Vor 5 Stunden
Dazu erklärt Trump im Wortlaut: Militäreinsatz gegen eine "sehr böse radikale Diktatur"
Das Narrativ einer Seite - ganz egal von welcher - sollte nie als Begründung für militärische Auseinandersetzungen dienen.
Ich wechsle mal den Standpunkt und schau auf die Kriege mit US-Beteiligung so rund die letzten 60 Jahre etwas zurück (die Kriege mit russischer Beteiligung wie Afghanistan, Georgien, Syrien oder Afrika lass ich mal weg - das wäre ja kein "Standpunktwechsel"):
1. aktueller Angriff auf den Iran (durch Netanjahu und DT, Republikaner):
- der hatte nur wenige Stunden vorher angeboten, auf die Lagerung angereicherten Urans zu verzichten und ist nun einmal auch Mitglied im Atomwaffensperrvertrag, was ihm eine friedliche nukleare Nutzung erlaubt
Ergänzend
Berliner Zeitung: Das Völkerrecht mit Füßen treten: Riskanter Beifall für Trumps und Netanjahus Angriff im Iran
LTO: Wie Israel und Iran das Völkerrecht angreifen
SPIEGEL: »Dies ist ein gewollter Krieg, der gegen das Völkerrecht verstößt und auch nach US-Recht illegal ist«
Tagesschau: "Diese Luftangriffe sind völkerrechtswidrig"
ZEIT: "Das Völkerrecht scheint keine Rolle mehr zu spielen"
2. Entführung des amtierenden venezolanischen Präsidenten (durch DT, Republikaner):
- statt der vorgeschobenen "Drogenbekämpfung" wird der Zugriff auf das Öl immer deutlicher
3. Angriff auf Iran im Sommer 2025 (durch Netanjahu und Donald Trump, Republikaner):
Wikipedia:
4. Angriff auf Libyen im Frühsommer 2011 (durch Barak Obama, Demokraten u.a.)
Der UN-Sicherheitsrat verständigt sich auf eine Libyen-Resolution. Diese geht über eine Flugverbotszone hinaus. Auch Panzer und Artilleriestellungen können bombardiert werden. Zusätzlich zur Flugverbotszone, marschierten amerikanische und britische Soldaten in Libyen ein.
Daraus wird eine komplexe Mission "Regime-Change" weit über die Ermächtigung des Sicherheitsrates hinaus. Im Ergebnis ist das wohlhabendste Land Afrikas ins Chaos gestürzt worden. Sirte ist beispielsweiße der wichtigste Stützpunkt des gefürchteten Islamischen Staates (IS) außerhalb von Syrien und dem Irak.
5. Angriff auf den Irak im Frühsommer 2003 (durch George W. Bush, Republikaner)
Der Angriff erfolgte ohne UN-Mandat, basierend auf der (später als falsch erwiesenen) Annahme, Hussein besitze Massenvernichtungswaffen. Der Krieg (Blut für Öl?) hat langfrisitig zur Destabilisierung der ganzen Region geführt (Entstehungsgeschichte IS)
6. Krieg in Afghanistan im Herbst 2001 (durch George W. Bush, Republikaner)
... endete mit dem Sieg der 1994 gegründeten deobandisch-islamistischen Terrorgruppe Taliban.
7. Befreiung von Kuwait (Zweiter Golfkrieg) auf Grundlage der Resolution 678 des UN-Sicherheitsrates im Januar 1991: ob die dem US-Kongress und der UN vorgelegten "Gräuel-Beweise" wirklich stichhaltig waren, ist heute eine kaum mehr umstrittene Frage - ich erinnere an den dramatischen Auftritt (Brutkastenlüge, 1990) der Tochter des kuwaitischen Botschafters
8. Jugoslawienkriege auf dem Balkan in den 1990er Jahren mit Bill Clinton (Demokraten):
"Befreiungskriege" sind die fast zwangsläufige Folge von zerfallenden Imperien. Die dominanten Ethnien wollen ihre Machstellung nicht aufgeben - wir sehen das heute anlässlich der Ukraine - und die "unterdrückten" Ethnien wollen selbstständig sein. Das war in den Jugoslawienkriegen nicht anders.
9. US-Invasion in Panama 1989 - 1990 (durch George Bush, Republikaner):
in Fortsetzung eines erfolglosen Militärputsch gegen Noriegas Regime wenige Monate zuvor führt zum Widerstand aller Mitglieder der Organisation Amerikanischer Staaten (Resolution vom 22.12.1989)
10. Einstieg in den Vietnamkrieg bzw. dessen Ausweitung (Präsident Lyndon B. Johnson, Demokraten 1965):
Nach dem fingierten Tonkin-Zwischenfall von 1964 ließ Präsident Lyndon B. Johnson im Februar 1965 erstmals Nordvietnam direkt bombardieren.
Im Ergebnis ist die (nordvietnamesische) Herrschaft über das "geeinte Vietnam" und eine bis heute andauernde Beeinträchtigung der US-Interessen in Südostasien fest zu stellen.
11. Invasion in der Schweinebucht (Kuba) im April 1961 (durch John F. Kennedy, Demokraten);
hätte in der nachfolgenden Entwicklung fast zu einem nuklearen Schlagabtausch mit Russland geführt und belastet bis heute die US-Amerikanische Reputation in Lateinamerika
Von diesen 11 kriegerischen Auseinandersetzungen sind die weit überwiegende Mehrheit also von der Begründung oder/und auch vom Ergebnis her ... zumindest zu hinterfragen.
Wollen wir jetzt die USA als logische Konsequenz dieser Erkenntnis als "Bedrohung für andere Länder" bezeichnen?
Und rechtfertigt dies dann "chirurgische Tötungsschläge" gegen die Regierung der USA?
Zitat:...mit dieser Begründung habe ich so meine Schwierigkeiten. Denn wer "sehr böse" oder "radikal" und auch wer "eine Diktatur" ist, liegt immer im Auge des Betrachters.
Israel und die USA haben massive Luftangriffe gegen den Iran begonnen. US-Präsident Donald Trump begründete das militärische Vorgehen am Samstag in einer Ansprache mit "Bedrohungen" durch den Iran für die USA und andere Länder. Die wichtigsten Passagen von Trumps Erklärung im Wortlaut:
"Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten haben große Kampfeinsätze im Iran begonnen. Unser Ziel ist es, die amerikanische Bevölkerung zu verteidigen, indem wir die unmittelbaren Bedrohungen durch das iranische Regime ausschalten, eine bösartige Gruppe von sehr harten, furchtbaren Menschen. Seine bedrohenden Aktivitäten gefährden direkt die Vereinigten Staaten, unsere Soldaten, unsere Stützpunkte im Ausland und unsere Verbündeten in aller Welt.
...
Das Narrativ einer Seite - ganz egal von welcher - sollte nie als Begründung für militärische Auseinandersetzungen dienen.
Ich wechsle mal den Standpunkt und schau auf die Kriege mit US-Beteiligung so rund die letzten 60 Jahre etwas zurück (die Kriege mit russischer Beteiligung wie Afghanistan, Georgien, Syrien oder Afrika lass ich mal weg - das wäre ja kein "Standpunktwechsel"):
1. aktueller Angriff auf den Iran (durch Netanjahu und DT, Republikaner):
- der hatte nur wenige Stunden vorher angeboten, auf die Lagerung angereicherten Urans zu verzichten und ist nun einmal auch Mitglied im Atomwaffensperrvertrag, was ihm eine friedliche nukleare Nutzung erlaubt
Ergänzend
Berliner Zeitung: Das Völkerrecht mit Füßen treten: Riskanter Beifall für Trumps und Netanjahus Angriff im Iran
LTO: Wie Israel und Iran das Völkerrecht angreifen
SPIEGEL: »Dies ist ein gewollter Krieg, der gegen das Völkerrecht verstößt und auch nach US-Recht illegal ist«
Tagesschau: "Diese Luftangriffe sind völkerrechtswidrig"
ZEIT: "Das Völkerrecht scheint keine Rolle mehr zu spielen"
2. Entführung des amtierenden venezolanischen Präsidenten (durch DT, Republikaner):
- statt der vorgeschobenen "Drogenbekämpfung" wird der Zugriff auf das Öl immer deutlicher
3. Angriff auf Iran im Sommer 2025 (durch Netanjahu und Donald Trump, Republikaner):
Wikipedia:
Zitat:Der IAEA‑Generaldirektor Rafael Grossi stellte klar, dass die IAEA niemals Israel Deckung für seine Luftangriffe auf iranische Nuklearstandorte gegeben habe. Er wies Behauptungen zurück, wonach Inspektoren oder Berichte Hinweise geliefert hätten, die eine solche Vorgehensweise rechtfertigen könnten.
4. Angriff auf Libyen im Frühsommer 2011 (durch Barak Obama, Demokraten u.a.)
Der UN-Sicherheitsrat verständigt sich auf eine Libyen-Resolution. Diese geht über eine Flugverbotszone hinaus. Auch Panzer und Artilleriestellungen können bombardiert werden. Zusätzlich zur Flugverbotszone, marschierten amerikanische und britische Soldaten in Libyen ein.
Daraus wird eine komplexe Mission "Regime-Change" weit über die Ermächtigung des Sicherheitsrates hinaus. Im Ergebnis ist das wohlhabendste Land Afrikas ins Chaos gestürzt worden. Sirte ist beispielsweiße der wichtigste Stützpunkt des gefürchteten Islamischen Staates (IS) außerhalb von Syrien und dem Irak.
5. Angriff auf den Irak im Frühsommer 2003 (durch George W. Bush, Republikaner)
Der Angriff erfolgte ohne UN-Mandat, basierend auf der (später als falsch erwiesenen) Annahme, Hussein besitze Massenvernichtungswaffen. Der Krieg (Blut für Öl?) hat langfrisitig zur Destabilisierung der ganzen Region geführt (Entstehungsgeschichte IS)
6. Krieg in Afghanistan im Herbst 2001 (durch George W. Bush, Republikaner)
... endete mit dem Sieg der 1994 gegründeten deobandisch-islamistischen Terrorgruppe Taliban.
7. Befreiung von Kuwait (Zweiter Golfkrieg) auf Grundlage der Resolution 678 des UN-Sicherheitsrates im Januar 1991: ob die dem US-Kongress und der UN vorgelegten "Gräuel-Beweise" wirklich stichhaltig waren, ist heute eine kaum mehr umstrittene Frage - ich erinnere an den dramatischen Auftritt (Brutkastenlüge, 1990) der Tochter des kuwaitischen Botschafters
8. Jugoslawienkriege auf dem Balkan in den 1990er Jahren mit Bill Clinton (Demokraten):
"Befreiungskriege" sind die fast zwangsläufige Folge von zerfallenden Imperien. Die dominanten Ethnien wollen ihre Machstellung nicht aufgeben - wir sehen das heute anlässlich der Ukraine - und die "unterdrückten" Ethnien wollen selbstständig sein. Das war in den Jugoslawienkriegen nicht anders.
Zitat:Durch schlagkräftige – allerdings bis heute völkerrechtlich umstrittene – Kampfeinsätze der NATO konnten die Kriege auf dem Balkan im Jahr 1999 schließlich beendet werden. Zur Kontrolle und Stabilisierung der Region blieben über Jahre hinweg NATO-Friedenstruppen und Schutztruppen in der Region. Im Kosovo sind die KFOR-Truppen der NATO bis heute vor Ort. Bis heute gibt es noch Spannungen, die überwunden werden müssen.
9. US-Invasion in Panama 1989 - 1990 (durch George Bush, Republikaner):
in Fortsetzung eines erfolglosen Militärputsch gegen Noriegas Regime wenige Monate zuvor führt zum Widerstand aller Mitglieder der Organisation Amerikanischer Staaten (Resolution vom 22.12.1989)
10. Einstieg in den Vietnamkrieg bzw. dessen Ausweitung (Präsident Lyndon B. Johnson, Demokraten 1965):
Nach dem fingierten Tonkin-Zwischenfall von 1964 ließ Präsident Lyndon B. Johnson im Februar 1965 erstmals Nordvietnam direkt bombardieren.
Im Ergebnis ist die (nordvietnamesische) Herrschaft über das "geeinte Vietnam" und eine bis heute andauernde Beeinträchtigung der US-Interessen in Südostasien fest zu stellen.
11. Invasion in der Schweinebucht (Kuba) im April 1961 (durch John F. Kennedy, Demokraten);
hätte in der nachfolgenden Entwicklung fast zu einem nuklearen Schlagabtausch mit Russland geführt und belastet bis heute die US-Amerikanische Reputation in Lateinamerika
Von diesen 11 kriegerischen Auseinandersetzungen sind die weit überwiegende Mehrheit also von der Begründung oder/und auch vom Ergebnis her ... zumindest zu hinterfragen.
Wollen wir jetzt die USA als logische Konsequenz dieser Erkenntnis als "Bedrohung für andere Länder" bezeichnen?
Und rechtfertigt dies dann "chirurgische Tötungsschläge" gegen die Regierung der USA?

