in den Fokus. "Israel war entschlossen, hier zu seiner eigenen Verteidigung zu handeln, mit oder ohne amerikanische Unterstützung", sagte der republikanische Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson. US-Außenminister Marco Rubio sagte gegenüber Journalisten: "Die unmittelbare Gefahr bestand darin, dass wir wussten, dass der Iran, wenn er angegriffen würde – und wir gingen davon aus, dass er angegriffen werden würde –, sofort gegen uns vorgehen würde."

"Wir wussten, dass es zu einem israelischen Eingreifen kommen würde. Wir wussten, dass dies einen Angriff auf die amerikanischen Streitkräfte auslösen würde", führte Rubio weiter aus. Die USA seien zu der Einschätzung gekommen, dass sie mehr Verletzte und Tote zu verzeichnen hätten, wenn sie unter diesen Umständen nicht "präventiv" gegen den Iran vorgegangen wären. "Wir haben proaktiv auf defensive Weise gehandelt, um zu verhindern, dass sie größeren Schaden anrichten." Bisher kamen sechs US-Soldaten ums Leben.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu dagegen sagte dem US-Fernsehsender Fox News: "Der Grund, warum wir jetzt handeln mussten", sei, dass der Iran nach den Bombardierungen seiner Atomanlagen und seiner Raketenarsenale im vergangenen Jahr mit dem Bau "neuer Anlagen, unterirdischer Bunker" begonnen habe. Das Raketen- und "Atombombenprogramm" wäre sonst "innerhalb von Monaten" unangreifbar gewesen, behauptete Netanjahu. Wenn man jetzt nicht gehandelt hätte, "hätte man in Zukunft nichts mehr tun können".
und gestern schon
Zitat:Pentagon wusste, dass der Iran keinen Erstschlag plant
Montag, 02.03.2026 9.35 Uhr: Wie Mitarbeiter des Pentagons in einem Medienbriefing zugegeben haben, wusste die Trump-Regierung, dass der Iran keinen Erstschlag auf US-Militäreinrichtungen plante. Es habe keine Anzeichen für einen derartigen Angriff gegeben, sagten die Pentagon-Mitarbeiter laut dem Reporter Zachary Cohen vom US-Sender CNN.

Das ist relevant. Die US-Regierung hatte nämlich den Iran-Angriff unter anderem damit begründet, dass der Iran plane, die USA und Israel anzugreifen. Dies diente als eine Begründung, warum der Angriff bereits jetzt stattfand. Nun kommt durch den CNN-Bericht heraus: Das Pentagon wusste, dass der Iran nur bei einem Angriff durch die USA oder Israel reagieren werde.
also:
a)
der kleinste und schwächste aus meiner Straßengang will ein Mitglied einer anderen Gang vermöbeln - und zwar ohne belegbaren Grund. Und damit dieses Mitglied beim zurück hauen nicht mich trifft, prügle ich von Anfang an ebenfalls mit.
b)
die Manie von Netanjahu ist sein Jahrzehnten bekannt. Seine Fixierung auf die fiktiven Atombomben von Iran ist ebenso seit Jahrzehnten unbeweisbar und hielt keiner Überprüfung durch die dazu berufenen Kontrolleure stand. Es kommt dagegen immer wieder der Verdacht auf, mit seiner schon fast krankhaft wirkenden Obsession über die Bedrohung von Außen wolle er von eigenen Verfehlungen (z.B. Bestechlichkeit) ablenken.
c)
Der "ich möchte den Friedensnobelpreis-Typ" lässt sich also vom Ministerpräsidenten eines Landes, der seit Jahrzehnten bekanntermaßen grundlos über atomare Bedrohungen schwadroniert, in einen massiven Krieg treiben, dessen unabsehbare Folgen nicht nur in der Region, sondern auch für die engsten Verbündeten belastend wirken

Toll
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