Kulturen im Konflikt
Du nennst das, was da teilweise geboten wird, Informationen?
Zitieren
(20.01.2026, 20:26)KBG32 schrieb: Du nennst das, was da teilweise geboten wird, Informationen?

Sieht man doch aktuell wieder. Während Mainstream-Medien schreiben dass IS-Terroristen in Syrien aus den Gefängnissen geflohen sind erfährt man in den sozialen Medien die Wahrheit, nämlich dass die syr. Regierungstruppen diese aus den eroberten kurdischen Gefängnissen/Lagern entlassen. Diese Wahrheit passt dem Mainstream hier natürlich nicht in den Kram.

Und so ist es häufig. Ohne Social Media wäre Vieles überhaupt nicht ans Licht gekommen!
Zitieren
Das Tolle an den vielfältigen, frei verfügbaren Informationen heutzutage ist ja, dass man sich damit frei aussuchen kann, welche den eigenen Vorstellungen am ehesten entsprechen, wodurch man sich seine eigene Realität erschaffen kann, ganz so, wie man sie gerne hätte.
Zitieren
Das ist in der Tat besser als wenn jemand anderes für dich die Realität so zusammensucht wie er es gerne hätte.
Zitieren
(20.01.2026, 20:37)lime schrieb: Während Mainstream-Medien schreiben dass IS-Terroristen in Syrien aus den Gefängnissen geflohen sind erfährt man in den sozialen Medien die Wahrheit, nämlich dass die syr. Regierungstruppen diese aus den eroberten kurdischen Gefängnissen/Lagern entlassen. Diese Wahrheit passt dem Mainstream hier natürlich nicht in den Kram.
Dazu die Tagesschau:
Zitat:Sie [die Kurden] sehen Aggressoren in den Reihen der syrischen Truppen. "Es gibt IS-Anhänger innerhalb der syrischen Armee", sagt die hochrangige kurdische Politikerin Fouza Youssef. "Und sie sind diejenigen, die agieren, kämpfen und Zivilisten töten. Jetzt greifen sie Gefängnisse mit IS-Insassen an, damit die Gefangenen freigelassen werden. Laut Abkommen sollte es von Anfang an einen umfassenden Waffenstillstand geben", so Youssef.

(20.01.2026, 20:47)Nightwatch schrieb: Das ist in der Tat besser als wenn jemand anderes für dich die Realität so zusammensucht wie er es gerne hätte.
Das ist halt Medienkompetenz, zu erkennen, wann das Eine und wann das Andere der Fall ist.
Zitieren
(20.01.2026, 20:43)Broensen schrieb: Das Tolle an den vielfältigen, frei verfügbaren Informationen heutzutage ist ja, dass man sich damit frei aussuchen kann, welche den eigenen Vorstellungen am ehesten entsprechen, wodurch man sich seine eigene Realität erschaffen kann, ganz so, wie man sie gerne hätte.

"Frei aussuchen" ist so eine Sache.

Tatsächlich dürfte etwa 30% der erwachsenen Bevölkerung auf Grund von grundsätzlicher Bildung in der Lage sein, einen sinnvollen Auswahlprozess einzurichten.

Aber bei den restlichen 70% ist das definitiv nicht der Fall.

Und von denen geht dann die Hälfte Bauernfängern auf den Leim.

Am Ende hast Du 35% Radikale.

Radikal aus reiner Überforderung.

Nicht anderes erleben wir im Moment.
Zitieren
Bleiben wir nach diesen Abschweifungen enger beim eigentlichen Thema. Welches da heißt: Kulturen im Konflikt.
Zitieren
(20.01.2026, 20:59)Quintus Fabius schrieb: Welches da heißt: Kulturen im Konflikt.

Es gibt keinen Konflikt zwischen einer "amerikanischen Kultur" und einer "europäischen Kuiltur" oder "chinesichen Kultur".

Es gibt nunmehr einen kulturellen Konflikt zwischen "arm" und "reich", "wissend" und "unwissend", "einflussreich" und "hilflos".

Nach dem "Ende der Geschichte" rutschen wir in eine Zwischenwelt zwischen "Globalismus" und 1984.

Wenn ich den Fernseher einschalte, sehe ich das Gesicht Trumps weit öfter als Winston Smith das Gesicht des Big Brothers.
Zitieren
(20.01.2026, 21:47)Schwabo Elite schrieb: Es gibt keinen Konflikt zwischen einer "amerikanischen Kultur" und einer "europäischen Kuiltur" oder "chinesichen Kultur".
Es gibt nunmehr einen kulturellen Konflikt zwischen "arm" und "reich", "wissend" und "unwissend", "einflussreich" und "hilflos".
Nach dem "Ende der Geschichte" rutschen wir in eine Zwischenwelt zwischen "Globalismus" und 1984.
Wenn ich den Fernseher einschalte, sehe ich das Gesicht Trumps weit öfter als Winston Smith das Gesicht des Big Brothers.
dafür, dass der Strang seit ungefähr 2003 besteht und sich auf den seinerzeitigen Beitrag in globaldefence.net bezog (wiederum verweisend auf Huntingtons These vom Clash of Civilizations, also der 1983 aufgestellten Behauptung, die „zentrale und gefährliche Dimension der kommenden globalen Politik werde der Konflikt zwischen Gruppen aus unterschiedlichen Zivilisationen sein“, bist Du ziemlich spät mit Deinem Einwand.
Ich weiß auch nicht, wie Du diese Behauptung begründen magst. Tatsächlich stelle ich bei näherem Hinsehen sehr viele unterschiedliche Kulturausformungen sowohl global als auch zwischen regionalen Ausprägungen fest.
Absolut konträr sind z.B. die kollektive Basis in Ostasien ("wir" statt "ich") und die individualistische Orientierung im sogenannten Westen.
Es gibt aber auch keine "übergreifende" westliche Kultur. Zwischen dem evangelikal-sektiererischen Mainstream der USA und der katholisch, protestantisch oder orthodoxen "Kirchenprägung" bestehen himmelweite Unterschiede. Und die unterschiedliche Handlungsweise etwa eines bei uns inzwischen als "irre" bezeichneten GröPaZ und eines vorsichtig und zurückhaltend agierenden Staatsmann europäischer Prägung sollen auch Dir nicht entgangen sein.

Dazu näher:
Was macht interkulturelle Konflikte aus? Kulturelle Differenzen, ethnische Identitäten und die Frage der Macht
Zitieren
(19.01.2026, 14:13)Kongo Erich schrieb: in dem Kontext sehe ich nicht nur das Handelsabkommen zwischen EU und Mercosur.
...
ein Abkommen zwischen der EU und Indien steht anscheinend kurz vor dem Abschluss:
Die „Mutter aller Abkommen“ - EU und Indien wollen Handelsvertrag schließen
Zitat:Brüssel · Im Gegensatz zum Abkommen mit den Mercosur-Staaten, gibt es wenig Kritik für ein Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU. Dabei geht es um weniger Zölle, Exporte und auch Sicherheitspolitik. Antworten auf die wichtigsten Fragen.
...
Freihandel: EU und Indien könnten Abkommen rasch verkünden
Zitat:Indien und die EU dürften unmittelbar vorm Abschluss ihres seit langem verhandelten Freihandelsabkommens stehen. Die Einigung könnte bereits am Dienstag bekanntgegeben werden, sagten zwei mit den Vorgängen vertraute Personen aus indischen und europäischen Regierungskreisen am Freitag.
...
Trotz einiger heikler Themen - EU und Indien könnten schon Dienstag Freihandelsabkommen verkünden
Zitat:Seit Jahren wird verhandelt, nun steht ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien offenbar kurz bevor. Allerdings ist noch nicht alles in Sack und Tüten.

Indien und die Europäische Union stehen Insidern zufolge unmittelbar vor dem Abschluss ihres seit Langem verhandelten Freihandelsabkommens. Die Einigung könnte bereits am Dienstag bekannt gegeben werden, sagten zwei mit den Vorgängen vertraute Personen aus indischen und europäischen Regierungskreisen. ...
Zitieren
(19.01.2026, 11:45)Kongo Erich schrieb: Ganz konkret:
...
Wer als Hegemon nur aus der Position der Stärke agiert (egal, ob er nichts anderes kann oder das nur sein Naturell ist) greift solange zu Grenzüberschreitungen, bis er entweder den Bogen überspannt oder den Gegenüber absolut entmündigt und versklavt hat.
...
Damit verlieren die USA aber auch einen guten Teil ihrer nordatlantischen Machtbasis. Und die "multipolare Welt" ist nicht tot, sondern im Gegenteil - der Druck aus den zunehmend geschwächten USA führt zwangsläufig dazu, dass sich vormalige "Satelliten" ebenso zunehmend verselbstständigen und den Schulterschluss untereinander suchen. Das Handelsabkommen zwischen EU und Mercosur ist dafür ein Zeichen.

In einer solchen Multipolaren Welt gewinnt nicht der Staat an Einfluß, der den größten Druck ausübt - sondern der Staat bzw. die Staatengruppe, die am Besten und am Häufigsten gemeinsame Interessen mit anderen Partnern finden - auf Augenhöhe und zum beiderseitigen Vorteil.
...
und
(23.01.2026, 22:58)Kongo Erich schrieb: ein Abkommen zwischen der EU und Indien steht anscheinend kurz vor dem Abschluss:
Die „Mutter aller Abkommen“ - EU und Indien wollen Handelsvertrag schließen
Freihandel: EU und Indien könnten Abkommen rasch verkünden
Trotz einiger heikler Themen - EU und Indien könnten schon Dienstag Freihandelsabkommen verkünden
es ist inzwischen soweit:
Zitat:Größter Deal aller Zeiten: EU und Indien besiegeln Freihandelsabkommen
Artikel von euronews • 1 Std.

Indien und die Europäische Union haben die Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen zur Vertiefung der wirtschaftlichen und strategischen Beziehungen abgeschlossen. Das hat Regierungschef Narendra Modi am Dienstag mitgeteilt.

Beide Seiten begrüßen "neues Kapitel"
Die Ankündigung erfolgte während eines hochrangigen Besuchs von führenden Politikern der Europäischen Union, darunter Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Sie war vom Weltwirtschaftsforum in Davos nach Indien gereist. Beide Seiten begrüßten ein „neues Kapitel in den strategischen Beziehungen“, da beide Seiten nach Alternativen zum US-Markt suchen.
...
ergänzend:
„Schreiben heute Geschichte“ – EU und Indien schließen gigantischen Handelsdeal ab (Kopie hier)

Das ist die logische Konsequenz, wenn eine Supermacht wie die USA nur mit Drohungen und rücksichtsloser Gewalt (Venezuela) sowie vertragsbrüchig (Grönland, Zölle) agiert und schlicht Gehorsam und Unterwerfung einfordern. Dann suchen diejenigen, die ihre Unabhängigkeit bewahren wollen, nach Bündnispartnern - sei es punktuell, sei es in einer strategisch ausgelegten langfristigen Kooperation.

Nachdem sich Russland aus dem BRICS-Bündnis zunehmend verausgabt, und China und Indien geographisch einfach asiatische Rivalen mit unterschiedlichen Interessen sind, würde ich sogar annehmen, dass die Freihandelsabkommen zwischen den "demokratischen Machtblöcken" Mercosur - EU - Indien die Keimzelle für eine insgesamt künftig noch engere Kooperation sein könnten; und Südafrika, das sich nach Jahren inzwischen wieder auf einem guten Weg befindet, könnte hier auch eine südatlantische Scharnierfunktion übernehmen.
Zitieren
(27.01.2026, 11:10)Kongo Erich schrieb: Nachdem sich Russland aus dem BRICS-Bündnis zunehmend verausgabt, und China und Indien geographisch einfach asiatische Rivalen mit unterschiedlichen Interessen sind, würde ich sogar annehmen, dass die Freihandelsabkommen zwischen den "demokratischen Machtblöcken" Mercosur - EU - Indien die Keimzelle für eine insgesamt künftig noch engere Kooperation sein könnten; und Südafrika, das sich nach Jahren inzwischen wieder auf einem guten Weg befindet, könnte hier auch eine südatlantische Scharnierfunktion übernehmen.

Was genau soll an Indien demokratischer als an Rußland sein? Das ist doch nur Schönfärberei. In Indien regieren knallharte Hindu-Nationalisten, mit Deutschland verglichen sind die noch radikaler als die AfD.
Zitieren
(20.01.2026, 18:18)lime schrieb: Oh Hilfe, die Menschen können sich abseits parteiischer Medien frei informieren, das geht ja gar nicht Big Grin
1. Qualitätsmedien berichten nur Dinge, die sie verifizieren konnten - und zwar unparteiisch.
2. In den ungeregelten Medien kann jeder Schwachfug verbreiten, und sei es noch so idiotisch.
3. Die Algorithmen der "sozialen Medien" führen zu einer Blasenbildung, die einseitige Informationen oder besser "vorgefasste Meinungen" verstärken und anderes ausblenden.
Zitieren
(27.01.2026, 11:10)Kongo Erich schrieb: ...
ergänzend:
„Schreiben heute Geschichte“ – EU und Indien schließen gigantischen Handelsdeal ab (Kopie hier)

Das ist die logische Konsequenz, wenn eine Supermacht wie die USA nur mit Drohungen und rücksichtsloser Gewalt (Venezuela) sowie vertragsbrüchig (Grönland, Zölle) agiert und schlicht Gehorsam und Unterwerfung einfordern. Dann suchen diejenigen, die ihre Unabhängigkeit bewahren wollen, nach Bündnispartnern - sei es punktuell, sei es in einer strategisch ausgelegten langfristigen Kooperation.
...
das Handelsblatt (ein grünlinks versifftes Schmierblatt ?) stellt inzwischen fest:
Handelsabkommen: „Indien hat erkannt: Europa ist ein verlässlicher Partner“
(Kopie hier)

(27.01.2026, 12:30)lime schrieb: Was genau soll an Indien demokratischer als an Rußland sein? Das ist doch nur Schönfärberei. In Indien regieren knallharte Hindu-Nationalisten, mit Deutschland verglichen sind die noch radikaler als die AfD.
was genau soll in Russland an demokratischen Werten - Presse- und Meinungsfreiheit, gleiche und geheime Wahlen usw. - demokratischer sein als in Indien?
Ich vergleiche nicht unterschiedliche Kulturkreise und Wertehierarchien bewertend miteinander. Da könnte etwa Dein geliebtes Russland schlecht abschneiden.
Man muss in internationalen Beziehungen erst einmal lernen, dass es wichtig ist, kulturelle Unterschiede zu respektieren. Dazu gibt es eigene Studiengänge - "Interkulturelle Kommunikation" steht da auf dem Lehrplan.
Und das beinhaltet auch, die Lage und Situation "vor Ort" durch die Brille der örtlichen Bevölkerung zu sehen.
Klar - ich halte unser (west-)europäisches System mit der Betonung der individuellen Menschenrechte und insbesondere unseren Artikel 1 im Grundgesetz für die beste aller Möglichkeiten.
Aber ich muss auch akzeptieren, dass es andere Kulturen mit anderen Wertehierarchien gibt. Genauso, wie es andere Religionen und anders religiös geprägte Gesellschaften gibt. Wer bin ich, über die religiösen Werte eines anderen Menschen urteilen und mich über deren Werte erheben zu dürfen?

(27.01.2026, 20:37)Nightwatch schrieb: Nicht schlecht die Argumentation, man behauptet einfach das die Mullahs nicht gestürzt werden können und begründet dann damit, dass man die tatsächlichen - um eine Vokabel von heute zu verwenden - Exzesse auch igorieren kann.
Aber wenn Israel in Gaza einen sehr normalen Krieg führt oder in den USA wegen zwei bedauerlichen Vorfällen 1933 hervorkriecht steppt der Bär und die dazu gäußerte Empörung hilft ganz bestimmt, die Dinge zu ändern.
...
Muss man im Iran von "deutlich mehr als 10'000 Toten ausgehen" und im Gaza-Streifen von über 170.000 um zu einem Urteil zu kommen und sich zu "empören"?
Was ist an dem Krieg in Gaza "sehr normal"? Kein Krieg kann ein Normalzustand sein. Damit fängt es an.
Krieg ist auch nicht die Fortsetzung der Diplomatie mit anderen Mitteln sondern das komplette Versagen der Diplomatie.
Es hilft dabei nichts, die Zahl von Toten zu relativieren.

Und ja, an Staaten, die sich unseren Werten gegenüber verpflichtet erklären, stelle ich andere Anforderungen als an Staaten mit anderen Wertevorstellungen.
Wenn es im Iran "nur" 20 Todesopfer gäbe, wäre es aus Sicht der westlichen Kultur mit der Beschwörung der Menschenrechte eine massive Verbesserung.
Wenn es in den USA "nur" zwei Todesopfer gibt, ist das aus der gleichen Sicht eine massive Verschlechterung.
Und niemand kann mich hindern, Verschlechterungen zu kritisieren.
Zitieren
(18.01.2026, 13:52)Kongo Erich schrieb: ....

3.
Die Lockerung - sprich, der Wegfall des gemeinsamen Gegners - hat Zentrifugalkräfte frei gesetzt, die mehr und mehr auf die Besinnung auf die - und Stärkung der eigenen - nationalen oder regionalen Bedürfnisse ausgelegt waren. Und die letztendlich zu eigenen regionalen Machtkonzentrationen geführt haben:
Ich nehme mal - im Uhrzeigersinn - diese Machtblöcke der Reihe nach:
= ....
= Indien versucht, zur dominanten Regionalmacht Südasiens aufzusteigen
= ...
= die arabische Liga versucht zunehmend, die Gemeinsamkeiten zu stärken und ein eigenständiger regionaler Block (auch nach dem Vorbild der EU) zu werden;
= ...

(20.01.2026, 06:54)Schneemann schrieb: @Kongo Erich
....
Indien wird meiner Ansicht nach überbewertet. Die sogenannte größte Demokratie der Welt ist eine Chimäre. Das Land erstickt an seinen Menschen und im Dreck und beheimatet endemische Krankheiten wie die Lepra. Das wird auf Dauer nicht gutgehen. Hinzu kommen noch religiöse Gegensätze und politische Spannungen. Das Land wird langfristig von selbst erdrückt.
...

...
Schneemann
aktuell sind zwei der von mir genannten regionalen "Böcke" auf intensiver Tuchfühlung:
Zitat:Indien und neue arabische Allianzen
Wettlauf um den Nahen Osten: Europa muss proaktiv mit rasanten Entwicklungen umgehen
Warum reist der emiratische Präsident samt Führungsriege für nur drei Stunden nach Neu-Delhi? Eine tektonische Machtverschiebung bahnt sich an. Ein Gastbeitrag.

Tushar Shetty


(Foto: Premierminister Modi empfängt den Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohamed bin Zayed. Der Besuch markiert eine neue strategische Achse zwischen Indien und dem Golf.)

Es ist ein ungewöhnlich kalter Januar in Neu-Delhi, doch die Straßen der indischen Hauptstadt pulsieren vor diplomatischer Aktivität. Eine Reihe hochrangiger Staatsbesuche prägt diese Tage – von Friedrich Merz’ erstem Besuch als Bundeskanzler über Ursula von der Leyen und António Costa bis hin zu weiteren EU-Spitzen, die zur Unterzeichnung des vielbeachteten Freihandelsabkommens zwischen der EU und Indien eingeflogen sind.
...
Das ist gleich eine leichte Replik auf Deine Beurteilung von Indien. Die Wirtschafskraft des Landes wächst rasant - trotz enorm steigender Bevölkerung. Die Bildung de Bevölkerung nimmt zu - es entsteht eine immer größere und wohlhabendere Mittelschicht. Und die Errungenschaft dieser Mittelschicht (wenn auch vieles überbetont wird) sind auch in der Technologie (Raumfahrt) erstaunlich. Indien beherrscht zudem auch komplexe Waffensysteme immer mehr und wird dabei zunehmend autark. Es ist schon jetzt aufgrund seiner Atomwaffen (incl. SSNs) nicht mehr "hilflos" einem atomar bewaffneten Hefegemonialstaat ausgeliefert und kann sich auch wirtschaftlich von Erpressungsversuchen frei schaufeln.
Durch eine enge Kooperation mit regionalen Nachbarn gewinnt Indien zunehmend an Stärke, was - wie hier ersichtlich - auch diesen regionalen Nachbarn zugute kommen kann. Dabei werden sicher die vorkolonialen Beziehungen nach Südostasien (Singapur) genauso wie zur arabischen Welt einfach schon aus geographischer Sicht wieder deutlich an Bedeutung zunehmen.
Zitieren


Gehe zu: