(Luft) Embraer (K)C-390 Millennium
#16
Zitat:Interessant ist, warum UK alle C-130 ersatzlos abgeschafft hat... Die fliegen nur noch die dicken Kisten.

Weil sie einfach pleite sind

Zitat:Und jede nicht verkaufte C-130J ist ein Blick in die Zukunft und nicht auf das letzte Jahrhundert.

Das man mit C-390 Hubschrauber in der Luft betanken kann bezweifle ich mal

Als taktischer Transporter kann die c130 aber auch 12 t als außenlast unter den Tragflächen mitführen . Die höhere Nutzlast beschränkt sich also auf 5 t mehr im Frachtraum .
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#17
Mangels Alternativen wurde die C-130 immer wieder von Nutzern beschafft, die eigentlich andere Anforderungen hatten, und für Aufgaben eingesetzt, die nicht ihrem eigentlichen naturell entsprachen. Das Konzept der C-390 unterscheidet sich in einigen wesentlichen Punkten von der Herkules und passt daher besser zu einigen, tatsächlich nicht wenigen Nutzern. Dies spielt bei den Verkäufen natürlich eine Rolle, neben anderen Aspekten, die immer relevant sind (wie beispielsweise politische Entscheidungen), deswegen ist die C-390 aber nicht das modernere Konzept.

Embraer scheint ein gutes Flugzeug entwickelt zu haben, wenn man die veröffentlichten Leistungsdaten und die bisher erreichten Meilensteine betrachtet. Wie gut das alles in der militärischen Praxis funktioniert muss sich erst zeigen. Für das Unternehmen ist jetzt wichtig, die Produktion entsprechend den Planungen auszubauen. In den ersten fünf Jahren sind kein dutzend Maschinen ausgeliefert worden, für das nächste Jahr sind sechs Flugzeuge geplant, bis zum Ende des Jahrzehnts eine Maschine pro Monat.

Die Betankung von Hubschraubern hat Embraer in Aussicht gestellt, der Flugleistungsbereich soll das hergeben.
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#18
(17.12.2024, 17:37)alphall31 schrieb: Weil sie einfach pleite sind
Sagen wir's mal so: Hätte sich nicht die Gelegenheit zur Kooperation mit Frankreich ergeben, hätte Deutschland die Hercules auch nicht gekauft. Die C-130J ist für A400M-Betreiber ein gutes Extra, aber kein Must-have.
(17.12.2024, 17:37)alphall31 schrieb: Das man mit C-390 Hubschrauber in der Luft betanken kann bezweifle ich mal
Ich nicht. Die KC-390 hat eine Vs von 104 KTAS, die CH-47F z.B. eine Vc von 157 KTAS. Da ist also ein Polster von 40-50 KTAS (~75 km/h). Zumindest dem Katalog zufolge hat die KC-390 sogar bessere Langsamflugeigenschaften als die A400M (Vs 118 KTAS), und die kann mittlerweile auch Drehflügler betanken. Wenn da keine unerwarteten Probleme auftauchen wie bei der A400M, dürfte das Thema eigentlich leicht zu handeln sein.

Und selbst die unerwarteten Probleme lassen sich lösen, bei der A400M nahm man einfach einen längeren Schlauch.
(19.12.2024, 12:29)Helios schrieb: Wie gut das alles in der militärischen Praxis funktioniert muss sich erst zeigen.
Das ist für mich das einzige Fragezeichen. Die Leistungsdaten (insb. zu den Betriebskosten) scheinen nämlich alle von Embraer selbst zu kommen.
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#19
(19.12.2024, 17:47)muck schrieb: Ich nicht. Die KC-390 hat eine Vs von 104 KTAS, die CH-47F z.B. eine Vc von 157 KTAS. Da ist also ein Polster von 40-50 KTAS (~75 km/h). Zumindest dem Katalog zufolge hat die KC-390 sogar bessere Langsamflugeigenschaften als die A400M (Vs 118 KTAS), und die kann mittlerweile auch Drehflügler betanken.

Deine Zahlen passen nicht, der A400M hat Luftbetankungen mit Hubschraubern bis runter auf 105 kcas in Höhen zwischen 300 und 3000 Metern bereits nachgewiesen (Stall Speed liegt unter 80 kcas). Embraer gibt für die C-390 einen Bereich von 120 bis 140 kcas bei Höhen von 600 bis 3000 Metern an, hat meines Wissens aber noch keinen Nachweis darüber gebracht. Für Hubschrauber ist das nicht optimal, zumindest nicht unter Last.
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#20
Zur KC-390: Erster Google-Treffer. Der Artikel verschweigt, dass dazu Flaps 40 nötig ist. Embraer spricht im Firmenprospekt von einem verifizierten Einsatzbereich für Luftbetankungen unter Normalbedingungen zwischen 120 und 300 KCAS: (Broschüre)

Die Zahl zur A400M kommt aus dem Sevilla-Unfallbericht.

Stall Speed unter 80 KCAS? Ist das nicht ein bisschen optimistisch? Das wären ja nur rund 10 Knoten mehr als auf STOL getrimmte Flugzeuge wie die M28 Skytruck.
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#21
Der niedrige Wert beim A400M ergibt sich aus der Anströmung der Tragflächen durch die Propeller, das ist gerade hinsichtlich der Sicherheit im Langsamflug ein großer Vorteil, weil über den Triebwerkschub unmittelbar ein erweiterter Sicherheitsbereich erzeugt wird. Ohne das liegt Vs bei knapp unter 100 Knoten. Es gab vor etlichen Jahren mal einen guten Pilot's Report in der Aviation Week (oder war es Flight International?) dazu, kann ich auf Wunsch raussuchen (dann auch mit genauen Werten). Den erflogenen Betankungsbereich habe ich ja erwähnt, dazu gibt es eine entsprechende Airbus-Pressemitteilungen:
https://www.airbus.com/en/newsroom/press...tification

Wurde der Unfallbericht veröffentlicht? Da müsste ich mich mal drum bemühen.

Die Auftriebserzeugung der C-390 ist im Vergleich deutlich einfacher, das ist nichts schlechtes, es ermöglicht signifikant geringere Kosten, sorgt aber im taktischen Bereich für gewisse Nachteile. Es bleibt abzuwarten, ob die dafür doch recht guten Prospektwerte auch in der Realität zutreffen.
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#22
Zitat: Sagen wir's mal so: Hätte sich nicht die Gelegenheit zur Kooperation mit Frankreich ergeben, hätte Deutschland die Hercules auch nicht gekauft. Die C-130J ist für A400M-Betreiber ein gutes Extra, aber kein Must-have.

Die Hercules wären auch ohne Frankreich beschafft worden . Ein Transporter für kleinere Flächen wurde eh gefordert und war zu dem Zeitpunkt der Beschaffung noch garnicht absehbar das Airbus ihr Projekt a400m mal unter Kontrolle kriegen würde. Luftbetankung war ja nicht die einzige Fähigkeit die man bezahlte aber nicht bekam zum damaligen Zeitpunkt. Es sind ja bis heute noch nicht mal alle Flugzeuge ausgeliefert.
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#23
(20.12.2024, 09:01)Helios schrieb: Wurde der Unfallbericht veröffentlicht? Da müsste ich mich mal drum bemühen.
Ich schau mal, ob ich ihn noch irgendwo gespeichert habe. Aber es kann natürlich sein, und daran hatte ich nicht gedacht, dass das Muster inzwischen für eine niedrigere Vs zertifiziert wurde.
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#24
Und schon wieder ein neuer NATO-Kunde der Embraer:

Litauen plant Beschaffung von drei Embraer C-390 Transportflugzeugen https://share.google/cJg9MJng21x14Gb6D

Wieso, zum Henker, hat Deutschland bei der Beschaffung der 6 Hercules nicht auf die Meinung der Experten gehört und die Embraer gekauft?

Sie entwickelt sich neben dem ergänzenden A400M zum NATO-Standardflugzeug in Europa und am Ende ist die Hercules auch in der J-Variante in Europa ein Exot.

Vielleicht ist es ja noch nicht zu spät und wir steigen in ein paar Jahren ebenfalls in diesen Zug ein.
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#25
Welche Experten sollen den das gewesen sein , die ein Flugzeug empfohlen haben welches noch gar nicht auf dem Markt war?
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#26
https://www.flightglobal.com/fixed-wing/...77.article

Die Weiterentwicklung zum Tanker mit Boom geht in die nächste Phase.

Das könnte ein wirklicher Durchbruch des Flugzeugs bei Betreibern von Kampfflugzeugen mit Boom-Luftbetankung sein.
Denn nicht jede Nation möchte dafür 330MRTT oder 767-Tanker bestellen.

Ich würde mir wünschen, dass Airbus hier nach zieht.
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#27
(20.02.2026, 10:32)Bairbus schrieb: Das könnte ein wirklicher Durchbruch des Flugzeugs bei Betreibern von Kampfflugzeugen mit Boom-Luftbetankung sein.
Denn nicht jede Nation möchte dafür 330MRTT oder 767-Tanker bestellen.

Ich würde mir wünschen, dass Airbus hier nach zieht.

Die Frage ist, auch wenn man sich die 330MRTT leisten kann oder schon leistet, ob es nicht sinnvoller/wirtschaftlicher sein kann auch kleinere Einheiten einzusetzen.

Wenn eine englische QRA über dem Atlantik einen Tanker braucht, dann muss man nicht unbedingt einen A330 rausschicken. Die zwei EF kann auch eine KC-390 je zweimal betanken.

Wenn man das eine tut muss man das andere ja nicht lassen: Die 330MRTT sollen natürlich bleiben, gerne auch mehr. Aber es würde grade für die vielen F-35 Nutzer vielleicht Sinn machen einen Pool von KC-390 auf zu bauen.
...und es gibt doch schon viele Nutzer der C-390 in Europa. Da kann es Sinn machen diese Variante zu beschaffen.
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#28
Für mich hat Airbus hier eine Lücke im Programm, die hoffentlich schnell gefüllt wird.

Denn in Europa setzt sich die F-35A sehr stark als Ersatz alter Kampfflugzeuge durch, die keinen Boom benötigten, sondern das Schlauchtrichter-Verfahren. Zusätzlich gibt es viele Luftwaffen, die Kampfflugzeugen mit beiden Systemen einsetzen.

Also ist der logische Schluss, dass möglichst viele Tankflugzeuge auch beide Systeme zur selben Zeit verfügbar haben.
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#29
Sicher sollten Tankflugzeuge idealerweise Flugzeuge mit beiden Systemen versorgen können.

In Europa ersetzt die F-35 hauptsächlich die F-16, beide verwenden das flying boom-Verfahren. Lediglich die finnischen F-18 hatten das hose and drogue-System.

Was sich ändert ist, dass die Niederlande, Belgien, und Dänemark teilweise jetzt einen bis zu 1500 km weiteren Anflug bis ins Zielgebiet haben.
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#30
(20.02.2026, 18:04)Kopernikus schrieb: Sicher sollten Tankflugzeuge idealerweise Flugzeuge mit beiden Systemen versorgen können.

In Europa ersetzt die F-35 hauptsächlich die F-16, beide verwenden das flying boom-Verfahren. Lediglich die finnischen F-18 hatten das hose and drogue-System.

Was sich ändert ist, dass die Niederlande, Belgien, und Dänemark teilweise jetzt einen bis zu 1500 km weiteren Anflug bis ins Zielgebiet haben.

Da fehlen aber einige Flugzeuge...

Die F-35A wird in Italien und bei uns als Tornado-Ersatz eingeführt.
Die Briten werden neben den F-35B nun auch F-35A betreiben. Also zwei Betankungssysteme.

Zusätzlich kommt die F-35A auch in Länder Osteuropas und Griechenland in den Betrieb.
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