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Szenario Nordkorea vs. Südkorea - Druckversion

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- revan - 17.02.2009

Kann mich Erich in der Befürchtung das die Spannung steigt nur anschließen, dass es zu Krieg kommt glaube ich aber nicht. Da Nord Korea trotz seiner wenigen Nuklearen Knallfrösche der Süd Koreanischen Armee in keinster Weise mehr gewachsen währe. Geschweige den USA die von ersten Tag eines Krieges die Süd Koreanischen Streitkräfte am Boden und wichtiger in der Luft und zu See unterstützen würden. Das Problem send aber nicht die 5 Millionen dermaßen Indoktrinierten Soldaten die man faktisch als Geisteskrank bezeichnen könnte, sondern die Kanonen die auf Seoul , Sokcho, Chunchon und Inchen gerichtet sind alle diese Städte liegen in ungefähr nur 50 Kilometer Entfernung von der Grenze . Ein weiteres Problem neben des Fanatismus und den Kanonen der Nord Koreaner ist die Geografie (Berge, Hügel) wie Minenfelder die einen schnellen Vorstoß in Nord Korea unmöglich machen würde auch hat Süd Korea nicht ausreichend Feuerkraft um per Erstschlag die meisten Kanonen zu vernichten bevor sie Seoul in Schutt und Asche legen können.

Aufgrund dieses Patches wird es keinen Krieg geben, da es weder in Interesse des Irren Kim noch Süd Koreas währe für den der Preis sicherlich viel zu hoch währe um den Verarmten Fanatischen Norden von Kim zu befreien. Desweiteren war man schon in den 90er oft sehr viel Näher an einen Krieg wie wehrend der Seegefachte in Gelben Meer, interessant wird jetzt der Test der Taepodong 2 werden auf dessen Erfolg ich auf innigste Hoffe da dies das ABM Programm in den USA das Leben retten würde.

Ein weiterer Interessanter Aspekt der mir bei diesen Chinesischen Artikel den Erich gepostet hat aufhält ist die Floskel der Aufrüstung von Seitens Süd Koreas in Form der "Raketenabwehr" was an Raketenabwehr überhaupt Aufrüstung sein soll ist mir völlig schleierhaft. Doch es ist tatsächlich war das die Süd Koreaner ihre Armee massiv modernisieren und man sie zu den wohl schlagkräftigsten der Welt zählen könnte.


- Schneemann - 18.02.2009

Ohne jetzt Partei ergreifen zu wollen – für Nordkorea bestimmt nicht –, kann ich das Artillerieargument nicht ganz nachvollziehen. Die Masse der Kanonen der Nordkoreaner (meist sowjetisch-chinesische Modelle mit Kalibern von 152 mm, 130 mm und 122 mm) hat eine Reichweite von maximal ca. 20 – 25 Kilometern; und dies setzt voraus, dass die Kanonen a) direkt an der Grenze stehen, wenn man in Erwägung zieht, dass weite Teile Südkoreas von einem Artillerieschlag betroffen sein sollen/könnten (was aber recht unwahrscheinlich ist; ich gehe eher von verschachtelten Stellungen im 5 – 10 Kilometer Abstand zur Grenze aus, was ihre effiziente Einwirkungsreichweite wiederum herabsetzt auf ca. max. 15 Kilometer; insofern glaube ich auch nicht, dass z. B. Seoul derart massiv bedroht wird, weil es von dort bis zur Grenze mehr als 50 Kilometer sind [z. Vgl.: Von Seoul nach Panmunjeom sind es ca. 55 Kilometer]) und b) die Geschütze alle einsatzbereit und nicht von einem Gegenschlag getroffen worden sind. Des weiteren haben selbst die alten Raketenwerfer der Nordkoreaner höchstens 40 Kilometer Reichweite, d. h. also sie könnten ca. 25 Kilometer tief einwirken.

Meiner Meinung nach würden im Falle eines offenen Kriegs, den ich auch für unwahrscheinlich halten, einige Grenzorte beschossen werden, aber die Wirkung wäre eher gering und auch Seoul bekäme kaum etwas ab. Und im Falle eines Krieges würde eh die Masse der Kanonen zusätzlich noch aus der Luft attackiert werden, was ihre Wirkung weiter reduzieren würde.

Einziges Risiko sind die nordkoreanischen Massenvernichtungswaffen, und dabei auch nicht unbedingt diese halbgaren Atomwaffen. Eine Rakete mit Nervengas auf eine südkoreanische Stadt könnte eine Wirkung haben, die die von 10.000 Geschützen aufhebt. Leider...

Schneemann.


- Schneemann - 28.05.2009

Zitat:NORDKOREAS ATOMPLÄNE

Südkorea und USA erhöhen Alarmbereitschaft

Die USA und Südkorea reagieren auf die Militärprovokationen Nordkoreas. Beide Länder versetzten ihre Truppen vor Ort in erhöhte Alarmbereitschaft. Im Weltsicherheitsrat forderten alle fünf ständigen Mitglieder schärfere Sanktionen gegen Pjöngjang.
Link: <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,627255,00.html">http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 55,00.html</a><!-- m -->

Schneemann.


- revan - 28.05.2009

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.aviationweek.com/aw/generic/story_channel.jsp?channel=defense&id=news/NKOR052809.xml&headline=U.S.%20Experts%20Weigh%20North%20Korean%20Capabilities">http://www.aviationweek.com/aw/generic/ ... pabilities</a><!-- m -->

Zitat:
U.S. Experts Weigh North Korean Capabilities


OSAN AIR BASE, SOUTH KOREA – Gathering intelligence about North Korea is tough, U.S. military experts say, given the fact that scarce human intelligence sources, rugged terrain, underground facilities and a lack of permissive overflight all conspire against scrutiny.

But the United States and South Korea work hard at it, representatives say, because they may not have much more to go on.

“This is the last bastion of conventional force-on-force [threats] that we hope we don’t have to deal with — but that we prepare for on a daily basis,” says U.S. Air Force Col. Gordon Issler, a 7th AF intelligence official. “It’s a tough target. Warning time is a challenge, so indications and warnings is our primary mission.”

North Korea’s military is considered too unbalanced between tooth and tail to encircle Seoul, much less repeat the initially successful offensive of 1950 that ended with U.S. and South Korean forces backed into a perimeter around Pusan. A major technological and political element of an engagement would be South Korean and U.S. forces’ effort to stop an artillery and missile bombardment of Seoul.

Some of the North’s technological focus appears to be on asymmetric capabilities such as special operations forces, tactical missiles like Scud variants, and weapons of mass destruction such as chemical warheads......



Eine gute Analyse der Situation und gerade des Hauptprobleme der Raketen und Kanonen vor Seoul.


- Tiger - 28.05.2009

@revan
Der Artikel gibt auch einen recht guten Eindruck von den jüngsten Fähigkeitsverbesserungen der nordkoreanischen Streitkräfte. Was jedoch - wohl weil sich die Quelle auf Luftwaffen und -abwehr konzentriert - dabei unterschlagen wird, ist die Modernisierung der nordkoreanischen Marine.
Diese hat offenbar nicht nur einen eigenen Seeziel-FK entwickelt, sondern auch z.B. eine neue Fregatte - offenbar eine Ableitung der Kriwak-Klasse, das Schiff ist bei Google Earth im Hafen von Nampo gut zu erkennen und soll bislang noch nicht in einem Marine-Nachschlagewerk zu finden sein.
Interessant finde ich jedenfalls die Verbesserungen bei der nordkoreanischen Luftabwehr.


- Schneemann - 28.05.2009

Zitat:Eine gute Analyse der Situation und gerade des Hauptprobleme der Raketen und Kanonen vor Seoul...
...aber nicht stimmen muss. Ich sehe es jedenfalls anders (s. meinen Post vom Februar oben, wo es um Artillerie und Raketen ging). Auch die im Text genannte Zahl von 250.000 Granaten in 24 - 48 Stunden ist relativ zu sehen. Hört sich viel an, ist es aber nicht: Vor Verdun haben die Deutschen in 10 Stunden ca. 1.000.000 Granaten abgefeuert. Und großartig einwirken auf das gegnerische Gebiet können die Nordkoreaner auch nicht (+/- 25 km).

Schneemann.


- Achim - 28.05.2009

wie weit sind die amerikanischen stützpunkte von dergrenze entfernt??
wenn es den nordkoreanern gelingt einen großteil der us stützpunkte samt truppenn unter schweren beschuss zu nehmen, dürfte es massenhaft verlusste unter den us soldaten geben.


- Nightwatch - 28.05.2009

Schneemann schrieb:
Zitat:Eine gute Analyse der Situation und gerade des Hauptprobleme der Raketen und Kanonen vor Seoul...
...aber nicht stimmen muss. Ich sehe es jedenfalls anders (s. meinen Post vom Februar oben, wo es um Artillerie und Raketen ging). Auch die im Text genannte Zahl von 250.000 Granaten in 24 - 48 Stunden ist relativ zu sehen. Hört sich viel an, ist es aber nicht: Vor Verdun haben die Deutschen in 10 Stunden ca. 1.000.000 Granaten abgefeuert. Und großartig einwirken auf das gegnerische Gebiet können die Nordkoreaner auch nicht (+/- 25 km).

Schneemann.
1. Es gibt nördlich von Zentral-Seoul große Vororte und selbstständige Städte.
Diese würden ohne Zweifel im Wirkungsbereich der Rohrartillerie liegen.
2. Die Bedrohung für Seoul geht Hauptsächlich von der nordkoreanischen Raketenartillerie aus.
3. Es mag stimmen das während der Weltkriege noch zu wesentlich größeren Konzentrationen von artilleristischer Feuerkraft kam.
Jedoch haben sich die Zeiten geändert, eine derartige Massierung kann sich vor allem die westliche Welt garnicht mehr vorstellen.
Die Medien würden es als Hölle auf Erden darstellen.

Achim1977 schrieb:wie weit sind die amerikanischen stützpunkte von dergrenze entfernt??
wenn es den nordkoreanern gelingt einen großteil der us stützpunkte samt truppenn unter schweren beschuss zu nehmen, dürfte es massenhaft verlusste unter den us soldaten geben.
Die wichtigen Sützpunkte der Amerikaner sind soweit im Hinterland das sie nur durch ballistische Waffen und Kommandoaktionen bedroht sind.


Ich empfehle zur Thematik folgende Lektüre:
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.globalsecurity.org/military/ops/oplan-5027.htm">http://www.globalsecurity.org/military/ ... n-5027.htm</a><!-- m -->
OPLAN 5027 ist der amerikanisch - südkoreanische Kriegsplan im Falle eines Angriffs des Nordens.
Nordkorea kann den Krieg nicht gewinnen aber entsetzliche Verluste verursachen. Erst recht wenn es zu C-Waffen greift.
Es wäre ohne Zweifel der schwerste Krieg seit dem letzten Koreakrieg mit den intensivsten Kampfhandlungen die heute überhaupt noch denkbar sind.
Die Golfkriege hatten nie und nimmer die selbe Intensität, auch der Yom Kippur Krieg würde kaum als vergleich dienen.
Militärisch gewinnen können Amerika und Südkorea aber auf jeden Fall.
Die Frage ist jedoch inwieweit Südkorea bereit ist den gigantischen Blutzoll zu entrichten.
Am Boden würden sie hauptsächlich das kämpfen und sterben übernehmen, zumindest bis die USA binnen einiger Wochten weitere schwere Brigaden herangeführt haben.
Den Krieg könnte man nur mit einer Offensive nach der Zurückschlagung der nordkoreanischen Invasionstruppen beenden. Es ist in solch einem Falle davon auszugehen das Nordkorea spätestens dann Massenvernichtungswaffen einsetzt. Die US Streitkräfte würde darauf ohne Zweifel mit dem Einsatz taktischer Nuklearwaffen antworten.
Geht alles wenn man will. Fraglich halt ob Südkorea dazu bereit ist.
Amerika wird sich sicher nicht aufdrängen.


- Tiger - 28.05.2009

@Achim1977
Osan liegt südlich von Seoul, aber Uijeongbu und Tongducheon, wo sich das HQ (Uijeongbu) bzw. das Gros (Tongducheon) der 2.US-Infantriedivision befindet, liegen zwischen Seoul und der Demarkationslinie zu Nordkorea - und auch in Reichweite der nordkoreanischen Artillerie.

@Nightwatch
Zitat:Nordkorea kann den Krieg nicht gewinnen aber entsetzliche Verluste verursachen. Erst recht wenn es zu C-Waffen greift.
Was häufig übersehen wird: Nordkorea betrachtet den Einsatz von C-Waffen als normalen Bestandteil seiner militärischen Doktrin.
Im Kriegsfall würden wohl von nordkoreanischer Seite C-Waffen eingesetzt werden, um dem Gegner den Zugriff zu bestimmten Einrichtungen - etwa Material- und Waffendepots - vorzuenthalten. Die Einrichtungen könnten nur im Schutzanzug betreten werden und die dort gelagerte Ausrüstung müsste aufwendig dekontaminiert werden - könnte also eine ganze Zeit nicht eingesetzt werden und fällt vielleicht sogar der Immun Gun in die Hände.
Wie schrieb doch Sun-Yi: Eine vom Feind erbeutete Wagenladung ist genauso gut wie zehn eigene Warenladungen.
Es gilt jedoch auch als sicher, das sich bei den nordkoreanischen Truppen an der Demarkationslinie nördlich von Seoul chemische Waffen befinden. Eventuell könnte Nordkorea bei Ausbruch eines 2.Korea-Krieges damit drohen Seoul und Inchon mit C-Waffen zu beschiessen. Dies würde wohl eine Massenflucht aus Seoul auslösen, welche die Verkehrsverbindungen aus Seoul nach Süden - weg von der Front - überfüllen und militärische Operationen zum Schutz von Seoul massiv behindern würde. Bedenken wir, das über 10 Millionen Menschen im Ballungsgebiet um Seoul leben - "nur" ein Drittel bis die Hälfte davon muss fliehen, um ein Chaos auszulösen!
Mehr noch: Der wirtschaftliche Schaden durch eine solche Massenflucht aus Seoul und Inchon wäre für Südkorea enorm, und dieses wohl mit der Versorgung mehrerer Millionen Flüchtlinge überfordert. Es müsste dann vielleicht - trotz aller militärischer Stärke - um Frieden bitten.
Spiel, Satz, Sieg...and the winner ist: Nordkorea!


- Nightwatch - 28.05.2009

Tiger schrieb:Was häufig übersehen wird: Nordkorea betrachtet den Einsatz von C-Waffen als normalen Bestandteil seiner militärischen Doktrin.
Naja was heißt übersehen. Es ist relativ witzlos darüber zu diskutieren.
Wenn Nordkorea meint den Krieg damit beginnen zu müssen das es ein paar Millionen Südkoreaner vergast ist die Sache binnen 48 Stunden gelaufen und Südkorea hat keinen Parkplatzmangel mehr.
Der Einsatz chemischer Waffen allein gegen militärische Ziele ist in der Wirkung eher beschränkt und drängt die Amerikaner dazu den Atomkrieg zu beginnen. Das kanns irgendwie auch nicht sein.
Die Strategie des Nordens in diesem Krieg muss sein mit konventionellen Mitteln derart viele Südkoreaner umzubringen und derart großen Schaden anzurichten das Südkorea an einem Waffenstillstand interessiert ist.
Alles andere endet nur mit Atomkrieg oder amerikanischen Panzern in Pyongyang.

Tiger schrieb:Eventuell könnte Nordkorea bei Ausbruch eines 2.Korea-Krieges damit drohen Seoul und Inchon mit C-Waffen zu beschiessen. Dies würde wohl eine Massenflucht aus Seoul auslösen, welche die Verkehrsverbindungen aus Seoul nach Süden - weg von der Front - überfüllen und militärische Operationen zum Schutz von Seoul massiv behindern würde. Bedenken wir, das über 10 Millionen Menschen im Ballungsgebiet um Seoul leben - "nur" ein Drittel bis die Hälfte davon muss fliehen, um ein Chaos auszulösen!
Zur Massenflucht wird es sowieso kommen.
Die Frage ist eher wie robust die Südkoreaner mit dieser Lage umgehen werden.
Das ist keine europäische Nation sondern eine asiatische. Das Verhältnis zum Krieg ist da noch ein wenig anders als bei uns.

Tiger schrieb:Mehr noch: Der wirtschaftliche Schaden durch eine solche Massenflucht aus Seoul und Inchon wäre für Südkorea enorm, und dieses wohl mit der Versorgung mehrerer Millionen Flüchtlinge überfordert. Es müsste dann vielleicht - trotz aller militärischer Stärke - um Frieden bitten.
Spiel, Satz, Sieg...and the winner ist: Nordkorea!
Wie gesagt, eine Flucht wird es auch schon wegen der konventionellen Artillerieangriffe geben. Es ist davon auszugehen das dieses offensichtliche Faktor in den militärischen Planungen berücksichtigt wird.
Aber du hast insoweit recht, der Krieg entscheidet sich an der Frage wie viele Verluste Südkorea bereit ist hinzunehmen.


- Schneemann - 28.05.2009

Nightwatch schrieb:
Zitat: 1. Es gibt nördlich von Zentral-Seoul große Vororte und selbstständige Städte.
Diese würden ohne Zweifel im Wirkungsbereich der Rohrartillerie liegen.
Aber zumindest nicht in einer Frühphase eines Konflikts, d. h. nicht in den im Artikel genannten 24 – 48 Stunden. Von Seoul bis zur Grenze sind des ca. 55 – 60 km. D. h. die äußeren Stadtränder reichen etwa bis auf 35 – 40 km an die Grenze heran. Rohrartillerie, die von nordkoreanischem Territorium aus feuert, wird diese Distanz aller Wahrscheinlichkeit nach nicht überwinden können. Allenfalls kann es sein, wenn die Truppen schnell vorstoßen sollten und können, das rasch vorgeschobene Artillerie, die dann von südkoreanischem Boden aus feuert, die Stadt treffen könnte. Aber dies gilt es abzuwarten, auch ist es fraglich, a) wie viele Kanonen dann weit vorgezogen wären und b) ob diese nicht schon durch die Air Force plattgewalzt wären, bzw. an den Bewegungen gehindert worden sind/wären.
Zitat: 2. Die Bedrohung für Seoul geht Hauptsächlich von der nordkoreanischen Raketenartillerie aus.
Da haben sie auch nicht so die großen Möglichkeiten. An der Zahl gibt es sicherlich viele Systeme (wobei es eine andere Frage ist, wie viele einsatzbereit sind), aber die meisten („Grad“-Werfer zwischen 122 – 240 mm Kaliber) reichen auch nur 30, allenfalls 40 km weit (was, zugegebenermaßen, reichen dürfte, um Vororte treffen zu können). Einziger, aber auch wirklich einziger Vorteil, ist, dass die Dinger durch ihre LKW-Chassis recht schnell bewegt werden können.
Zitat: 3. Es mag stimmen das während der Weltkriege noch zu wesentlich größeren Konzentrationen von artilleristischer Feuerkraft kam.
Jedoch haben sich die Zeiten geändert, eine derartige Massierung kann sich vor allem die westliche Welt garnicht mehr vorstellen.
Die Medien würden es als Hölle auf Erden darstellen.
Das sehe ich auch so.

Schneemann.


- Kosmos - 28.05.2009

naja, diese Feuerkraft wäre zwar für zivili Bevölerung in umliegenden Gebieten verherrend aber Schäden an den Streitkräften würden sich in Grenzen halten denn die Truppen sind viel mobiler, viel bessere gegen Splitter geschützt und auf größere Fläche verstreut.
Dann wird koreanische Ari von Anfang an große Verluste hinnehmen müssen im Kampf mit südkoreanischen und amerikanischen Artillerie.

Aber wie es hier schon gesagt wurde, brauchen tut diesen Krieg keiner, nur durch bitter bösen Zufall könnte die Sache hier eskalieren.

Nordkorea pockert sehr hoch um die nächste Lieferungen an Treibstoff und Lebensmitteln für den Winter erpressen zu können...


- Nasenbaer - 29.05.2009

Schneemann schrieb:Nightwatch schrieb:
Zitat: 1. Es gibt nördlich von Zentral-Seoul große Vororte und selbstständige Städte.
Diese würden ohne Zweifel im Wirkungsbereich der Rohrartillerie liegen.
Aber zumindest nicht in einer Frühphase eines Konflikts, d. h. nicht in den im Artikel genannten 24 – 48 Stunden. Von Seoul bis zur Grenze sind des ca. 55 – 60 km. D. h. die äußeren Stadtränder reichen etwa bis auf 35 – 40 km an die Grenze heran.
In Google Earth sieht es aus, als wären es von der Grenze bis zur Stadtgrenze 25-30km.
Schneemann schrieb:Rohrartillerie, die von nordkoreanischem Territorium aus feuert, wird diese Distanz aller Wahrscheinlichkeit nach nicht überwinden können.
Nordkorea konnte sich 50 Jahre vorbereiten. Ich gehe davon aus, daß die Nordkoreaner RAP- oder BB-Munition in ausreichender Anzahl produziert hat. Damit erreicht auch das gute alte 130mm M-46 locker Seoul.

Zitat: 3. Es mag stimmen das während der Weltkriege noch zu wesentlich größeren Konzentrationen von artilleristischer Feuerkraft kam.
Jedoch haben sich die Zeiten geändert, eine derartige Massierung kann sich vor allem die westliche Welt garnicht mehr vorstellen.
Die Medien würden es als Hölle auf Erden darstellen.
Lest Euch Nightwatchs Link durch:
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.globalsecurity.org/military/ops/oplan-5027.htm">http://www.globalsecurity.org/military/ ... n-5027.htm</a><!-- m -->
Zitat:Without moving any artillery pieces, the North could sustain up to 500,000 rounds an hour against Combined Forces Command defenses for several hours.
Das ist mehr als die 1mio Granaten in 10h, die laut Schneeman bei Verdun abgefeuert wurden.


- Schneemann - 29.05.2009

Nasenbaer schrieb:
Zitat: In Google Earth sieht es aus, als wären es von der Grenze bis zur Stadtgrenze 25-30km...
Selbst das ist noch arg entfernt, vielleicht zu weit.
Zitat: Nordkorea konnte sich 50 Jahre vorbereiten. Ich gehe davon aus, daß die Nordkoreaner RAP- oder BB-Munition in ausreichender Anzahl produziert hat. Damit erreicht auch das gute alte 130mm M-46 locker Seoul.
Nordkoreas Wirtschaft ist fast am Boden. Großartige Produktionsvorhaben sind einerseits insofern fraglich. Munition werden sie sicher genügend haben, aber ich bezweifle, dass das moderne Formen sind. Abgesehen davon kann man auch nicht von der reinen Distanz Grenze-Hauptstadt ausgehen, um eine Artillerieeinwirkreichweite definieren zu können. Nicht alle Kanonen, habe ich auch oben schon mal geschrieben, stehen aufgereiht zur Parade genau auf der Grenzlinie, sondern verschachtelt im Hinterland, oftmals mit mehreren Kilometern Abstand zur Grenze. Alles andere wäre auch militärisch dämlich. Rechne zu jeder potentiellen Reichweite eines Geschützes also lieber nochmal 5 – 10 km hinzu, was nordkoreanisches Gebiet wäre, das zuvor überwunden werden muss, dazu kommt übrigens auch noch die demilitarisierte Zone, die etwa 3 – 4 km breit ist. Alles in allem kommt man auf eine effektive Einwirkweite von maximal 20 km. Und das ist nicht sonderlich viel, zumindest kann man Seoul so nicht bis kaum erreichen.

Schneemann.


- Erich - 01.06.2009

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.marineforum.info/AKTUELLES/aktuelles.htm">http://www.marineforum.info/AKTUELLES/aktuelles.htm</a><!-- m -->
Zitat:Nach dem Atomwaffentest von 25. Mai haben sich die Spannungen mit Nordkorea deutlich verschärft.

Die international weitgehend isolierte kommunistische Diktatur ist einmal mehr bemüht, durch (militärische) Drohungen politische Zugeständnisse bis hin zur Anerkennung (bilateraler Friedensvertrag mit den USA) zu erreichen. Wie schon mehrfach in der Vergangenheit, setzt man in einem Vabanque-Spiel wahrscheinlich darauf, zunächst zu eskalieren (auch mit klaren Verstößen gegen UN-Auflagen und frühere Abkommen), um dann durch (teilweise) De-Eskalation seine Position zu verbessern. Diesmal fällt die internationale Reaktion allerdings deutlich schärfer aus als früher, und man kann auch davon ausgehen, dass die Phase der Eskalation noch nicht abgeschlossen ist. Die südkoreanischen Streitkräfte und auch die regionalen US Streitkräfte wurden in erhöhte Bereitschaft versetzt.

Natürlich hat die Krise auch eine maritime Dimension.

Zum einen hat Nordkorea in den letzten Tagen sowohl an der Ostküste als auch an der Westküste mehrere demonstrative Raketentests in Richtung See unternommen. Dabei handelte es sich allerdings um keine „verbotenen“ Aktivitäten; geschossen wurden Küsten-FK und Flugabwehr-FK üblicher Reichweiten (bis etwa 150 km). Mit der offenbar begonnenen Vorbereitung des Starts einer Langstreckenrakete Taepodong-2 (Reichweite ca. 4000 km) wird allerdings ein erneuter Verstoß gegen UN Resolutionen absehbar. Schon im April hatte der Start einer solchen Rakete – damals als “ziviles” Vorhaben zum Start eines Fernmeldesatelliten kaschiert – international zu Aufregung geführt. Man darf erwarten, dass die regionalen Nachbarn Südkorea und Japan sowie die US Navy erneut Aegis-Schiffe in Position zu bringen, um die Rakete im Flug zu verfolgen und ggf. (Überflug über Japan) auch abzuschießen.

Ebenfalls maritime Aspekte finden sich im Beitritt Südkoreas zur US geführten Proliferation Security Initative (PSI), die eine Weiterverbreitung von Massenvernichtungsmitteln auf u.a. dem Seewege verhindern soll. Schon im April hatte Südkorea diesen Schritt angedeutet und zugleich verkündet, man habe bereits mehr als ein Dutzend nordkoreanischer Handelsschiffe identifiziert, die man auf Hoher See stoppen und durchsuchen wolle. Die derzeitige Lageverschärfung hat nun als Auslöser für den vollzogenen Beitritt zu PSI gedient. Nordkorea will jedes Stoppen eines seiner Handelsschiffe auf Hoher See als „Kriegserklärung“ betrachten.

Es gibt aber noch einen weiteren maritimen Schauplatz der gegenwärtigen Krise. Wie in jedem Jahr hat im Mai die Krabbenfangsaison begonnen. Hunderte süd- und nordkoreanische aber auch chinesische Fischer bevölkern die Fangebiete beiderseits der umstrittenen Seegrenze (Northern Limit Line) zwischen Nord- und Südkorea im Gelben Meer. Hier hat es in den letzten Jahrzehnten regelmäßig teils schwere Zwischenfälle gegeben, die von gegenseitigem Rammen nord- und südkoreanischer Kriegsschiffe bis hin zu längeren Feuergefechten reichten.

Bild von einem früheren Zwischenfall (Foto: Yonhap / ROK Navy)


Offensichtlich scheint die nordkoreanische Marine hier erneut Zwischenfälle provozieren zu wollen. Mehr als 140 chinesische Fischer haben wenigstens am 28. Mai schlagartig die Fanggebiete verlassen. Im Südkoreanischen Verteidigungsministerium geht man von einer offiziell nach Peking übermittelten Warnung Nordkoreas aus. Die südkoreanische Marine ist jedenfalls vorbereitet, nordkoreanische Eindringversuche in Seegebiete südlich der NLL zu verhindern.
(ganzer Text, da Marineforum und nur kurz im Netz)
ergänzend <!-- m --><a class="postlink" href="http://de.rian.ru/world/20090601/121815990.html">http://de.rian.ru/world/20090601/121815990.html</a><!-- m -->
Zitat:Seoul fürchtet Provokationen Pjöngjangs im Gelben Meer

15:55 | 01/ 06/ 2009

MOSKAU, 01. Juni (RIA Novosti). Nach dem von Nordkorea jüngst eingeführten Schiffsfahrtverbot für einige Gebiete im Gelben Meer befürchten südkoreanische Geheimdienste Provokationen.
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