Drohnenträger für Deutschland
#1
Für Portugal baut Damen gerade einen 8.000t-Drohnenträger für 123 Mio Euro, Bauzeit ein Jahr ... an sich ein ideales Schiff für IKM, aber für uns würde es dazu noch ein paar andere Probleme auf einmal lösen:

- es bietet Stellflächen für Container. Diese können VLS-Zellen beherbergen ... auf diese Weise könnte dieser Drohnenträger auch als eine Art Arsenalschiff dienen, sprich die konsequent knapp bemessene Anzahl an VLS-Zellen auf unseren Fregatten ergänzen.
- es bietet sich an, den Drohnenträger für ASW zu nutzen. Die Bundesmarine will 24 Seaguardian anschaffen ... das adressiert die Fähigkeitslücke durch den Verzug beim F126. Die Seaguardian können so die Überwachungsdichte nicht nur um den Träger (und die Begleitfregatte), sondern dank der großen Reichweite der Drohne auch um alle anderen NATO-Schiffe im Nordatlantik erhöhen.
- es bietet die Möglichkeit, beides miteinander zu kombinieren: Seaguardian klärt auf, Wirkmittel ist eine Asroc aus dem VLS. Man müsste halt eine Asroc mit großer Reichweite entwickeln ... kann doch nicht so schwer sein. Passt dann halt nicht mehr in ein Mk 41 VLS, sprich man bräuchte ein VLS für längere Raketen, aber in den 40-Fuß-Containern bekommt man sie schon unter. Wird ein U-Boot in der Nähe eines anderen Schiffs aufgeklärt, kann dieses natürlich auch seinen eigenen Heli losschicken.

Also .... sollte das nicht möglich sein, die Konstruktion des Schiffes innerhalb von zwei Jahren an deutsche Vorgaben anzupassen (eventuell inkl. einem ordentlichen Antrieb, für die Portugiesen scheinen 15kn auszureichen ... an sich braucht das Schiff ja nicht schnell zu sein bei seinem Wirkradius, dann muss halt die Begleitfregatte langsam fahren?) und dann schnell bauen zu lassen, dann liefe der Drohnenträger 2029 zu, kann bei dem Preis kein Fehler sein, und zumindest Standard-VLS-Container kann es dann sofort aufnehmen und so die Schlagkraft der Marine klar erhöhen. Platz ist in der portugiesischen Variante für 18 20-Fuß-Container, sprich 36 VLS-Zellen .....

Also .... vielleicht besser gleich 2 davon ordern?

https://de.euronews.com/2026/01/29/revol...rohne-meer
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#2
(Vor 8 Stunden)LieberTee schrieb: an sich ein ideales Schiff für IKM
Wieso? Das Schiff kann theoretisch Seeräume mit leichten Drohnen überwachen. Mehr nicht.
Zitat:es bietet Stellflächen für Container. Diese können VLS-Zellen beherbergen ... auf diese Weise könnte dieser Drohnenträger auch als eine Art Arsenalschiff dienen, sprich die konsequent knapp bemessene Anzahl an VLS-Zellen auf unseren Fregatten ergänzen.
Wenn die Container VLS-Zellen enthalten sollen, blockieren sie das Flugdeck. Somit ist das Schiff dann nichts anderes mehr als eben ein überdimensioniertes Arsenalschiff.
Zitat:es bietet sich an, den Drohnenträger für ASW zu nutzen. Die Bundesmarine will 24 Seaguardian anschaffen ... das adressiert die Fähigkeitslücke durch den Verzug beim F126. Die Seaguardian können so die Überwachungsdichte nicht nur um den Träger (und die Begleitfregatte), sondern dank der großen Reichweite der Drohne auch um alle anderen NATO-Schiffe im Nordatlantik erhöhen.
Was hat das mit diesem Schiff zu tun? Weder kann die MQ-9 von ihm aus betrieben werden, noch braucht sie für ihre Einsatzräume einen Träger. Sie kann überall, wo sie gebraucht wird, landgestützt eingesetzt werden. Zumindest in für LV/BV relevanten Gebieten wie dem Nordmeer, GIUK, Nord- und Ostsee, aber auch im Mittelmeer.
Zitat:Seaguardian klärt auf, Wirkmittel ist eine Asroc aus dem VLS.
Selbst wenn das Schiff die SeaGuardian einsetzen könnte, bräuchte man dann zwei Schiffe im Team, weil es nicht beides gleichzeitig bieten könnte. Außerdem braucht es natürlich noch Geleitschutz, da die Schiffe selbst komplett wehrlos sind.
Zitat:Man müsste halt eine Asroc mit großer Reichweite entwickeln ... kann doch nicht so schwer sein. Passt dann halt nicht mehr in ein Mk 41 VLS, sprich man bräuchte ein VLS für längere Raketen, aber in den 40-Fuß-Containern bekommt man sie schon unter.
Allzu viel Spielraum ist da nicht mehr, wenn man sich das Mk70 anschaut. Aber größer als eine TLAM muss so ein VL-ASROC auch nicht werden. Die Drohnen, die auf dem Träger starten können, hätten gar nicht die Reichweite, um das nutzen zu können.
Zitat:...dann liefe der Drohnenträger 2029 zu, kann bei dem Preis kein Fehler sein
Doch, weil es personelle und industrielle Kapazitäten bindet, die sinnvoller eingesetzt werden könnten.
Zitat:zumindest Standard-VLS-Container kann es dann sofort aufnehmen und so die Schlagkraft der Marine klar erhöhen.
Dafür wäre die ebenfalls von Damen stammende Arsenaldrohne der NL besser geeignet, sofern sie die denn wirklich bauen sollten.
Zitat:Platz ist in der portugiesischen Variante für 18 20-Fuß-Container, sprich 36 VLS-Zellen .....
Dann ganz ohne Flugbetrieb.
Zitat:Also .... vielleicht besser gleich 2 davon ordern?
Man braucht immer mindestens zwei Schiffe, wenn man eins permanent nutzen will. Für dein ASW-Konzept, falls das denn funktionieren sollte, bräuchtest du also mindestens 4, eher 6 Schiffe, weil sie immer im Tandem agieren müssen. Zzgl. Geleitschutzfregatte. Bindet also insgesamt 7-9 Schiffe samt Personal, sofern die nicht auch noch einen Versorger benötigen.
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#3
Wenn man sich die Berichte in letzter Zeit anschaut scheint die Kombination der Worte "Drohne" und "Träger" die Leute verrückt zumachen. Jeder Träger kann auch ein Drohnenträger sein. Ein richtiger Träger funktioniert in der Regel sogar besser als Drohnenträger als das Ding, da diese die erforderliche Infrastruktur mitbringen.

Das Schiff der Portugiesen ist eher ein Multifunktionsschiff. Als richtiger Träger ist es zu kurz. Mit 98m Länge, ist die Start und Landebahn viel zu kurz um sinnvoll Starflügeldrohnen mitzunehmen.

Die relativ kleine Drohne TB3 (für eine MALE Drohne) braucht die Landebahn einer TCG Anadolu, ein mehr als doppelt so langes Schiff, inklusive Skischanze.
[Bild: https://cdn.baykartech.com/media/uploads...r-tb3.jpeg]
Die Grafiken zeigen eine Airbus SIRTAP Drohne auf dem Landedeck, aber ich bin mir nicht sicher, ob die mit so einer kurzen Start- und Landebahn klar kommt. SIRTAP hat ähnliche Maße zu TB3, und wird von der spanischen Marine für den Einsatz auf dem Träger Juan Carlos entwickelt. Da die Juan Carlos und TCG Anadolu praktisch identisch sind, ist davon auszugehen, dass SIRTAP ähnliche Ansprüche hat.

Am ehesten funktioniert das Schiff für Senkrechtstarter wie Hubschrauber oder kleinere Drohnen.
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#4
Alles Spielkram so lange keine Drohnen in der Leistungsklasse einer MQ-9 starten und landen können.
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#5
„LieberTee“ schrieb:Für Portugal baut Damen gerade einen 8.000t-Drohnenträger für 123 Mio Euro, Bauzeit ein Jahr ...
Trifft es mMn nicht.
Portugal baut eine Flugdeckfähre um damit Patrouillen-, Disaster Relief und Fischereikontrollaufgaben in seinen EEZ in Übersee (Azoren und Madeira) wahrzunehmen.
Zitat:- es bietet Stellflächen für Container. Diese können VLS-Zellen beherbergen ... auf diese Weise könnte dieser Drohnenträger auch als eine Art Arsenalschiff dienen, sprich die konsequent knapp bemessene Anzahl an VLS-Zellen auf unseren Fregatten ergänzen.
Diese Stellflächen befinden sich hauptsächlich unter Deck und sollen für Versorgungsgüter, medizinische Kapazitäten usw genutzt werden. Damit müsste man wenn das Flugdeck vollstellen, womit die Drohnenfähigkeit hin wäre, die sowieso schon eingeschränkt ist.

Dazu würden uns das wenig bringen, da VLS-Zellen kein Selbstzweck sind. Zum einen ist das Mk70 amerikanisch, womit wir dieses System entweder sehr spät oder (sobald die nächste geopolitische Krise eintritt) gar nicht erhalten und zum anderen bleibt die Effektorproblematik bestehen. Wir haben keinen Mangel an ESSM/SLM, wir haben einen Mangel an SM-2/ASTER 30, von der erstere in seiner IIIC-Version aktuell und auf absehbare Zeit von keiner unserer Einheiten verschossen werden kann und von der letztere aufgrund fadenscheiniger Begründungen nicht eingeführt wird.

Was Effektoren angeht, und das meine ich gerade grundsätzlich, gibt es keinen Lösungsweg. Jedenfalls nicht wenn wir uns weiter so anstellen wie bisher.
Zitat:- es bietet sich an, den Drohnenträger für ASW zu nutzen. Die Bundesmarine will 24 Seaguardian anschaffen ... das adressiert die Fähigkeitslücke durch den Verzug beim F126. Die Seaguardian können so die Überwachungsdichte nicht nur um den Träger (und die Begleitfregatte), sondern dank der großen Reichweite der Drohne auch um alle anderen NATO-Schiffe im Nordatlantik erhöhen.
Man kann U-Boote luftgeschützt so gut wie nicht aufklären. Das hatten wir bereits im P8 Thread. Luftgeschützte assets wie Drohnen, MPAs und co sind sensorisch nicht dazu befähigt, Seeraum nach feindlichen U-Booten abzusuchen. Das wird physikalisch vermutlich auch niemals möglich sein. Diese Plattformen brauchen einen Fremdinput durch eine wie auch immer vorgehaltene Sensorik unter Wasser, sie sind zur Feinverortung und zur Verbringung von Effektoren geeignet, nicht zur Suche. Dafür sind Mittel wie Sonarbojen, MADs usw deutlich zu schwach und zu wenig vorhanden.

Mal ganz nebenbei passt die MQ-9 auch überhaupt nicht auf dieses Schiff. Die hat mit 20m eine Flügelspannweite die genauso groß ist, wie das Schiff an seiner Wasserlinie. Und die 107m Rollfläche werden nicht ausreichen, auch nicht die 130m des MPSS9000.
Zitat:Also .... vielleicht besser gleich 2 davon ordern?
Ich persönlich würde lieber sagen 0.

Es sei denn wir kriegen das Bismarck-Archipel zurück, dann können wir da meinetwegen drüber reden. Nach dem LHD versteht sich. Big Grin
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#6
(Vor 2 Stunden)DopePopeUrban schrieb: Trifft es mMn nicht.
Portugal baut eine Flugdeckfähre um damit Patrouillen-, Disaster Relief und Fischereikontrollaufgaben in seinen EEZ in Übersee (Azoren und Madeira) wahrzunehmen.
Diese Stellflächen befinden sich hauptsächlich unter Deck und sollen für Versorgungsgüter, medizinische Kapazitäten usw genutzt werden. Damit müsste man wenn das Flugdeck vollstellen, womit die Drohnenfähigkeit hin wäre, die sowieso schon eingeschränkt ist.

Sorry, bin nicht auf die Idee gekommen, dass die Seaguardian breiter als das Schiff sein könnte. Die Länge ist eigentlich weniger das Problem ...
"Ursprünglich war ein Drohnenträger mit Skisprungschanze für den Start schwerer Kampfdrohnen geplant, dieser Plan wurde jedoch verworfen."
Mit Katapult geht das schon. Nur ist die Seaguardian nicht für Katapultstart konstruiert, aber ein jet assisted take off mit gut über die Breite verteilten Startraketen müsste machbar sein .... ja, diese Flugdeckfähre ist trotzdem zu klein Sad


Zitat:Dazu würden uns das wenig bringen, da VLS-Zellen kein Selbstzweck sind. Zum einen ist das Mk70 amerikanisch, womit wir dieses System entweder sehr spät oder (sobald die nächste geopolitische Krise eintritt) gar nicht erhalten und zum anderen bleibt die Effektorproblematik bestehen. Wir haben keinen Mangel an ESSM/SLM, wir haben einen Mangel an SM-2/ASTER 30, von der erstere in seiner IIIC-Version aktuell und auf absehbare Zeit von keiner unserer Einheiten verschossen werden kann und von der letztere aufgrund fadenscheiniger Begründungen nicht eingeführt wird.

Man kann in die Container packen was man will ...

Zitat:Man kann U-Boote luftgeschützt so gut wie nicht aufklären. Das hatten wir bereits im P8 Thread. Luftgeschützte assets wie Drohnen, MPAs und co sind sensorisch nicht dazu befähigt, Seeraum nach feindlichen U-Booten abzusuchen. Das wird physikalisch vermutlich auch niemals möglich sein. Diese Plattformen brauchen einen Fremdinput durch eine wie auch immer vorgehaltene Sensorik unter Wasser, sie sind zur Feinverortung und zur Verbringung von Effektoren geeignet, nicht zur Suche. Dafür sind Mittel wie Sonarbojen, MADs usw deutlich zu schwach und zu wenig vorhanden.

Das war mir schon klar, dass die Seaguardian hauptsächlich Sonarbojen ausbringen. Sind doch schneller und günstiger zu beschaffen als eine A200D.

Zitat:Mal ganz nebenbei passt die MQ-9 auch überhaupt nicht auf dieses Schiff. Die hat mit 20m eine Flügelspannweite die genauso groß ist, wie das Schiff an seiner Wasserlinie. Und die 107m Rollfläche werden nicht ausreichen, auch nicht die 130m des MPSS9000.

Das MPSS hat ja nicht mal ein Katapult .... und ist noch immer zu schmal. Man bräuchte 107m Länge und 35m Breite ...
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