(See) Portugal: Mehrzweckschiff als Drohnenträger
#16
(27.11.2023, 22:29)PKr schrieb: So werden bei 10:30 die portugiesischen Gewässer gezeigt (Hoheitsgewässer, Wirtschaftszone, SAR-Zone)
Anmerkung zur Karte im Video: Diese stellt die portugiesischen Gewässer nach portugiesischer Lesart dar.

Der innerste Bereich "ZEE - Autoridade" ("Autorität") sind nicht die Hoheitsgewässer, sondern die Ausschließliche Wirtschaftszone, also die 200-Meilen-Zone.

Der zweite Bereich "EPC - Soberania" ("Souveränität") ist der von Portugal beanspruchte Anteil des Kontinentalschelfs. Dieser gegenüber der UN angemeldete Anspruch wird in diesem Umfang sowohl von Spanien als auch Marokko ausdrücklich bestritten, wird von Portugal aber grundsätzlich immer in dieser Form nach außen "dargestellt".

Die Grenzen der SRR sind relativ sicher auch die nach portugiesischem nationalen Recht. Die tatsächlichen Grenzen wurden 2007 durch die IMO geändert (und 2012 nochmal in dieser Änderung bestätigt), sind allerdings bisher nicht in portugiesisches Recht überführt worden. Wobei die neuen Grenzen am Gesamtumfang nicht so viel ändern, die SRR Santa Maria umfasst halt so ziemlich den gesamten östlichen Mittelatlantik.
Zitieren
#17
(27.11.2023, 23:06)kato schrieb: Anmerkung zur Karte im Video: Diese stellt die portugiesischen Gewässer nach portugiesischer Lesart dar.
[...]
Der zweite Bereich "EPC - Soberania" ("Souveränität") ist der von Portugal beanspruchte Anteil des Kontinentalschelfs. Dieser gegenüber der UN angemeldete Anspruch wird in diesem Umfang sowohl von Spanien als auch Marokko ausdrücklich bestritten, wird von Portugal aber grundsätzlich immer in dieser Form nach außen "dargestellt".
Ein Grund mehr für eine starke Präsenz. Aber das OPV-Programm "Viana do Castelo"-Klasse der Portugiesen wurde aus verschiedenen (meist finanziellen) Gründen nach 4 Einheiten eingestellt und die alten "Orion" der Luftwaffe werden wohl kaum eine nachhaltige Verstärkung darstellen. Ein Drohnenträger mit einer weitreichenden Seeraumüberwachungskapazität wäre da ideal, und die beiden hochseetauglichen Hydrographieschiffe der Marinha haben auch schon 35 Jahre auf dem Buckel.
M.E. ist das Projekt daher ein interessanter Versuch, mit begrenzten Mitteln verschiedene Fähigkeitslücken zu schließen. PORTUGIESISCHE Fähigkeitslücken, keine deutschen.
Zitieren
#18
https://www.navalnews.com/naval-news/202...ship-mpss/

Hier entsteht ein sehr interessanter neuer Schiff-Typ, der die Ausrüstung der Marinen entscheidend verändern könnte.

Im Prinzip ein Mehrzweck-Schiff mit flachem Deck zum Einsatz von Helikoptern, aber auch Drohnen, was immer wichtiger werden wird.

Bei sehr kompakten Maßen und Kosten entsteht hier ein Schiff, was perfekt im Einsatz mit den geplanten Fregatten der (deutschen) Marine agieren könnte, ohne die Kosten für einen echten Hubschrauber-Träger oder sogar Flugzeug-Träger zu produzieren.
Zitieren
#19
Der Chef der portugiesischen Marine über das zukünftige Mehrzweckschiff bei Naval News:

https://www.youtube.com/watch?v=OCDk8jE3wnA

Start bei ca. 00:38
Zitieren
#20
das wird jedenfalls hier berichtet:
Zitat: Die Dynamik der maritimen Sicherheit wird stark durch die Entwicklung der Drohnentechnologie beeinflusst, die sich von einfachen Aufklärungssystemen zu bewaffneten Angriffsinstrumenten entwickelt hat. Einige prophezeien schon, dass sie sich schließlich zu Luftkämpfern entwickeln werden.

Dank dieser unbemannten Systeme können die Streitkräfte kleiner und mittelgroßer Länder, die nicht über das nötige Budget für traditioneller Flugzeugträger verfügen, ihre operative Reichweite zu geringeren Kosten ausweiten. Wie der Verteidigungsexperte Michael Peck in einem Artikel in 19FortyFive, einem digitalen Fachmagazin für diesem Bereich, feststellt, kostet beispielsweise ein 100.000 Tonnen schwerer nuklearer Flugzeugträger der Ford-Klasse der USA rund 13 Milliarden Dollar. Und selbst die britische Queen Elizabeth mit ihren 65.000 Tonnen hat einen Preis von über einer Milliarde Dollar.

Kostengünstiger und flexibler

Neben dem finanziellen Vorteil erweisen sich autonome Lösungen als flexibler: Im Gegensatz zum Einsatz von Flugzeugträgern, der mit einem enormen logistischen Aufwand verbunden ist, ermöglichen Drohnen eine schnellere Konzentration und Projektierung von Kräften bei geringerem Risiko für die Betreiber. "Auf einem Planeten, der zu 71 Prozent aus Wasser besteht, hat ein mobiler Flugplatz, der sich jedem Konflikt- oder Krisengebiet nähern kann, viele Vorteile", sagt Michael Peck, für den Drohnenträger sogar Flugzeugträger überflüssig machen könnten.

Die erste dokumentierte Skizze eines Drohnenträgers von Grund auf war der UXV Combatant, der 2007 von der britischen Firma BVT Surface Fleet vorgeschlagen wurde. Es handelte sich um ein 8.000 Tonnen schweres multifunktionales Kriegsschiff, das Konzept eines Mutterschiffs für unbemannte Systeme. Damals waren jedoch Aspekte wie die Autonomie des Schiffes und die Koordination beim Abschuss von Drohnen noch nicht ausreichend gefestigt, so dass das Projekt nie in Angriff genommen wurde.

Heute haben mindestens drei Marinen bereits Flachdeckschiffe für autonome Luftfahrtsysteme erworben oder entwickeln diese: China, Iran und die Türkei, wobei die beiden letzteren ein kommerzielles Schiff bzw. ein amphibisches Schiff umbauen. In der Europäischen Union (EU) ist Portugal das erste Land, das diesen Schritt unternimmt und dabei auf seine Erfahrung und sein Know-how im Bereich der Drohnen zurückgreift.

Multifunktionale Marineplattform

Das Schiff der Portugiesischen Republik, NFP D. João II, ist nach dem portugiesischen König aus dem 15. Jahrhundert benannt, dem "perfekten Prinzen", der mit seiner Politik der Atlantikerkundung die maritime Expansion Portugals vorantrieb und entscheidend dazu beitrug, das Land zu einer Weltmacht zu machen.
...

Mit Gesamtkosten in Höhe von 132 Millionen Euro stammen größtenteils aus europäischen Mitteln des Recovery and Resilience Plan (94,5 Millionen), der ins Leben gerufen wurde, um die EU-Länder nach der COVID-19-Katastrophe zu unterstützen. Der Rest kommt vom portugiesischen Staat (37,5 Millionen). Das Schiff soll in der zweiten Hälfte dieses Jahres ausgeliefert werden und wird von der niederländischen Firma Damen in den Werften des Unternehmens in Galati, Rumänien, gebaut, wo im Oktober 2024 das erste Blech geschnitten wurde.
...

[Bild: https://img-s-msn-com.akamaized.net/tena...&h=300&m=6]
Die multifunktionale Marineplattform der portugiesischen Marine
© Marinha de Portugal

Auf den ersten Blick erstaunlich viele Ähnlichkeiten mit speziell den chinesischen Entwicklungen
Zitieren
#21
Passt hier rein https://www.forum-sicherheitspolitik.org...p?tid=7019
Zitieren
#22
Der Preis für dieses Schiff ist wirklich hochinteressant.

Man liest von 143 Millionen Euro...
Dafür kriege ich bei den F126 gerade mal die letzten 10m...

Ich halte solche bezahlbaren Drohnenträger-Plattformen als perfekte Ergänzung unserer Fregatten.
Zitieren
#23
Mag daran liegen, dass dieses Schiff winzig ist. 107.6m x 20m und verdrängt 7.000t, Stammbesatzung von 45x, Höchstgeschwindigkeit 15kn, Kapazität für bis zu 10 Fahrzeuge oder bis zu 18 Container. Von de dienen Maßen her spielt das in der Größenordnung der Tender der Elbe Klasse. Dass sowas kaum was kostet, ist irgendwo klar.

Ich persönlich halte von dem Ansatz aber wenig. Das Schiff sieht hauptsächlich deshalb so aus wie es aussieht, weil es als Truppentransporter im HADR-Kontext dienen soll. Hinzu kommt eine Sekundärrolle im Forschungsbereich. Es kann aber auch nur 2x BHS sowie etwa ein Dutzend kleinere UAV mitführen, so groß ist der Fähigkeitsunterschied zu unseren Fregatten nicht. Zudem ist die Plattform mWn primär zur Seeraumpberwachung gedacht, also als Ergänzung der OPVs.
Zitieren
#24
Die Diskussion um Kosten ist in der Oeffentlichkeit wie immer praktisch irrelevant. Baukosten in Rumaenien sind nicht Gesamtkosten. Es ist schwierig bis unmoeglich, exakte Gesamtkosten darzustellen. Das ist nicht anders als damals bei den wahrgenommen viel billigeren daenischen STANFLEX-Entwuerfen.
Zitieren
#25
(30.01.2026, 02:12)DopePopeUrban schrieb: Mag daran liegen, dass dieses Schiff winzig ist. 107.6m x 20m und verdrängt 7.000t, Stammbesatzung von 45x, Höchstgeschwindigkeit 15kn, Kapazität für bis zu 10 Fahrzeuge oder bis zu 18 Container. Von de dienen Maßen her spielt das in der Größenordnung der Tender der Elbe Klasse. Dass sowas kaum was kostet, ist irgendwo klar.

Ich persönlich halte von dem Ansatz aber wenig. Das Schiff sieht hauptsächlich deshalb so aus wie es aussieht, weil es als Truppentransporter im HADR-Kontext dienen soll. Hinzu kommt eine Sekundärrolle im Forschungsbereich. Es kann aber auch nur 2x BHS sowie etwa ein Dutzend kleinere UAV mitführen, so groß ist der Fähigkeitsunterschied zu unseren Fregatten nicht. Zudem ist die Plattform mWn primär zur Seeraumpberwachung gedacht, also als Ergänzung der OPVs.

Das Schiff ist fast fertig. Wie lange dauern bei uns Bauprojekte...?

Übrigens wird es zum Teil von Mitteln der EU finanziert. So uninteressant kann das Gesamtkonzept also nicht sein.

Und die Größe ist modular. Wenn wir Bedarf für ein solches Konzept mit 150m Länge hätten, ist es kein großer Anpassungsbedarf.
Zitieren
#26
(Gestern, 13:02)Bairbus schrieb: Das Schiff ist fast fertig. Wie lange dauern bei uns Bauprojekte...?
Wie gesagt ist in diesen Schiffen auch nichts drin, was dauern könnte.
Die NRP D. João II ist vollkommen unbewaffnet, verfügt nicht über ein CMS, verfügt nicht über ein Well Deck und ist auf der Sensorseite lediglich mit zwei Navigationsradaren ausgestattet. Das Schiff ist eine Fähre mit Kränen und Flugdeck. Dafür sind die rund 2 Jahre Bauzeit relativ happig.
Zitat:Und die Größe ist modular. Wenn wir Bedarf für ein solches Konzept mit 150m Länge hätten, ist es kein großer Anpassungsbedarf.
Die Schiffe sind nicht skalierbar auslgelegt.
https://medialibrary.damen.com/m/307994d...s-9000.pdf
Zitieren
#27
(Gestern, 18:53)DopePopeUrban schrieb: Wie gesagt ist in diesen Schiffen auch nichts drin, was dauern könnte.
Die NRP D. João II ist vollkommen unbewaffnet, verfügt nicht über ein CMS, verfügt nicht über ein Well Deck und ist auf der Sensorseite lediglich mit zwei Navigationsradaren ausgestattet. Das Schiff ist eine Fähre mit Kränen und Flugdeck. Dafür sind die rund 2 Jahre Bauzeit relativ happig.
Die Schiffe sind nicht skalierbar auslgelegt.
https://medialibrary.damen.com/m/307994d...s-9000.pdf

Damit liegst Du leider daneben.

Du hast nämlich nicht die portugiesische Variante geteilt, das wäre die Version 7000.
Deine gezeigte Version 9000 ist schon 130m lang.

Hier einmal der Vergleich der beiden aktuellen Versionen. Portugal bekommt die Kleine:

https://www.damen.com/vessels/defence-an...port-ships
Zitieren
#28
(Gestern, 22:29)Bairbus schrieb: Du hast nämlich nicht die portugiesische Variante geteilt, das wäre die Version 7000.
Deine gezeigte Version 9000 ist schon 130m lang.
Ist mir bewusst, eine größere, bewaffnete Variante mit Well Deck hat aber auch keine Bauzeit von 2 Jahren.
Zitieren


Gehe zu: