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(25.07.2025, 09:52)ede144 schrieb: Und HG Müller trifft dann qualifiziertere Entscheidungen als Dr. Jur Müller MdB?
Der Standpunkt von HG Müller sagt in der Tat nicht viel aus. Mit den Ergänzungen von Hauptfeldwebel Müllermeister, Major Mühlenberg und Generalleutnant v. d. Mühle ergibt sich jedoch ein Gesamtbild aus der operativen Ebene, welches nicht nur den politischen Entscheidungsträgern, sondern auch der breiten Öffentlichkeit transparent dargestellt werden sollte.
(natürlich unter Ausschuss datenschutzrechtlicher und sicherheitsrelevanter Informationen)
(25.07.2025, 16:49)ede144 schrieb: Ich bin in einer freiwilligen Feuerwehr an Beschaffungen beteiligt. Und da ist dann der HG Müller dabei und das führt dann doch zu Grundsatzdiskussionen. Und am Ende bekommst du dumme Fragen vom RPA und erklärst die Geschichte dem Gemeinderat. Und auch da gibt es manchmal Schlaumeier die das alles besser wissen und können.
Beschaffungen gehen schneller, wenn nicht so viele Köche dabei sind und der Projektleiter eine starke Position hat und nicht alle paar Monate wechselt.
100% Zustimmung, zuviele Köche verderben den Brei.
Ich habe in meinen (zivilen) Aufgabenbereich festgestellt dass Beschaffungsvorhaben/ Ausschreibungen durchaus im Einklang zwischen Anforderer, Vergabestelle und RPA erfolgreich durchgeführt werden können.
Gute Vergabestellen finden Möglichkeiten. schlechte Vergabestellen suchen Probleme.
Im Kern steht und fällt es jedoch nach den Vorgaben der politischen Entscheidungsträgern bzw. der maßgebenden Vorstände.
Genau dieser Vorgang ist dann die Zielscheibe für die Opposition bzw. unbelesene Schlaumeier mit Parteibuch.
Am Ende darf dann der Sachbearbeiter die Anfrage anhand einer mehrseitigen Stellungnahme aufbröseln.
Der Vorgang wird dem Bürger dann als Demokratie verkauft.
Ich wüsste keine Grund warum man der breiten Öffentlichkeit nicht den Anforderungskatalog/ Bewertungskriterien des Auftraggebers zu Verfügung stellen sollte. Die jeweiligen Detail-Ergebnisse können ja weiterhin Verschlusssache sein.
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Zitat: Ich wüsste keine Grund warum man der breiten Öffentlichkeit nicht den Anforderungskatalog/ Bewertungskriterien des Auftraggebers zu Verfügung stellen sollte. Die jeweiligen Detail-Ergebnisse können ja weiterhin Verschlusssache
Warum sollten denn Bewerber und Ergebnisse Verschlusssache sein? Die Kommentare hier zeigen doch was im ergebniss für halbwissen im Nachhinein verbreitet wird .
Zitat: Ja, ist im Ergebnis jedoch irrelevant, da das G36 aus Altersgründen sowieso ablösereif wurde.
Aus welchem Grund sollte eine Waffe die kontinuierlich in neuen Ausführungen beschafft wird und auch bei instandhaltungsmassnahmen auf einen modernere Ausführung gebracht wird ablösereif sein? Zumal ja heute auch noch neue g36 In die Truppe kommen und auch von anderen Ländern beschafft werden.
Zitat: Nichts für ungut, aber wenn ein Vergleichstest ergibt, dass eine Waffe, die den Armeen Frankreichs, Norwegens und der niederländischen Marineinfanterie taugt, für die Bundeswehr nicht gut genug sei, dann fragt es sich schon, welche Ansprüche da formuliert wurden, und wie realistisch sie sind.
Und ohne als alter Versorger der Infanterie an den Karren pinkeln zu wollen: Auf der Liste der Dinge, die die Schlagkraft der Bundeswehr bestimmen, steht die Ordonnanzwaffe nicht ganz oben. Ob die Bundeswehr nun mit HK416, MK 556 oder HK433 ausgerüstet wird, dürfte keinen relevanten Unterschied machen.
Genau deshalb sollte man die Kriterien um die es bei solchen vergleichtests geht öffentlich machen und natürlich diese Kriterien ausführlich erklären .
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Der 'Focus' knöpft sich Boris Pistorius magere Bilanz vor und nennt einen neuen Spitznamen, der über ihn kursiert: Ikarus. ( Quelle) Der Artikel geht auch auf die Verknöcherung im BMVg und den Konkurrenzgedanken zwischen ziviler und militärischer Verwaltung ein, gipfelnd in dem Vorwurf der Wehrverwaltungsgewerkschaft, Staatssekretär Zimmer sei "im Herzen Soldat geblieben".
Das Problem ist nicht das Primat des Zivilen über das Militärische, auch nicht im Beschaffungswesen. Das Problem ist, wie das Primat ausgestaltet wird.
Und das alte Lied, dass Organisationen sich schlecht selbst reformieren können, weil die Personen, die in der Organisation tätig sind, dafür ihre eigene Leistung bewerten und ggf. auf Einfluss, interessante Aufgabenbereiche, Prestige usw. verzichten müssten.
Daraus entsteht ein Teufelskreis.
Pistorius installiert jetzt langjährige Weggefährten ohne Erfahrung in Verteidigungspolitik als Staatssekretäre.
Warum?
Weil er glaubt, das Haus nicht unter Kontrolle zu haben.
Was wird geschehen?
Ebendieses Haus wird sich, ganz unbewusst, gegen die Pistorius-Vertrauten verbünden, denn wer wird schon gerne aufs Abstellgleis geschoben?
Aber: Diese Probleme sind keineswegs "typisch deutsch", oder gar "typisch Bundeswehr". Im Grunde müsste man jede Behörde alle zwanzig Jahre komplett auflösen und neu aufbauen, um die Entstehung solcher Strukturen zu vermeiden.
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Zitat: Aber: Diese Probleme sind keineswegs "typisch deutsch", oder gar "typisch Bundeswehr". Im Grunde müsste man jede Behörde alle zwanzig Jahre komplett auflösen und neu aufbauen, um die Entstehung solcher Strukturen zu vermeiden.
Genau das wäre die einzige Möglichkeit wirklich etwas zu verändern . Das würde allerdings auch bedeuten das man ab einem bestimmten Dienstgrad einen Schnitt machen müsste , welche nicht zu übernehmen sind .
Allerdings kann man heute nicht mehr auf kampferfahrenes Personal zurück greifen wie bei der Aufstellung der Bw.
Außerdem wäre eine Zurückstellung im DG bei großen Teilen notwendig meiner Meinung nach und eine allgemeine Neuordnung der DG Struktur (alte Uffz Struktur) .
Das das Ministerium in der neuen Struktur die demnächst kommt noch mehr Stellen hat ist bezeichnend für die ganzen Reformen . Mittlerweile gibt es zwischen 10-15000 Soldaten die nicht auf ihrem eigentlichen dienstposten ihren Dienst verrichten , davon ca 8000 in Behörden des BmVg . Man hat also mittlerweile einen fehl von bis zu 40000 Soldaten u zivilen Angestellten.
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(Gestern, 17:34)alphall31 schrieb: Das würde allerdings auch bedeuten das man ab einem bestimmten Dienstgrad einen Schnitt machen müsste , welche nicht zu übernehmen sind . Es gibt da ja auch Konzepte, in denen Verwendungsbereiche zeitlich begrenzt sind, also z.B. könnte man bei Soldaten eine Begrenzung von 5-10 Jahren für Dienst im BMVg einführen, danach müssen sie auf einen Posten außerhalb des Ministeriums wechseln. Bei den zivilen Stellen ist das natürlich schwieriger.
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(Gestern, 17:34)alphall31 schrieb: Allerdings kann man heute nicht mehr auf kampferfahrenes Personal zurück greifen wie bei der Aufstellung der Bw. Womöglich stellst Du dieser Generation ein höheres Lob aus, als sie verdient.
Die junge Bundeswehr war alles andere als eine Meritokratie. Gerade der zivile Bereich war durchsetzt von Nazi-Karrieristen, die sich vor 1945 eher durch ideologische Linientreue denn durch Kompetenz empfohlen hatten, und auf die mangels Alternative oder auf Druck alter Seilschaften zurückgegriffen wurde. Das erste Vierteljahrhundert Bundeswehr war denn auch geprägt von Skandalen, übrigens speziell in puncto Rüstung (siehe z.B. HS 30 und Starfighter).
Was wir heute kritisieren, ist also keineswegs ein neues Phänomen.
Auch was Doktrinen und Abläufe anlangt, kann man dieser Generation eine durchwachsene Bilanz unterstellen. Teile der Bundeswehr brauchten lange, bis sie die übernommenen Doktrinen der Wehrmacht hinterfragten (vom ethischen und staatsrechtlichen Versagen der Wehrmacht mal ganz abgesehen). An den Heerestruppenschulen hielt sich bis in die 1980er das Zerrbild einer Wehrmacht, die "nur" von der Übermacht erdrückt worden war.
Anstatt zu lernen, widersetzte man sich trotz des verlorenen Krieges wichtiger Impulse, weil man sich bestätigt glaubte. Was auch daran lag, dass die Alliierten die Selbstbeweihräucherung der Wehrmacht durch die Operational History German Section unter GFm v. Küchler kritiklos übernommen hatten, und der Bundeswehr Vorschusslorbeeren gewährten.
In den Sechzigern folgte dann die Ernüchterung. Beispielsweise hatte die Wehrmacht nur wenige Generale wie Gotthard Heinrici gehabt, die sich auf Verteidigung verstanden, und dieses Defizit wurde in die Bundeswehr mitgenommen. Noch 1965 äußerte sich der damalige SACEUR Lemnitzer abfällig über den Nutzen der Deutschen in der Raumverteidigung.
Persönlich würde ich behaupten, dass die Bundeswehr in den 1980ern ihren Peak erreichte. Zu diesem Zeitpunkt war sie erwachsen geworden, aber noch nicht verkalkt. Die damalige Gliederung von Streitkräften und Wehrverwaltung könnte heute als Vorbild dienen, natürlich mit einem entsprechenden Update.
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Wenn es um ein Saubermann Image geht müsste man erst mal ganz schnell aus der NATO austreten und noch zu einigen Ländern die Beziehungen einstellen .
Mir ist auch nicht ganz klar welcher Hfw , Lt, Olt oder gar Hptm Einfluss auf Doktrin oder Abläufe hat?
Zu dem Klientel an Generälen die aus der Wehrmacht in die Bw gekommen sind , und auch solche die man heute noch als wiederstand feiert hab ich meine persönliche Meinung, die ich aber garantiert nicht hier äußern werde.
Welche Rolle diese Herren überhaupt spielen oder warum die hier auf einmal ins Spiel gebracht werden ist mir ebenfalls nicht ganz klar .
Zitat: In den Sechzigern folgte dann die Ernüchterung. Beispielsweise hatte die Wehrmacht nur wenige Generale wie Gotthard Heinrici gehabt, die sich auf Verteidigung verstanden, und dieses Defizit wurde in die Bundeswehr mitgenommen.
Wie wäre es wenn man dann einfach mal schaut wer von den ehemaligen Generalen der Wehrmacht die in der Bundeswehr waren in den Jahren 44/45 überhaupt an der Front Dienst taten oder sogar schon in Gefangenschaft waren. Da das ganze damals auch bekannt war kann die Ernüchterung ja nicht so groß gewesen sein .
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