(Allgemein) Bundeswehr – quo vadis?
Zitat:Idealerweise sollte eine Armee völlig "blind" sein, damit schon die gemeinsame Uniform zum Anknüpfpunkt für Kameradschaft werden kann. Deswegen ist es ja auch so katastrophal, wenn die Politik versucht, das Thema Identitätspolitik in die Streitkräfte zu zerren.

Exclamation Ich hätte es nicht besser ausdrücken können. Das ist einer der wesentlichsten Punkte für die Frage der Kampfkraft, der heute nicht mehr verstanden wird.

Es sollte in einer wirklichen Streitkraft keine Männer und Frauen geben, keinen Queer BW Verein, keine Vielfaltstage, keine Gleichstellungsbeauftragten, keine Unterschiede in den Anforderungen, keine Unterschiede in der Haartracht, keine Diversity.

Es sollte nur Soldaten geben. Und ich sehe das persönlich genau so. Wenn ich einen Soldaten sehe der biologisch weiblichen Geschlechts ist, so ist er im Dienst dennoch nur ein Soldat und Kamerad und nichts anderes.

Alle sind einfach nur Grün. Und nur so kann es funktionieren, dass Soldaten heute von der Herkunft her unterschiedlicher sind als früher. Und nur so kann echte Kameradschaft entstehen. Und diese ist das psychologische Fundament für die Kampfkraft.

Zitat:Ein hartes Urteil. Ohne jetzt in der Sache darauf eingehen zu wollen, müssten dann nicht ähnliche Verfallserscheinungen überall zu finden sein?

Meiner Meinung nach ja, und in vielen Armeen des Wertewestens TM. Meiner Meinung nach degenerieren die Armeen zur Zeit und ist dies in den post-nationalistischen, post-heroischen und insbesondere auch post-liberalen Sozialkulturen welche sich zur Zeit ausbreiten nur allzu natürlich.

Alphall hat beispielsweise zu Recht darauf hingewiesen, dass selbst in den in diesem Kontext immer so hoch gelobten skandinavischen Streitkräften durchaus ebenso erhebliche Probleme zu finden sind.

Wir (West-Europa TM) sind aber auch sonst ganz allgemein militärisch degeneriert.

Zitat:Persönlich finde ich Sönke Neitzels Argument sehr überzeugend, dass der maßlose Militarismus des preußischen Staates dessen militärisches (und auch moralisches) Scheitern letztlich erst ermöglicht hat, weil er positive Impulse (z.B. Auftragstaktik) in ihrer Wirkung beschränkte und schließlich wirkungslos werden ließ.

DEN Erfindern und Apologeten der Auftragstaktik vorzuwerfen, dass sie diese in ihrer Wirkung beschränkten, ist eine wirklich einzigartige Sichtweise.

Zitat:Du verkürzt indes die historische Realität, wenn Du anzudeuten scheinst, die Werte Preußens zu Zeiten des Alten Fritz seien dieselben gewesen wie unter dem zwoten Wilhelm.

Das ist natürlich richtig, aber das späte Kaiserreich war viel mehr als nur Preußen. Es stellt sich sogar die Frage, in wie weit das tatsächlich Preußische im späten Kaiserreich überhaupt noch dominierend war, auch wenn man auf den ersten Blick diese Zeit als eine evolutionäre lineare Fortentwicklung Preußens sieht, so war sie dies eben nicht.

Zitat:Es muss doch einen Grund dafür geben, dass quasi alle Skandale der letzten zwanzig, dreißig Jahre—und ich meine hier wirkliche Skandale, nicht den ein oder anderen blöden Spruch—praktisch mit einer Handvoll Verbände in Verbindung stehen.

Und meiner Wahrnehmung nach heißt dieser Grund Tribalismus.

Tribalismus ist aber andererseits genau das, was eine Streitkraft im Krieg funktionieren lässt. Jede Idee von Werte-"Patriotismus", Grundgesetz-"Patriotismus" usw. funktioniert einfach nicht. Im übrigen gab es auch bei anderen Verbänden wirkliche Skandale, ich würde eher davon sprechen, dass bestimmte Einheiten eine größere Anzahl davon aufweisen.

Was aber ist der Grund hierfür? Meiner Meinung nach ein Verfall der militärischen Disziplin, ein Verfall der inneren militärischen und soldatischen Kultur und insbesondere ein Verfall der Kameradschaft - also wenn man es so will ein Verfall des Tribalismus !

Es ist mein rein persönlicher Eindruck, dass die Kameradschaft früher deutlich stärker war als heute (womit wir wieder beim unheilvollen Einfluss des Vielfalts-Gedankens sind) und auch diese früher war nicht vergleichbar mit der Kameradschaft welche im Krieg entsteht.

Der zweite Aspekt ist, dass Staaten wie Armeen tribalistische Verbundenheit auf die Gesamtstruktur übertragen müssen. Das heißt, die Soldaten müssen denken, die gesamte Armee sei ein Stamm und genau so funktioniert auch der Nationalismus. Man überträgt unterbewusst Ideen von Familie, Großfamilie und Clan auf größere Strukturen (das diese natürlich in Wahrheit gar nicht so sind spielt dafür keine Rolle, es geht nur darum, dass der Mythos den dies darstellt so funktoniert). Der Kompaniechef als Vater, der oberste Feldwebel als Mutter der Kompanie, die Soldaten als ihre Kinder. Das Staatsoberhaupt als Vater, die Nation als Stamm, als Clan. Das ist die Grundlage für Kohäsion, Disziplin und Kampfkraft.

Hier kommen wir dann zu dem Problem des Niedergangs des Nationalismus an sich und was das dann konkret militärisch nach sich zieht. Söldnerheere waren geschichtlich vor allem dann dominierend, wenn es eben keinen Übertrag des Stammesdenkens auf höhere Strukturen gab. Es ist also die aktuelle sozialkulturelle Grundströmung, welche insbesondere in dieser Bundesrepublik mit ihrer Geschichtslosigkeit und ihrem Mangel an Nationalismus dazu beiträgt, dass ich-bezogene Söldnerstrukturen um sich greifen.

Zitat:Der beispielshalber angeführte, von Patriotismus beseelte UOA aus Dortmund ist aber nicht per se besser gewesen als sein Dresdner Kamerad, der nur der Arbeitslosigkeit entkommen wollte. Und umso weniger, wenn er glaubte, den Dresdner als Fußabstreifer benutzen zu können.

Ich habe in meiner Zeit durchaus ähnliches beobachtet. Wir hatten damals einen der ersten Ostdeutschen, er wurde wie Dreck behandelt. Er störte die bei uns extrem ausgeprägte Homogenität und den tribalistischen Zusammenhalt. Dabei war er rein handwerklich genau so gut.

Söldner sind nämlich keineswegs per se schlechte Kämpfer. Viele Söldner und Söldnerheere waren militärisch durchaus sehr gut. Aber man muss halt um ihre grundsätzlich negativen Begleiterscheinungen wissen. Genau deshalb erfand man ja dann mit dem Aufkommen des Nationalgedankens den neuen Typus des Soldaten (oder erfand ihn neu auf gewissen antiken Vorbildern aufbauend) weil zu den neuen Ideen von Sozialkultur weder der Söldner noch der Krieger mehr der passende Typ waren, letztgenannter vor allem aus Mangel an Quantität, was ja der primäre Grund für die vorübergehende Vorherrschaft von Söldnern war, und letztgenannter wegen der Kosten, weil große Söldnerheere zu teuer sind.

Auch wenn ich schrieb, dass es gute Söldner gab, so sind viele Söldnerarmeen militärisch auffallend schlecht gewesen, weil sie systeminhärent eher zu einer geringeren militärischen Leistung neigen. Und heute stehen wir vor dem gleichen Quantitätsproblem, Krieger scheiden ohnehin aus und für die Stellung wirklich ausreichender Zahlen von Soldaten fehlen die sozialkulturellen Grundlagen - also neigt es sich wieder in Richtung Söldner, mit all dem was das nach sich zieht.

Söldnerheere, und die Bundeswehr ist auf dem Weg dazu ein solches zu werden bzw. ist dies schon in weiten Teilen, benötigen aber eine besonders straffe, besonders enge Disziplin, weit über das hinaus was die Bundeswehr diesbezüglch leistet.

Die zwingende Schlußfolgerung, die "Lösung" der aktuellen Problematik wäre es also, eine massiv verschärfte militärische Disziplin durchzusetzen. Das Problem damit ist wiederum, dass dann die Bezahlung für ein Leben unter solchen Bedingungen zu schlecht ist und sich damit erneut nicht genug Quantität erzeugen lässt. Wie ich es oben schon schrieb, sind Söldnerheere deutlch teurer. Genau deshalb ging man, in dem Moment als es aufgrund des entstehenden Nationalismus möglich war eben zu Soldaten über.

Diese Quadratur des Kreises vor welcher die Bundeswehr also hier und jetzt steht, lässt sich nur mit zwei Punkten lösen: 1. eine deutlich bessere Bezahlung verbunden mit 2. einer deutlich verschärften Disziplin. Zu beidem ist diese Bundeswehr nicht in der Lage.

Entsprechend werden sich diese Missstände welche wir zunehmend beobachten weiter ausbreiten, öfter vorkommen und/oder sich nicht abstellen lassen.
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(10.01.2026, 09:50)Quintus Fabius schrieb: Es sollte in einer wirklichen Streitkraft keine Männer und Frauen geben, keinen Queer BW Verein, keine Vielfaltstage, keine Gleichstellungsbeauftragten, keine Unterschiede in den Anforderungen, keine Unterschiede in der Haartracht, keine Diversity.
Das stimmt. All diese Dinge sollen aber diesem Zielzustand dienen, ihn überhaupt erst ermöglichen. Wären Sie erfolgreich, würden sie sich letztlich selbst obsolet machen.

Was jetzt nicht heißen soll, dass das gut funktionieren würde.
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Ich bin im September 1990 Soldat in der NVA geworden. Im Oktober habe ich die Uniform und das Land gewechselt. Bis auf die Lehrgänge, ein halbes Jahr Ausbildungsunterstützung in Munster und 1999/2000 Kosovo, war ich immer im Osten. Es gab Lehrgänge, da wurde ich gefragt, ob ich wirklich ein Ostdeutscher wäre. Ich mußte mich leistungsmäßig, wie viele meiner Kameraden aus dem Bataillon, nicht verstecken. Im Vergleich mit einigen Kameraden aus dem Westen war unsere Schul- und Berufsausbildung gar nicht so schlecht. Ich war gerne Soldat und habe das auch vorgelebt. Dass ich nicht von der dann grassierenden Arbeitslosigkeit betroffen war, habe ich gerne mitgenommen. Die Drogen kamen ins Bataillon, als wir Soldaten aus Westberlin und aus der Lüneburger Heide bekommen haben. Wir haben gesoffen. Rechte Umtriebe unter den Soldaten hatten wir schon vorher. Schönen Gruß an Halle-Neustadt und KW. Ich habe Kameraden aus allen Himmelsrichtungen kennengelernt, die aus Interesse oder Überzeugung zum Bund gegangen sind und welche, denen es ums Geld ging. Kann sich noch jemand an die Filmchen aus Schneeberg erinnern, die, wenn ich mich recht erinnere, 1995 gedreht wurden und 1997 in die Öffentlichkeit gelangten? Da wurden einige Kameraden von ihren Posten abgelöst. Wenn nur die Hälfte der Vorwürfe stimmt, hoffe ich, dass da zwischengehauen wird. So einen Scheiß braucht die Bundeswehr nicht. Hart ausbilden kann man auch ohne diesen ganzen rechten Kram.
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Zitat:Diese Quadratur des Kreises vor welcher die Bundeswehr also hier und jetzt steht, lässt sich nur mit zwei Punkten lösen: 1. eine deutlich bessere Bezahlung verbunden mit 2. einer deutlich verschärften Disziplin. Zu beidem ist diese Bundeswehr nicht in der Lage.

Was sollte eine deutlich bessere Bezahlung bringen bei den Verfehlungen die hier zu buche stehen ? Ich würde mich über mehr Geld als letztes beschwerend, aber das bringt nicht die Soldaten die wir wollen.
Ist gerade die Bezahlung ein Punkt die gerade in letzter Zeit wieder nur für Kopfschütteln sorgt bei dem was das Ministerium fertig bringt. Wer das ganze des Geldes wegen macht , macht es nicht lange. Was für Summen bei verpflichtungsprämien ausgeschüttet werden kommt noch dazu .

Letztendlich haben wir auch bloß ein Spiegelbild der Gesellschaft in kleinerem Maßstab.
Vielleicht sollte man es in Zweibrücken auch mal mit nem stripclub versuchen ? Aber auch das wurde von der Presse als Skandal Seedorf vorgehalten.

Beim Thema Disziplin erinnere ich mich wie wir hier vor vielleicht 2 Jahren das Thema hatten und ich das rassieren angesprochen hab. Das hat nicht nur mit Disziplin und Einheitlichkeit zu tun sondern auch mit Sicherheit und Hygiene. Auch hat doch die Bw nicht von sich selbst die Zügel schleifen lassen . Disziplin muss im Notfall auch durchgesetzt werden . Das war doch schon als erstes nicht mehr gewollt. Die Disziplin hat man schleifen lassen in der Hoffnung das sich mehr Freiwillige finden. Leistung wird doch auch an verschiedenen Maßstäben gemessen. Auch wenn die jetzigen Vorwürfe teilweise straftatrelevant sind und verfolgt gehören haben diese Probleme alle Armeen , teilweise noch schlimmere .
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Mal ein "lustiger" Beitrag zum Thema Bundeswehr:

https://defence-network.com/impulse-fuer...gsprozess/

Alter Wein in neuen Schläuchen, man beachte den Verfasser:

Zitat:Autorenteam:
Das Autorenteam um Simon Kiunke besteht aus Mitgliedern des Expertenteams „Planung & Steuerung“ der BwConsultung GmbH

Big Grin
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(12.01.2026, 22:09)DeltaR95 schrieb: Mal ein "lustiger" Beitrag zum Thema Bundeswehr:

https://defence-network.com/impulse-fuer...gsprozess/

Alter Wein in neuen Schläuchen, man beachte den Verfasser:


Big Grin

In schemata in ms powerpoint oder ms project bauen sind alle deutschen Behörden gaaaanz toll Dodgy
Weiß ich aus eigener Erfahrung.
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Marco Seliger sieht in der 'NZZ' den Zweibrücken-Fall als Beispiel eines Konflikts zwischen Gesellschaft und militärischer Realität:
Zitat:Fallschirmjäger sind harte Jungs. Sie suchen Entbehrung und Extreme. Doch wann geht die Härte zu weit?

Rechtsextremismus, Antisemitismus, Gewaltrituale, Drogenmissbrauch und sexuelle Übergriffe – die Vorwürfe gegen Soldaten des Fallschirmjägerregiments 26 in Zweibrücken wiegen schwer. Doch der Fall an dem rheinland-pfälzischen Bundeswehrstandort ist kein klassischer Skandal mit klaren Tätern und Opfern, zu dem er gerade politisch und medial gemacht wird. Er ist vielmehr in Teilen ein Konflikt zwischen externer Bewertung und militärischer Binnenlogik. (Volltext)
Der Kommentar ist meiner Meinung nach unpassend, weil die korrekte Problemanalyse wenig bis nichts mit dem gewählten Beispiel zu tun hat. Außerdem ist er mitunter arg tendenziös, etwa wenn Seliger schreibt:
Zitat:Das sind aber keine Strafurteile, sondern dienstrechtliche Massnahmen, die schon bei geringerer Beweislage greifen können.
Das ist Augenwischerei, weil auch Disziplinarmaßnahmen begründet und einer gerichtlichen Überprüfung standhalten können müssen.

Man mag ja von den Binnenstrukturen der Bundeswehr und dem vorauseilenden Gehorsam mancher Vorgesetzten halten, was man will, aber es entspricht absolut nicht der Lebenserfahrung, dass da jetzt 25 Mann samt und sonders zu Unrecht entlassen wurden und demnächst vor Gericht triumphal Recht erhalten werden.

Aber wie dem auch sei:

Was in Zweibrücken gelaufen ist—was verbürgt scheint—, hat meiner Meinung nach wenig mit militärischer "Härte" zu tun.

Seliger hat zwar insofern Recht, als Medien und Gesellschaft oft Praktiken tabuisieren und vilifizieren, die nötig sind, um in militärischen Einheiten Kohäsion herzustellen. Und zwar zum Schaden der Armee, also auch zum Schaden der Landesverteidigung.

Und ja, dazu gehört auch mal ein dummer Spruch, oder "Tätlichkeiten" wie das Abschlagen des Abzeichens, psychologisch ist das ganz normal, denn wenn jemand schon wegen eines Witzes austickt, wie kann er dann in einer echten Gefahrensituation einen kühlen Kopf bewahren?

Ich kenne eine Soldatin, als die im informellen Rahmen das erste Mal ihrem neuen Zug begegnet ist, hat einer gerufen: "Du hast ja geile Tttttti—attoos." Sie hat zurückgerufen: "Du hast ja 'nen kleinen Ppppe—bart." Beste Kameradschaft danach. Obwohl strafwürdiges Verhalten nach dem Buchstaben der (weltfremden) Vorschrift.

Es gibt aber einen Unterschied zwischen Korpsgeist, gegenseitigem Foppen und unkameradschaftlichem bzw. kriminellem Verhalten. Es muss einen Grund geben, dass es immer eine Handvoll Verbände bzw. Standorte sind, und eben gerade nicht "die Kampftruppen". Jäger- und Panzertruppe sind z.B. auch Kampftruppen, und machen eher selten mit Kokainabusus, Hitlergruß und Dörrobstspielen Schlagzeilen.
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Wie kann man eigentlich auch nur ansatzweise die dort geschehenen Taten als "militärische Härte" ansehen?! Surreal. Ganz im Gegenteil ist dies ein deutliches Anzeiche von Disziplinlosigkeit, Verwahrlosung und Schwäche.

Lassen wir mal den Umgang mit den Frauen komplett weg. Wer als Soldat Kokain konsumiert und - wie hier nachweislich geschehen - eine geladene Waffe auf Kameraden richtet und dies mit der Begründung das sei nur ein Spaß gewesen, der ist nicht "Hart", der ist ein unnützer erbärmlicher Versager.

Eine Einheit in der so etwas vorkommt ist eben keine Elite, ist eben nicht hart, sondern ist ein unnützer Verein dessen reale Kampfkraft höchst fragwürdig ist. Denn der Gefechtswert einer Einheit entsteht maßgeblich aus Härte und Disziplin und das hier gezeigte Verhalten ist das Gegenteil davon.

Ich bin der erste der fortwährend beklagt, dass es in der Bundeswehr an militärischer Härte fehlt, und zwar weitgehend, aber das was hier getan wurde hat mit Härte nichts zu tun, ja nicht mal ansatzweise.

Aus dem abstrusen Artikel:

Zitat:Wo endet funktionale Härte in Kampfeinheiten – und wo beginnt eine Kultur, die Kampfkraft zerstört?

Was von den genannten Taten soll den bitte sehr auch nur ansatzweise funktionale Härte sein? Eine geladene Waffe auf kurze Distanz "zum Spaß" auf das Gesicht eines Kameraden richten ist keine funktionale Härte, es ist ein absolut eindeutiges Zeichen für vollständige Disziplinlosigkeit, und für militärische Wertlosigkeit. Es ist das Gegenteil von Kampfkraft.

Zitat:Sie wollen Entbehrung, sie suchen das Extreme. Man müsse frieren und Härten aushalten können und sich auch einmal allein irgendwo durchschlagen, sagt ein Soldat.

Und inwiefern nützt hierfür Kokain und Mariuhanakonsum ?! Absurd dummes Geschwätz.

Zitat:Wenn jemand, so meint er, beim Marsch aufgeben wolle, fielen schon einmal Sprüche wie «Erschiess dich, Weichei, und erlöse uns von dir». Das sei keine Anleitung zur Gewalt, sondern ein bewusst überzeichnetes Sprachritual: Demütigung als Belastungstest, Härte als Selektionsmechanismus.

Demütigung als Belastungstest?! Was für ein Schwachsinn. Wenn jemand die erforderliche Leistung nicht erbringt, so ist durch das für die Erzeugung derselben notwendige zusätzliche Training dazu zu befähigen. Kohäsion zu erzeugen indem man auf die Leistungsschwächeren losgeht ist nichts als ein Mobbing-Mechanismus und dient eben nicht der Sache, ist also nicht funktional. Stattdessen wäre es tatsächliche Härte wenn der entsprechende Soldat die nächsten vier Wochenenden gestrichen bekommt und diese dann entsprechendes Marschtraining erhält, um seine Leistung zu steigern. Und wenn er dafür die Unterstützung seiner Kameraden erhält, damit seine Leistung besser wird. Durch Motivation und indem man für ihn einsteht damit er die erforderliche harte Zusatzausbildung auch schafft.

Zitat:Das zerstört Vertrauen – und Vertrauen ist die Währung, mit der ein Führer im Gefecht seine Truppe zusammenhält.

Nicht nur der jeweilige militärische Führer, sondern insbesondere auch unter den Gleichrangigen muss geradezu blindes Vertrauen herrschen. Und genau das beobachte ich seit vielen Jahren schon, dass das Vertrauen immer mehr abnimmt. Auch und gerade in vermeintlichen Elite- und Kampfeinheiten. Das für den Krieg erforderliche Grundvertrauen ist dahin. Und wird immer weiter erordiert: zum einen indem man Kameraden hinhängt wo man dies nicht tun sollte und die Dinge stattdessen intern regelt (auch dies nimmt immer mehr zu) und zum anderen durch dass um sich greifende lächerliche verkommene Getue womit man sich Pseudomäßig hart vorkommt. Das ist aber nur Getue hinter dem keine tatsächliche Substanz steckt.

Zitat:Weil «Elite» in geschlossenen Verbänden leicht zur Selbstlegitimation wird: Wir sind besonders, also gelten für uns andere Regeln. Das ist Gift im Militär.

Das kann man nur betonen. Die ganze Idee von "Elite"-Einheiten an sich ist unfug. Auch ein Luftwaffenversorgungs-Regiment muss ganz genau so darauf abzielen in dem was es tut die absolute Höchstleistung zu erbringen und ist damit ganz genau so "Elite"" wie eine Fallschirmjägereinheit. Es muss mehr Gleichheit her. Stattdessen zerteilt sich die Bundeswehr immer mehr und fördert Diversität und Unterschiedlichkeit. Stattdessen müsste man eine grundsätzliche Kultur der Gleichheit fördern.
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Aktuell findet im Vereinigten Königreich die International Armoured Vehicles Conference 2026 statt. Anwesend ist auch die Bundeswehr.
Jon Hawkes:
Zitat:Germany laying out their priorities and plans for modernisation and procurement of land forces equipment #IAV2026
[Bild: https://pbs.twimg.com/media/G_L0nj6X0AE7...name=large]

Hier anscheined die aktuellen Prioritätsprojekte für die nächsten Jahre. Was ich interessant finde, so wie es aussieht zeigt die Präsentation neben dem H145M LKH eine Hero 120 Loitering Ammunition. So weit ich weiß, war ein konkretes Interesse von der Bundeswehr an denen zuvor noch nicht bekannt?
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(18.01.2026, 06:56)muck schrieb: Marco Seliger sieht in der 'NZZ' den Zweibrücken-Fall als Beispiel eines Konflikts zwischen Gesellschaft und militärischer RealitätBig Griner Kommentar ist meiner Meinung nach unpassend, weil die korrekte Problemanalyse wenig bis nichts mit dem gewählten Beispiel zu tun hat.

Der Kommentar von Marco Seliger ist selbst für Menschen mit militärischen Denkweisen und Weltbild schwer einzuordnen. Was soll dann erst die Quintessenz für den ungedienten, zivilen Leser sein?

Eine Relativierung der Straftaten kann ich in dem Kommentar nicht erkennen. Vielmehr scheint er die Systematiken der militärischen Gedankenwelt an Außenstehende erläutern zu wollen. Hierbei mangelt es ihm jedoch am didaktischen Talent eines Sönke Neitzels.

Weiterhin vermisse ich persönlich eine eindeutigere Positionierung seinerseits, insbesondere da der nachgewiesene, strafbare Drogenkonsum eine eindeutige Gefährdung der militärischen Sicherheit darstellt. In dem Kommentar geht er auf diesen – in meinen Augen schwersten aller Verstöße- quasi nicht ein.

Dennoch bringt es den abschließende Satz treffend auf den Punkt:
„Eine Armee ohne innere Ordnung kann nicht kriegsfähig sein“



@muck @ Quintus Fabius

Vollste Zustimmung!

(18.01.2026, 08:46)Quintus Fabius schrieb: Das kann man nur betonen. Die ganze Idee von "Elite"-Einheiten an sich ist unfug. Auch ein Luftwaffenversorgungs-Regiment muss ganz genau so darauf abzielen in dem was es tut die absolute Höchstleistung zu erbringen und ist damit ganz genau so "Elite"" wie eine Fallschirmjägereinheit. Es muss mehr Gleichheit her. Stattdessen zerteilt sich die Bundeswehr immer mehr und fördert Diversität und Unterschiedlichkeit. Stattdessen müsste man eine grundsätzliche Kultur der Gleichheit fördern.
Das hast du ausgezeichnet beschrieben. Gleichheit und Bescheidenheit bei gleichzeitiger Pflichterfüllung sollten Kern eines elitären, soldatischen Selbstverständnis sein. Ein elitäres Gehabe und Individualismus sind jedoch keine Säulen einer funktionierenden Armee.
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(21.01.2026, 22:51)Garten-Grenadier schrieb: Der Kommentar von Marco Seliger ist selbst für Menschen mit militärischen Denkweisen und Weltbild schwer einzuordnen. Was soll dann erst die Quintessenz für den ungedienten, zivilen Leser sein?
Mir persönlich erscheint der Kommentar als ein "Was ich immer schon mal sagen wollte", Zweibrücken dient nur als Aufhänger, Seliger kann diesen jedoch nach meinem Dafürhalten nicht rechtfertigen.
(21.01.2026, 22:51)Garten-Grenadier schrieb: Eine Relativierung der Straftaten kann ich in dem Kommentar nicht erkennen.
Falls das auf mich gemünzt war: Es ist legitim und gut, dass Seliger darauf hinweist, dass noch keiner der Beschuldigten rechtskräftig verurteilt wurde. Wenn er jedoch die Disziplinarmaßnahmen in die Nähe von Willkür rückt, kehrt er den legitimen Hinweis um und bewegt sich in Richtung des anderen Extrems, als wollte er dem Leser sagen: Wo Rauch ist, muss noch lange kein Feuer sein.
(21.01.2026, 22:51)Garten-Grenadier schrieb: @muck @ Quintus Fabius

Vollste Zustimmung!

Das hast du ausgezeichnet beschrieben. Gleichheit und Bescheidenheit bei gleichzeitiger Pflichterfüllung sollten Kern eines elitären, soldatischen Selbstverständnis sein. Ein elitäres Gehabe und Individualismus sind jedoch keine Säulen einer funktionierenden Armee.
Ehrlich gesagt, ich denke, dass Seliger es hier besser getroffen hat. Denn natürlich ist die Ausbildung zum Fallschirmjäger besonders fordernd, und natürlich ist die Truppe für physisch und psychisch besonders anspruchsvolle Aufgaben vorgesehen.

Wer diese Ausbildung erfolgreich absolviert hat und diese besonders anspruchsvollen Aufgaben übernimmt, darf sich meines Erachtens schon für etwas Besonderes halten. Das ist normal, fördert Rekrutierungsbemühungen und die Motivation zum "Klassenerhalt"—wie auch der Profisportler nicht nur aus Liebe zum Sport antritt, sondern für öffentliche Bestätigung (früher Ruhm genannt) und Medaillen, die seine harte Arbeit validieren.

Doch auch Eliten können verkommen. Wenn sich die Elite auf ihrem Status ausruht und aufhört, ihn sich regelmäßig aufs Neue zu verdienen, und Sonderregeln für sich in Anspruch nimmt, wird es gefährlich. Übrigens auch für die Elite selbst, wie bspw. die SEALs mehrmals bewiesen haben.
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Genau im letztgenannten liegt der Gedankenfehler: ein Techniker der einen Eurofighter wartet, ein Soldat der elektronischen Kriegsführung, ein Logistiker, ein Brückenpionier, ein Panzergrenadier, usw. usf. alle haben ganz genau so Höchstleistung zu erbringen und haben in ihrer jeweiligen Tätigkeit sich genau so anzustrengen wie ein Fallschirmjäger und nur dann entwickelt eine Streitkraft tatsächliche Kampfkraft. Wenn man hingegen die einen als Elite darstellt, und die anderen als geringer, dann erzeugt dies eine Vielzahl von Problemen, von der Rekrutierung gerade eben über die Motivation bis hin zum realen Kampfeinsatz.

Es nützt einer Armee nichts, wenn Fallschirmjäger, deren militärischer Wert im modernen Krieg ohnehin äußerst fragwürdig geworden ist Hochmotiviert sind und jeder Fallschirmjäger werden will, wenn dafür eine viel größere, viel wesentlichere Anzahl von Soldaten, anderen Truppengattungen und anderen Verwendungen weniger motiviert ist, Rekrutierungsprobleme hat und weniger Leistung erbringt.

Den Kriege werden nicht durch ein paar Fallschirmjäger gewonnen, die sich nach kürzester Zeit im Kampfeinsatz ohnehin abgenutzt haben und deren tatsächliche Kampfkraft insgesamt betrachtet sehr gering ist oder sogar irrelevant. Kriege werden durch das Gesamtkonzert gewonnen. Und eine zu lange nicht mehr gespielte Stradivari mit einem Schaden im Klangkörper macht kein Orchester.

Die Aufgabe von Fallschirmjägern ist im Krieg nicht anspruchsvoll, sondern einfach nur spezialisiert, und dies auf eine Art und Weise welche ihren Gesamtnutzen in Frage stellt. Anspruchsvolle Tätigkeiten in einer modernen Armee sind komplett andere.

Deshalb müsste man den Elitegedanken - insbesondere bei Kampftruppen - rigoros bekämpfen bzw. man müsste ihn auf die gesamte Armee ausdehnen. Jeder Soldat muss sich in seinem Tätigkeitsbereich als Elite sehen und aus diesem Gedanken heraus Höchstleistungen anstreben. Und die Leistung anderer Verwendungen ist für den modernen Krieg immens viel wichtiger als das was Fallschirmjäger dazu beitragen könnten.
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Ich finde, dass beides seine Berechtigung haben sollte. In einer (funktionsfähigen) Armee darf es keinen Dienstposten geben, der eigentlich unnötig ist. Jeder Soldat muss in seinem Bereich mit Leidenschaft dienen, damit die Streitkräfte in ihrer Ganzheit funktionieren. Und in dem Zusammenhang sind Feldküchen für die Erfüllung des Auftrages letzendlich genauso wichtig, wie der Grenadier oder Jäger. Ein Berufsethos, dass man als Soldat alles gibt, um den Erfolg möglich zu machen, muss jeden Uniformträger einschließen. Keiner sollte denken, dass es Wurscht ist, was er tut oder lässt, sondern, dass sich alle darauf verlassen müssen, dass er für seine Aufgabe sein Bestes gibt.
Aber es gibt natürlich Aufgaben, die körperlich und mental besonders herausfordernd sind und nehmen wir dafür als Beispiel eben Fallis. Ich sage jetzt einmal ketzerisch, LKW-Fahrer beim Bund kann fast jeder werden; Fallschirmjäger mit erweiteter Grundbefähigung eben nicht. Dass es Eliteverbände mit eigenem Korpsgeist gibt, ist so alt wie das Militärwesen. Und das aus gutem Grund. Man muss sich mehr quälen, ist im Gefecht in größerer Gefahr als bei der Instandsetzung. Wenn sich da kein starkes wir-Gefühl ausbildet, geht man nicht über seine Grenzen hinaus.
Wenn man sagt, das Kepi blanc wäre auch nicht erstrebenswerter als rgendeine andere Kopfbedeckung, hätte die Fremdenlegion schnell ihr Image und damit ihre Bewerber und ihre Kampfkraft eingebüßt. Deshalb sind Vorbilder wichtig, Rituale, Zeremonien, Sonderabzeichen und der ganze Kram. Für Aussenstehende ist das vielleicht kryptofaschistischer Schmarrn, aber unsere Gehirne sind immer noch sehr archaisch, tribalistisch gepolt und im Falle eines Kampfes handeln wir nicht intellektuell sondern eher instinktiv.
Und du kämpft dann eben auch eher für deine Kameraden, für deine Einheit, als für die Demokratie.
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Ich würde das sogar noch steigern: du kämpfst schlussendlich nur für deine Pseudo-Familie und die psychische Übertragung von Großfamilie / Clan auf die Organisation der du angehörst - und deshalb damit nur für die Kameraden und in keinster Weise für die Demokratie.

Das nun Kämpfer in der Kriegsgeschichte schon immer danach strebten sich innerhalb der Streitkraft nochmals zu differenzieren und "Eliten" zu bilden ist völlig klar. Das ist grundmenschlich, aber für den modernen Krieg eben falsch. Genau das müsste überwunden werden, und genau darin liegt heute das Problem. Auch kriegsgeschichtlich war es querschnittlich gesehen nachteilig.

Falli zu sein ist nun eben nicht mental und körperlich herausfordender als andere Tätigkeiten. bzw. diese werden heute gerade eben wegen dieses Denkens in Wertigkeiten nicht so herausfordernd gestaltet bzw. wahrgenommen. Gerade weil dieses Denken so ist (Elitendenken), gerade eben deshalb kann scheinbar jeder Lkw Fahrer werden und bringen Lkw Fahrer funktionsbereinigt geringere Leistung. Dass die Leistung unterschiedlich ist, liegt also genau daran, dass man schon von vornherein so an die Sache heran geht, dass man die einen zu Leistungsträgern und Elite stilisiert und die anderen als Geringer (im Vergleich). Für den modernen Krieg aber ist ein Lkw Fahrer relevanter als ein Fallschirmjäger.

Zitat:Und das aus gutem Grund. Man muss sich mehr quälen, ist im Gefecht in größerer Gefahr als bei der Instandsetzung. Wenn sich da kein starkes wir-Gefühl ausbildet, geht man nicht über seine Grenzen hinaus.

Henne und Ei: gerade weil man dieses Selbstverständnis pflegt, gerade eben deshalb leistet man in der einen Einheit mehr und in der anderen weniger, schöpft man die besseren Soldaten in vermeintlichen "Eliten" ab die aber für den Krieg praktisch kaum einen Nutzen haben während man umgekehrt in anderen, wesentlicheren Einheiten eine Negativ-Auslese fährt. Das starke Wir-Gefühl müsste stattdessen in allen Einheiten implementiert werden und die Minderung der Qualität aller anderen zum Nutzen von Sondereinheiten mit in Wahrheit geringem Wert für den Gesamtkomplex reduziert werden.

Wenn man sagt, das Kepi blanc wäre auch nicht erstrebenswerter als rgendeine andere Kopfbedeckung, hätte die Fremdenlegion schnell ihr Image und damit ihre Bewerber und ihre Kampfkraft eingebüßt. Deshalb sind Vorbilder wichtig, Rituale, Zeremonien, Sonderabzeichen und der ganze Kram.

Und deshalb überhaupt keine verschiedenen Kopfbedeckungen, überhaupt keine Sonderabzeichen und überhaupt kein Elitendenken mehr. Eine moderne Streitkraft welche in den Anforderungen des modernen Krieges bestehen will braucht mehr Einheitlichkeit, mehr Gleichheit, mehr querschnittliche Leistung. Und muss neue Rekruten etc. gerade eben dadurch überzeugen, dass sie insgesamt anziehend wirkt und nicht nur die vermeintlichen "Eliten". Und dafür muss die Streitkraft dann auch entsprechend gestaltet werden, also die Bestenauslese aus dem Querschnitt heraus gemindert bis unterbunden werden. Weil sie sonst eine ständige Negativauslese bei allen anderen zur Folge hat.

Man sieht das ja jetzt schon bei der Bundeswehr: man hat sehr viel mehr Bewerber die Fallschirmjäger werden wollen als man jemals Fallschirmjäger aufstellen könnte. Umgekehrt fehlen in anderen Bereichen die Bewerber. Warum!? Weil alle Elite, Falli etc. sein wollen. Wären die anderen Einheiten aber anders aufgestellt, hätten selbst allesamt weitergehende Befähigung zum Kampf und würden ebenso als "richtige" Soldaten wahrgenommen werden, würde es diese Assymetrie so gar nicht geben.

Der moderne Krieg aber wird nicht durch ein paar Fallschirmjäger mehr entschieden, sondern durch ein paar Lastwagen mehr. Und durch leistungsfähigere, befähigtere Lastwagenfahrer.
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" Wären die anderen Einheiten aber anders aufgestellt, hätten selbst allesamt weitergehende Befähigung zum Kampf und würden ebenso als "richtige" Soldaten wahrgenommen werden, würde es diese Assymetrie so gar nicht geben."
Aber das ist doch schon der Punkt. In der Realität gehen doch Fernmelder, Logistiker oder Nachschub (man möge mich korrigieren, wenn es sich in den letzten Jahren geändert hat) eher nicht auf die Schießbahn, Hindernisbahn oder zu einer Gefechtsübung. Ich sehe ja manchmal Soldaten in Uniform am Bahngleis stehen und denke bei manchen, ob die einen Sprint von 100 Metern überstehen würden.

Dein Konzept würde allenfalls dann funktionieren, wenn man erwirkt, dass jeder Soldat, egal wo er eigesetzt ist, im Zweifeslfall ein brauchbarer Infanterist sein kann, zu jeder Zeit. So lange es Schreibstuben-Soldaten gibt, die so gut wie nie aus ihrem Büro kommen, wird es Rekruten geben, die genau dort nicht hinwollen. Frau von der Leyen meinte zwar sinngemäß, dass die Bundeswehr mit Zivilberufen konkurrieren müsse, aber haargenau das ist meiner Meinung genau falsch. Zivilisten, die Uniform tragen, sind nicht für einen Krieg zu gebrauchen.
Mache aus absolut jedem Soldaten einen richtigen kampffähigen Soldaten und Du hast für die ganze Truppe ein völlig neues Mindset.
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