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Naja, für mich sehen diese HARTS eher nach so einer halbgaren Idee aus den Siebzigern aus. Die mögen vielleicht gegen Artilleriebeschuss leidlich geschützt sein, die Waffentechnik hat sich in den letzten Jahrzehnten doch deutlich weiterentwickelt.
Schwierige Ziele könnten so ohne Weiteres durch bodengestützte Präzisionsraketen und durch die ROKAF mit einer weiten Bandbreite präziser und bunkerbrechender Waffen angegriffen werden.
Ich kann mir da dann beim besten Willen nicht vorstellen, das diese HARTS weiterhin einsatzfähig sein werden, wenn ihnen auch nur eine GBU-39 ins Bunkertor fliegt. Worst Case ist nur das Tor hinüber, bestenfalls detoniert die vorgeholte Munition und nimmt die ganze Anlage mit.
Was man so liest soll es dann so grob 500 dieser HARTS entlang der DMZ geben. Die Munitionsbevorratung müsste man nochmal separat betrachten, aber um 500 Punktziele mit je zwei SDB anzugreifen würde man auch nur 50 F-15K mit voller Kriegszuladung benötigen.
Natürlich ist das so nicht ohne Weiteres darstellbar, aber ich sehe nicht, wie die Südkoreaner das nicht bei ordentlicher Vorplanung und wenigstens 24 Stunden Vorlaufzeit nicht innerhalb der ersten Stunde unter Kontrolle bekommt.
Allerdings kann ich den Bereitschaftsgrad auf beiden Seiten nur unzureichend beurteilen. Ich würde zwar mutmaßen, dass der Norden eine größere Aktion auch nicht aus dem Stand mit einem Telefonanruf und ohne das der Süden es mitbekommt starten kann, aber ähnliches lässt sich zu überraschenden Ereignissen sagen.
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Zitat:Natürlich ist das so nicht ohne Weiteres darstellbar, aber ich sehe nicht, wie die Südkoreaner das nicht bei ordentlicher Vorplanung und wenigstens 24 Stunden Vorlaufzeit nicht innerhalb der ersten Stunde unter Kontrolle bekommt.
Die Südkoreaner selbst bewerten das nicht ansatzweise so optimistisch. Kann aber natürlich genau so umgekehrt zu schwarzseherisch sei, aus Gründen.
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Kim wird seit Monaten von Putin hofiert. Nur nebenbei:
Wie schlecht muss es den Russen in der Ukraine gehen, wenn Putin das auf sich nimmt ?
Tatsächlich hat NK ja einige Munition und sogar Waffensysteme nach Russland geliefert - deren Qualität sich wohl nicht sehr beeindruckend darstellt.
Vor diesem Hintergrund frage ich mich, ob Nordkorea wirklich zu einer ernsthaften Bedrohung für den Süden werden könnte.
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(20.08.2024, 20:55)Kongo Erich schrieb: Vor diesem Hintergrund frage ich mich, ob Nordkorea wirklich zu einer ernsthaften Bedrohung für den Süden werden könnte. Existenziell nur unter Inkaufnahme der gegenseitigen Vernichtung. Aber zumindest für eine Menge Leid dürfte es schon reichen.
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(20.08.2024, 20:55)Kongo Erich schrieb: Kim wird seit Monaten von Putin hofiert. Nur nebenbei:
Wie schlecht muss es den Russen in der Ukraine gehen, wenn Putin das auf sich nimmt ?
Tatsächlich hat NK ja einige Munition und sogar Waffensysteme nach Russland geliefert - deren Qualität sich wohl nicht sehr beeindruckend darstellt.
Vor diesem Hintergrund frage ich mich, ob Nordkorea wirklich zu einer ernsthaften Bedrohung für den Süden werden könnte.
Seoul liegt halt in Artilleriereichweite, da ist die Rate der Blindgänger dann schon nicht mehr wichtig, wenn Nordkorea nur noch verbrannte Erde hinterlassen will.
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(20.08.2024, 20:55)Kongo Erich schrieb: Vor diesem Hintergrund frage ich mich, ob Nordkorea wirklich zu einer ernsthaften Bedrohung für den Süden werden könnte.
Dafür gibt es keinen Grund.
Die Kims wollen an der Macht bleiben, und deshalb werden sie letztlich niemanden bedrohen.
Das wird noch ein oder zwei Generationen so weitergehen, bis dann ein nordkoreanischer Gorbatschow kommt und fragt: Was machen wir hier eigentlich? Und warum?
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Es besteht zumindest ein theoretisches Risiko, dass Moskau Pjöngjang dazu drängt, irgendein Problem für die USA, Japan und Südkorea heraufzubeschwören, das Ressourcen und Aufmerksamkeit von der Ukraine abzieht. Die Eskalation muss durch Kim ja gar nicht beabsichtigt sein, sie kann trotzdem geschehen und eine Eigendynamik entwickeln. Putin mag Munition brauchen (wobei sich diese Abhängigkeit verringern wird, umso mehr Russland auf Kriegswirtschaft umstellt), aber daraus lässt sich in meinen Augen nicht folgern, dass Nordkorea für Russland ein auch nur annähernd gleichberechtigter Partner wäre. Denn Kim braucht wirklich alles, was Russland ihm zu geben bereit ist – Technologien, Treibstoffe, Devisen, sogar Lebensmittel. Der wird tun müssen, was Putin ihm sagt. Wahrscheinlich ist er gerade mächtig und wichtig genug für Russland, dass Putin höflich bitten und vorschlagen wird, anstatt zu fordern, aber in der Sache ändert das nichts.
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(21.08.2024, 04:32)muck schrieb: Es besteht zumindest ein theoretisches Risiko, dass Moskau Pjöngjang dazu drängt, irgendein Problem für die USA, Japan und Südkorea heraufzubeschwören, das Ressourcen und Aufmerksamkeit von der Ukraine abzieht. ->
Zitat:BREAKING: North Korea has placed artillery units at the DMZ at full readiness.
Zitat:Eight artillery brigades were given the order to move to a standby firing posture.
GMI@Global_Mil_Info
https://x.com/Global_Mil_Info/status/184...9272824232
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Pentagon will sich bei der Abschreckung Nordkoreas zurückziehen berichtet der SPIEGEL:
Zitat:Laut der neuen Verteidigungsstrategie sehen die USA für sich künftig nur eine »begrenztere« Rolle bei der Abschreckung Nordkoreas vor. Die Federführung soll Südkorea übernehmen.
24.01.2026, 09.14 Uhr
Die Federführung für die Abschreckung Nordkoreas will das Pentagon künftig Südkorea überlassen, für sich selbst sieht es eine begrenztere Rolle in dem Rahmen. Das geht aus einem Strategiepapier des US-Verteidigungsministeriums hervor, das am Freitag veröffentlicht wurde. Das Dokument bestimmt die Politik des Pentagon.
»Südkorea ist in der Lage, die Hauptverantwortung für die Abschreckung Nordkoreas zu übernehmen, mit entscheidender, aber begrenzterer Unterstützung der USA«, heißt es in der neuen Nationalen Verteidigungsstrategie. In Seoul dürfte der Schritt Besorgnis auslösen.
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Das bedeutet eine Schwächung des US-Atomschirmes über Südkorea. Da Nordkorea über Atomwaffen verfügt wird der Ruf in Südkorea, sich auch mit (taktischen) Atombomben zu bewaffnen, sicher deutlicher werden.
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(25.01.2026, 00:06)Kongo Erich schrieb: Pentagon will sich bei der Abschreckung Nordkoreas zurückziehen berichtet der SPIEGEL:
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Das bedeutet eine Schwächung des US-Atomschirmes über Südkorea. Da Nordkorea über Atomwaffen verfügt wird der Ruf in Südkorea, sich auch mit (taktischen) Atombomben zu bewaffnen, sicher deutlicher werden.
Die regierende Mitte-Links Partei ist klar dagegen. In der konservativen Opposition wächst allerdings die Zahl der Befürworter der atomaren Bewaffnung. Umfragen zu Folge spricht sich eine klare Mehrheit für eigene Atomwaffen aus. Allerdings dürften andere Punkte für die Wähler von größerer Wichtigkeit sein.
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(25.01.2026, 00:06)Kongo Erich schrieb: Das bedeutet eine Schwächung des US-Atomschirmes über Südkorea. Da Nordkorea über Atomwaffen verfügt wird der Ruf in Südkorea, sich auch mit (taktischen) Atombomben zu bewaffnen, sicher deutlicher werden.
Das sicherlich.
Jedoch richten sich die nordkoreanischen Atomwaffen eher gegen die USA als gegen Südkorea.
Ein Einsatz gegen Südkorea hat meines Erachtens noch weniger Sinn als ein grundsätzliche Einsatz ohnehin schon.
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