Vor 8 Stunden
Es gab schon vor den Inka hochstehende Kulturen in Südamerika. Einen interessanten Aspekt hat nun n-tv ausgegraben.
Es geht um den Küstenstrich von Peru:
[Bild: https://journals.plos.org/plosone/articl...41263.g001]
Der Artikel endet mit:
Liegt vielleicht darin auch die Ablehnung von alternativen Energien durch Konzerne (und Staaten) zugrunde, deren Macht vor allem auf dem Öl gründet?
Man kann aus der Geschichte lernen. Aber darum soll es hier nicht gehen, sondern um die Kultur und das Reich der Chincha.
Es geht um den Küstenstrich von Peru:
[Bild: https://journals.plos.org/plosone/articl...41263.g001]
Zitat:Guano bis heute gefragtda geht es jetzt nicht um das Thema, wie man aus Sch.... auch Gold machen kann - aber generell um den Besitz von Bodenschätzen, der ganzen Gesellschaften zu Macht und Reichtum verhelfen kann. Das ist heute noch so.
Vogelkot verhalf Königreich zu Macht und Wohlstand
14.02.2026, 13:20 Uhr
"Weißes Gold": Der Kot von Seevögeln war ausschlaggebend für den Aufstieg eines mächtigen Reiches im alten Peru. Einer Studie zufolge war der Guano genannte Dünger die Grundlage für Wohlstand und Handel. ...
Vogelkot war einer Studie zufolge der Motor für den Aufstieg eines mächtigen Königreichs. Der sogenannte Guano habe das Küstenvolk der Chincha zu einer der wohlhabendsten und einflussreichsten Gesellschaften vor der Inka-Zeit gemacht, berichtet ein Forschungsteam im Fachjournal "PLOS One". "In den alten Andenkulturen war Dünger Macht", erklärte Hauptautor Jacob Bongers von der University of Sydney.
Guano ist ein natürliches Düngemittel aus den getrockneten Exkrementen von Seevögeln oder Fledermäusen mit hohem Gehalt an Stickstoff, Phosphor und anderen Nährstoffen. "Guano steigerte die Maisproduktion dramatisch", so Bongers. "Und dieser landwirtschaftliche Überschuss trug entscheidend zur Wirtschaft des Chincha-Königreichs bei, förderte dessen Handel, Wohlstand, Bevölkerungswachstum und regionalen Einfluss und prägte dessen strategische Allianz mit dem Inka-Reich."
Das Chincha-Königreich war eine präkolumbianische Kultur an der Pazifikküste im heutigen Peru. Der mächtige Küstenstaat blühte mit zeitweise wohl mehr als 100.000 Einwohnern von etwa 1000 bis 1400 nach Christus im Chincha-Tal südlich von Lima. Im Zuge der spanischen Eroberung brach die Bevölkerungszahl durch Krankheiten und Unruhen komplett ein, die Kultur verlor rasch an Bedeutung.
Mit Flößen zu Guano-Inseln gelangt
"Wir wissen, dass die Chincha außerordentlich wohlhabend und eine der mächtigsten Küstengesellschaften ihrer Zeit waren", sagte Bongers. "Aber worauf beruhte dieser Wohlstand?" Zur Klärung analysierte das Team die biochemischen Eigenschaften von 35 Maisproben aus Grabstätten im Chincha-Tal. Gefunden wurden außergewöhnlich hohe Stickstoffwerte, die weit über die für die Region typischen natürlichen Bodenbedingungen hinausgingen. Dies deute stark darauf hin, dass die Pflanzen mit Seevogel-Guano gedüngt wurden, der reich an Stickstoff ist.
"Der Guano wurde höchstwahrscheinlich von den nahe gelegenen Chincha-Inseln gewonnen, die für ihre reichhaltigen und hochwertigen Guano-Vorkommen bekannt sind", sagte Bongers. Aus Schriften aus der Kolonialzeit gehe hervor, dass Menschen aus Gemeinden an der Küste Perus und im Norden Chiles mit Flößen zu mehreren nahe gelegenen Inseln segelten, um Seevogelkot als Dünger zu sammeln.
...
Landwirtschaft sei an der Küste Perus wegen der sehr trockenen, Nährstoffe schnell verlierenden Böden eine Herausforderung, erläutert das Team. Mit dem Guano von vorgelagerten Inseln als Dünger konnten die Küstenbauern im Chincha-Tal Mais - eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel Amerikas - in Hülle und Fülle anbauen. Das wiederum habe dem Volk der Chincha eine bedeutende Rolle im Küstenhandel ermöglicht.
"Unsere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Guano für den Erfolg des Chincha-Königreichs von zentraler Bedeutung war", meint Bongers. Das maritime Wissen und der Zugang zu den Chincha-Inseln habe dabei eine strategische Rolle gespielt.
Denn: Größtes Reich Amerikas war vor der Ankunft der Europäer das der Inka im Hochland der Anden. Sie seien bekannt für ihre Vorliebe für Mais, aus dem sie fermentiertes Bier - "Chicha" genannt - für wichtige Zeremonien herstellten, erklären die Forschenden. Viel Mais hätten sie in der hochgelegenen Gegend aber nicht anbauen können - und zu den Inseln voller Vogelkot segeln auch nicht. In den diplomatischen Vereinbarungen zwischen Inkas und Chincha-Gemeinschaften sei Guano als begehrte Ressource darum mit entscheidend gewesen, sagte Bongers.
...
Der Artikel endet mit:
Zitat:...Und der Verlust von Bodenschätzen oder besser - deren Wert, etwa durch die Stärkung von Surrogaten - kann eine so begründete Stellung durchaus ins Wanken bringen.
Ab 1840 explodierte der Export aus Peru, Guano wurde als "weißes Gold" bezeichnet. Peru wurde reich, in der europäischen Landwirtschaft gab es massive Ertragssteigerungen.
Seit 1913 ermöglichte dann allerdings Fritz Habers Ammoniaksynthese - das bis heute verwendete Haber-Bosch-Verfahren - die großskalige Herstellung synthetischer Dünger, die günstiger und unbegrenzt verfügbar waren. Der Guano-Handel brach komplett ein. Heute gibt es wieder eine - wenn auch weitaus geringere - Nachfrage durch den Bio-Landbau.
Liegt vielleicht darin auch die Ablehnung von alternativen Energien durch Konzerne (und Staaten) zugrunde, deren Macht vor allem auf dem Öl gründet?
Man kann aus der Geschichte lernen. Aber darum soll es hier nicht gehen, sondern um die Kultur und das Reich der Chincha.
