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https://www.youtube.com/watch?v=6GtKWb82OgI
Zitat:Former British Army Major Andrew Fox - a veteran of three tours of Afghanistan - joins BFBS Forces News Ukraine Reporter Simon Newton for an in-depth analysis of the combat in Ukraine as it enters its fifth year.
Now a researcher and defence commentator who has spent time in Ukraine, Andrew shares frontline insights into how modern warfare is evolving. From trench assaults reminiscent of World War I to the unprecedented scale of drone warfare, we examine what today’s battlefield reveals about the future of conflict.
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Blick von Osten:
https://www.youtube.com/watch?v=mL5i-MnM4Hc
Mit englischen Untertiteln.
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Ich habe mir mal eigene Gedanken zum aktuellen Geschehen gemacht und möchte eine These in den Raum stellen, die ich bisher so nicht gelesen habe:
Die aktuelle Drohnekriegsführung führt dazu, dass die Russen extrem dislozieren, und auch ihren Nachschub extrem dislozieren müssen. Es enstanden wie von selbst Netzstrukturen (wenn auch nicht in der Tiefe in welcher ich das immer propagiert habe) und auch die Nachschubwege veränderten sich von Strömen hin zu tausenden winziger Rinnsale.
Nun der neue Gedanke hierzu: die durch die Drohnenkriegsführung entstandenen Strukturen müssten zugleich deutlich resistenter gegen unsere Luftangriffe sein bzw. die Leistung der westlichen / NATO Luftwaffen deutlich reduzieren, weil diese Strukturen aus der Luft kaum gegriffen werden können bzw. nur mit übermäßig hohem / überproportionalen Aufwand.
These: Die Drohnenkriegsführung verändert die russischen Strukturen evolutionär dahingehend, dass sie weniger anfällig für unsere Luftkriegsführung werden.
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Und noch was von den Ukrainern selbst, die mehr als erstaunt sind, wie die USA und die Ölaraber gegen den Iran kämpfen:
https://t.me/tgp_news/102739#
https://www.thetimes.com/world/russia-uk...-lkdr7d6j6
Zitat:🇺🇸 Ukrainische Instruktoren, die in den Nahen Osten entsandt wurden, waren überrascht, wie die amerikanischen Militärs die Kampfdrohnen des Typs "Shahed" abschießen, - The Times.
💬 Die Ukraine hat eine Gruppe von Instruktoren, bestehend aus 201 Fachleuten, in den Kuwait, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien entsandt, um bei der Verteidigung gegen iranische Raketen und Drohnen zu helfen.
💬 Einer der ukrainischen Offiziere erzählte, dass er erstaunt war, dass die Staaten des Persischen Golfs gegen ein einziges feindliches Ziel acht Patriot-Abfangraketen abgefeuert haben, von denen jede mehr als 3 Millionen Dollar kostet.
💬 Es wird darauf hingewiesen, dass die Daten aus den Missionen der ukrainischen Patriot-Raketensystem-Crews an die Verbündeten weitergegeben wurden, die ebenfalls dieses System nutzen. Die USA und ihre Verbündeten im Persischen Golf beachteten jedoch nicht die komplexen Berechnungen, die die Ukraine angestellt hatte, um die Abschussraten von feindlichen Zielen zu verbessern.
"Ich verstehe nicht, was sie (die Verbündeten – Anm. d. Red.) gemacht haben, was sie in den vier Jahren, in denen wir kämpfen, angeschaut haben", sagte ein ukrainischer Offizier.
💬 Laut dem Präsidenten der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, feuerten die USA und ihre Verbündeten in den ersten vier Tagen des Krieges gegen den Iran mehr als 800 Patriot-Raketen ab, was etwa 200 mehr sind, als die Ukraine in den letzten drei Jahren erhalten hat.
"Oft schossen sie (die USA und ihre Verbündeten – Anm. d. Red.) ohne nachzudenken. Zum Beispiel verwendeten sie eine SM-6-Rakete vom Schiff, eine sehr gute Rakete im Wert von etwa 6 Millionen Dollar, um einen 'Shahed' im Wert von 70.000 Dollar abzuschießen", bemerkte ein ukrainischer Offizier.
💬 Die ukrainischen Instruktoren stellten ebenfalls fest, dass die Verbündeten häufig nicht in der Lage sind, ihre teuren Radarsysteme vor dem Feind ausreichend zu tarnen.
💬 Im Gegensatz dazu verfügt die ukrainische Seite über umfangreiche Erfahrung in diesem Bereich: Mobile Radarsysteme wechseln ständig ihre Positionen, sodass es den russischen Streitkräften fast nie gelingt, sie zu treffen.
💬 Ein ukrainischer Experte berichtete von einem auffälligen Fall: Nur drei billige "Shahed"-Drohnen konnten das Frühwarnradar AN/FPS-132 im Wert von etwa einer Milliarde Dollar sowie mindestens ein Radar des Höhenabwehrsystems Terminal, dessen Preis etwa 300 Millionen Dollar beträgt, treffen.
💬 Laut seiner Aussage waren diese Objekte auf offenen Satellitenbildern gut sichtbar.
"Zwei Monate lang standen sie genau an derselben Stelle, und dann kamen die 'Shaheds'. Drei 'Shaheds' im Wert von etwa 70.000 Dollar jeder. Und das war's", erzählte ein ukrainischer Offizier.
💬 Gleichzeitig bemerkte der ukrainische Oberst Kyrylo Peretjatko aus der taktischen Luftabwehrgruppe, dass kein Land sich entspannen sollte, wenn es darum geht, Luftverteidigung zu studieren.
💬 Seiner Meinung nach könnten die Lektionen der Ukraine zur Organisation von Waffen gegen ein breites Spektrum von Zielen auch anderen Ländern helfen.
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(20.03.2026, 20:02)Quintus Fabius schrieb: Nun der neue Gedanke hierzu: die durch die Drohnenkriegsführung entstandenen Strukturen müssten zugleich deutlich resistenter gegen unsere Luftangriffe sein bzw. die Leistung der westlichen / NATO Luftwaffen deutlich reduzieren, weil diese Strukturen aus der Luft kaum gegriffen werden können bzw. nur mit übermäßig hohem / überproportionalen Aufwand.
Umso stärker die Dezentralisierung, umso größer sollte der personelle und technische Aufwand und der Bedarf an Gütern selbst sein. Gibt es da irgendwelche Kompensationsbemühungen beispielsweise durch eine stärkere Zentralisierung der Logistik tiefer in der Etappe?
Die nächste Frage wäre, in welchem Rahmen der Aufwand für die Bekämpfung aus der Luft steigt. Auf den ersten Blick steigt vor allem der Aufklärungsaufwand und die Verteilung der eigenen Wirkmittel zur Bekämpfung, allerdings sinkt dadurch auch das Risiko oder erhöht den Aufwand zur Sicherung größerer Räume insbesondere im Nahbereich.
Ein interessantes Betrachtungsfeld, leider fehlt mir die Zeit für genauere Studien, das könnte spannend werden.
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Allgemein:
Zur Frage der Drohnen auf der untersten taktischen Ebene:
https://www.youtube.com/watch?v=rMUD4Ux96Jg
Helios:
Zitat:Umso stärker die Dezentralisierung, umso größer sollte der personelle und technische Aufwand und der Bedarf an Gütern selbst sein. Gibt es da irgendwelche Kompensationsbemühungen beispielsweise durch eine stärkere Zentralisierung der Logistik tiefer in der Etappe?
Nein, weil nicht möglich, weil jede solche Zentralisierung tiefer in der Etappe zu risikoreich ist. Die "Kompensation" der Russen ist, mit deutlch weniger Logistik zu agieren, also mit weniger Gütern "auszukommen". Die Truppen werden bei den Russen in der Folge dieser Entwicklung deutlich schlechter versorgt. Entsprechend gewichtet man die Versorgung. Beispielsweise Munition anstelle von Lebensmitteln oder Verwundetenversorgung etc. Die russischen Truppen vegetieren im frontnahen Raum teilweise unter extrem schlechten Bedingungen.
Zitat:Die nächste Frage wäre, in welchem Rahmen der Aufwand für die Bekämpfung aus der Luft steigt.
Er steigt meiner Einschätzung nach erheblich, weil es keine wirklich lohnenden Ziele mehr gibt. Entsprechend verschiebt sich die Effizienz der Einsätze. Der Aufwand pro vernichteter "Einheit" gegnerischer Kampfkraft (also nicht Einheit im Sinne eines militärischen Verbandes, sondern pro Kampfkraft-Einheit) steigt überproportional.
Das ist übrigens auch der Grund, warum dort Drohnen überhaupt den Gros der Verluste anrichten und die Artillerie diesen gegenüber so stark abgefallen ist. Die Strukturen sind entsprechend auch gegen Artilleriebeschuss erstaunlich unempfindlich. Die Artillerie hat also genau so keine Ziele die sich "lohnen würden".
Im Sinne des QJM von Dupuy steigt damit zugleich die Kurve bezüglich der CEV für die Verteidiger schneller an als die für die Angreifer. Das bedeutet, dass nach dem Modell die Verteidigung stärker wird. Das ist exakt das was wir praktisch real beobachten. Die empirische Betrachtung belegt damit das theoretische Modell.
Zitat:Auf den ersten Blick steigt vor allem der Aufklärungsaufwand
Wobei der gesteigerte Aufklärungsaufwand hier durch die Drohnen relativ problemlos kompensiert wird. Das Problem ist im weiteren weniger die Frage der eigentlichen Aufklärung, sondern die der Informationsauswertung und die Frage der Geschwindigkeit. Man wird durch die Aufklärung mit einer schier kaum vorstellbaren Masse an lauter für sich selbst irrelevanten Informationen erschlagen. An die Stelle des Nebels des Krieges tritt das Kaleidoskop des Krieges.
Das Problem ist nicht die Aufklärung, sondern die Auswertung und Nutzung der Aufklärung im Verhältnis zur Zeit, da die Zeitfenster immer kürzer werden etc. Auch dies befördert die Defensive und die Drohnenkriegsführung, weil die Drohnen Aufklärung und Bekämpfung kostengünstig in einer Einheit stellen können.
Ein Ukrainer (Offizier von Azov) drückte es so aus: überall sieht man einzelne Kakerlaken. Aber man weiß gar nicht, wohin man sinnvollerweise zuerst treten muss. Also zertritt man sie an einer Stelle nur um dann hinterher immer festzustellen, dass es die falsche Stelle war und sich die Kalerlaken bereits an anderer Stelle so vermehrt haben, dass man dort die Kontrolle verliert.
Zitat:steigt vor allem ...... die Verteilung der eigenen Wirkmittel zur Bekämpfung,
Und das ist nicht alles. Sondern dazu sinkt die Effizienz der eigenen Wirkmittel ab.
Zitat:allerdings sinkt dadurch auch das Risiko
Und die Geschwindigkeit möglicher Veränderungen. Dies erhöht die Chance für das Erstarren von Fronten und damit die Wahrscheinlichkeit des Abnutzungskrieges mit nicht mehr durchstoßbaren Räumen (anstelle früherer Fronten). Auch dies ist exakt das was wir in der Ukraine beobachten.
Zitat: erhöht den Aufwand zur Sicherung größerer Räume insbesondere im Nahbereich.
Was ebenfalls dazu führt, dass man Präsenz im Raum durch Feuerkraft ersetzen muss, was kostengünstig genug (also effizient genug) nur mit Drohnen geht und damit auch die Drohnenkriegsführung befördert, weil sonst die Sicherung größerer Räume nicht nachhaltig aufrechterhaltbar und nicht finanzierbar ist.
Schlussendlich sprechen wir hier also von einer dialektischen Entwicklung: das eine bedingt das andere und umgekehrt, in einer Spirale, die schlussendlich unsere größte Stärke, die Wirkmöglichkeit unserer Luftwaffen, reduziert.
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Es findet allerdings keinerlei Beachtung das die UsA nicht im eigenem Land sind , sich also nicht bewegen können Wie sie wollen. Das man nicht sonderlich beliebt ist in der Gegend kommt noch dazu und beschränkt einen in der Arbeit . Die Länder sind ja nicht mit den usa in den Krieg gezogen, sondern wurden hinein gezogen. Einnbreiter aufstellen würde einen doppelt so großen Personalansatz bedeuten wie bei uns im Normal Fall. Nicht bloß das die aktuelle Position von Einheimischen gesichert werden muss , auch die schon im vorraus erkundeten ausweichstellungen müssen ab dem Moment bewacht werden wo sie erkundet sind .
Auch ist ja schön das man die Daten an die Verbündeten weitergegeben hat , was ja dann nur die USA sein können, diese aber ja anscheinend nicht weitergegeben hat. Dazu kommt das man auf einer Fläche eines ukrainischen Oblast am Golf 4-5 souveräne Staaten hat die alle das Recht haben sich zu verteidigen . Womit ganz einfach ist die Anzahl der Fk zu erklären . Da ich mir nicht vorstellen kann das die Ukrainer die völlig andere Situation die dort herrscht nicht erkannt haben sollen bezweifle ich. Das die usa ungern Daten teilen , auch nicht mit gastgeberländern , ist doch bekannt. Da nimmt man auch mal flugzeugverluste in Kauf.
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Über Körperpanzerung:
Spezifisch ab 08:10 :
https://www.youtube.com/watch?v=cA10djH3Qh8
Interessant ist die Unterscheidung zwischen Angriffsaufgaben (weniger Körperpanzerung) und defensiven Aufgaben (mehr Körperpanzerung)
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Das Prinzip hat selbst Bw seit mehr als 15 Jahren . Seit neuestem mit mobast sogar noch ne dritte Abstufung , noch besseren Schutz , das den mobelchen im Stab und unterstützungsbereich ja nichts passiert .
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Mobast ist doch erst seit 2021 im Zulauf, oder irre ich mich da? Und wo hat Mobast Schutz für Unterarme und Schienbeine? Zudem ist ein wesentlicher Unterschied, dass die Ukrainer keine Platten und kein VPAM9 verwenden, sondern sich der gesamte Schutz auf Splitter konzentriert. Dazu kommt meist noch ein erstaunlich ausprägter Schutz für den Genitalbereich was bei Mobast so weitgehend meiner Kenntnis nach auch nicht der Fall ist. Und der Bauch- / Unterleib ist stärker geschützt bzw. mehr der Schwerpunkt vom Schutz als direkt die Brust (Splitterabwehr statt Schutz vor Kugeln).
Worauf die Ukrainer angeblich voll abfahren ist jedoch das Konzept der ballistischen Unterwäsche, dass die BW ja auch hat.
Aber wie gesagt, Mobast hat meiner Kenntnis nach lediglich einen modularen Splitterschutz für Schulter, Tiefschutz (dieser jedoch nicht zwischen den Beinen durchgehend), Oberarm und Oberschenkel.
Die Ukrainer hingegen haben Splitterschutz auch für die Unterschenkel und Unterarme, weil die medizinische Versorgung derart schlecht ist, dass eine Reduzierung der Verletzungen dort die Rate der notwendigen Amputationen deutlich senkt.
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Für genitalbereich / unterleib hast du ja deine speziellen Sätze Unterwäsche .
wenn ich ballistisches langes Shirt anhab brauch ich doch nicht noch einen splitterschutz für Unterarme .
Der tiegenschutz geht bis über die Oberschenkel , splitterschutz durch die Wäsche , da brauch ich doch nicht noch genitalschutz . Etwas Bewegung muss schon noch möglich sein . Mobast hat zur standartweste noch extra Bauchschutz , unterleib und Oberschenkelschutz und die Oberarme komplett . Natürlich Hals ist auch dabei.
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