Spanien
Nun hat man in Spanien auch die Kolonialgeschichte (wieder-)entdeckt - und der innenpolitische Zwist zeichnet sich schon ab...
Zitat:Spain admits 'suffering' caused by conquest of Mexico [...]

Spanish Foreign Minister Jose Manuel Albares on Friday officially acknowledged the "suffering and injustice" that Spain's conquistadors meted out to Mexico's indigenous people some five centuries ago. "There was injustice, and it is merely right and fair to acknowledge and deplore this. It is part of our joint history. We can neither deny it nor forget it," Albares said on opening an exhibition of indigenous Mexican art in Madrid.

The exhibition was organized at the request of Mexican President Claudia Sheinbaum. It is part of the "path of justice and reconciliation that we are traveling together; another milestone in our relations and our brotherhood," said Albares.

Sheinbaum described Albares' statement as "the first step" in the right direction. "This is the first time that a member of the Spanish government has given expression to regret over the injustices committed. That's important," she said. Apologizing was not humiliation, but rather conferred true greatness on governments and nations, Sheinbaum added. Meanwhile, Alberto Nunez Feijoo, the leader of Spain's conservative Popular Party (PP), claimed that he is "not going to be ashamed of my country's history."
https://www.dw.com/en/spain-admits-suffe...a-74578725

Wobei man, bei allen Grausamkeiten, die Konquistadoren nicht per se verurteilen sollte. Sie waren äußerst wagemutige Gestalten, die den europäischen Horizont enorm erweitert haben. Und ja, sie waren nicht nur Entdecker, sondern auch Eroberer und gingen (auch als "Kinder ihrer Zeit") rabiat zur Sache, aber sie zerschlugen mit dem Aztekenreich in Mexiko einen Staat, der zwar in einigen Belangen hoch entwickelt war, aber der genauso ein brutaler Raub- und Kriegsstaat war und der barbarische Sitten bis hin zu Schädeltürmen, grausame Götter und eine hochgradig klerikal-feudalistische Staatsstruktur hatte. Das wird leider gerne übersehen, wenn die Konquistadoren dämonisiert werden.

Schneemann
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Man kann mit Migration und Flüchtlingen unterschiedlich umgehen.
Man kann sich abschotten und sie kriminalisieren und abschieben (wie derzeit in den USA, was für ein Land, das von Einwanderern aufgebaut wurde, etwas - inkonsequent wirkt)
Man kann sie aufsaugen und integrieren (wie das in Chinas Geschichte mit allen möglichen Völkern, zuletzt mit den Mandschu, gemacht wurde).
All die historischen Vorbilder und Alternativen gab es schon in der Antike - Stichwort: Völkerwanderung.

Aber eines kann man mit Sicherheit sagen:
weder das eine noch das andere schützt vor massenhaften Flucht- und Migrationsbewegungen, die aus existentieller Not ausgelöst werden. Weder (chinesische) Mauer noch Limes konnten - und auch nicht die "wunderschöne große Mauer an der mexikanischen Grenze) wird - in einer solchen Situation "Schutz bieten".

Einen interessanten Ansatz verfolgt jetzt Spanien, das aufgrund seiner historischen Größe als Kolonialmacht mit dem Problem "Integration" besonders verbunden ist:
Zitat:Überraschende Wende
Spanien will Status von 500.000 Immigranten legalisieren
Aktualisiert am 27.01.2026, 17:29 Uhr

In Spanien geht die Regierung von Pedro Sánchez einen ungewöhnlichen Schritt: Sie legalisiert den Aufenthalt von rund einer halben Million Menschen aus dem Ausland. Sie erhofft sich davon auch einen Schub für die Wirtschaft.

Spaniens linksgerichtete Regierung hat die Legalisierung des Aufenthaltsstatus von rund 500.000 Immigranten eingeleitet. Das habe das Kabinett beschlossen, sagte Regierungssprecherin Elma Saiz bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz.

"Wir stärken ein auf Menschenrechten basierendes Migrationsmodell", betonte Saiz, die auch Ministerin für Soziales und Migration ist. Spanien fährt damit einen anderen Kurs als viele andere westliche Länder, allen voran die USA unter Präsident Donald Trump, der alle Ausländer ohne legalisierten Status abschieben lassen will.

Der Beschluss der spanischen Regierung sieht vor, dass alle Einwanderer, die nachweisen, dass sie sich vor dem 31. Dezember 2025 in Spanien aufgehalten und keine Straftaten begangen haben, auf Antrag eine vorläufige Aufenthaltserlaubnis mit sofortiger Arbeitserlaubnis erhalten. Nach einem Jahr kann sie in eine reguläre Aufenthaltserlaubnis umgewandelt werden.

Spanien setzt Reform durch – trotz Widerstand

Die Regierung setzt die Maßnahme alleine per Dekret um, nachdem eine entsprechende Gesetzesinitiative im parlamentarischen Verfahren stecken geblieben war und voraussichtlich keine Mehrheit gefunden hätte. Das Dekret benötigt keine Zustimmung des Parlaments. Die konservative Volkspartei PP und die rechtspopulistische Vox warnen vor möglichen politischen Risiken und Belastungen für den Arbeitsmarkt sowie die sozialen Sicherungssysteme.

Befürworter heben dagegen wirtschaftliche Vorteile hervor. Spaniens Zentralbank erhofft sich von dem Schritt weiteres Wirtschaftswachstum, berichtet die Berliner Morgenpost: Das Land weise nicht trotz sondern wegen der Zuwanderung ein überdurchschnittliches Wachstum auf. Auch der sozialdemokratische Regierungschef Pedro Sánchez sagte demnach: "In den vergangenen sieben Jahren haben wir zwei Millionen Migranten aufgenommen – und gleichzeitig die Arbeitslosigkeit um 40 Prozent gesenkt."

Spanien weist im Vergleich zu anderen EU-Staaten eine eher hohe Arbeitslosigkeit auf. Die Quote sank Anfang des Jahres dem Bericht zufolge auf unter zehn Prozent und damit auf den niedrigsten Wert seit 18 Jahren. "Wir müssen anerkennen, dass wir Migration brauchen – und dafür müssen wir legale Wege schaffen", wird Sánchez in der Berliner Morgenpost zitiert.

Deutlicher Anstieg der Zuwanderung
Spanien hat in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg der Zuwanderung erlebt. Nach jüngsten Daten des nationalen Statistikamtes Ine lebten im Jahr 2025 rund 9,8 Millionen Menschen im Land, die im Ausland geboren wurden – knapp 20 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die meisten Menschen ausländischer Herkunft kamen aus Marokko, Kolumbien, Venezuela, Rumänien und Ecuador. (lc)
ja gut - Kolumbien, Venezuela, Ecuador ... die hatten wohl alle irgendwelche spanischen Vorfahren und sprechen auch noch spanisch als Muttersprache.

Nach deutschem Staatsangehörigkeitsrecht würden wohl schon die deutschen Vorfahren ausreichen, um als Staatsangehörige anerkannt zu werden. So war es jedenfalls noch lange nach dem Krieg.
Aber der Strang hier dreht sich ja um Spanien, und nicht um das hiesige Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz (RuStAG) - § 7 in Verbindung mit dem Bundesvertriebenengesetz.
Insofern ist natürlich auch Deutschland ein "Aufnahme-" oder "Zuwanderungsland", das noch Anfang der 1990er Jahre aus vielfältigen Gründen jährlich alleine bis zu 400.000 Aussiedler aufgenommen hat.
Ich schreib das gleich, um der Diskussion zu entgehen, dass sich Spanien damit "überfremdet".
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(27.01.2026, 20:52)Kongo Erich schrieb: Ich schreib das gleich, um der Diskussion zu entgehen, dass sich Spanien damit "überfremdet".

Eine linke Regierung mal wieder gegen den Willen der großen Mehrheit der Spanier. In Umfragen ist diese Regierung auch schon lange erledigt. Das Gesetz wird dann einfach nur noch mehr Wähler kosten.
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(27.01.2026, 21:11)lime schrieb: Eine linke Regierung mal wieder gegen den Willen der großen Mehrheit der Spanier. ...
gibts dafür auch Quellen?
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(28.01.2026, 23:30)Kongo Erich schrieb: gibts dafür auch Quellen?

Zitat:Die Besorgnis und Unruhe über die Einwanderung wächst: Fast 60 % der Spanier sind der Meinung, dass es „zu viele” Ausländer gibt.

https://gaceta.es/espana/crece-la-preocu...1008-1157/
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was sich eindeutig auch und insbesondere auf die Touristik-Hotspots wie Ballermann bezieht, und damit auf die EU-Ausländer, die sich nicht integrieren (im Urlaub kann man ja "die Sau rauslassen")
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