Russland vs. Ukraine
(Gestern, 08:17)muck schrieb: Zum Vergleich: Den Vereinten Nationen zufolge betrug die männliche russische Bevölkerung im wehrfähigen Alter 2019 35 Mio. Personen. (Quelle) Demnach könnte dieser Krieg also bereits jeden hundertsten russischen Mann das Leben gekostet haben.

Gibt es die Zahlen auch aufgeschlüsselt nach Volkszugehörigkeit?
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Meiner Kenntnis nach nein, aber es ist allgemeiner Konsens (auch in Russland) dass die Verluste der ethnischen Minderheiten weit überproportional sind. Am stärksten betroffen dürften die Burjaten sein.

Zudem wurden etliche Lager, Gefängnisse und auch Psychatrien geschlossen bzw. zusammen gelegt, schlicht und einfach weil die Zahl der Insassen so dermaßen abgenommen hat.

Es gibt aber auch bestimmte Gegenden im europäischen Russland die überproportional getroffen sind, primär die Gebiete um die Standorte der VDV.
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(Gestern, 20:43)lime schrieb: Gibt es die Zahlen auch aufgeschlüsselt nach Volkszugehörigkeit?
Falls Du damit Zensus-Daten meinst, der letzte Zensus erfolgte 2022, die Aufschlüsselung nach Nationalitäten findest Du hier, in Tabelle 7: (Link) Lässt sich z.B. mit DeepL übersetzen.

Für die geographische bzw. ethnische Verteilung der Kriegsfolgen in Russland selbst gibt es nur Indizien.

Die Finnische Zentralbank veröffentlichte 2024 eine Studie zu Veränderungen im Einkommen russischer Haushalte seit Beginn der Mobilisierung. (Quelle) Im Vergleich zur allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung lässt sich so nachvollziehen, wo Haushalte von Prämien und Soldzahlungen profitierten.

Die Auswertung zeigte klar, dass die Russen ihren Feldersatz weit überwiegend aus ärmeren und solchen Teilrepubliken generieren, in denen Slawen bzw. orthodoxe Christen in der Minderheit sind.

Der Schwerpunkt liegt auf den Föderationssubjekten südlich von Don und Wolga, dem Kreis der Nenzen, Baschkortostan, Tuwa, Burjatien und den südlichen Föderationssubjekten Sibiriens und Russisch-Fernosts.

Aus (den freilich unvollständigen) 'Mediazona'-Zahlen lässt sich eine erhöhte Belastung der ethnischen Minderheiten ableiten. (Quelle)

Kleinere Ethnien drohen in ihrer bisherigen Form durch den Krieg tatsächlich unterzugehen, teils durch Bevölkerungsschwund, teils dadurch, dass der Frauenüberschuss zum Einheiraten anderer Ethnien führt.
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Damit es nicht untergeht:
Laut 'DeepState' haben die Ukrainer vorgestern ihre letzten Stellungen am Rand von Torezk aufgegeben. Die Schlacht um die Stadt hat 550 Tage gedauert. Die Gesamtverluste beider Seiten dürften hoch fünfstellig sein.
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Die Russen nahmen damit im übrigen nach ungefähr 550 Tagen Kämpfe ein Gebiet von ungefähr 70 Quadratkilometern ein. Bei Verlusten in mittlerer fünfstelliger Höhe (vermutlich irgend was zwischen 30.000 und 60.000 Mann).

Pro Tag kamen sie also gemittelt ungefähr 0,1 bis 0,15 Quadratkilometer voran, und verloren irgendwas zwischen 50 und 100 Soldaten pro 0,1 Quadratkilometer.

Die Stadt machte mal Sinn als Logistikknotenpunkt bzw. in Bezug auf ihre Lage zu anderen Stellungen südlich davon, ist aber jetzt nur noch eine menschenleere Totalruine ohne jeden strategischen Wert. Schlussendlich für Jahre unbewohnbar und nicht benutzbar. Die Zerstörungen sind teilweise so drastisch, dass selbst Unterkünfte für die Soldaten in der Stadt in den Trümmern allenfalls provisorisch errichtet werden können.

Vereinzelt soll es noch kleine ukrainische Widerstandsnester geben, deren endgültige Vernichtung sich vermutlich auch noch Wochen hinziehen wird.

Auf die Breite der Stadtfläche gerechnet drangen die Russen damit übrigens gemittelt 5 bis 10 m pro Tag vor, mit gemittelt 90 Mann Verlusten pro 7 m Tiefe des Vordringens.

Die russischen Streitkräfte sind einfach faszinierend. Ich glaube nicht, dass irgendeine westliche Armee, geschweige denn die Bundeswehr jemals einen derartigen Kampf führen könnte, geschweige denn ihn zum "Sieg" führen könnte.

Absolut irrsinnig !
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Die Eroberungen der russischen Armee sind seit Jahresbeginn rückläufig. Grund zum Aufatmen ist das für die Angegriffenen nicht.
Zitat:Kiew – Die russischen Streitkräfte setzen ihre Offensivbemühungen im Osten und Süden der Ukraine mit unverminderter Härte fort. Einem Bericht der ukrainischen Analysegruppe „DeepState“ zufolge verzeichneten die Invasoren im vergangenen Monat einen Geländegewinn von insgesamt 245 Quadratkilometern. Während die reine Zahl der Angriffe im Vergleich zum Dezember leicht rückläufig war, offenbaren die statistischen Details eine gefährliche Verschiebung der taktischen Schwerpunkte.
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Die Truppen Moskaus konzentrieren sich dabei weiterhin massiv auf den Sektor Pokrowsk, der mit einem Drittel aller registrierten Sturmangriffe den unbestrittenen Schwerpunkt der russischen Bemühungen bildet.

Besorgniserregend bewerten Militärbeobachter die Entwicklung im Raum Huljajpole in der Region Saporischschja. Hier stieg die Intensität der Kämpfe sprunghaft an; der Abschnitt rückte mit 21 Prozent aller Angriffe an die zweite Stelle der Frontstatistik auf. Dies entspricht fast einer Verdoppelung der Aktivitäten im Vergleich zum Vormonat und deutet auf den Versuch der russischen Führung hin, die ukrainischen Verteidigungslinien auf breiterer Front zu überdehnen.

Die statistisch auffälligste – und für die ukrainische Seite schmerzhafteste – Entwicklung vollzog sich jedoch im Sektor Slowjansk. Obwohl dort lediglich drei Prozent aller russischen Sturmangriffe gezählt wurden, entfielen auf diesen Abschnitt fast 20 Prozent der gesamten ukrainischen Gebietsverluste des Januars. In Analystenkreisen wird dieser „Anti-Rekord“ als Beleg für eine punktuell hohe Effektivität der russischen Vorstöße gewertet, was Fragen zur dortigen Festigkeit der ukrainischen Verteidigungsstellungen aufwirft....
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