Krieg im 21. Jahrhundert
Ergänzend:

Zitat:Die hochmodernen Geräte von Armata bis Su-57, die es schlichtweg nicht gibt, dienen nur als Vorwand für Untätigkeit.

Die ARMATA Plattform ist durch den Krieg schlicht und einfach nicht mehr finanzierbar. Aber selbst wenn der Krieg endet ist eine Auffüllung der Verluste mit der teureren ARMATA Plattform praktisch nicht stemmbar. Und selbst wenn dies gelänge, ist dies irrelevant, weil der ARMATA keineswegs besser ist als die jeweils neuesten europäischen Panzer und wir sehr viel mehr davon haben werden und immer weiter haben werden.

Su-57 dürften die Russen inzwischen ungefähr 30 insgesamt haben (das ist eine pro-russische Schätzung). Laut Putin will man ab jetzt 15 Stück pro Jahr bauen, aber realistisch sind wohl maximal um die 10 (hat mal ein Typ von Sukhoi vor ein paar Jahren gemeint). Heißt, die Russen hätten dann 2029 was ja immer als "magisches" Datum genannt wird gerade mal höchstens 60 Stück. Höchstens. Und die Su-57 ist zwar für sich allein gut, aber das gesamte Luftkriegssystem des Westens ist um Welten besser als das der Russen. Kurz und einfach: Die Su-57 würden selbst durch die europäischen Luftwaffen ohne die USA in kürzester Zeit untergehen.

Und das ist meiner Meinung nach das wesentlichste überhaupt, insbesondere auch in Bezug auf die Drohnen. Die russischen Systeme sind meiner Ansicht nach für sich allein betrachtet allesamt recht gut (im Übrigen auch deshalb weil sie nicht dem neuesten technischen Stand entsprechen), aber immer nur für sich allein betrachtet. Ich weiß dass meine Meinung, dass das russische Militärmaterial gut ist nicht von allen geteilt wird, und es ist da auch noch ein erheblicher Unterschied zwischen dem wie es sein sollte, und wie die Korruptokratie in Russland es dann real umsetzt, aber trotzdem. Nur weil man anstelle von Sprengstoff in die Reaktivpanzerung Stücke von Autoreifen stopft heißt das ja nicht, dass die Reaktivpanzerung nicht funktionieren würde, würde man sie ordnungsgemäß ordentlich bauen etc (das ist nur ein Beispiel zur Illustration). - Der koordinierte Gesamtverbund ist weit unterlegen. Auch im Bereich Drohnen. Das ist das wesentliche.

Zitat:Ebenso wenig überzeugen die russischen SAMs, die jegliche Luftkriegsführung verhindern sollen, da sie sich bisher als schwach und wirkungslos erwiesen haben.

Man kann und sollte nicht davon ausgehen, dass S-400 und S-500 etc nicht funktionieren und schwach sind. Ganz allgemein sollte man nicht davon ausgehen, dass feindliche Systeme schwach und wirkungslos sind. Es schadet keineswegs davon auszugehen, dass sie wirkungsvoll sind.

Und trotzdem ist deine Aussage, dass die Russen uns de facto unterlegen sind durchaus korrekt. Bis auf einen einzigen Aspekt: Nuklearwaffen. Die gesamte russische Doktrin geht aber im Fall eines Krieges mit der NATO recht schnell vom Einsatz taktischer Nuklearwaffen aus. Das ist in Wahrheit das wirkliche Problem mit den Russen, und eben nicht deren Drohnen.

Man spricht zu viel über Drohnenabwehr und zu wenig über den taktischen Nuklearkrieg.
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(29.03.2026, 09:06)Quintus Fabius schrieb: Ja sicher ist das klar. Es soll nur aufzeigen, auf welchem "Niveau" sich die sicherheitspolitische Debatte in dieser Bundesrepublik bewegt, wie strategieunfähig man in diesen Kreisen ist und wie wenig man die tatsächliche Bedrohungslage verstanden hat.

Das ist irgendwie witzig, weil sowohl Du, als auch Herr Neitzel, die inhaltliche Analyse mit einem ähnlichen Ergebnis abschließen:

Militärhistoriker rügt deutschen Mangel an strategischer Debatte

Der Link führt zu einem Videobeitrag vom sog. „F.A.Z.-Kongress“ in dem Herr Neitzel seine Gedanken in erweiterter Form teilt.
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Wir stimmen im Fazit sehr oft überein:

https://www.youtube.com/watch?v=0RqHt5mKxTI

und man muss natürlich auch sagen, dass jedwede Beiträge in den hiesigen Medien immer zwingend heillos unterkomplex sind und sein müssen. Wesentliche Fehler aber (bspw. die Einheitenstruktur bei den Russen) ärgern mich aber dann halt noch mal umso mehr. Wenn man schon so wenige Schlagwörter und kurze Sätze raushaut, dann sollten sie möglichst richtig sein.

Klappern wir mal Kernaussagen von Neitzel ab:

Zitat:1. Rückkehr des Krieges nach Europa
Neitzel betont, dass Krieg in Europa lange verdrängt wurde, aber spätestens seit dem Russischer Überfall auf die Ukraine 2022 wieder eine reale und dauerhafte Bedrohung darstellt. Er kritisiert, dass Politik und Gesellschaft darauf mental und strukturell schlecht vorbereitet seien.

2. Kritik an deutscher Sicherheitskultur
Er sieht in Deutschland eine „postheroische“ Gesellschaft, die militärische Gewalt weitgehend ablehnt und verdrängt. Dadurch fehle es an strategischem Denken, Wehrhaftigkeit und realistischer Einschätzung von Bedrohungen.

3. Bedeutung von Militärkultur und Moral
Neitzel hebt hervor, dass nicht nur Technologie oder Waffen entscheidend sind, sondern auch Kampfmoral, Ausbildung, Führung und kulturelle Prägung von Streitkräften. Diese „weichen Faktoren“ seien oft kriegsentscheidend.

4. Wandel der Kriegsführung (Hybridität)
Moderne Kriege sind für ihn eine Mischung aus klassischen militärischen Mitteln und neuen Formen wie Cyberangriffen, Desinformation und wirtschaftlichem Druck. Dennoch betont er: Der konventionelle Krieg (Panzer, Artillerie, Infanterie) ist keineswegs verschwunden.

5. Bedeutung von Abschreckung
Er plädiert für glaubwürdige militärische Abschreckung als zentrale Voraussetzung für Frieden. Ohne militärische Stärke sei Diplomatie oft wirkungslos.

6. Skepsis gegenüber rein technologischen Lösungen
Neitzel warnt vor der Vorstellung, dass Hightech allein Kriege entscheidet. Drohnen, KI und Präzisionswaffen seien wichtig, ersetzen aber nicht klassische militärische Fähigkeiten und menschliche Faktoren.

7. Forderung nach strategischem Umdenken
Er fordert ein „mentales Update“ in Politik und Gesellschaft: mehr Verständnis für Militär, klare strategische Ziele und die Bereitschaft, Sicherheit auch militärisch zu gewährleisten.

Könnte natürlich alles ganz genau so auch von mir sein. Aber was allgemein richtig ist, ist halt nun mal richtig.
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Wir haben heute noch die gleiche Munition in unseren Depots liegen wie vor vier jahren . Nur ist heute Russland befähigt durch den Einsatz von Eloka diese zu unterdrücken . Diese folge welche die Waffenlieferungen an die Ukraine mitbringt findet viel zu wenig Beachtung . Im allgemeinen ist die Eloka ein Bereich in dem Russland schon alleine durch die Anzahl der Systeme , sondern vor allem durch Erfahrung uns haushoch überlegen.
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Dem kann ich mich nur anschließen. Die EloKa ist eines der Felder in welches massivst investiert werden müsste. Sowohl Offensiv wie Defensiv. Ich messe der EloKa eine der größten Bedeutungen für die moderne Kriegsführung zu, bis hin zu kriegsentscheidenden Effekten.

Das müsste in Wahrheit in Schwerpunkt bei unserer Rüstung sein, statt irgendwelcher GTK Boxer für irgendwelche Mittlere-Kräfte-Phantasie-Brigaden.
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(30.03.2026, 14:18)alphall31 schrieb: Wir haben heute noch die gleiche Munition in unseren Depots liegen wie vor vier jahren . Nur ist heute Russland befähigt durch den Einsatz von Eloka diese zu unterdrücken . Diese folge welche die Waffenlieferungen an die Ukraine mitbringt findet viel zu wenig Beachtung . Im allgemeinen ist die Eloka ein Bereich in dem Russland schon alleine durch die Anzahl der Systeme , sondern vor allem durch Erfahrung uns haushoch überlegen.

Russland hat zu keinem Zeitpunkt mit dem EW der NATO Streitkräfte dealen müssen. Der Punkt ist schlicht falsch.
Davon abgesehen ist Russland eben nicht fähig mit dem Spielzeug in der Ukraine durchgehend umzugehen.

Es halt auch wieder die selbe ermüdende Rhetorik der weit überlegenen Russen und wir sollten uns alle auf dem Bauch hinlegen und sterben, wenn eine viel sinnvollere Analyse wäre darauf hinzuweisen, dass die Russen über die Jahre gezeigt haben, im Rahmen ihrer Möglichkeiten sich im EW Bereich anzupassen, und deswegen ein größerer Fokus auf diesem Bereich gelegt werden muss.
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Du solltest vielleicht erst mal anfangen die letzten vier Jahre Krieg in der Ukraine nachzuholen .
Das sind alles Sachen die wir hier ausführlich schon thematisiert haben und belegt sind.
Da in meinem Text auch nichts davon steht das die Russen so etwas durchgehend einsetzen scheint es wohl auch nicht bloß am bloßen entziffern von Buchstaben zu liegen.

Zitat:Dem kann ich mich nur anschließen. Die EloKa ist eines der Felder in welches massivst investiert werden müsste. Sowohl Offensiv wie Defensiv. Ich messe der EloKa eine der größten Bedeutungen für die moderne Kriegsführung zu, bis hin zu kriegsentscheidenden Effekten.

In diesem Bereich ist man gerade bei uns (Bw) wirklich hinterher. Nicht bloß das der Ansatz mit dem man dieses Themengebiet bearbeitet personell viel zu gering ist , auch werden die vielseitigen Möglichkeiten nicht wirklich abgedeckt. Dieser beschränkt sich nicht nur auf Funk und Handys stören oder abhören.
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