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(Waffe) LASER für die Marine - Druckversion

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LASER für die Marine - Usedom70 - 15.02.2026

"Schlechte Nachrichten für die zwei Rüstungsgiganten Rheinmetall und MBDA. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat die geplante Auftragsvergabe für den Bau eines auf Schiffen installierten 65-Kilowatt-Lasers gestoppt. Stattdessen will man sich nun eine australische Alternative ansehen."
Na ja, nochmal eine knappe halbe Milliarde (!) für einen weiteren Demonstrator zu verlangen, ist vielleicht selbst in der heutigen Zeit etwas zu unverschämt...

https://www.welt.de/wirtschaft/article698f5c2cf4d0b8d94ca1bc23/laser-waffe-bundestag-stoppt-millionen-auftrag-fuer-rheinmetall-und-mbda.html


RE: LASER für die Marine - Helios - 15.02.2026

Ich würde da mal einen Untersuchungsausschuss ansetzen, wer wann wo warum entschieden hat, dass ein solcher Auftrag trotz Wissen um kostengünstigere Alternativen direkt vergeben werden soll.


RE: LASER für die Marine - Milspec_1967 - 15.02.2026

(15.02.2026, 15:48)Helios schrieb: Ich würde da mal einen Untersuchungsausschuss ansetzen, wer wann wo warum entschieden hat, dass ein solcher Auftrag trotz Wissen um kostengünstigere Alternativen direkt vergeben werden soll.

Diese Selbstbedienungsladen Mentalität hört nur dann auf, wenn konsequent woanders gekauft wird.
Zumindest, wenn es nicht um 1000de Arbeitsplätze (Werften) geht, sondern nur wie hier im ein paar dutzend... Wenn auch Spezialisten.

Die Frage ist, wer hier die Beschaffungs Macht hat... BMVg oder Haushälter.

Wie ist da eigentlich die Rechtslage?


RE: LASER für die Marine - Gecktron - 15.02.2026

Unabhängig von dem was MBDA/Rheinmetall verlangen, ich finde es merkwürdige dass man die Aussagen von EOS (nicht hier, aber in anderen Kreisen) für bare Münze nimmt.

Soweit ich weiß, hat bislang noch niemand diesen Laser in Dienst gestellt. Die Niederländer haben ein System bestellt für Einsatz auf dem Land, und ohne es selber zu testen.

Das man EOS System auch testet ist völlig legitim, aber die Zahlen und Aussagen hinsichtlich eines Umzuges nach Deutschland rumgeworfen werden lassen bei mir Zweifel aufkommen.


RE: LASER für die Marine - Helios - 15.02.2026

In einem offenen Vergabeverfahren könnten die Aussagen von EOS hinsichtlich der Leistungsfähigkeit, der Kosteneffizienz und tatsächlicher Übertragungen von Rechten und Produktion kritisch geprüft werden. Genauso auch die von anderen Anbietern, denn es geht mir nicht darum, eine spezielle Lösung zu propagieren, sondern die Art und Weise der Vergabe zu kritisieren. Darüber hinaus ist es in meinen Augen im übrigen völlig richtig, dass möglichst viel Wertschöpfung national erfolgen sollte.


RE: LASER für die Marine - DorJur - 15.02.2026

Hat hier jemand eine Ahnung, in welcher Sitzung das gewesen sein soll? Ich gehe gerade die letzten Tagesordnungen durch, finde abe4 nichts…


RE: LASER für die Marine - DeltaR95 - 15.02.2026

(15.02.2026, 19:39)DorJur schrieb: Hat hier jemand eine Ahnung, in welcher Sitzung das gewesen sein soll? Ich gehe gerade die letzten Tagesordnungen durch, finde abe4 nichts…

Sobald die Vorlage vom BMF an das Parlament übermittelt wird, muss sie nicht automatisch in den Ausschüssen landen. Es kann auch sein, dass sie im Verteidigungsausschuss gestoppt wird oder halt schon im Vorfeld bei der Vorbereitung der Tagesordnungen abgewiesen wird.


RE: LASER für die Marine - DorJur - 15.02.2026

(15.02.2026, 19:53)DeltaR95 schrieb: Sobald die Vorlage vom BMF an das Parlament übermittelt wird, muss sie nicht automatisch in den Ausschüssen landen. Es kann auch sein, dass sie im Verteidigungsausschuss gestoppt wird oder halt schon im Vorfeld bei der Vorbereitung der Tagesordnungen abgewiesen wird.

Es kann sein, dass sie die Vorberatung im Verteidigungsausschuss nicht überlebt, dann müsste sie aber dort beraten und abgestimmt worden sein. Wenn zur TO eines Ausschusses angemeldet, kann das nicht so einfach von der TO verschwinden (Minderheitenschutz). Der Ausschussvorsitzende könnte im Vorfeld eine Aufnahme auf die TO theoretisch verhindern, wobei ich diese Möglichkeit rechtlich sehr eingeschränkt sehe…

Mal gucken, ob ich noch was finde…


RE: LASER für die Marine - kato - 15.02.2026

(15.02.2026, 15:48)Helios schrieb: Ich würde da mal einen Untersuchungsausschuss ansetzen, wer wann wo warum entschieden hat, dass ein solcher Auftrag trotz Wissen um kostengünstigere Alternativen direkt vergeben werden soll.
Moment, darum geht es doch gerade bei der Direktvergabe, die die Lobbyistenpartei mit den schwarzen Kassen erfolgreich gesetzlich umgesetzt hat. Nämlich eben _nicht_ das kostengünstigere/wirtschaftlichere Angebot zu nehmen, sondern stattdessen ein ausgewähltes Unternehmen mit nicht wettbewerbsfähiger Lösung zu begünstigen.


RE: LASER für die Marine - DeltaR95 - 15.02.2026

(15.02.2026, 21:18)kato schrieb: Moment, darum geht es doch gerade bei der Direktvergabe, die die Lobbyistenpartei mit den schwarzen Kassen erfolgreich gesetzlich umgesetzt hat. Nämlich eben _nicht_ das kostengünstigere/wirtschaftlichere Angebot zu nehmen, sondern stattdessen ein ausgewähltes Unternehmen mit nicht wettbewerbsfähiger Lösung zu begünstigen.

Die vergaberechtliche Entscheidung wird im BAAINBw erarbeitet, die sind für das rechtlich konforme Handeln verantwortlich.

Die Direktvergabe ("Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb") ist im Vergaberecht eine valide Möglichkeit, so man sie denn begründen kann und mit dem Gesetz zur beschleunigten Planung und Beschaffung für die Bundeswehr hat das Parlament doch dafür selber Tür und Tor geöffnet.

Scheinbar sitzt das Geld doch nicht so locker, wie viele dachten, und mit der Schlüsseltechnologie ist es wohl nicht mehr so weit her.

Der richtige Auftrag an das BMVg und das BAAINBw wäre hier eine saubere neue Vertragsverhandlung hinsichtlich des Preises und ansonsten die Durchführung einer Preisprüfung gewesen - aber nicht per se das Ausweichen auf einen ausländischen Anbieter.

Bei der Lasertechnik haben wir in Deutschland für den militärischen Bereich doch wirklich Aufholbedarf...


RE: LASER für die Marine - DorJur - 15.02.2026

(15.02.2026, 21:18)kato schrieb: Moment, darum geht es doch gerade bei der Direktvergabe, die die Lobbyistenpartei mit den schwarzen Kassen erfolgreich gesetzlich umgesetzt hat. Nämlich eben _nicht_ das kostengünstigere/wirtschaftlichere Angebot zu nehmen, sondern stattdessen ein ausgewähltes Unternehmen mit nicht wettbewerbsfähiger Lösung zu begünstigen.

Die Direktvergabe hat schon ihre Berechtigung. Alle fordern immer, es solle schnell gehen, “einfach mal machen…“. Das Problem ist, dass ganz häufig im Fall einer Direktvergabe entweder gegenläufige Interessen im Ausschuss eine Vergabe verhindern, häufig aber auch der Ausschuss den Finger in die Wunde legt, so wie vermutlich hier im Fall des Marinelasers…

Unabhängig von der Vergabeart muss die Vergabe (wenn über 25 Mio. Euro) nach Vorberatung im Verteidigungsausschuss durch den Haushaltsausschuss…Den TOP suche ich. Denn die zitierte Quelle oben schreibt ja, dass der HH-Ausschuss die Vergabe aufgehalten haben soll…


RE: LASER für die Marine - DeltaR95 - 15.02.2026

(15.02.2026, 21:43)DorJur schrieb: Unabhängig von der Vergabeart muss die Vergabe (wenn über 25 Mio. Euro) nach Vorberatung im Verteidigungsausschuss durch den Haushaltsausschuss…Den TOP suche ich. Denn die zitierte Quelle oben schreibt ja, dass der HH-Ausschuss die Vergabe aufgehalten haben soll…

Das kann der Haushaltsausschuss auch ohne TOP, der ist ja mehr "Aussprache und formale Abstimmung". Manche Vorlagen werden halt schon im Vorfeld aussortiert und landen somit gar nicht auf der TO.


RE: LASER für die Marine - DorJur - 15.02.2026

(15.02.2026, 21:59)DeltaR95 schrieb: Das kann der Haushaltsausschuss auch ohne TOP, der ist ja mehr "Aussprache und formale Abstimmung". Manche Vorlagen werden halt schon im Vorfeld aussortiert und landen somit gar nicht auf der TO.

Das kann aber nur informell erfolgen. Also nach dem Motto: „Kommt nicht auf die Idee, das jetzt zu bringen, dann zerlegen wir euch.“ Wenn die Bundesregierung einen TOP auf die TO bringen will, dann kann man das rechtlich nicht verhindern…

Ggf. ist der Welt-Beitrag hier schlecht geschrieben und es geht in Deine Richtung 🤷🏼‍♂️