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(19.11.2025, 15:00)Jason77 schrieb: Die deutsche Luftverteidigungslösung IRIS-T SLM von Diehl Defence – später wahrscheinlich auch HYDEF – wird in das Aegis-Waffensystem und das MK41-Vertikalstartsystem von Lockheed Martin integriert.
https://defence-network.com/maritime-luf...-sl-aegis/
Mit dabei im Artikel noch ein weiteres Bild vom SLM Starter auf der F125 vom Testschießen in Andøya.
Was meint der Vertreter von LM mit folgender Aussage: "... dass die Verbindung mit anderen Sensoren die Fähigkeiten des deutschen Luftverteidigungssystems sogar noch weiter verbessern könnte. „Wir sind der Meinung, dass – aus Sicht der Radartechnik – die Integration mit einer SPY-7-Fähigkeit die beste Radartechnik für diese Zusammenstellung bietet“
Die F127 soll doch ein SPY6 Radar bekommen, ein SPY7 ist doch nirgends geplant oder nicht? Oder geht es hier um andere internationale Kunden? Oder wollen sie einfach nur ihr eigenes Radar ins Spiel bringen bzw. bewerben? Das SPY7 ist ein LM Produkt und wird demnach auch für die Integration verwendet.
Die Marine hat sich für SPY6 entschieden.
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(19.11.2025, 15:40)HeiligerHai schrieb: Das SPY7 ist ein LM Produkt und wird demnach auch für die Integration verwendet.
Die Marine hat sich für SPY6 entschieden.
Dass das SPY7 von LM kommt und das SPY6 von Raytheon ist mir klar. Ich wundere mich nur über den Kommentar und frage ich mich ob/was das zu bedeuten hat. Ist dann wohl scheinbar nur als Werbung für ihr Produkt zu verstehen.
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@Gecktron
Zitat:Für die Behauptung gibt es keine Belege. Dass aus einer Integration von deutschen/europäischen Raketen in Mk.41 und Aegis ZWINGEND eine Teilhabe LM ergibt ist mMn nicht haltbar.
Belegen ließe sich dies (sofern es passiert) sowieso erst mit einem entsprechenden Vertragsschluss. Noch reden wir hier von einen MoU, das Unternehmensäquivalent zu "wir hatten ein interessantes Gespräch bezüglich diesen und jenen Zielen".
Es gibt bislang lediglich Indizien, nämlich (hauptsächlich) folgende: - "Diehl Defence will seine Kompetenzen in Entwicklung und Herstellung von Lenkflugkörpern sowie bodengebundenen Luftverteidigungssystemen und Lockheed Martin seine große Erfahrung im Bereich integrierter Luft- und Flugkörperabwehrtechnologien einbringen. Damit soll das Potential zur Kombination der Luftverteidigungsfähigkeiten beider Unternehmen für internationale Überwasser-Kampfschiffprogramme für Marinen auf der ganzen Welt gehoben werden."
https://esut.de/2025/11/meldungen/65440/...teidigung/
- “This strategic collaboration continues to showcase the scalability and increased capacity of our programs, which bring next‑generation IAMD capability and 21st century security worldwide,”
https://news.lockheedmartin.com/2025-11-...-the-World
- “With Diehl Defence and Lockheed Martin linking up their expertise and capabilities, navies around the globe can benefit from the optimum for air defence systems on their surface combat vessels. We are proud to intensify our collaboration with Lockheed Martin in the field of guided missiles and the air defence applications.”
https://news.lockheedmartin.com/2025-11-...-the-World
Es ist kompliziert formuliert aber erfassen wir, was da genau steht.
- Die Expertisen von Lockheed Martin und Diehl Defense soll zusammengebracht werden, auf seiten LMs primär die Erfahrungen im Bereich "integrierte Luft- und Flugkörperabwehrtechnologien"
- Die Kooperation wird sich der Kapazitäten und Skalierbarkeit beider Partner zunutze machen
- Die Kooperation soll auf dem weltweiten Markt konkurrieren
- das Potential zur Kombination der Luftverteidigungsfähigkeiten [...] soll somit gehoben werden
Punkt 1 und 4 sind hier besonders relevant. Denn was muss man tun, um das Kombinationspotenzial der jeweiligen Produkte (hier genannt Luftverteidigungsfähigkeiten) zu erhöhen?
-> Man muss sie bzw ihre Weiterentwicklung aufeinander abstimmen.
Hierfür will man auf die Erfahrungen LMs bezüglich integrierter Luft- und Flugkörperabwehrtechnologie zurückgreifen. Was was ist eine "integrierte Luftabwehr"?
-> ein aufeinander abgestimmtes System aus einzelnen Luftabwehrkomponenten, die symbiotisch arbeiten.
In Klartext:
Lockheed Martin und Diehl Defense wollen hier ein gemeinsames Systemprodukt aufbauen. Ein integriertes Portfolio an Komponenten, die zusammen das "Optimum" für Luftverteidigungssysteme darstellen sollen.
Und in der Natur des AEGIS Combat System, dessen jeweiligen Geheimhaltungsauflagen und ITAR-Regularien ist das ohne eine Beteiligung Lockheed Martins an den dafür vorgesehenen Effektoren nicht möglich.
Raytheon musste während der Entwicklung der SM-6 sowie der SM-3 massiv auf Lockheed Martin zurückgreifen, die ihrerseits nicht nur für die Integration dieser Lfk in AEGIS sondern von Stunde 0 an an dessen Entwicklung beteiligt waren.
Das ging bei der SM-3 soweit, dass Lockheed Martin vollständig für Konzeptdefinition, Planung und Oversight verantwortlich war, obwohl der Effektor eigentlich ein Raytheon Produkt ist.
https://news.lockheedmartin.com/2011-04-...-Block-IIB?
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Auf HYDEF bezogen heißt das so viel wie, dass der Lfk in einem Systemkomplex mit AEGIS arbeiten soll, vermutlich sogar darauf zugeschnitten sein könnte, und Lockheed Martin entsprechend an der Entwicklung dieses Lfk beteiligt sein wird, sofern es zu einem Vertragsschluss auf Basis dieses MoUs kommt.
Dies war der Fall bei der SM-6, dies war der Fall bei der SM-3, warum sollte es jetzt plötzlich anders sein, wo man doch fast den selben Lfk mit ähnlichen Fähigkeiten und identischen Hürden entwickelt?
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Zitat:Zusätzlich ist HYDEF ein europäisches Projekt, dass zudem nicht einmal von Diehl geleitet wird.
Das ist so nicht ganz richtig. SMS obliegt zwar die Projektleitung bzw Koordination von HYDEF, Diehl ist aber für die technische Umsetzung verantwortlich.
https://defence-network.com/diehl-defenc...)%20selbst.
Aber grundsätzlich hast du Recht, EDF Projekte werden anders gehandhabt als firmeninterne Projekt. Darin liegt auch aktuell meine größte Hoffnung einen oben genannten Vertragsschluss zu verhindern, zumindest bei der europäischen Autonomie kann man meistens auf die entsprechenden EU-Stellen zählen.
Was auch wiederum peinlich ist, wenn die landeseigene Industrie ausgerechnet so aufgehalten werden muss, aber da will ich nicht meckern.
Zitat:Fakt ist, wenn wir LFK auf unseren Schiffen einsetzen wollen braucht es eine Kooperation. Die einzige Alternative ist einen komplet eigenen Launcher zu entwickeln.
Die gibt es durchaus. @voyageur hatte uns vor einiger Zeit freundlicherweise darauf aufmerksam gemacht, dass man im Rahmen von FC/ASW und Projekt Aquilla (HYDIS) an einem Nachfolgesystem des bisherigen Sylver VLS arbeitet.
https://www.forum-sicherheitspolitik.org...p?tid=7376
Das hatten wir auch vor einigen Wochen im F127 oder F125 Thread angerissen, da dieses System wohl mit dem gesamten MBDA Portfolio kompatibel sein soll, was wiederum (Aufgrund der Entwicklungsgeschichte der CAMM im Vergleich zur ASTER) dafür spricht, dass eine IRIS-T Integration hier ebenfalls möglich sein sollte.
Auch wäre es möglich, SLM/SLX/HYDEF per Mk41 aber ohne AEGIS zu verwenden (sofern LM da mitspielt), wenn man entsprechend planen würde.
Es ist nicht alternativlos.
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(19.11.2025, 11:27)Helios schrieb: niemand betrachtet aktuell IRIS-T als einen tatsächlichen Ersatz (dazu sind die derzeit verfügbaren FK auch gar nicht in der Lage, andere Leistungsklasse) Man könnte SLM allerdings als neue obere Grenze für künftige Weiterentwicklungen von RAM betrachten, sowohl was Reichweite als auch Startmethode anbelangt.
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(20.11.2025, 00:44)Ottone schrieb: Man könnte SLM allerdings als neue obere Grenze für künftige Weiterentwicklungen von RAM betrachten, sowohl was Reichweite als auch Startmethode anbelangt. Als RAM Nachfolger käme vermutlich eher die SLS infrage. Hauptsächlich deshalb, weil die SLS in Größe und Gewicht nahe der RAM liegt. Die SLM ist zwar potenter, aber auch gut 1/3 größer und vor allem fast doppelt so schwer, was uns bei einem VLS egal sein kann, bei einem sich drehenden Launcher aber zu Problemen führen kann.
Vertikal gestartet verfügt die SLS über eine Reichweite von 12km, horizontal gestartet dürften wir uns im 20-25km Bereich bewegen, was letztendlich dem Niveau der CAMM entspricht. Damit kann man bis zum Radarhorizont wirken, was ich für ein CIWS ausreichend halte.
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Industriepolitik ist stets ein entscheidender Faktor für den Erhalt und die Weiterentwicklung von Fähigkeiten.
Ohne deutsche Industriepolitik wäre Diehl beispielsweise nicht in der Lage, die IRIS-T für den Eurofighter oder die weiterreichenden Varianten für die Landsysteme zu entwickeln oder die technische Umsetzung von HYDEF federführend zu verantworten.
Warum sind Aster und CAMM europäische Souveränität, aber IRIS-T ist Industriepolitik? Ohne eigene Kompetenzen kann man keine Systeme wie Schiffe nach den eigenen operativen Bedarf entwickeln - etwas was wir doch gerade bemängeln.
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(25.01.2026, 10:28)Helios schrieb: IRIS-T ist der Standard-Luft-Luft-FK der Bundeswehr für kurze Distanzen und wird der Standard-Boden-Luft-FK (landgestützt) der Bundeswehr für kurze und mittlere Distanzen. Aus logistischen und kriegswirtschaftlichen Gründen ergibt es völlig ohne jegliche industriepolitischen Aspekte sehr viel Sinn, wenn IRIS-T auch der Standard-Boden-Luft-FK (seegestützt) wird.
Nimm' es mir nicht übel, aber diese Aussage ist doch ein Zirkelschluss. Nur, weil die Bundeswehr schon etwas bei der Luftwaffe verwendet, muss man es zwingend auch bei den anderen Teilstreitkräften einsetzen?
Damit macht Deutschland sich absolut unglaubwürdig. Auf der einen Seite wird über all "gemeinsam europäisch in der Beschaffung" gefordert, aber bitte nur, wenn es auch deutsche Produkte sind. Wir können es uns aus meiner Sicht eben nicht mehr leisten, Querschnittlichkeit nur in der Bundeswehr zu denken. In der gegenwärtigen Sicherheitslage muss schnellstens eine Standardisierung her.
Verstehe mich bitte nicht falsch, mir ist es egal, ob nun CAMM oder IRIS-T der neue "Standard-Lfk für diese Range Bracket" wird. Ich fordere nur, dass es in ein auf europäischer Ebene schlüssiges Gesamtkonzept eingebettet ist. Wenn Deutschland hierfür auf europäischer Ebene IRIS-T "durchsetzt", soll mir das mehr als Recht sein.
Aber in diesem "europäischen Waffen-Mix", wo jeder sein eigenes Süppchen kocht, verpufft so eine materielle, finanzielle und personelle Überlegenheit gegenüber dem gegenwärtigen Problem im Osten durch Friktionsverluste sehr schnell. Da reicht es doch schon, wenn z.B. in Deutschland die Fertigungsstraße für IRIS-T lahmgelegt wird.
Für mich ist das Teil eines viele größeren Problems als der Querschnittlichkeit in der Bundeswehr. Wenn man diese logistisch richtig angeht, ist es heute in Zeiten von SAP nur die Eingabe einer andere NSN.
Aber dafür müssten ja erstmal die europäischen Staaten untereinander vernetzt sein und ad hoc auch Länder übergreifend Material anfordern können.
(25.01.2026, 10:29)Pmichael schrieb: Warum sind Aster und CAMM europäische Souveränität, aber IRIS-T ist Industriepolitik? Ohne eigene Kompetenzen kann man keine Systeme wie Schiffe nach den eigenen operativen Bedarf entwickeln - etwas was wir doch gerade bemängeln.
Ganz einfach, weil wir eben nicht mehr im tiefsten Frieden entwickeln können, sondern mit begrenzten Ressourcen - und da gehören auch Entwicklungsabteilungen dazu - schnell kriegstüchtig werden müssen. Da verkommt halt ein weiterer nationaler Lfk, der keine europäische Lücke füllt, schnell zur Ressourcenverschwendung.
Man kann jeden Euro nur einmal ausgeben und auch jede Arbeitsstunde eines Entwicklers oder Konstrukteurs nur einmal.
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(25.01.2026, 11:24)DeltaR95 schrieb: Nimm' es mir nicht übel, aber diese Aussage ist doch ein Zirkelschluss. Nur, weil die Bundeswehr schon etwas bei der Luftwaffe verwendet, muss man es zwingend auch bei den anderen Teilstreitkräften einsetzen?
Damit macht Deutschland sich absolut unglaubwürdig. Auf der einen Seite wird über all "gemeinsam europäisch in der Beschaffung" gefordert, aber bitte nur, wenn es auch deutsche Produkte sind. Wir können es uns aus meiner Sicht eben nicht mehr leisten, Querschnittlichkeit nur in der Bundeswehr zu denken. In der gegenwärtigen Sicherheitslage muss schnellstens eine Standardisierung her.
Verstehe mich bitte nicht falsch, mir ist es egal, ob nun CAMM oder IRIS-T der neue "Standard-Lfk für diese Range Bracket" wird. Ich fordere nur, dass es in ein auf europäischer Ebene schlüssiges Gesamtkonzept eingebettet ist. Wenn Deutschland hierfür auf europäischer Ebene IRIS-T "durchsetzt", soll mir das mehr als Recht sein.
Aber in diesem "europäischen Waffen-Mix", wo jeder sein eigenes Süppchen kocht, verpufft so eine materielle, finanzielle und personelle Überlegenheit gegenüber dem gegenwärtigen Problem im Osten durch Friktionsverluste sehr schnell. Da reicht es doch schon, wenn z.B. in Deutschland die Fertigungsstraße für IRIS-T lahmgelegt wird.
Für mich ist das Teil eines viele größeren Problems als der Querschnittlichkeit in der Bundeswehr. Wenn man diese logistisch richtig angeht, ist es heute in Zeiten von SAP nur die Eingabe einer andere NSN.
Aber dafür müssten ja erstmal die europäischen Staaten untereinander vernetzt sein und ad hoc auch Länder übergreifend Material anfordern können.
Ganz einfach, weil wir eben nicht mehr im tiefsten Frieden entwickeln können, sondern mit begrenzten Ressourcen - und da gehören auch Entwicklungsabteilungen dazu - schnell kriegstüchtig werden müssen. Da verkommt halt ein weiterer nationaler Lfk, der keine europäische Lücke füllt, schnell zur Ressourcenverschwendung.
Man kann jeden Euro nur einmal ausgeben und auch jede Arbeitsstunde eines Entwicklers oder Konstrukteurs nur einmal.
So… nochmal Off-topic… bitte gerne verschieben…
Hier ein guter vergleich
https://norskluftvern.com/2025/07/08/iri...omparison/
Ich glaube du hinkst 4 Jahre hinterher…
Iris-t SL ist mittlerweile DER europäische Standard!
Danke ESSI (zig Nationen kaufen), dank der mit Abstand besten/nachgewiesenen Leistung, dank des besten Preises und dank der mit Anstand höchsten Produktionsrate (bald 3000 Flugkörper pro Jahr!)
bedeutet nicht dass man die anderen nicht mehr benötigt… die haben auch ihren Markt und aktuell schadet es nicht mehrere Varianten zu haben… der Bedarf ist da!
Aber Deutschland ist hier führend und hat alles in seiner Hand!
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Aus dem F126-Ersatz...
(25.01.2026, 11:24)DeltaR95 schrieb: Nimm' es mir nicht übel, aber diese Aussage ist doch ein Zirkelschluss. Nur, weil die Bundeswehr schon etwas bei der Luftwaffe verwendet, muss man es zwingend auch bei den anderen Teilstreitkräften einsetzen?
Damit macht Deutschland sich absolut unglaubwürdig. Auf der einen Seite wird über all "gemeinsam europäisch in der Beschaffung" gefordert, aber bitte nur, wenn es auch deutsche Produkte sind. Wir können es uns aus meiner Sicht eben nicht mehr leisten, Querschnittlichkeit nur in der Bundeswehr zu denken. In der gegenwärtigen Sicherheitslage muss schnellstens eine Standardisierung her.
Verstehe mich bitte nicht falsch, mir ist es egal, ob nun CAMM oder IRIS-T der neue "Standard-Lfk für diese Range Bracket" wird. Ich fordere nur, dass es in ein auf europäischer Ebene schlüssiges Gesamtkonzept eingebettet ist. Wenn Deutschland hierfür auf europäischer Ebene IRIS-T "durchsetzt", soll mir das mehr als Recht sein.
Aber in diesem "europäischen Waffen-Mix", wo jeder sein eigenes Süppchen kocht, verpufft so eine materielle, finanzielle und personelle Überlegenheit gegenüber dem gegenwärtigen Problem im Osten durch Friktionsverluste sehr schnell. Da reicht es doch schon, wenn z.B. in Deutschland die Fertigungsstraße für IRIS-T lahmgelegt wird.
Für mich ist das Teil eines viele größeren Problems als der Querschnittlichkeit in der Bundeswehr. Wenn man diese logistisch richtig angeht, ist es heute in Zeiten von SAP nur die Eingabe einer andere NSN.
Aber dafür müssten ja erstmal die europäischen Staaten untereinander vernetzt sein und ad hoc auch Länder übergreifend Material anfordern können.
[...]
Einerseits schon richtg, aber ich denke, dass auch und gerade in der FK-Abwehr ein Waffenmix durchaus seine Berechtigung hat, auch und gerade im Hnblick auf gegnersche Gegenmaßnahmen.
Zudem sind die Kosten bei einer Vereinheitlichung bei Beschaffung und Ausbildung mit Sicherheit geringer, wenn man eben keinen Waffenmix national vorhält. Umso wichtiger in meinen Augen, dass es Diversität im Bündnis gibt!
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(25.01.2026, 11:24)DeltaR95 schrieb: Nimm' es mir nicht übel, aber diese Aussage ist doch ein Zirkelschluss. Nur, weil die Bundeswehr schon etwas bei der Luftwaffe verwendet, muss man es zwingend auch bei den anderen Teilstreitkräften einsetzen?
Damit macht Deutschland sich absolut unglaubwürdig. Auf der einen Seite wird über all "gemeinsam europäisch in der Beschaffung" gefordert, aber bitte nur, wenn es auch deutsche Produkte sind. Wir können es uns aus meiner Sicht eben nicht mehr leisten, Querschnittlichkeit nur in der Bundeswehr zu denken. In der gegenwärtigen Sicherheitslage muss schnellstens eine Standardisierung her.
Verstehe mich bitte nicht falsch, mir ist es egal, ob nun CAMM oder IRIS-T der neue "Standard-Lfk für diese Range Bracket" wird. Ich fordere nur, dass es in ein auf europäischer Ebene schlüssiges Gesamtkonzept eingebettet ist. Wenn Deutschland hierfür auf europäischer Ebene IRIS-T "durchsetzt", soll mir das mehr als Recht sein.
Aber in diesem "europäischen Waffen-Mix", wo jeder sein eigenes Süppchen kocht, verpufft so eine materielle, finanzielle und personelle Überlegenheit gegenüber dem gegenwärtigen Problem im Osten durch Friktionsverluste sehr schnell. Da reicht es doch schon, wenn z.B. in Deutschland die Fertigungsstraße für IRIS-T lahmgelegt wird.
Für mich ist das Teil eines viele größeren Problems als der Querschnittlichkeit in der Bundeswehr. Wenn man diese logistisch richtig angeht, ist es heute in Zeiten von SAP nur die Eingabe einer andere NSN.
Aber dafür müssten ja erstmal die europäischen Staaten untereinander vernetzt sein und ad hoc auch Länder übergreifend Material anfordern können.
Ganz einfach, weil wir eben nicht mehr im tiefsten Frieden entwickeln können, sondern mit begrenzten Ressourcen - und da gehören auch Entwicklungsabteilungen dazu - schnell kriegstüchtig werden müssen. Da verkommt halt ein weiterer nationaler Lfk, der keine europäische Lücke füllt, schnell zur Ressourcenverschwendung.
Man kann jeden Euro nur einmal ausgeben und auch jede Arbeitsstunde eines Entwicklers oder Konstrukteurs nur einmal.
Dann wieso wird dann nicht CAMM eingestellt? Iris-T wird in Stückzahlen produziert nun, davon können andere Raketenfamilien nur träumen. Du kannst doch nicht solche vorteilhafte Entwicklungen nicht wegen planwirtschaftlichen Fantasien einfach einstampfen. Davon abgesehen sind dann diese Kompetenzen, die sich Diehl aufgebaut hat, wichtig für dann gemeinschaftlichen Entwicklungen im BMD und Hypersonic Bereich.
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(25.01.2026, 11:39)ObiBiber schrieb: https://norskluftvern.com/2025/07/08/iri...omparison/
Ich glaube du hinkst 4 Jahre hinterher…
Iris-t SL ist mittlerweile DER europäische Standard!
Danke ESSI (zig Nationen kaufen), dank der mit Abstand besten/nachgewiesenen Leistung, dank des besten Preises und dank der mit Anstand höchsten Produktionsrate (bald 3000 Flugkörper pro Jahr!)
bedeutet nicht dass man die anderen nicht mehr benötigt… die haben auch ihren Markt und aktuell schadet es nicht mehrere Varianten zu haben… der Bedarf ist da!
Aber Deutschland ist hier führend und hat alles in seiner Hand!
Nein, ist er eben nicht und das steht exakt sogar so in deinem Artikel:
Zitat:The future of European air defense lies not in choosing between these systems, but in leveraging their complementary capabilities within integrated defense frameworks that strengthen both European sovereignty and alliance effectiveness.
Dieser Artikel stützt exakt meine Kernthese, es gibt derzeit eben nicht den "one for all", sondern wie im Artikel beschrieben IRIS-T, MICA NG und CAMM wobei jede ihre technische Besonderheit und daher auch ihre Daseinsberechtigung hat.
Dem Artikel folgend wäre der logische Ansatz somit CAMM oder MICA-NG auf eine europäische Fregatte zu bringen, weil diese bereits für die maritime Anwendung verfügbar sind und schon einen Active-Radar-Seeker als Option mitbringen.
Oder mal ganz bildlich, es gibt keine Notwendigkeit, IRIS-T für seegehende Anwendungen mit einem Dual Seeker weiter zu entwickeln, weil es diesen in Form von MICA-NG schon in Europa gibt.
Ebenso stellt der Artikel sauber dar, wie die Systeme jeweils ihren Beitrag in der Layered Defense leisten. Wenn man jetzt IRIS-T weiterentwickelt, schließt man eine Lücke, die es in Europa gar nicht gibt.
Kann man natürlich machen und auch MICA-NG und CAMM durch eine abgewandelte IRIS-T ersetzen, nur muss das dann entsprechend auch auf politischer und zwischenstaatlicher Ebene umgesetzt werden. Was hier derzeit passiert ist, dass scheinbar reine Goldgräberstimmung in der Rüstungsindustrie herrscht und man primär daran interessiert ist, durch den aktuellen Geldsegen das jeweils eigene Produktportfolio für den Markt zu komplettieren. Dieser Ansatz kann aus meiner Sicht nur schief gehen und man kann diese Steuerung nicht den wirtschaftlich und gewinnorientierten Rüstungsfirmen überlassen.
Bogen zurück zum Ersatz der F126: Wir brauchen also faktisch gar nichts neu entwickeln, es gibt das alles schon in Europa.
Jetzt ist die operative Frage, reicht MICA-NG (A-200 Ägypten) für unsere Zwecke aus oder muss es Sea Ceptor sein?
Wir wollen hier doch schnell eine Lösung und dementsprechend hat für die A-200G derzeit keine Idee etwas zu suchen, die mit "Entwicklung" oder "Anpassentwicklung" anfängt.
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Zitat: Danke ESSI (zig Nationen kaufen), dank der mit Abstand besten/nachgewiesenen Leistung, dank des besten Preises und dank der mit Anstand höchsten Produktionsrate (bald 3000 Flugkörper pro Jahr!)
Mittlerweile ist es eines der teuersten Systeme , was im Zusammenhang mit den Lieferungen an die Ukraine immer bemängelt wird.
Was soll man außerdem mit den abfangraten aus der Ukraine anfangen ? Wenn diese gegen langsam fliegende Drohnen erzielt wurden hat das null Aussagekraft über die wirkliche Leistung.
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Wieso sollte es nicht gerechtfertigt sein, wenn Deutschland eine gemeinsame Raketenfamilie für alle Truppenteile nutzen kann? Vor allem, da in Europa ein solches Interesse vorhanden ist und IRIS-T von den jeweiligen nationalen Luftwaffen und Raketenabwehrsystemen verwendet wird.
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(25.01.2026, 12:22)alphall31 schrieb: Mittlerweile ist es eines der teuersten Systeme , was im Zusammenhang mit den Lieferungen an die Ukraine immer bemängelt wird.
Teuersten? Im Vergleich zu was? Die Ukraine hat soweit ich weiß weder CAMM noch MICA in der bodengestützten Version.
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(25.01.2026, 12:33)Gecktron schrieb: Teuersten? Im Vergleich zu was? Die Ukraine hat soweit ich weiß weder CAMM noch MICA in der bodengestützten Version.
Franken-SAM oder NASAMS mit ausgemusterten Sidewinder wahrscheinlich
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