Erste Munitionslieferungen in diesem Jahr für die Operation ACCP
FOP (französisch)
Nathan Gain 19. Mai 2026
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Eine erste Munitionslieferung zur Ergänzung des Panzerabwehrarsenals der Streitkräfte wird für 2026 erwartet. Ob es sich nun um NLAW, Carl Gustaf M4 oder beides gleichzeitig handelt – diese Lieferung wird es ermöglichen, mit der Qualifizierung einer ergänzenden Kapazität zum AT4 F2 und zum MMP zu beginnen.
Das Thema „Kurzstrecken-Panzerabwehr“ (ACCP), das bei seinem Start im Jahr 2024 dem MMP-Programm untergeordnet war, wurde im vergangenen Herbst zu einer eigenständigen Operation. Die Herausforderung ist bekannt: Es gilt, ein System zu verdichten, das aus einem AT4 F2 mit begrenzter Wirkung und einem MMP besteht, das den am besten geschützten Zielen vorbehalten ist, indem auf serienreife Lösungen gesetzt wird.
Mit den im letzten Jahr bereitgestellten 64 Mio. € konnte eine der beiden bisher geplanten Chargen bestellt werden. Im Haushalt 2026 sind rund 430 Mio. € für weitere Anschaffungen vorgesehen. Während die erste Charge zur Qualifizierung der Ausrüstung dienen wird, sind für die zweite Charge jährliche Lieferungen zwischen 2027 und 2030 vorgesehen. Eine erste Einsatzfähigkeit soll theoretisch im nächsten Jahr erreicht werden.
Seit einiger Zeit behandeln die Streitkräfte die Ziele der Munitionsverträge vertraulich. Ähnlich verhält es sich – fast – mit den für das ACCP ausgewählten Systemen. Die einzige Gewissheit zum jetzigen Zeitpunkt ist, dass das Programm darauf abzielt, „die Unterstützungsgruppen der Infanterie-Züge sowie die Spezialeinheiten der drei Streitkräfte und die Luftschutzkräfte der Luft- und Raumfahrtstreitkräfte“ auszurüsten. Das Programm ist eines derjenigen, die von den Bemühungen zur Aufstockung der Munitionsvorräte im Rahmen des Entwurfs zur Aktualisierung des Militärprogrammgesezes betroffen sind. Die potenziell investierten 8,5 Mrd. € sollen somit einen Anstieg des kombinierten Bestands an MMP und ACCP um 45 % zwischen 2026 und 2030 ermöglichen.
Ein ACCP-System, das von einem aus dem Fahrzeug ausgestiegenen Soldaten bedient wird, soll zudem „es ermöglichen, der Bedrohung durch moderne Panzer mit einer Reichweite von mindestens 700 Metern zu begegnen“. Sowohl das von Saab entwickelte und von Thales hergestellte NLAW als auch das Carl Gustaf M4 entsprechen dieser Definition. Die Einführung des ersteren wurde bereits für 2024 angekündigt. Seitdem wurde zwar noch kein Vertrag offiziell unterzeichnet, doch das französische Militär macht sich bereits mit dem System vertraut. So reisten einige Vertreter im Februar ins Großherzogtum Luxemburg, um an einer Schulung an den Simulatoren der luxemburgischen Armee teilzunehmen – ein weiteres Beispiel für den Austausch, der durch eine nun erweiterte französisch-belgische CaMo-Partnerschaft erleichtert wird.
Der einzige in den Medien bekannt gewordene Vertrag in diesem Segment ist bislang derjenige über den Carl Gustaf M4 von Saab Dynamics, der im vergangenen Jahr über die NATO-Agentur für Unterstützung und Beschaffung (NSPA) bekannt gegeben wurde. Auch hier gibt es weder Mengenangaben noch einen genauen Zeitplan, doch die Erstbestellung sei nach Ansicht des Herstellers im Vergleich zu anderen „nicht signifikant“, da sie sich tatsächlich auf Einarbeitungs- und Qualifizierungsmaßnahmen konzentriere.
Diese von Saab Dynamics hergestellte 84-mm-rückstoßfreie Kanone steht seit langem im Fokus des französischen Militärs, angefangen bei den Regimentern der
11. Fallschirmjägerbrigade. An Vorzügen mangelt es ihr in der Tat nicht. Im Gegensatz zur NLAW und zur AT4 F2 ist sie zudem wiederverwendbar, wobei ihre Lebensdauer auf 1500 Schüsse geschätzt wird. Die Carl Gustaf wird von einem Zweierteam bedient und bietet eine Palette an Wirkungen, die gerade um eine neue Panzerabwehrmunition HEAT 758 erweitert wurde. Zwar ist die Reichweite im Vergleich zur HEAT-Munition 551C RS von 700 auf 600 m reduziert, doch ermöglicht seine Tandemladung laut Saab die Ausschaltung von Panzern der neuesten Generation sowie von reaktiven Panzerungen vom Typ Kontakt-1, Kontakt-5 und Relikt.
Weitere Kapitel könnten der noch jungen Geschichte von ACCP hinzugefügt werden, da der Rahmen nicht festgeschrieben ist. Die Armee schließt nicht aus, das Modell im Laufe der Zeit zu ändern, ähnlich wie bei der bevorzugten Dynamik für Drohnen. Andere Pisten wurden, werden oder könnten noch untersucht werden, wie beispielsweise das Enforcer-System, das MBDA bereits vor langer Zeit an Deutschland verkauft hat.
Die Einführung von ACCP erfolgt zudem zu einem Zeitpunkt, an dem Frankreich und Schweden daran arbeiten, ihre jeweiligen Panzerabwehrkapazitäten anzugleichen. Auf schwedischer Seite fehlte nur noch das MMP, um zu identischen Systemen zu gelangen. Dies wird bald der Fall sein, da die Indienststellung dieses seit 2021 gemeinsam entwickelten Systems nun „unmittelbar bevorsteht“ und 2025 Gegenstand eines Serienvertrags war.